Gedanken

Seit ich meinen Freund kenne, fasziniert mich immer wieder, wie ausgeglichen und freundlich er immer ist. Dass er negativ von Menschen redet, erlebe ich einfach nicht. Man merkt schlicht, dass Jesus in ihm lebt.
Warum ist er so ganz anders? Mir fällt auf, dass er sich viel Zeit für das Gespräch mit Gott nimmt. Seine tägliche „Stille Zeit“ ist ihm sehr wichtig. Außerdem versucht er jedes Jahr, sich für ein paar Tage eine Auszeit zu nehmen und zieht sich auf eine einsame Hütte zurück. Auch achtet er sehr darauf, was er liest und hört. Auf seinem mp3-Player und Laptop finden sich beispielsweise immer ermutigende Predigten. Und er muss auch nicht jede Zeitschrift und jede Zeitung lesen. Dabei ist er dennoch immer gut informiert, er weiß das, was er wissen muss.
Diese Beobachtungen stimmen mich nachdenklich und motivieren mich, mehr zu hinterfragen, mit was ich meine Gedanken und freie Zeit fülle. Der Apostel Paulus rät in seinem Brief an die Philipper (Kapitel 4, Vers 8): „Richtet eure Gedanken ganz auf die Dinge, die wahr und achtenswert, gerecht, rein und unanstößig sind und allgemeine Zustimmung verdienen; beschäftigt euch mit dem, was vorbildlich ist und zu Recht gelobt wird.“
Mit was beschäftigen Sie sich in Ihren Gedanken? Denken Sie mehr ärgerlich oder liebevoll an Ihre Mitmenschen? Und wie denken Sie von Gott? Trauen Sie ihm alles zu? Reden Sie mit ihm ganz offen und unbefangen über das, was Sie beschäftigt?
Die Gedanken sind frei – und das ist gut so. Aber Gott kann uns helfen, dass wir gute Gedanken denken. Und das werden dann unsere Mitmenschen merken.

Claudius Schillinger von Maennermail.de

Trauerrede

Vor wenigen Tagen wurde in einer großen deutschen Stadt ein neuer Oberbürgermeister gewählt. Die Wahl wurde notwendig, da der bisherige
Amtsinhaber wenige Wochen zuvor einer schweren Krankheit erlag. Bei seiner Beerdigung, die unter großer Anteilnahme der Bevölkerung stattfand, hielt für alle überraschend nach den offiziellen Reden seine Tochter eine bewegende und erschütternde Traueransprache. Dabei sagte sie unter anderem: „Papa war früher immer für uns da … Papa hat uns die Welt zu Füßen gelegt …
Er war unser Vorbild, unser Freund, unser Helfer … Die große Wende in unserem Leben: 1999. Gemeinsam haben wir die Entscheidung getragen, dass Papa für das Amt des Oberbürgermeisters kandidiert. Völlig naiv waren wir in dem Glauben, es wird sich schon nichts ändern. Welch ein großer Irrtum!
Auf einmal änderte sich alles. Papa hatte keine Zeit mehr für uns, keine Zeit mehr für Mama. Wie froh war ich, ihn bei offiziellen Veranstaltungen zumindest mal für zwei Minuten zu sehen. Er ging um 7 Uhr morgens aus dem Haus, kam nachts erst wieder und das sieben Tage die Woche. Unser Familienleben musste dadurch fast ohne ihn stattfinden. Wir hatten auf einmal keine Zeit mehr, mit ihm für uns wichtige Dinge zu besprechen, Sorgen auszudrücken oder ihn um Rat zu fragen. Wir hatten ihn in weiten Teilen an die Stadt verloren …
Im Laufe der Jahre hatte man sich jedoch an diese Situation gewöhnt. Ich möchte mich heute jedoch nicht beklagen. Dass Papa Oberbürgermeister geworden ist, war sein größter Lebenstraum und wir standen und stehen voll hinter ihm.“

Wo laufen Sie vielleicht Gefahr, dass Ihre Familie Sie verliert: An Ihren faszinierenden Beruf, an Ihr großartiges, erfüllendes Hobby, an Ihre tolle
Gemeinschaft und Gemeinde? Vielleicht fragen Sie Ihre Kinder, Frau oder Freunde jetzt schon mal, was sie in ihrer Trauerrede einmal über Sie sagen werden.
Claudius Schillinger
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