Christival

Seit gestern abend um kurz vor 12 spätabends sind wir endlich wieder in Calw heil angekommen.

Die Heimfahrt verlief erstaunlich gut, so gut wie keine Staus und es ist uns nichts passiert. Danke Gott dafür.

Denn auf der Hinfahrt sind wir bei Würzburg erstmals in einen langen Stau geraten und vor uns ist live ein LKW in ein Auto gefahren und hat dieses Auto in einen Reisebus geschoben, so dass die Insassen sofort tot waren. Das war gar nicht schön und vor allem war dadurch sehr lange Stau. Gute 2 Stunden standen wir dort und mindestens 10 Feuerwehrautos kamen angefahren und ein Hubschrauber und Krankenwagen und Polizei. Doch davor hat kurzzeitig noch der Bus angefangen zu rauchen. Dank der schnellen Reaktion von Leuten, die es gesehen haben und mit einem Feuerlöscher war der Bus schnell wieder gelöscht. Soviel mal dazu. Mein herzliches Beileid an die Betroffenen!

Auf dem Christival ging dann aber richtig Party ab. 16.000 Christen oder auch Nichtchristen (man weiß es nicht so genau) waren in Bremen. Deshalb waren die Regionalbahnen von Vegesack nach Hauptbahnhof ständig voll (besonders morgens ab halb 10 und abends ab halb 12). Und der Bahnfahrer war immer genervt: „Bitte macht die Türen frei halten, sonst kann dieser Zug nicht weiterfahren!“

Dafür waren die ganzen Seminare und Festivals immer klasse. Man konnte nicht klagen und alles war soweit ganz nett. Ich hatte ja ein Kurs über ansteckend glauben besucht. Gut, eigentlich war es dann mehr ein Kurs über die Bergpredigt und anschließend das Vaterunser. Doch mir hat es auch endlich mal neue Erkenntnisse über die Seligpreisungen und die Antithesen gebracht. Kurzum es hat mir einiges gebracht. Dann war noch ein Seminar über christliche Lebensgemeinschaften, anfangs dachte ich: Es geht dabei um WGs, doch der Redner meinte dann eher die Kloster und andere Gemeinschaften. Mehr so im Sinne der Apostelgeschichte.

Donnerstagabend wurde die Messehalle nochmals gerockt: Allee der Kosmonauten und Crushead haben ordentlich für Stimmung gesorgt. Meinem Geschmack nach, aber eher Allee der Kosmonauten, die waren zwar etwas langsamer, aber haben ehrlichen und erdigen Rock gespielt. Während Crushead anfangs etwas komische Geräusche von sich gaben. Bassläufe und Gitarrenlinien mit gutem Schlagzeug aber dazu gerappt. Ich persönlich kann mit dieser Mischung nichts anfangen. Wobei manchmal eine gute Basslinie und RAP auch gut sein kann. Joa, am nächsten Abend war dann nicht mehr viel los. Das Straßenbahnfestival ist freitags leider ausgefallen.

Was also machen?? Einfach mal ein bisschen rumgammeln, und fragen. Genau an dem Tag hab ich im Quartier mein Geldbeutel vergessen. Ich dachte aber immer den ganzen Tag über, ich hätte diesen verloren. Am Abend kam dann aber die Erleichterung: Er war noch da und auch sonst war alles in Ordnung. Irgendwie hab ich es mir schon gedacht, aber eine gewisse Skepsis ist dann schon da, wenn man sich fast sicher ist, dass man den Geldbeutel eingesteckt hatte. Naja, dafür war dann abends ein englisches Seminar über History Maker aus Afrika und überall auf der Welt auch ganz nett. Hat Freude gemacht. Mal schauen, vielleicht werden ja auch noch einige History Maker in Deutschland geboren.

Samstagsabend bleibt eigentlich nicht viel zu sagen. Zuerst habe ich mir noch das Jesus Bewegt – Swingfestival angeschaut und bin ein bisschen mitgegangen. War schön mal altbekannte Lieder in einer anderen Art zu hören: „Our God is a awesome God…..“ Und dazu eben noch Kontrabass, Bläser und Geigen und Klavier. Unbeschreiblich – wie jede Musik. Man muss sie hören und erleben.

Danach wollten wir noch zu October Light und Blossom, aber irgendwie haben wir dann doch die falsche Bühne erwischt. Denn als wir am Marktplatz ankamen, war da gerade Echtzeit am spielen. Doch die waren auch noch coool. Haben zum Schluss zur Melodie von Eminems Song (der wo auch in seinem Film 8th Mile vorkommt) MFG gesungen. War richtig geilo…

Joa so im Allgemeinen war es also richtig genial. Gestern sind wir dann noch heimgefahren – geschwind in 9,5 Stunden mit Pausen natürlich. Die Autobahn war recht frei und alles war ok.

Danke Gott, dass du uns behütet hast. War echt ne geile Zeit.

Heute im Geschäft hat mich dann einer gefragt: „Hey Tobi du bist so fröhlich in welcher Reihenfolge hast es denn genossen (Drogen, Sex, Alkohol).“
Aber ehrlich: Ich hab auf dem ganzen Christival nichts geraucht und nichts alkoholisches getrunken auch mit keinem Mädel geschlafen. Es war einfach nur so cool. Gut, manchmal fand ich es ein bisschen ätzend den ganzen Tag durch Bremen zu laufen und zu laufen und nochmals zu laufen. Doch im Nachhinein find ich Bremen echt toll. Die Punks die vorm Hauptbahnhof saßen waren alle friedlich, die Leute aufgeschlossen oder zumindest tolerant. Und dass der VFB 4:1 gewonnen hat, war natürlich nochmal goil. Außerdem freut mich, dass Bremen 2:0 gewonnen hat. Bis auf vereinzelte kleine Proteste am Hauptbahnhof am 1. Mai gab es eigentlich nichts nennenswertes. Da sind halt ein paar Rechte Spinner und ein paar Linke aufeinander gegangen, so dass die Bullen kommen mussten und die Gruppen auseinander halten mussten. Und ein paar Leute haben den Zaun durchbrochen, doch ein Menschenkette von Christivalern haben sich dann den Eindringlingen entgegengestellt. Ich hab mal wieder von alldem nichts mitbekommen. Einerseits gut, anderseit schade…

Es war also ein gutes Festival und zum Abschlussgottesdienst konnte man noch Karten schreiben, die dann an die Adressen verschickt werden. Mal schauen, wann die in Calw ankommen.

Das Freakstock rockt aber meiner Meinung nach mehr, ich fühl mich da irgendwie wohler… Da ist es familiärer.

Doch eins bleibt: Jesus ist der WEG, die WAHRHEIT und das LEBEN!