VICE Charlottesville documentary

Wenn man in den letzten Tagen Twitter aufgemacht hat, wird man sich sicher die Augen gerieben haben. Plötzlich lauft so ein krasser Nazimob durch Charlottesville bei dem sogar am Ende ein Auto in eine Protestmenge gefahren ist. Klar ist, es gibt überall auf der Welt irgendwelche Nazis. Die haben wir in Deutschland genauso wie in Polen, Russland, Frankreich oder England. Aber in USA wo doch die Meinungsfreiheit so hoch angesehen ist hätte ich das als allerletztes erwartet. Natürlich gab es den KKK dort auch schon viele Jahre. Aber in den Jahren ohne President Trump schien es scheinbar immer ruhig gewesen zu sein. Genau deshalb finde ich es gut, dass es eine gute Dokumentation über die Vorfälle in Charlottesville gibt. Sie lohnt sich anzuschauen!

Wir haben in Deutschland auch Probleme mit dem NSU. Besonders die Aufarbeitung war und ist eine Verhöhnung der Opfer, deshalb sollten auch wir Deutsche aufpassen, dass sowas nicht in unserer Nachbarschaft passiert.
Bald sind wieder Wahlen. Nutzt dort eure Möglichkeit und geht wählen. Und wenn ihr alle Parteien scheiße findet, gebt halt einen ungültigen Stimmzettel ab. Aber wer nicht wählt gibt tendenziell auch den rechten Parteien eine Chance.

Estonteco 2017 und Kanu Nachfahrt

Vom 26. Juli bis zum 9. August waren wir wieder mit insgesamt 29 Teilnehmern auf dem BdP Bundeslager „Estonteco“ in Großzerlang und anschließend noch ein paar Tage auf Kanufahrt in Mecklenburg / Brandenburg.
Wie schon 2015 in Finnland hatte ich auch dieses Mal wieder mein Handy zu Hause gelassen und hatte so 15 Tage meine Ruhe. Klar es gab manchmal vielleicht auch Situation wo ein Handy praktisch gewesen wäre: Man sieht irgendeinen Zettel und möchte ihn abfotografieren. Aber dann hab ich mir einfach mal die Informationen in mein kleines Notizbüchlein, dass ich immer in der Brusttasche meiner Kluft dabei habe, geschrieben.

Was aber auch sehr interessant war: Es gab eigentlich auf unserem Lagergrund ein striktes Alkohol- und Rauchverbot. Daran haben sich soweit ich es beobachtet habe auch alle gehalten. Doch abends ging es dann doch immer wieder als Gruppe auf Tour durch die Pinten und dort gab es dann doch wieder Bier und Wein. Auch die Uhrzeit war auf dem Lager gar nicht mehr soo wichtig. Aber auch das hatte ich wunderbar gelöst. Seit dem Grundkurs letzte Ostern habe ich an meinem Halstuch einfach eine normale Armbanduhr umhängen. So hatte ich die Uhrzeit immer griffbereit, wenn ich wissen wollte wie spät es ist. Was besonders sinnvoll war, wenn man mal aufs Klo musste und bald das Essen anfing. :)
Besonders die Zeitangaben waren dann recht interessant. Als digitaler Mensch ist man ja präzise Zeitangaben wie 23:42 Uhr gewohnt. Wenn ich mal sagen sollte, wie spät es ist hab ich die Zeit gerne auf die nächste Viertelstunde auf oder abgerundet. 16:07 war für mich also immer noch kurz nach 4 Uhr. Die Zeit verging sowieso wie im Fluge und während ich am Anfang noch dachte, dass es noch eine lange Zeit werden würde, war es am Ende doch recht schnell vergangen.

