Von nervenden Kindern, Überstunden und Mitarbeitermotivation

Letzte Woche war ja das berühmtberüchtigte Entdeckercamp von dem ich schon berichtet habe. Dort war auch ein Kind dabei, dass etwas extrem ist. Es schlägt öfters mal um sich und hat daher keine Freunde und wird auch sonst öfters abgewiesen. Selbst beim Spülen waren wir die meiste Zeit froh, wenn er nicht in unserer Nähe war.
Doch dann kam der Tag, an dem er Geburtstag hatte. Wir haben ihm ein Ständchen gesungen und von einem Betreuer (der auch berufsmäßig sein Betreuer an der Schule ist) hat ihm Age of Empires geschenkt. Dumm nur, dass sein Computer kaputt war. Also habe ich ihm angeboten, dass ich mal vorbei schaue und versuche ihn zu reparieren. Dazu haben wir später noch die Telefonnummern ausgetauscht und damit fing die Geschichte auch schon an. Er hat mich dann Sonntagabend noch angerufen, so dass ich montags nach der Fahrstunde zu ihm gefahren bin. Dort war die Sache relativ schnell klar: Die Grafikkarte war kaputt. Also zum Händler gefahren und eine neue eingebaut… Soweit, so gut. Damit lief der Rechner wieder. Ich habe ihm dann noch Windows XP installiert, da das vorhandene Windows Vista für seine Spiele einfach nichts taugte. Auch das ist an sich kein Problem. Doch wie es manchmal so ist, hat der Hersteller nur eine CD mit Treibern für Windows Vista beigepackt und es war mir nun nicht mehr wirklich möglich nach der Modellbezeichnung zu schauen. Nun hat alles funktioniert, bis auf die Soundausgabe. Ich hab dem Kind das auch so erklärt und er meinte dann: „Jaja ist doch alles OK. Danke erstmal, dass ich wieder spielen kann und dass du mir die Grafikkarte geschenkt hast!“
Zwei Tage später ruft er mich wieder abends an und meinte: „Du Tobi, mein Cousin und der Nachbar waren bei mir und meinten, ich soll dir sagen, dass du ein Idiot bist. Du hättest doch merken müssen, dass die Treiber nur für Vista funktionieren! Komm doch bitte nochmal vorbei und mach die Soundkarte wieder richtig!“
Nun denn, um die Sache noch abzuschließen gehe ich dann eben nochmal vorbei und schau ob ich doch noch irgendwie an eine Modellbezeichnung komme und somit an Treiber für Windows XP. Oh man, wenn das Kapitel abgeschlossen ist, mache ich drei Kreuze.

Dienstags bin ich wieder zur Arbeit gegangen und habe ich dann gleich mal eine neue Aufgabe bekommen. Die Synchronasation zwischen Lager und Warenwirtschaft geht ja schon grob und war nun nicht mehr wichtig. Nun solle ich „einfach“ ein Programm schreiben, welches alle lieferbaren und fälligen Aufträge herausfischt und dem User herausfischt. Und als kleines Schmankerl darf ich, wenn die Sache zuverlässig funktioniert und produktiv eingesetzt werden kann die Firma zum Essen einladen. Bezahlt wird dann vom Cheffe.
Das habe ich dann die Tage auch schon angegangen und zuerst wild drauflos programmiert (grober Plan hatte ich ja im Kopf) und schon die ersten Schritte geschafft. Da der Chef nun im Sommerurlaub ist, habe ich 2 Wochen Zeit das Programm zu Ende zu schreiben und zu testen. Das Interessante ist ja, dass ca. 2000 Zeilen von der Datenbank ausgelesen werden müssen. Aber durch die aktive Filterung sind es dann doch wieder nur 1200 Zeilen, die ich dann in eine Exceldatei schreibe. Das Ganze muss man ja dann auch wieder sortieren können (alles automatisch) um es später wieder Zeile für Zeile auszulesen und weiterbearbeiten. Naja, wird noch etwas komplex, aber wird schon funktionieren… :)

Da der Artikel ja doch sehr lang ist, kommt hier mal was lustiges: Trinkgelder

Nun wieder sachlich weiter im Text:
Zur gleichen Zeit wurde auch beschlossen, dass man auf die neue Version upgraden könnte. Das habe ich dann auch gemacht, nachdem ich diese getestet habe (und doch einen Fehler übersehen habe!). Normalerweise brauche ich für solche Aktionen nicht länger als 3 Stunden. Doch ich wollte danach noch die Routine-Überprüfung drüberlaufen lassen. Diese hat sich dann bei einer Datenbank bis um 23Uhr30 hinausgezogen. Danach habe ich meine Sachen gepackt und noch von daheim aus weiter draufgeschaut. Als diese Überprüfung um 0Uhr immer noch nicht fertig war, wurde eben diese Aktion abgebrochen und die Reorganisation angestoßen. Diese war dann wenigstens um 1Uhr fertig. Naja um halb 8 bin ich dann wieder aufgewacht und nach einer langsamen Dusche und einem ordentlichen Frühstück war ich dann statt um 8Uhr eben um 8Uhr30 wieder Geschäft.

Das war also echt eine herrliche Woche mit einem nervigen Kind, das mir irgendwie leid tut, einer neuen Herausforderung mit super Belohnung, einem langen Arbeitstag und gaaaaaaaaanz viiiiiiiiiiiiiiiiieeeel Kaffee. Da war sicher kein Tag dabei, an dem ich weniger als 5 Tassen Kaffee getrunken habe.

Aber der Abschluss war dann gestern abend bei einer Geburtstagfeier. Da gabs dann lecker Sandwichtoast, nette Gespräche und ein paar „Cheers for Beers!“ So eine krasse Woche hatte ich irgendwie schon länger nicht mehr.

Kaffeebild von hier geklaut. Danke an xenonb. für das tolle Bild.