Piraten – Mitglied werden?

Es gibt Dinge, die beschäftigen einen immer wieder. Eine Sache ist zum Beispiel die Piratenpartei. Klar ist, dass diese Partei niemals eine vollständige Volkspartei sein kann. Dazu sind einfach zu viele wirre Köpfe drin und wenn man einmal in die Mailingliste reinschaut, wird man gleich abgeschreckt. So viele Trolle auf einen Haufen kann kein Mensch überleben.
Doch die Hauptidee der Piratenpartei ist doch eigentlich immer noch eine Novellierung des Urheberrechts und eine Abschaffung der Vorratsdatenspeicherung. In letzter Zeit ist dann auch noch die Genderdebatte dazugekommen und die vollständige Trennung von Kirche und Staat. :) Achja und die elektronische Gesundheitskarte war auch immer ein Thema.

Allgemein kann die Piratenpartei mit ihrem Programm also niemals eine eigenständige Regierung stellen, höchstens im Zusammenspiel mit einer tradionellen Volkspartei wie SPD oder CDU. Ich persönlich hätte damit auch kein Problem. Denn für die traditionellen Punkte wie Familienpolitik, Wirtschaft und Gesundheitspolitik gibt es genug fähige Leute in anderen Parteien. Die Piraten haben höchstens in Fragen der neuen Medien (Computer, Internet, Überwachung) ihre Berechtigung und würden in diesen Bereichen für das Salz in der Suppe sorgen.
Daher wäre bei der nächsten Bundestagswahl eine Regierung aus Schwarz-Orange vielleicht gar nicht so schlecht. Die Christdemokraten für die meisten Volksthemen und die Piraten eben für die Randgruppenthemen wie das Fluggastdatenabkommen an die Amerikaner, die allgemeine Kriminalisierung der Bevölkerung durch Vorratsdatenspeicherung (die schlauen Terroristen werden dadurch eh nicht gestoppt, da sich die Technik immer umgehen lässt) und sonstige digitale Bevormundung der Bürger.

Das eine sind die Inhalte, die ich meistens auch so unterschreiben würde. Denn eine Vorratsdatenspeicherung braucht niemand und wurde sogar von den Karlsruher Richtern (die höchsten Richter, die es in der BRD gibt) abgewiesen. Mit einer Novellierung des Urheberrechts könnte ich auch leben, allerdings müsste man dazu auch eine vernünftige Lösung für die Konsumenten und die Kulturschaffenden finden. Eine Kulturflatrate oder einen allgemeinen Flattr-Knopf wäre vielleicht ein Ansatz, doch diese Debatte ist sowieso noch nicht endgültig zu Ende gedacht. Meine Meinung nach könnte eine Institution wie die GEMA komplett abgeschafft werden oder zumindest so reformiert werden, damit die GEMA nur noch einen kleinen Teil als Verwaltung braucht.

Die andere Seite der Piraten ist der Umgang mit den Medien und der Ton auf den internen Mailinglisten. Wenn man sich einmal die Diskussion auf der öffentlichen Liste für Ba-Wü anschaut, könnte man auf den Gedanken kommen, der öffentliche Kindergarten hätte lesen und schreiben gelernt und würde sich nun darüber unterhalten. Denn so viele Trolle und Beleidigungen sind nicht mehr normal. Hat man beispielweise jemand gefunden, der der Partei geschadet hat, ist das zwar ein Grund sich aufzuregen. Normale Menschen würden aber versuchen mit dem „Schuldigen“ das Thema unter 4 Augen zu klären. Doch was machen die Piraten, sie beleidigen die Person öffentlich, ruinieren den Ruf und drohen öffentlich.
Im Vergleich dazu die Mailingliste des Stuttgarter Hackerspaces „shackspace„: Dort werden sachlich Nachrichten verteilt und ab und an vielleicht auch Hilfe ausgetauscht. Beleidigungen oder gar Rufschädigungen habe ich dabei noch nicht gesehen. Also kann man zu den Entschluss kommen, dass die „Hacker“ vernünftig sind und sich gepflegt unterhalten können.