Wir waren übrigens 29 Leute. Davon 3 richtig alte Männer (ich mit 30 Jahren, der Stammesgründer mit 39 Jahren und einer der ersten Pfadis mit 29 Jahren). Ansonsten waren 11 Sipplinge zwischen 11 und 15 Jahren dabei. Der Rest waren dann so Leiter zwischen 16 und 18 Jahren. Und noch eine Ältere mit ca. 21 Jahren. Es liest sich also entspannend und so war es eigentlich auch. Die Anreise war allerdings sehr lange. Wir sind Dienstags gegen 18:30 Uhr in Calw mit dem Bus losgefahren. Dann waren noch 3 weitere Stationen in Böblingen, nochmal irgendwo und Schorndorf. Eigentlich sollten wir dann am nächsten Morgen gegen 8 Uhr ankommen. Da aber ein anderer Bus eine kleine Panne hatten, musste unser Bus einen Umweg fahren, so dass wir dann erst gegen 13 Uhr auf dem Platz ankamen.
Da es aber an diesem Morgen sowieso extrem geregnet hatte, waren wir sogar froh. Denn als wir am Platz ankamen, hat es aufgehört mit Regen und ein wenig später kam sogar die Sonne raus (oder auch nicht?!). So konnten wir im Trockenen unsere Schlafjurte (mit 17 Leuten, die darin schliefen), die Theaterjurte (mit Küchenabteil und Aufenthalt für alle) und 3 Kohten (für unsere 3 Sippen mit 2x 4 Leuten und 1x 3 Leuten) aufbauen. Das war sehr entspannt, so waren wir da wenigstens trocken.
Allerdings mussten wir ca. 12 Stangen (vom Holzvollernter bearbeitete 5 bis 7 Meter lange Baumstämme, die entsprechend schwer sind) ca. 1 km vom Sammelplatz zu unserem Lagergrund tragen. Aber ich muss echt sagen, dass unsere Sipplinge und auch alle großen Rover sehr zäh sind. Alle haben mitgeholfen. Wir großen eben immer zu zweit eine Stange. Die andere teilweise zu 5 oder 6. Sah von oben sicher ganz lustig aus. Wie Ameisenhaufen eben!

Die Eröffnungsveranstaltung war noch ganz nett. Dort wurden Bananen verteilt, es wurde auch explizit gesagt, dass man diese für das Ende aufbewahren soll und nicht aufmachen und essen soll. Hat natürlich super funktioniert. Die meisten haben die Banane gegessen und die Schale nach vorne geworfen. Genauso war es am Ende ja auch geplant. :) An Programm war ansonsten nicht viel geboten. Unser Unterlager hatte es sich relativ einfach gemacht. So gab es vormittags Workshops: Jeder Stamm hat mehrere Workshops angeboten und so konnte jede Sippe sich einen Workshop aussuchen und hat diesen dann gemacht. So gab es bei uns beispielsweise einen Kletterworkshop, einen Schleifstein Workshop oder auch mal Traumfänger Workshops. Eine Sippe hatte sich sogar einen kleinen Grillrost gebastelt.
Da ich wie viele andere keinen Workshop organisiert hatten, hatte ich meistens frei. Das war teilweise ganz nett um auch mal wieder ein oder zwei Stunden zu schlafen. Abends gingen wir meistens nämlich durch die Pinten. Da gab es sogar Alkohol! o_O
Besonders die Sachsen waren eigentlich die freundlichste und lustigste Pinte. Zum einen waren sie einfach immer freundlich und lustig. Zum anderen war es auch eine der abgelegensten Pinten auf dem ganzen Lager.
Zum Sachsen LV muss man wissen, dass es wohl nur so um die 100 Leute sind und deshalb noch stark im Aufbau sind. Sachsen verbindet man ja hauptsächlich mit Pegida und Nazis. Deshalb freut es mich umso mehr, dass es doch eine sehr starke und lebendige Pfadfinder Kultur dort gibt.
Ich hab auch damals schon beim Grundkurs über Ostern einige Sachsen kennengelernt und die sind alle sehr korrekt und einfach lebensfroh. Gut, die anderen waren auch nicht anders. Aber es war einfach eine Bereicherung mit diesen Leuten.

Es gibt auch ein sehr schönes Lied von den Sachsen vom Singewettstreit: Leider nur Facebook, deshalb kann ich es nicht einbinden.

Ihr Text ist auch sehr schön:

Ref.:
Irgendwo zwischen Himmel und Hölle
muss doch ein Platz für Spinner wie uns existiern,
ein Plätzchen mit Charme, nicht zu kalt und nicht zu warm,
wo die Alltagssorgen keinen interessier`n.
Dachten wir uns neulich in der letzten Gruppenstunde
denn da hingen wir so schlaff am Abend in der Runde
völlig fertig von der Schule, der Arbeit, dem Druck,
doch plötzlich gings durch alle wie ein kräftiger Ruck.
Wo bitte bleibt hier unsre Kreativität,
für coole Pfadiaktionen ist es jetzt noch nicht zu spät.
Eigene Ideen, eigne Regeln, eigne Lieder, das sind wir,
wir wollen selbst gestalten, gleich jetzt und hier.

