11 Gbit auf Kupfer mit XG-Fast :)

Die Telekom ist ja ein Haufen von BWLern, die das uralte Kupferkabel einfach solange ausquetschen möchte, bis sich herausstellt, dass sich vor 10 Jahren schon eine Investion in Glasfaser rentiert hätte. :)
Ihr neuester Streich XG-Fast. Damit erreichen sie immerhin 11Gbit auf 50 Metern mit gebündelten Kupferpaaren möglich. Hört sich ja alles schön an. Aber vielleicht wäre es einfach sinnvoller trotzdem weiterhin den Glasfaserausbau voranzutreiben. Man kann ja nicht nur alles schlecht reden. Immerhin hat die Telekom schon anno 2014 sogar in Calw in sehr vielen Straßenbereichen neue Kästen aufgestellt, die augenscheinlich auch mit Glasfaser angebunden sind. Sprich die Kupferstrecken sind statt 2 Kilometer oder länger eventuell nur noch im x 100 Meter Bereich. Und das ist ja auch toll, so erreichen wir immerhin tolle VDSL Geschwindigkeiten.
Gleichzeitig wurde bei unserem Neubau im Geschäft anno 2014 von der Telekom nur ein lumpiges Kupferkabel mit 16 Adern reingeführt. Während die KabelBW großzügigerweise gleich eine Glasfaser ins Gebäude hat legen lassen. Die interne Verkabelung ist dann trotzdem wieder über Koaxkabel gemacht, aber immerhin habe ich dadurch theoretisch die Chance hohe Bandbreiten bis zu meinem Router zu bekommen. :) Natürlich muss man dazu sagen, das die Stadt damals den Glasfaserausbau für die KabelBW Strecke offensichtlich etwas bezuschusst hat. Aber immerhin: KabelBW hat nun einen Mordsvorteil: Sie können den Firmen schnelles Internet anbieten. Während man bei der Telekom immer noch auf diesem poppeligen Kupferkabel setzt.

Daher sind die 11GBit sicherlich auch ganz schön für kurze Strecken. Trotzdem wird kein Weg dran vorbeiführen, dass damit in ländlichen Gebieten oder auch einfach im Schwarzwald weiterhin nur sehr langsames Internet zur Verfügung stehen wird. Gut in Calw und den näheren Nachbarortschaften haben wir mittlerweile Glück und vor allem auch ordentliches Internet (50Mbit aufwärts!) aber trotzdem ist das Ganze ein Armutszeugnis. Deutschland ist in Sachen Internet einfach nach wie vor ein Entwicklungsland.
Schuld daran ist in die Jahre gekommene Kupferkabel Technologie und im Funkbereich die tolle Störerhaftung.

Trotzdem kann man dazu sagen, dass sich in den letzten Jahren immerhin etwas bewegt hat. Vor 10 Jahren (also anno 2005 bis 2006) haben viele meiner Ausbildungskollegen (welche übrigens bei der Deutschen Telekom war) immer noch ISDN gehabt, während wir in Calw schon seit 2001 DSL hatten. Später gab es dann sogar DSL 3000 und immerhin DSL 6000 bis anno 2013. Aber erst durch meinen Umzug in eine eigene Wohnung hab ich mal KabelBW genutzt und das erste Mal ordentlichen Internetzugang gehabt. 50 Mbit Downstream und 2,5Mbit Upstream. Privat reicht mir das auch vollkommen.

Andere haben aber bis heute noch kein ordentliches Internet und dann soll ja auch noch überall das neue VoIP von der Telekom eingeführt werden. „Hey wir nehmen dir nun den funktionierenden Analoganschluss und stellen dich auch Internettelefonie bei deinem 768kbit Internetanschluss um. Dadurch wird dein Internet zwar langsamer, aber du bist endlich modern!“
Na gut, das war vielleicht etwas zynisch, aber die Welt ist nicht immer fair.

Via Golem

Telekom ändert Strategie gegen den Skin Effekt

Heise hat einen schönen Bericht aus Anlass des heutigen Tages zusammen geschrieben. Schade, dass der Bittorrent Aspekte nicht wirklich Realität ist. :)

Nehmt euch mal ein Beispiel an der seriösen Satireseite „Postillon“, die heute ausnahmsweise mal keine Falschmeldung schreibt.

