Das Arbeitsleben ist spannend

Nachdem ich letztes Jahr viele Veränderungen durchgemacht habe, hab ich sogar meinen Job gewechselt. Mit dem neuen Job hatte ich Anfang des Jahres bereits während der Probezeit gehadert und mich aber doch wieder eingefangen. Denn ich wollte ja ein Team haben und war auch froh nicht mehr alles machen zu müssen. Nun ist aber schon fast wieder ein Jahr rum und es häufen sich dann doch immer die Tage, wo es sehr langweilig wird. Einfach weil nichts spannendes zu tun ist. Was ich früher gemacht habe, ist nun arbeitsteilig und 3 Leute sind mit dabei. Beispielsweise beim E-Mail Umzug. Einer macht die AD Verwaltung, ich die Office 365 Geschichte und mit Bit Titan die Migration vom alten Provider zu Exchange Online und ein dritter macht noch die Netzwerksicht mit den DNS Einträgen. Ist ok, dann muss ich nicht alles wissen. Aber es bleibt eben auch viel Leerlauf dabei.
Kurzum: Im alten Job hatte ich oft einen leichten Burnout, weil es zu viel war und ich oft unter Strom war. Im neuen Job habe ich oft einen Boreout und frag mich ob noch lebe. Das artet dann so aus, dass ich am Kurzarbeitstag für die Kollegen ganz viele Waffeln gebacken. Die Frage warum hab ich mich aber nicht getraut ehrlich zu beantworten: „Weil mir die Arbeit zu langweilig ist, also muss ich was sinnvolles tun und euch mit Waffeln bestechen… :)“ Gut, die Kollegen haben mich auch etwas herausgefordert. Ich hatte schon öfter mal Waffeln mitgebracht und sie haben gefragt wann es wieder Waffeln gibt. Also hab ich diesmal für alle Kollegen mit großer Klappe eine extra Schüssel und einen Tortenbehälter mitgebracht. Es hat immerhin 3 Tage lang gereicht und wir sind etwa 15 Leute in der Abteilung und am Frühstück ist auch noch ein weiterer immer dabei. 8 Sorten je mindestens 8 bis 16 Waffeln ist halt doch eine Ansage. Aber mir macht es auch Spaß… :) Wir brauchen eben öfter mal einen Waffelstillstand. Die Welt braucht Waffeln und keine Waffen!

