Weinlese im Wengert

Vor ein paar Wochen war ich mit meinen Eltern zu Besuch bei Verwandten im Unterland. Eigentlich hauptsächlich weil die einen Verwandten ein Geflügelfest veranstaltet haben und es dort lecker Hähnchenfleisch gab. Später haben wir aber auch noch andere Verwandte besucht und dort ein wenig geplaudert und sind so auch aufs Thema Weinlese gekommen.
Deshalb war ich gestern nochmal dort und hab mitgeholfen bei der Ernte. Auf zwei Wengert (Weingärten) insgesamt 12 Ar.
Anfangs hab ich mitgeholfen beim Schneiden. Später als der kleine Wengert fertig war, hab ich angefangen die „Butt“ zu tragen.
Dabei muss man sich das so vorstellen: Die Helfer schneiden die Trauben und legen sie in Eimer. Die Eimer werden dann gesammelt und in die „Butt“ geschüttet. Dabei kommen immer 4 Eimer in die Butt und schon kann der Träger loslaufen zum großen Sammelbottich, der auf einem Anhänger steht. Dort steigt er eine Leiter hoch, beugt sich nach vorne und schüttet so die Trauben in den Bottich rein.
Ich hab nicht mitgezählt wie oft ich gelaufen bin. Aber von 3 Bottichen hab ich gut 1,5 gefüllt.
Einer der Helfer meinte so: „Früher hat der Butt-Träger immer nach jedem Leeren ein Schnaps trinken müssen. So wusste man recht schnell, wann der Buttenträger nicht mehr kann und konnte ihn austauschen!“ Den Schnaps hab ich weggelassen, sonst wäre ich nach 10 mal auch fertig gewesen.
Im Großen und Ganzen war das Butt tragen zwar anstrengend, da man viel Kraft braucht. Aber im Gegensatz zum Schneiden lang nicht so rückenintensiv, wo man sich immer wieder bücken muss um an alles ranzukommen. Trotzdem es war eine Erfahrung wert und wenn es klappt bin ich nächstes Jahr wieder dabei.