Alternativen für Whatsapp //Update

Nachdem Facebook meinte, dass ihnen Whatsapp ganze 19 Instragams (16 Instagrams in Cash + 3 Instragrams in Aktien) wert ist könnte man ja mal den Kanal wechseln und in Zukunft was anderes benutzen. Ein Instagram sind übrigens der Wert von 1 Milliarde US-Dollar. Das hat sich so nach dem Verkauf von Instagram an Facebook für genau 1 Milliarde US-Dollar so eingebürgert. Ein kleiner Fakt am Rande. Herrn Zuckerberg war scheinbar jeder einzelne der 450 Millionen Whatsapp Nutzer gute 42 US Dollar wert.

Warum sollte ich von Whatsapp nun weg?

Facebook verdient ihr Geld mit Werbung. Dazu verwenden Sie auch offiziell eure Daten und binden damit sehr gut auf euch abgestimmte Werbung ein. Damit verkauft Facebook auch eure Daten. Whatsapp hat immer bestätigt, dass Sie niemals Werbung einführen werden. Das finde ich auch gut so und sie halten es auch so. Denn Whatsapp verlangt nun pro Jahr 89 Cent. Das ist im Vergleich zum Nutzen so gut wie kein Geld. Nehmen wir mal an, dass nur ca. 10% aller Nutzer diese Gebühr auch zahlen, dann sind das schon knapp 45 Millionen die Whatsapp abwirft. Mit diesem Geld kann man seeeeehr viele Server betreiben und auch ganz sicher einige Techniker, die das Ganze am Laufen halten. Am Ende bleiben immer noch einige Dollars übrig. Das ist für mich ein sehr sinnvolles Geschäftsmodell und würde auch sicher bei anderen gut funktionieren.

Whatsapp ist in den letzten Jahren aber auch sehr negativ aufgefallen. Zu allererst mal hat die App bis vor einem Jahr oder so das gesamte Adressbuch unverschlüsselt zum Server geschickt. Dann gab es bis vor einiger Zeit keine Verschlüsselung der Nachricht auf der Leitung. Das heißt: Jeder im gleichen WLAN Netz konnte deine Whatsapp Nachrichten mitlesen. Es wurde schließlich alles im Klartext übertragen.

Genau aus diesem Grund und vor allem auch wegen dem Misstrauen gegenüber dem Provider sollte man nie Passwörter über einen unsicheren Kanal übertragen. Ich habe solche Sachen dann eher per Mail gemacht. Die Mail ist zwar auch nicht verschlüsselt. Aber zumindest der Weg zum Mailserver hin. Wenn der Mailserver dann auch noch in der eigenen Kontrolle ist (also im Haus) und man nur noch SSL/TLS erlaubt spricht erstmal nichts gegen den Mailserver als Übertragungsweg. Besonders wenn die Mail sowieso an einen Empfänger in der gleichen Domäne ist landet die Mail sowieso nur einmal auf dem Mailserver und verlässt den Server nicht mehr zur Zustellung. ;)

Mittlerweile verschlüsselt Whatsapp nun auch ihre Nachrichten. Aber natürlich nur mit dem uralten RC4 Standard, der schon zu Anfangszeiten von WLAN (mit WEP) gebrochen wurde. Natürlich ist auch schwache Verschlüsselung erstmal besser als gar keine Verschlüsselung, sie macht aber nur den Aufwand größer und schützt nicht vor Spionage.

Außerdem verdient Facebook sein Geld mit Werbung und über kurz oder lang wird Facebook sicher auch mal ihre Investion wieder einspielen wollen und Whatsapp monatarisieren wollen. Im Moment behaupten Facebook und Whatsapp noch das Gegenteil.

Nun gibt es viele Alternativen:

Threema –> Ein Krytomessenger der Geld kostet und zuverlässig zu sein scheint. Hat aber immer noch den Nachteil, dass es nur Nerds nutzen werden.
OTR und Jabber sind meiner Meinung gerade die beste Lösung. Sie lassen sich aber auf einem Smartphone eher schlecht umsetzen, da immer eine stabile Internetverbindung gebraucht wird und nicht immer vorausgesetzt werden kann.
Telegram –> Verschlüsselte Verbindung zum Server ist dabei. Die Chathistory wird aber trotzdem auf dem Server gespeichert, was der Geheimdienst dann mal kopieren kann und in Zukunft dann nachträglich entschlüsseln könnte.

Alex fasst es gut zusammen: Threema hat gutes Marketing, die Nerdlösung ist zu schwer und Telegram ist so einfach wie Whatsapp.

//Update vom 25.2.2014:
Selbst Alex schreibt heute nun über TextSecure. Schade, dass es nicht auf iOS läuft. Aber kommt Zeit kommt auch eine iOS Version.

Und zumindest in meiner Filterbubble füllt sich die Kontaktliste gerade doch ganz gut auf Telegram. Mir macht zwar das fehlende Geschäftsmodell von Telegram noch sorgen. Aber zumindest von der Einfachheit könnte ich mir vorstellen, dass Telegram ein potenzieller Nachfolger von Whatsapp werden kann. Die aktuellen Anmeldezahlen bestätigen diese These sehr stark. Über die Sicherheit bei Telegram kann man hier etwas lesen.

//Update vom 25.2.2014:
Eigentlich ist Telegram sicherlich einen Versuch wert. Aber nach längerem Überlegen macht mir das Geschäftsmodell doch etwas Angst. Sie verlangen nichts, haben ein propritäres Kryptomodell und sie kommen aus Russland. Der Russe an sich mag ganz nett sein (kann ich sogar aus früherer Zeit auch bestätigen!), aber netztechnisch kommt eben auch sehr Spam, Warez und andere dubiose Dinge aus diesem Bereich der Erde. Deshalb sollte man sich nochmal gründlich überlegen ob man Telegram vertrauen will.
Außerdem weiß doch jeder was für ein lupenreiner Demokrat. Der würde doch niemals Demonstranten ins Gefängnis stecken. :)

Schade, dass Textsecure noch nicht für iOS draußen ist. Denn Sachen wie Forward Secrecy um im Zweifelsfall alles abstreiten zu können ist in heutiger Zeit doch viel wert. Zumindest behauptet das Heise derzeit.

Ich habe aktuell Telegram, Threema und Whatsapp drauf. Telegram wird aber in Zukunft sicher der Hauptmessenger werden.

//Update vom 25.2.2014:
Wobei ich aktuell von der Einfachheit auch Threema lieber verwenden würde. Das kostet zwar Geld und die Krypto ist noch nicht ganz durchschaut. Aber wenn die Firma schon mal Geld mit der Software verdient muss sie nicht zwangsweise durch Datenverkäufe Geld verdienen.
Wie ein Wechsel auf Threema funktionieren kann, schreibt Heise.

Ein paar Regeln die aus meiner Sicht für den Umgang mit diesen Messengern sinnvoll sind:
– Richtig sensible Themen bespricht man immer noch persönlich von Angesicht zu Angesicht.
– Schreibe keine Dinge, die dir später zum Nachteil werden können (also keine Beleidigungen, Lügen, Mobbing oder unpassende Fotos verschicken).
– Vertrau nicht alles blind. Am anderen Ende könnte auch jemand an das Smartphone deines Gesprächspartners gekommen sind.
– Keine Bankdaten, Kreditkarten und Passwörter über Messenger verschicken!