Aber eigentlich soll es ja hier um meinen Job gehen: Das war so gewesen. Ich hab da einen Account bei Xing, der auch recht gepflegt ist und immer mal wieder schreiben mir Leute dass sie mein Profil toll finden und einen Job für mich haben. Dann war mal ein Job als Entwickler dabei. Ich war neugierig, da ich gerne Vollzeit entwickeln würde. Also hab ich direkt mal angerufen und bin bei Robert Half gelandet. Am Anfang dachte ich immer. Naja, die nehmen eben 10% von meinem Jahresgehalt als Vermittlungsprovision. Aber in Wirklichkeit wollten sie halt leider 30% und das ist bei einer gut bezahlten Fachkraft wie mich eben ungefähr soviel wie mein aktuelles Auto ein Renault Captur. Interessant war es trotzdem. So wurde ich zu einem Vorstellungsgespräch nach Vaihingen an der Enz geschickt. Eine Firma, die sowas wie Check24 für den Dentalbereich macht. Als Entwickler haben sie mich relativ schnell abgestempelt, da deren Erwartungen und meine Erfahrungen zuweit auseinander liegen. Durch meinen breiten Lebenslauf als 11 Jahre One-Man IT Show waren sie trotzdem interessant. Am Anfang waren se dann auch recht interessiert. Aber meine Gehaltsvorstellungen und deren Lohnniveau sind doch zuweit auseinander. Schade eigentlich, denn vom Typ Mensch hätte es wieder gut passen können. Vor allem haben diese Leute zum ersten Mal auch den CCC erkannt und wertgeschätzt. Das hat bisher im Business Umfeld nur mein letzter Chef gemacht. Die neuen Kollegen sind auch nur so: „Ich mach hier meinen Job und schau dass es sicher ist, aber die Nerdszene ist kacka… “ Wobei sie das Camp dann doch recht interessant fanden und augenscheinlich gerne dabei gewesen wären.
Gut, dann rief der Robert Half Mensch ein zweites Mal an und hat mich bei einer Bude in Calw vorgestellt. Das war auch sehr spontan und ich war da gar nicht vorbereitet. Also bin ich hingefahren, habe das Gespräch gemacht und selbst auf die Standardfragen (Stärken, Schwächen, Motivation) keine sinnvollen Antworten parat gehabt. Jo einfach schlechte Vorbereitung. Aber irgendwie war mir auch schon klar, dass es nichts wird, da ich eben deren Programmiersprachen (Javascript) nicht wirklich beherrsche. Dafür war das Gespräch sehr interessant indem der Geschäftsführer mir einige allgemeine Tipps gegeben hat. „Bewerben Sie sich lieber direkt bei den Firmen. Als ITler brauchen Sie keinen Vermittler, der im Übrigen auch noch 30% ihres Jahresgehaltes haben möchte. Das schmälert ihr Gehalt und ihre Chancen deutlich, da es für die Firma ein hohes finanzielles Risiko ist“. Das hat mir dann auch zu denken gegeben. Gut, dann habe ich mich mal direkt in Calw und Umgebung umgeschaut und durch die Feuerwehr erfahren, dass bei der Stadt Calw eine Stelle als IT Leiter frei wird. Da hab ich noch eine Bewerbung laufen und ich habe die Bewerbung auch relativ motiviert geschrieben. Vorteil: Ich wäre wieder in Calw, kaum Fahrtweg und ich wäre wieder tagverfügbar für die Feuerwehr. Nachteil: Was die laut TöVD bezahlen wollen ist ein Witz. Soviel hab ich vor 5 Jahren ohne Führungsverantwortung verdient. Und als Beamter werde ich wohl eher nicht reinkommen, dann wäre der Verdienst wieder angemessen. Gut, die Bewerbungsfrist ist vor etwa einer Woche ausgelaufen. Bisher habe ich noch nichts erfahren, da wird aber sicher noch eine Rückmeldung kommen in den nächsten Wochen.
In der Zwischenzeit hatte ich dann mal mal im Hauskreis über dieses Thema gesprochen und wurde dann auf eine sehr interessante Stelle aufmerksam gemacht, die sich wirklich toll und spannend anhört. Genau der Part, der mir beim h.team am meisten Spaß gemacht hat. Langweilige Aufgaben für die Vertriebskollegen durch kleine Programmierungen automatisieren. Das hört sich super an und ich wäre unheimlich motiviert. Nur die Fahrerei nach Weingarten ist etwas schwierig, aber wenn es sich lohnt komm ich damit sicher auch klar. Arbeit muss Spaß machen, sonst ist es doof. Denn es sind immerhin 7 bis 8 Stunden am Tag, die ich auf der Arbeit verbringe und das zur besten Zeit des Tages.
Bei Ferchau hab ich auch noch eine Bewerbung laufen. Die wollen mich aber erstmal kennenlernen und sind vom Lebenslauf recht überzeugt. Mal schauen, was in der nächsten Zeit rauskommt. Bei 3 laufenden Bewerbungen wird ja hoffentlich eine Sache rauskommen, die sinnvoll ist. Und wenn nicht, such ich eben weiter.
Bis dahin mach ich meinen alten Job eben weiter. Schließlich brauch ich ja auch Geld zum Leben. Aktuell ist die Arbeit eh nicht soo schlimm. Ich habe sowieso erstmal freiwillig meine Stunden auf 35 pro Woche gekürzt. Außerdem haben wir aktuell auch Kurzarbeit wegen der schlechten Wirtschaftslage. Tja immer nur auf den Automobilbereich setzen rächt sich eben irgendwann. Man muss schon mehrstufig fahren. Also hab ich auch gut Zeit für Dinge, die mir Spaß machen. Zum Beispiel so einen Beitrag zu schreiben!

Das Arbeitsleben ist eben spannend und irgendwo wird sicher eine Stelle für mich dabei sein.

Mit minimalem Aufwand: Schule geschafft

Nun ist es amtlich: Ich bin fertig mit der Schule. Heute war die letzte Prüfung, nämlich mündlich im Fach Wirtschaft. Dazu habe ich auch ein ökonomisches Prinzip genutzt: Mit minimalem Aufwand das Maximale herausholen. In meinem Fall hieß das: 4 gewinnt. Für die erhoffte 2,5 als mündliche Note hat es einfach nicht mehr gereicht. ;)

Aber ich bin froh, dass alles vorbei ist und von den Noten her ist es auch noch ok. Die Noten haben sich zwar durch die schriftlichen Prüfungen leider etwas verschlechtert. Doch im Endeffekt steht immer noch eine 2 vor dem Komma. Statt 2,6 ist es nun eben eine 2,9 als Gesamtschnitt.

