Kategorie: Leben

Quadfahren in Malsch

Gestern morgen sind mein Bruder und ich nach Malsch gefahren um die Quads auszuleihen. Eigentlich hatte ich wegen der Kälte in letzter Zeit keine wirkliche Lust darauf. Und nachdem sich die Quads auch recht schwammig lenken lassen und wie ein alter Schlepper sich anfühlen war auch eine Begründung schnell gefunden.
Doch nach ein paar Runden auf der Landstraße sind wir über Bad Herrenhalb nach Karlsruhe gefahren. Alles mehr oder weniger orientierungslos, da wir weder eine Karte noch ein wirkliches Navi dabei hatten. Das Handy als Navi ist zwar gut, aber aufgrund einer fehlenden Halterung am Quad nur bedingt einsetzbar. Das war dann später beim Heimweg auch ein kleines Problem, so dass wir öfters mal angehalten haben um nochmal kurz den Kurs nachzuvollziehen. Die Straßenschilder haben auch nur bedingt weitergeholfen, da wir uns dort unten nicht auskannten.
Abends hat uns der Vermieter gefragt, warum wir nicht einfach auf der Schwarzwaldhochstraße entlang gefahren sind. „Da seid ihr im Schwarzwald und fahrt trotzdem nach Karlsruhe!

Jo, irgendwann nach der Mittagspause bei einem Döner in Karlsruhe (der von der GPN damals hatte leider geschlossen, aber es gab einen anderen leckeren in der Nähe), haben wir einen Waldparkplatz gefunden. Der war leer und daher optimal um mal ein paar kleine Drifts mit dem Quad hinzulegen. Die Kurvenlage ist zwar scheiße, aber zum Driften machen die Quads dann doch wieder viel Spaß. Jo, nach ner Stunde oder so, sahen die Quads etwas dreckiger aus und Micha wurde klar, dass man ja damit gar im Gelände fahren darf.
Aber auch das war dann irgendwann wieder langweilig und wir sind weitergefahren. Zu einem Aldi, da Micha Hunger auf Süßes hatte. Also ALDI gesucht, was gekauft, gegessen und danach weiter zum Rhein. Wir sind dann auch direkt eine Straße an den Rhein gefahren. Diese war jedenfalls mit Rhein ausgeschrieben. Dort dann ein kleine Pause gemacht und die restlichen Lebkuchen ausgepackt. Jo, wir hatten noch nicht mal 13 Uhr und die Quads konnten erst wieder so gegen 17Uhr abgeben konnten. Nach der Pause sind wir wieder weiter gefahren und in eine Richtung gefahren, wo schon die Grenze zu den Franzosen kam. Dazwischen haben wir aber nochmals eine Parkplatz gefunden, der sich gut zum Driften eignetet. Also ein paar Runden gefahren und später dann doch wieder weiter in Richtung Malsch (genauer Waldprechtsweiher) gefahren. Diesmal habe ich mal die Führung übernommen um nicht immer einem Polizisten hinterher fahren zu müssen. Einem Polizisten, der übrigens auch in 30er Zonen noch mit 70 km/h entlang fährt.
Jo, nach ein paar Eskapaden und falsche Abbiegungen später sind wir letztendlich auch wieder am Zielort angekommen. Doch dann war der Tank auch wieder nur noch 3/4 voll und die Bedingung war, dass er voll sein müsse. Nach kurzer Rückfrage (Leuten fragen funktioniert nach wie vor besser als Smartphonenutzung) war auch die Tankstelle in Malsch gefunden. Nach einer weiteren Zwischenfrage wurde auch die versteckte Tankstelle entdeckt. Auf dem Rückweg war es dann nochmal schön. Wenn man das Quad dann doch gewöhnt ist, machen auch kleinere Kurven mit 70 oder 80 keine großen Probleme mehr. Und besonders die Bergfahrten sind recht schön, da die kleinen Motoren (400ccm) auch dort ihre Kraft einbringen und zügig vom Fleck kommen.

Das war also die Quadfahrt, auf die mein Bruder schon mehr als zwei Jahre lang drauf gewartet hat. Angefangen hat es ja mit dem Jochen Schweizer Gutschein zu seinem 18. Geburtstag. Da er mir zwischenzeitlich auch mal Geld geschuldet hat, hat er noch einen zweiten Gutschein besorgt und dann diesen Herbst endlich einlösen können. Als wir dann später mal nach den Preisen beim Quadcenter direkt angefragt haben, war die Ernüchterung groß. Jochen Schweizer verlangt 130 Euro fürs Quadfahren, beim Quadcenter Malsch direkt kostet eine Tagestour oder Selbstfahrer nur 99 Euro. Also war es für uns doch ein sehr teurer Spaß.
Aber aufgrund der doofen Kurvenlage hätte ich ein Tag Motorradfahren vorgezogen. Da hätte ich dann auch mal kurz den Schwarzwald erkundet und ein paar Kurven gefahren. Naja, man kann nicht alles haben.