Ref.: Irgendwo…
Alle Welt ist immer am Reichtum interessiert,
Geld – das sei so wichtig, wird uns suggeriert,
kauft alle immer fleißig und schmeißt Altes weg,
verbraucht die Ressourcen, schert die Zukunft `nen Dreck?
Doch wir wollen dem ganzen Luxus einfach mal entfliehn
und nur mit Allernötigstem in die Wälder ziehn,
brauchen keine Handys, kein Shoppen und kein Geld,
am Feuer in der Pinte singen, das ist unsre Welt.

Ref.: Irgendwo…
Neulich war in Dresden wieder Demo angesagt,
da haben die Pegidas wieder Flüchtlinge gejagt.
Sachsen sei voll Nazis, das schreien sie laut,
darum haben wir den Leuchtturm des Ostens gebaut.
Denn bei uns ist kein Platz für Ausländerfeindlichkeit,
für neue Kulturen und Freunde sind wir stets bereit,
mit uns gemeinsam leben, das bleibt für immer cool,
egal ob du schwarz bist, weiblich oder schwul!

Ref.: Irgendwo…
Irgendwo zwischen Himmel und Hölle
muss doch auch ein Platz für Spinner wie uns existiern
und wenn Estonteco wirklich dieser Platz ist,
dann lasst uns hier dem Alltagsstress entfliehn.

Jo, aber du kennst ja das Sprichwort: Wer saufen kann, kann auch morgens aufstehen. Für mich war es überraschenderweise auch gar nicht so schlimm um halb 2 oder auch mal halb 4 ins Bett zu gehen und am nächsten Morgen gegen 7:30 Uhr wieder aufzustehen. Meistens war ich sogar relativ fit.
Es gab aber auch mal Abende, wo es relativ früh war und wir schon um 0:30 Uhr in den Schlafsack gegangen sind. Außerdem gab es auch ein paar alkoholfreie Abende. Lustigerweise gab es in der Markthalle aber auch Alkohol zu kaufen. Ich fand es aber auch ganz gut, wenn es mal nichts zu trinken gab.
Es gab auch immer einen Tagesteamer, der für den Tag die Ansagen machen sollte. Meistens hat es geklappt.
Am letzten Abend gab es noch das große Bundesfeuer und hinterher noch eine „Pfadihochzeit“ mit zwei Leuten, die sich die Tage mehr im Spaß als Mama und Papa benommen haben. Joa, war ganz lustig, auch wenn es nichts ernstes war! Jo, als ich dann am Abschlusstag Tagesteamer war, hab ich mal den alten Kidscamp Morgenrap mit „Hände hoch und Hände runter, dass macht jeden von uns munter“ rausgehauen und alle waren etwas überrascht. Damit hatten sie nicht gerechnet. Aber sie waren zumindest hinterher alle wach. Dafür lief es abends dann leider nicht so ganz gut und ich hab mir echt überlegt, ob das wirklich sinnvoll war. Vormittags haben wir dann unsere Partnergruppe verabschiedet, die ist dann heimgefahren. Dann ging es an den Abbau und verpacken vom Material, dass wieder nach Hause transportiert werden sollte. Damit waren wir sogar relativ schnell gegen 13 Uhr fertig. Genau dann hat es wieder angefangen zu regnen. Die Planen blieben aber glücklicherweise alle trocken, was sehr gut war…
Eigentlich hätten wir dann weiterlaufen sollen zum Kanuverleih. Allerdings waren das noch 15km und alle waren sehr müde. Außerdem mussten noch ein paar Leute beim LKW verladen vom Material für BaWü helfen. Das haben wir dann auch gemacht. Die anderen haben dann in einer Art offene Schutzhütte gechillt und teilweise auch geschlafen. So kam es dann später, dass die Leute, die beim Verladen und teilweise noch etwas abgebaut haben, abends zum Essen beim Bund (BdP) eingeladen waren.
Allerdings konnten wir da unsere Sipplinge nicht mitnehmen. Die Küche ist dann einkaufen gefahren (einer von der Küche ist ein paar Tage nach Anfang des Lagers mit dem Auto hochgefahren) und hat geschlagene 3 Stunden gebraucht um wieder zurück zu kommen. Auch das Kochen von Nudeln auf einem Trangia ging dann nicht so wirklich gut. So haben dann ein paar andere erfahrene Rover den Kochtopf auf den Platz hochgeschleppt, wo es noch ein offenes Feuer vom Vortag gab und dort gekocht. Währenddessen sind eigentlich fast alle Rover (ich auch) zum Essen gegangen und haben damit eigentlich die Küche und die Sipplinge sich selbst überlassen. Im Nachhinein war es wohl nicht ganz so toll. Allerdings waren 3 Stunden für Einkaufen auch ziemlich übertrieben. Soweit war der nächste Supermarkt nicht weg.
Jo, so hatten wir „Alten“ an diesem Abend noch einen schönen Abschluss. Es gab sogar eine Sauna. Also in die Sauna, danach in den See, wieder Sauna, See und Sauna und dann wieder anziehen. War ganz nett. Auch die Singerunde war abschließend ganz nett. Allerdings fand ich den Abend doch etwas schade. Ich hatte mir extra eine kleine Geschichte als Abendrunde ausgedruckt und bin deshalb sogar zur Abfahrt leicht zu spät gekommen (wir haben uns 18 Uhr getroffen, um 18:30 Uhr war Abfahrt und ich bin eben 18:10 Uhr erst eingetroffen, da ich Jacke vergessen hatte und die Geschichte noch ausdrucken musste). Und dann gab es gar keine Abendrunde, was allerdings auch daran lag, dass sich die Gruppe an diesem Tag leider sehr zersplittert hatte.