Wenn ich das damals alles gewusst hätte, wäre ich wohl kaum auf eine Abendschule gegangen. Denn die Lernerei war nicht immer ohne. Und besonders anfangs habe ich mich doch schwer getan. Das Lustigste war ja immer: Vor der Abendschule hab ich mich im Geschäft öfters mal gelangweilt, da einfach kaum Arbeit da war. Doch dann kam alles auf einen Schlag. Neue Lagertechnik wurde eingeführt, einige Programmierungen, die mich etwas herausgefordert haben. Und das letzte Jahr war dann nochmals sehr spannend. Zum einen in der Feuerwehr den Bootsführerschein gemacht und bestanden. Dann im Herbst einige Microsoft Schulungen besucht und über den Jahreswechsel / Jahresanfang neue Server beschafft und eingerichtet. Alles alleine… Da war einfach die Motivation für die Schule streckenweise einfach weg und hat sich dann auch in den Noten niedergeschlagen.

Andererseits sehe ich aktuell auch keine große Motivation mehr zu studieren. Ich habe doch aktuell einen guten Job mit vielen Freiheiten, einen guten Chef und ein sehr gutes Gehalt. Ob ich mit einem Studium diesen beruflichen Status wieder erreiche, wage ich mal zu bezweifeln, denn aktuell bin ich doch ein B.O.F.H. (Bastard Operator from h.team). Und für Nachrichtentechnik oder andere spannende Themen ist mein Abschluss einfach zu schlecht.
Außerdem ist ein beruflicher Wunsch nun auch in Erfüllung gegangen: Die Möglichkeit, mein Windows-Wissen zertifizieren zu lassen. Da ist die erste Prüfung leider ins Wasser gefallen. Aber da dies ein ernsthaftes Ziel ist, nehm ich mir für den zweiten Anlauf mehr Zeit und lerne richtig. Die 700 Punkte von 1000 Punkte kann man doch schaffen.

Ein erstrebenswertes Ziel wäre vielleicht noch: Ein abgebrochenes Informatik-Studium!

Aber ansonsten sind meine Ziele nun wieder bodenständiger. Bei der örtlichen Feuerwehr wieder aktiv an Übungsdiensten teilnehmen, vielleicht noch den Maschinistenlehrgang mitmachen. Und dann wieder donnerstags den Jugendkreis besuchen, denn der hat die letzten 2 Jahre doch gefehlt.

Jammern auf hohem Niveau

Manchmal ist der Blick auf die eigenen Finanzen schon deprimierend. Da verdient man ein jährliches Brutto-Gehalt im Wert eines gehobenen Mittelklassewagens, aber davon geht dann an Steuern und Versicherung wieder der Wert eines Kleinwagens weg. Übrig bleibt dann eine relativ große Summe X. Wenn ich dann das Jahr Revue passieren lasse, frage ich mich trotzdem: Wo ist eigentlich all das viele Geld geblieben?
Klar hab ich auch einige kleine oder größere Anschaffungen getätigt: Auto, Rentenversicherungen, Netbook, teilweise Urlaub, viele Konzerte, Eltern, monatliche Spenden, Sprit.

Aber trotzdem: Ich hab kein Geld! So ein Mist.

Doch andersherum geht es mir echt gut. Denn das Gehalt ist auf gutem Niveau und ich kann mir noch den Luxus eines eigenen Autos leisten und für Spenden und Freizeitluxus reicht es dann doch immer noch.
Im Grunde ist mein Jammern also immer noch ein Jammern auf hohem Niveau. Es gibt immer noch genug andere Leute, die auf niedrigerem Lohnniveau arbeiten. Also ist wohl Dankbarkeit angebracht, dass es einem so gut geht und man von seinem Reichtum immer noch ein bisschen abgeben kann.