Im Großen und Ganzen hat es doch Spaß gemacht und war ein lustiger Tag. Im Sommer würde ich sowas vielleicht nochmal machen, aber das nächste Mal eine geführte Tour vorziehen (+ hinterher noch ein bisschen selbst rumeiern). Die ständige Rumeierei hat dann doch etwas gestört, aber das bin ich von Micha ja nach Berlin schon gewöhnt. :) Dumm nur, dass ich selbst keine bessere Ideen hatte und mich deshalb auf meinen Bruder und seine Führung eingelassen habe. Unter Brüdern darf man ja auch mal meckern. Im Großen und Ganzen war’s dann doch ganz nett!

Sinn und Unsinn der Motorradbeschränkung

Wer einen Motorradführerschein machen möchte, kennt es vielleicht. Ist man unter 25 Jahre alt, muss man sich nach Erteilung des Führerscheins die nächsten zwei Jahre mit 34 PS Maschinen begnügen. Das ist teilweise auch sinnvoll. Aber was ist denn eigentlich mit den paar Leuten, die ihren Motorradführerschein machen und danach 2 Jahre lang aufs Fahren verzichten? Früher mussten solche Leute noch die gefahrenen Kilometer nachweisen und erst nach den erforderlichen Kilometern wurde die Erlaubnis auf „offene“ Motorräder (mehr als 34 PS) erteilt.

Da ich aber erst vor 2 Jahren meinen Motorradführerschein gemacht habe und die letzten 2 Jahre aus Geldmangel nicht mehr zum Motorradfahren gekommen bin, darf ich ab morgen trotzdem jede offene Maschine fahren. Die neue Regelung sieht nämlich vor: 2 Jahre kleine Mopeds fahren und nach 2 Jahren darf ich ohne erneutem Gang zum Landratsamt jedes Motorrad fahren.
Mich persönlich freut dies ja. Und ich bin mir den Risiken auch bewusst, so dass ich bei einem Motorradkauf auf jeden Fall nochmal ein kleines Sicherheitstraining absolvieren werde.

Aber ganz allgemein gesehen könnte man doch auch gleich auf die 2 Jahre verzichten. Da sowieso kein Nachweis erforderlich ist, bringt es nicht wirklich viel. :) Außer dass die wirklichen jungen Fahrer erst mal 2 Jahre lang ausgebremst werden.

So viel dazu. Welche Maschine ich mir nächstes Jahr kaufe, weiß ich trotzdem noch nicht. Aber außer einer Enduro wird’s da wohl nicht viel Auswahl geben. :)

Hochzeit im Kosovo war sehr schön

Dieses Jahr hat es endlich mal geklappt. Es hat urlaubsmäßig und finanziell geklappt, dass ich in den Kosovo fliegen konnte und dort die Hochzeit meines besten Freundes Agron miterleben durfte. :)
Joa, was erwartet man vom Kosovo. Eigentlich nicht viel. Bis Ende 2000 war da unten noch Krieg und viele Häuser gab es nicht mehr. Doch wenn heute also 2012 durch die Lande fährt. In meinem Fall also vom Flughafen in Prishtina in Richtung Gjakove, wo das Haus der Familie steht und auch schon eine richtige Stadt ist.
Das Haus war dann allerdings schon wieder etwas außerhalb von Gjakove und war auf einem Neubaugebiet gebaut.

Miredita (Hallo guten Tag)
Was an Kosovo sehr auffällig ist: Das gute und leichte Essen. Es gibt zwar auch überall Pizza (die auch gut schmeckt) und sogar Döner, aber auch gute Sachen wie Börek (Blätterteig mit Hackfleich gefüllt). Immer wenn es zu Hause Essen gab war dies auch sehr leicht gekocht. Viel kleingeschnittenes Gemüse mit beispielsweise Tschuk-Tschuk oder auch mal Fleisch drin. Dazu gab es immer Kastravec (Gurke), Pepperoni und eine nicht gerade milde Paprika. Aber scharf muss sein und mit viel Brot (Weißbrot) geht die Schärfe auch wieder schnell weg. Das war immer sehr lecker.

Was sonst noch erwähenswert ist: Im Rahmen der Hochzeit sind viele Verwandte und Nachbarn und Freunde vorbei gekommen und am Samstag auch gleich mal die Trommler. Es wurde sehr viel getanzt. Aber obwohl ich Ausländer dort war, wurde ich immer sehr herzlich aufgenommen. Eine Gastfreundschaft, die man auch in Deutschland bei vielen Ausländern antrifft und leider nicht immer bei den Deutschen.