Mit der Küche gab es aber insgesamt auch viel Streit. Für mich und die meisten anderen Rover war es eigentlich immer klar: Wer Küche macht, hat nicht besonders viel vom Programm. Schließlich sollte das Essen immer relativ pünktlich vorbereitet sein. Eigentlich gab es auch immer die Uhrzeiten, wann es fertig sein sollte. Allerdings gab es dann manchmal auch erhebliche Verzögerungen. Die Küche war dagegen der Meinung, dass sie auch Zeit am Programm haben sollte. In gewisser Weise hatte sie es auch manchmal. Auf einem anderen Lager war es wohl auch mal so. Aber immer wenn ich die Küche miterlebt habe, war sie eigentlich immer am Schaffen und Rudern. Auf dem Kidscamp waren vielleicht nach dem Frühstück und nach dem Mittagessen immer 1 bis 2 Stunden Ruhe, aber dann war ja schon das nächste Essen auf dem Programm. Jo, manchmal haben wir Alten auch mal mitgeholfen. Dann war es auch mal wieder nicht Recht. So gab es oft eben Streitpunkte, die sich nicht zwingend ums Essen gedreht haben (das war aus meiner Sicht und der meisten anderen immer recht lecker und meist auch genug!), sondern eher um die Organisation drumherum. Das ging dann sogar soweit, dass genau an dem Abbautag im Raum stand ob die beiden (die auch noch ein Paar sind) schon jetzt nach Hause fahren. Gut, sie haben sich dann wieder zusammen gerauft und haben uns am nächsten Tag auch noch alle zum Kanuplatz hingefahren (15 km können doch recht lange sein, ich bin aber immerhin mit ein paar anderen 5 km davon entgegen gelaufen!). Auf der Nachfahrt waren dann endgültig die Nerven runter, so dass es oft leider auch mal Anschuldigungen gab, die nicht gerechtfertigt waren.

Ich war ja auf der Nachfahrt leider die ganze Zeit krank und hatte dementsprechend auch nicht mehr meine ganze Kraft zur Verfügung. Es war aber doch recht cool. Gekentert ist glaub ich keines unserer 7 Kanus und wir waren eigentlich immer gut verteilt. Ich mit dem anderen Tobi als Spaßboot, auch wenn es manchmal nervig war, weil ich einfach schlapp war. Wir hatten doch unseren Spaß und haben immer wieder mal wieder Kanus überholt.

Jo und so sind wir dann wieder alle am Mittwochabend in Calw angekommen.

ASDF Movie

Zwar total überdreht. Aber irgendwie auch lustig! :)

Amanda Palmer & Edward Ka-Spel LIVE in LONDON

Wer auf abgedrehte und leicht psychedelische Musik steht, kann dies mal anhören. Es ist wirklich sehr gewöhnungsbedürftig und nicht in jedem Zustand hörbar, aber letztendlich doch auch auf ihre Art spannend.

Slash-Solo auf einem Flügel

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via kraftfuttermischwerk