Ein Vorteil, der für die Piraten spricht: Es gibt eine Basisdemokratie und man kann fast jeden Vorschlag wieder in Frage stellen und andere Meinungen vertreten. Da es aktuell noch keine großen festgefahrenen Inhalte gibt, besteht auch noch die Möglichkeit neue Ideen etablieren zu können.

Eine weitere Motivation von mir war dann auch der folgende Artikel von Sankt Leibowitz, nämlich Christen in der Piratenpartei. Da es mittlerweile neben Nazis und vermutlich auch Linke eben auch Christen gibt, könnten die Christen vielleicht in der Partei auch für ein bisschen Salz in der Suppe sorgen. Denn die Trennung von Kirche und Staat ist soweit auch richtig. Doch ich gehe soweit und behaupte, dass eine Gesellschaft ohne Gott nach einer bestimmten Zeit wieder vor die Hunde geht. Das war schon in der Sowjet Union so, in der DDR auch und aktuell auch in den nordafrikanischen Ländern wie Libyen, Syrien. Es kommt dadurch immer wieder zu einem Machtvakuum. Daher halte ich es auch für sinnvoll, wenn sich die Christen möglichst überall engagieren und somit auch etwas Präsenz zeigen. Anhänger der anderen Glaubensrichtungen und Religionen machen dies ja auch und nachdem wir hier in Deutschland eine Religionsfreiheit haben, ist das auch vollkommen legitim. Der mündige (Wut-)Bürger kann ja immer noch auf die Straße gehen und dagegen protestieren.

Neulich war ich dann sogar mal beim örtlichen Stammtisch der Piraten in Calw und habe mir das angeschaut. Da sieht es aktuell noch ein bisschen mager aus. Denn es gibt zwar eine Mailingliste, doch keiner kann drauf schreiben und die örtlichen Mitglieder sind in diesem Bereich leider auch nicht wirklich damit betraut. Man könnte die Sache aber mal wieder richtig aufziehen und dort einsteigen.

Doch wenn ich mir die Sache so anschaue, bin ich doch schon gut ausgelastet. Einmal Arbeit um meine Brötchen zu kaufen. Zweitens durch Mitarbeit in unserer örtlichen (Kirchen-)Gemeinde und drittens als aktives Mitglied bei der Feuerwehr Calw. Da wäre ein vierter Punkt (die Piratenpartei) vielleicht doch etwas viel. Zumal ich auch noch ein wenig mit dem „shackspace“ liebäugle, weil mich dort die Themen auch ab und an interessieren. Da ich aktuell wegen der Schule keine Zeit dafür habe, ärgere ich mich ein bisschen darüber.

Joa, was haltet ihr von den Piraten? Lohnt es sich dort Mitglied zu werden? Seid ihr schon Mitglied?

Blockflöte des Todes – Ich hab nie die FDP gewählt

Das kam heute mit einer Mail bei mir an:

Irgendwann war Matthias Schrei aka Blockflöte des Todes mal mit einer attraktiven Frau einkaufen und sie suchte ihm ein gelbes Hemd aus.
Farbenblind vor liebe zog er es sogar an. Nun hat Schrei seine temporäre Sehschwäche verloren und gedenkt all der vielen ähnlich gearteten Faux pas, die seinen Lebensweg pflastern. Und da er inzwischen auch als absolut hemmungsloser Musiker bekannt ist, zählt er diese in Liedform auf und möchte nur eines klarstellen: auch wenn er ein gelbes Hemd hat, er hat nie FDP gewählt.

„Ich habe nie FDP gewählt“ ist eine kleine Ode an die 5%-Hürde, eine Ode an die Partei mit der peinlichsten Wahlwerbung (abgesehen von den Grauen Panthern – ich meine „aus Kindern werden Rentner“ ist wirklich schwer zu toppen, aber ich hab im Gefühl, dass die FDP eine Sonderkomission eingerichtet hat, dies zu erreichen).