T-Retro

Die aktuellen Pläne der Telekom sind aktuell nicht mehr ganz nachvollziehbar. Da sind schon seit Anfang der Ur-DSL (anno 2001: 768 kbits / 128 kbits für knapp 50 Mark pro Monat) Flatrates da. Über die Jahre hat sich nun die Technik weiter verbessert, so dass auch immer mehr Dörfer ans DSL angebunden werden können. In den Großstädten gibt es nun auch schnelleres VDSL (50 MBit / 10 Mbit für 50 Euro (oder doch mehr???)). Und nun soll aus irgendwelchen Gründen wieder eine bestimmte Volumengrenze eingeführt werden?
Hallo? Hakt es bei euch noch? Ich kann ja verstehen, dass man nicht unbegrenztes Internet anbieten kann. Aber warum lockt ihr dann überhaupt mit einer Flatrate? Wenn man etwas anbietet, muss man das auch einhalten können.
Aber jetzt einfach hergehen und nach 75 GB oder spätestens 200 GB die Drossel anlegen ist einfach nicht mehr ok. Wir haben hier nicht mehr 2001, sondern mittlerweile 2013. Sprich das Internet und die entsprechenden Dienste haben sich weiterentwickelt.
Während man früher vielleicht mal ab und zu ein paar E-Mails mit Bildern (schön klein komprimiert, damit es schnell über die Leitung geht!) verschickt hat, kommen heutzutage viel mehr Dienst in Frage.
Zum einen gibt es Skype oder MSN um mal mit der Verwandtschaft Videotelefonie zu betreiben. Außerdem ist es in Mode gekommen YouTube zu konsumieren um die vielen Katzenvideos oder die ZDF Mediathek nach zuschauen. Das alles braucht eben schnelle Bandbreite ansonsten macht es einfach kein Spaß mehr. Und nicht zu vergessen das private Filesharing. Beispielsweise um Aufzeichnungen der Predigt vom letzten Sonntag in eine gemeinsame Dropbox zu stellen und sie dann über das Internet zu verteilen.
Wer mich kennt wird vermutlich meinen Hang zur Nerdszene und damit die Kongresse kennen. Der Chaos Communication Congress wird jährlich über das Netz gestreamt. Stellt euch mal den Aufschrei vor wenn ab 2016 dann alle Nerds Ende Dezember nicht mehr den Kongress live verfolgen können, weil in den Wohnorten dieser Leute leider kein Kabel liegt sondern nur Leitungen der Telekom. Zumal der Kongress immer zum Ende des Dezembers und nach Weihnachten stattfindet. In dieser Zeit wird das Internet sicherlich häufig konsumiert. Wenn dann zudem noch ganz viele Podcasts veröffentlicht werden wird es ganz schnell eng mit dem Inklusivvolumen.
Ich habe jahrelang DSL 6000 genutzt und mich bei den Downloads ständig herumgeärgert, weil es einfach arschlangsam ist. Vor allem wenn man mal Podcasts herunterladen möchte oder einfach das neueste Ubuntu-Release. Die Dateien werden eben leider nicht unbedingt kleiner, sondern tendenziell wieder größer und gehen so auf 80Mbyte oder auch mal 900Mbyte zu.
Nun in meiner Wohnung habe ich gleich bewusst zu KabelBW gewechselt, da diese gleich schnelleres Internet anbieten und aktuell auch keine Drosselung machen.

Meiner Meinung nach sollte die Drossel auf maximal 6Mbit heruntergedrosselt werden. Das ist dann zwar auch eine Strafe, aber so kann man trotzdem noch weiterhin anständig das Internet benutzen. 372 kbits (downstream) ist gerade mal 6-Mal ISDN, aber nicht einmal das Ur-DSL.

t-retroUm die Bürger ein bisschen aufzuklären und quasi einen Aufschrei der Netzgemeinde voranzutreiben hat getdigital.de das neben abgebildete T-Shirt designt und bietet es quasi zum Selbstkostenpreis von 9,95 Euro an.
Wer noch mehr über den Hintergrund erfahren möchte, kann ja mal hier lesen. Die Bundesnetzagentur ist gerade dabei die Flatrate-Kappung zu prüfen. Schauen wir einfach mal, was dabei herauskommt.

Was mich leicht beruhigt: Selbst mit den 372 kbits dürfte es noch reichen fefe zu lesen. Hochwertige Seiten mit vielen Bildern und wenig Text (also Bild = nicht hochwertig, aber viele Bilder und Spiegel) haben es dagegen schon schwerer.

Quelle des Bildes: Facebook