Ansonsten war die Hochzeit auch sehr bemerkenswert. Am Abend davor kamen nochmals alle Verwandten zum Haus der Familie meines Freundes und haben dort zusammengesessen und auch viel getanzt. Das ging ziemlich lange. Erst gegen kurz vor Mitternacht gingen dann wieder die letzten Leute. Am Hochzeitstag ging es dann wieder früh los und es kamen wieder zuerst alle zum Haus und haben zur Musik der Trommler getanzt. Dann gab es schon Mittagessen und danach sind alle zum Ort von Agrons Braut gefahren (natürlich ohne Agron!) um die Braut zu holen. Dort angekommen sind wir kurz vorher ausgestiegen und nur die Männer sind hinter den Musikanten (aka den Trommlern und dem Flötenmenschen) in einer Reihe hinterher gelaufen um den Männern der Brautfamilie die Hand zu reichen und dort im Schatten zu verweilen. Im Schatten angekommen haben dann noch 4 Leute aus Agrons Verwandtschaft getanzt und 4 Leute aus der anderen Verwandtschaft getanzt. Zur Abkühlung gabs noch Cola und Wasser und wer wollte eine Zigarette. Und in einem großen Zelt haben die Frauen und die anderen Verwandten der Braut noch den Abschied gefeiert. Da war auch schon ein Sänger dabei mit der Musik die man eben mit dem Kosovo verbindet oder kennt, wenn man albanische Freunde hat. ;)
Dann ging die Reise schon wieder zurück zu Agrons Haus, wo nochmal die Ankunft der Braut gefeiert wurde und sich alle Leute von der Braut mit Reis bewerfen ließen. Kurze Zeit später haben die sich die meisten auch schon wieder auf den Heimweg gemacht und es war nochmal eine kleine Pause dazwischen. Abends ging es dann wieder weiter in einem großen Raum, der extra gemietet wurde und was wurde wohl gemacht: Richtig getanzt.
Ich habe mich die meiste Zeit mit dem Tanzen zurückgehalten, da ich es einfach nicht so gut kann. Aber irgendwann wurde ich eben auch aufgefordert einfach mit zu tanzen. Das war dann letzendlich auch ganz ok. So war der Hochzeitstag auch erst gegen 2Uhr morgens am nächsten Tag zu Ende. Das reicht dann auch irgendwie… ;)

Also wenn ich mal heirate, mach ich das zwar nach deutscher Art und vermutlich auch noch mit kirchlicher Trauung. Aber dann wird auf jeden Fall auch getanzt werden. Ich kanns zwar noch nicht, aber dann lerne ich es eben mit meiner Frau. :) Weil die ganzen langweiligen Sketche und das ewige Herumgesitze nervt doch auf Dauer.

Am letzten Tag (Freitag) war dann das Haus von Agron wieder relativ leer. Da war nur noch Agrons Familie da und somit war auch mal Zeit ein bisschen die Stadt anzuschauen. Und was ich recht bemerkenswert fand, war die Art der Verkabelung. Das soll mal als Beispiel dienen, wie es manchmal noch in der Altstadt von Gjakove aussieht.

Insgesamt war es eine schöne Zeit im Kosovo und ich werde auf jeden Fall nochmals hinfahren und nächstes Mal mir noch ein paar andere Städte zeigen lassen. Das war dieses Jahr einfach nicht drin, da eben die Hochzeit im Vordergrund war. Wobei ich die Hochzeit auch sehr klasse fand. Das Land lohnt sich auf jeden Fall zu besuchen. Wer sich auch ein bisschen auf die Sprache einlässt wird noch einige schöne Flecken entdecken. Denn landschaftlich ist der Kosovo fast wie mit Korsika zu vergleichen, nur etwas weniger Hügel und Kurven. :)

Ditemir (Guten Tag und auf Wiedersehen) und Felemert (Danke) fürs Lesen.
Ich habe vor bis zum nächsten Mal etwas Kosovo-Albanisch zu lernen und habe mir dazu extra ein Buch gekauft. Aber nach einem Blick hinein ist mir doch anders geworden. Die Sprache ist doch sehr schwer…

Sommerloch 2012

Aktuell ist hier auch ein Sommerloch. Ab nächster Woche 3 Wochen Sommerurlaub und bald gehts dann in den Kosovo. :)
Also raus hier, damit die Putzfrau den Schweiß wegputzen kann. ;)

Das Gottesteilchen wurde gefunden…

…leider haben die Forscher damit nicht den Schöpfer entdeckt!

Links:
Heise.de
WRINT (Podcast)
Heise-Kommentar