Telekom ändert Strategie gegen den Skin Effekt

Heise hat einen schönen Bericht aus Anlass des heutigen Tages zusammen geschrieben. Schade, dass der Bittorrent Aspekte nicht wirklich Realität ist. :)

Nehmt euch mal ein Beispiel an der seriösen Satireseite „Postillon“, die heute ausnahmsweise mal keine Falschmeldung schreibt.

T-Retro

Die aktuellen Pläne der Telekom sind aktuell nicht mehr ganz nachvollziehbar. Da sind schon seit Anfang der Ur-DSL (anno 2001: 768 kbits / 128 kbits für knapp 50 Mark pro Monat) Flatrates da. Über die Jahre hat sich nun die Technik weiter verbessert, so dass auch immer mehr Dörfer ans DSL angebunden werden können. In den Großstädten gibt es nun auch schnelleres VDSL (50 MBit / 10 Mbit für 50 Euro (oder doch mehr???)). Und nun soll aus irgendwelchen Gründen wieder eine bestimmte Volumengrenze eingeführt werden?
Hallo? Hakt es bei euch noch? Ich kann ja verstehen, dass man nicht unbegrenztes Internet anbieten kann. Aber warum lockt ihr dann überhaupt mit einer Flatrate? Wenn man etwas anbietet, muss man das auch einhalten können.
Aber jetzt einfach hergehen und nach 75 GB oder spätestens 200 GB die Drossel anlegen ist einfach nicht mehr ok. Wir haben hier nicht mehr 2001, sondern mittlerweile 2013. Sprich das Internet und die entsprechenden Dienste haben sich weiterentwickelt.
Während man früher vielleicht mal ab und zu ein paar E-Mails mit Bildern (schön klein komprimiert, damit es schnell über die Leitung geht!) verschickt hat, kommen heutzutage viel mehr Dienst in Frage.
Zum einen gibt es Skype oder MSN um mal mit der Verwandtschaft Videotelefonie zu betreiben. Außerdem ist es in Mode gekommen YouTube zu konsumieren um die vielen Katzenvideos oder die ZDF Mediathek nach zuschauen. Das alles braucht eben schnelle Bandbreite ansonsten macht es einfach kein Spaß mehr. Und nicht zu vergessen das private Filesharing. Beispielsweise um Aufzeichnungen der Predigt vom letzten Sonntag in eine gemeinsame Dropbox zu stellen und sie dann über das Internet zu verteilen.
Wer mich kennt wird vermutlich meinen Hang zur Nerdszene und damit die Kongresse kennen. Der Chaos Communication Congress wird jährlich über das Netz gestreamt. Stellt euch mal den Aufschrei vor wenn ab 2016 dann alle Nerds Ende Dezember nicht mehr den Kongress live verfolgen können, weil in den Wohnorten dieser Leute leider kein Kabel liegt sondern nur Leitungen der Telekom. Zumal der Kongress immer zum Ende des Dezembers und nach Weihnachten stattfindet. In dieser Zeit wird das Internet sicherlich häufig konsumiert. Wenn dann zudem noch ganz viele Podcasts veröffentlicht werden wird es ganz schnell eng mit dem Inklusivvolumen.
Ich habe jahrelang DSL 6000 genutzt und mich bei den Downloads ständig herumgeärgert, weil es einfach arschlangsam ist. Vor allem wenn man mal Podcasts herunterladen möchte oder einfach das neueste Ubuntu-Release. Die Dateien werden eben leider nicht unbedingt kleiner, sondern tendenziell wieder größer und gehen so auf 80Mbyte oder auch mal 900Mbyte zu.
Nun in meiner Wohnung habe ich gleich bewusst zu KabelBW gewechselt, da diese gleich schnelleres Internet anbieten und aktuell auch keine Drosselung machen.

Meiner Meinung nach sollte die Drossel auf maximal 6Mbit heruntergedrosselt werden. Das ist dann zwar auch eine Strafe, aber so kann man trotzdem noch weiterhin anständig das Internet benutzen. 372 kbits (downstream) ist gerade mal 6-Mal ISDN, aber nicht einmal das Ur-DSL.

t-retroUm die Bürger ein bisschen aufzuklären und quasi einen Aufschrei der Netzgemeinde voranzutreiben hat getdigital.de das neben abgebildete T-Shirt designt und bietet es quasi zum Selbstkostenpreis von 9,95 Euro an.
Wer noch mehr über den Hintergrund erfahren möchte, kann ja mal hier lesen. Die Bundesnetzagentur ist gerade dabei die Flatrate-Kappung zu prüfen. Schauen wir einfach mal, was dabei herauskommt.

Was mich leicht beruhigt: Selbst mit den 372 kbits dürfte es noch reichen fefe zu lesen. Hochwertige Seiten mit vielen Bildern und wenig Text (also Bild = nicht hochwertig, aber viele Bilder und Spiegel) haben es dagegen schon schwerer.

Quelle des Bildes: Facebook