Neue Server und Telefonleitungen

Nachdem ich letzten Herbst einige Windows Server 2k8 R2 Kurse besucht habe, wurden anfang November einige Angebote angeholt um neue Server zu beschaffen. Die Angebotsphase war dann kurz vor Weihnachten endlich entschieden und letzten Mittwoch kamen die Dinger endlich an. Ein recht dicker Schinken in einem 3HE Gehäuse von Chembro und zwei schöne Pizzaschachteln von Supermicro. Nach anfänglichen Schwierigkeiten beim Einbau, die ich dank handwerklich geschickten Kollegen (Elektromeister und ehemaliger Schaltschrankbauer) gut lösen konnte, kam dann die Installation. Nach kurzer Treibersuche für den RAID Controller war dann auch alles recht schnell überstanden. Windows war dann nach gut ner halben Stunde (oder vielleicht auch noch kürzer) installiert. Danach kamen dann die Treiber, die dann leider wieder einige Neustart gefordert haben. Doch besonders die Supermicroserver finde ich recht klasse. Einfache Installation und ein sprechendes Managementinterface um zu sehen, wie die Lüfter drehen und sich der Strom und die Temperatur gerade so verteilt.
Im Gegensatz dazu war die Installation der Treiber beim Chenbroserver mit reinem Intelboard eher eine Qual. Da musste man erstmal die Teileliste studieren um die richtigen Treiber zu finden. Doch auch das war dann recht schnell geschafft.
Nach der Ersteinrichtung und obligatorischen Windows Updates Durchlauf wurde am Wochenende mal Backup Exec auf dem neuen Server ausprobiert. Da habe ich als Backupmethode nun B2D2T (also Backup auf Platte und von Platte aufs Band) ausgedacht und ich bin vor Freude fast explodiert als ich die Datenrate sah. 100 GB Datenvolumen innerhalb 1 Stunde gesichert. Na gut, beim ersten Test liefen noch ein paar Fehler durch. Aber nach ein paar Konfigurationsänderungen war auch das behoben. Nun ist das zu sichernde Datenvolumen auf 60 GB zusammengeschrumpft, aber er braucht immer noch nur eine Stunde. Der alte Server (auf dem übrigens auch der DC, die Shares und ein paar Apps laufen) sichert die Daten direkt aufs Band und braucht dafür inklusive Überprüfung schlappe 9 Stunden. Da reicht die Nacht einfach nicht mehr.

Gestern habe ich dann nach Rücksprache mit meinem Händler mal die Platten herausgezogen und ausprobiert ob die Hot-Spares auch einspringen. Das ging alles recht gut. Das Rebuilding ging auch recht fix. Bei den 300 GB SAS Platten war das Rebuilding nach gut einer Stunde fertig. Bei den 1 TB SATA Platten war das Rebuilding nach gut 2 Stunden fertig. Also im Ernstfall noch anzunehmende Werte. Allerdings muss ich nun noch die Platten formatieren lassen, da mir ansonsten die RAID Controller um die Ohren fliegen.

Dieses Wochenende nutze ich dann noch um den DC einzurichten und die Daten zu übernehmen und anschließend die Dateifreigaben umzuziehen. Ich bin da mal optimistisch und hoffe, dass ich hinterher nicht das Backup vom alten Server brauchen werde. Allerdings verschieben sich 30 GB bis 40 GB sicher nicht so schnell. Der alte Server ist nämlich trotz RAID 5 immens langsam. Da kann ich bei den neuen Servern echt aufatmen. Vor allem sind nun endlich mal ordentliche Geräte im Serverschrank, wo die Last auch gut verteilt ist.

Heute kam dann auch noch die Telekom vorbei und hat zusätzliche NTBAs und einen zweiten DSL Anschluss in Betrieb genommen. Ich hab die NTBAs dann auch an der Telefonanlage verkabelt, aber mir dadurch dummerweise selbst in den Fuß geschoßen. Denn ein Anschluss war auch die Dose vom Serverraum womit der ganze ISDN Kram gemanaged wird. Dumm nur, dass ich nicht mehr wusste welche 4 von den 8 Adern die richtigen waren. Aber auch hier haben sich meine Kollegen bewährt. Zusammen wurden geschwind die richtigen Adern durchgepiepst. Anschließend war die Verdrahtung auch kein Problem mehr.
Dafür macht mir der DSL-Anschluss ein wenig Ärger. Eigentlich wollte ich den zweiten Anschluss für die ganzen Remotezugriffe nutzen, doch die Portweiterleitungen scheinen noch nicht ganz zu funktionieren. Das ist noch etwas nervig und der AVM Support stellt sich in diesem Fall leider auch etwas quer. Aber wo ein Kabel ist, muss auch ein Durchkommen sein. ;)
Man will ja auch mal wieder spannende Aufgaben haben und nicht immer nur die Kollegen mit Updates von unserer Warenwirtschaft zur Weißglut bringen.
„Dabei mein ich es doch eigentlich nur gut mit den Kollegen!“

Joa, damit sind meine größten Sorgen wieder aus der Magengegend verschwunden und ich kann wieder beruhigt schlafen. Wenn man so große Sachen planen muss und anfangs erstmal kaum Ahnung hat, tut man sich eben schwer. Aber nach den letzten beiden Monaten ist alles etwas leichter geworden.