Amokläufer von Winnenden in Wendlingen getötet

Als der Amokläufer von Erfurt ein paar Menschen getötet hat, war noch alles weg. Erfurt ist sogar in einem anderen Bundesland. Doch jetzt kommen die Bedrohungen ziemlich nahe. Wendlingen bzw. Winnenden sind gerade mal 50 KM von Calw entfernt. Ein Katzensprung also.

Hat also mal ein Sohn eines Sportschützen heimlich die Waffe geklaut und einen Amoklauf geplant. Schon schlimm irgendwie, da es ja auch gut in Calw hätte passieren können.
Warum es passiert ist, weiß ich nicht. Was den Menschen Tim K. dazu trieb kann man auch nur noch erahnen, schließlich ist der Mensch tot.

Hier mal ein paar Links zu den Berichten:
N24.de
Spiegel.de

An dieser Stelle mal Trost und mein Beileid für die Familien, Freunde und Anwohner.

Wollen wir hoffen und beten, dass den Mitschülern, Lehrern und das ganze Umfeld ein wenig Weisheit bekommt um manches Unrechte zu erkennen und dagegen vorzugehen. Ohne Grund passiert sowas ja sicher nicht, aber den Grund wird man wohl jetzt schlecht erfahren. Und an die Medien: Der Tim K. ist nun tot, ob Selbstmord oder erschossen, davon wird er und die 16 Opfer auch nicht mehr lebendig. Also schreibt doch mal einen Bericht mit dem Hergang und gut ist. Das ist das Blöde an den Medien. Sobald was Schlimmes passiert ist, berichtet jeder über diese Sache und in 3 Wochen ist dann wieder alles vergessen. Die Menschheit ist wirklich dumm, weil Sie nie aus Ereignissen lernt und manches besser macht, denn alles wiederholt sich regelmäßig!

Autor: Tobi

Blogger aus Spaß an der Freude, Musikfan, Hauptfeuerwehrmann, Christ und Pfadfinder. Die Beiträge sind meine persönliche Meinung. Oftmals ist auch versteckte Ironie oder Satire dabei. Wer damit nicht umgehen kann, sollte diese Seite verlassen und sich in seinem Loch einbuddeln.

7 Gedanken zu „Amokläufer von Winnenden in Wendlingen getötet“

  1. Ok, gut. Dann nehm ich mal Stellung. [Hab nämlich vorher um 18 Uhr bis 19 Uhr so n Spezial auf RTL angeschaut…]
    Also ich nehm nur Kritik zu dem Punkt, dass die Menschheit wirklich dumm sei, weil sie nie aus Ereignissen lerne.
    Ich hab erfahren, dass die Polizei schon seit den paar Anschlägen in den letzten 10 Jahren ein Sonderlernprogramm eingeführt hat, wo solche Szenen geübt werden. So soll es jedem Streifenpolizisten möglich sein, nicht auf ein SEK zu warten, sondern selber gleich einzugreifen und den Täter untätig zu machen. Denn dem Amokläufer geht es prinzipiell nur darum, so viele Menschen wie nur möglich umzubringen.
    Und da kann es gut sein, dass zum Zeitpunkt des Eintreffens des SEKs schon weit mehr Menschen getötet wurden als wenn der Streifenpolizist schon gleich eingegriffen hat.
    Heute waren auch schon eine halbe Stunde nach dem Anschlag 1000 Polizisten (mit einem Hundetrupp?) vor Ort und haben dann weiter nach dem geflüchteten Täter gesucht.
    Zitat: „denn alles wiederholt sich regelmäßig!“.
    Stimmt. In den letzten 10 Jahren gab es weitaus mehr Attentate und auch Amokläufe als in den Jahren zuvor.
    Ich denke, das wird auch noch weiter ansteigen. Denn vor 21 Stunden fand in Amerika auch ein Amoklauf statt (mit 9 toten glaub ich).
    Blöd nur, dass jetzt wieder gleich alle das Amokpotenzial auf die „Gewaltspiele“ schieben. Naja, CS spiel ich ja kaum ^^. Aber trotzdem find ich gut gemachte Spiele wie GTAIV spielenswert (sofern man nicht psychisch angeschlagen ist und dadurch die Realität verdrängen will).

    Das war meine Stellung, wobei ich noch weitaus mehr darüber sagen könnte ^^.

    Grüße,
    Micha

  2. Die Verteidigung lernt schon dazu, dass möchte ich auch nicht anzweifeln. Ist auch gut so, wenn die Polizei mehr Rechte bekommen und schneller eingreifen können durch ihre bessere Ausbildung.

    Mit „Die Menschheit ist wirklich dumm, weil Sie nie aus Ereignissen lernt und manches besser macht, denn alles wiederholt sich regelmäßig!“ meinte ich: Jeder kann ein potenzieller Amokläufer sein, weil man irgendwann mal ausgestoßen wird, gehänselt oder keine Anerkennung bekommt. Die Menschen müssen aufpassen, dass Sie nicht andere Leute hänseln und sich dann wundern warum so etwas passiert. Das Ganze ist aber ein langer Prozess und passiert sicher nicht von heut auf morgen. Wenn es den Leuten passiert schon im Freundeskreis oder so zu erkennen, dass es jemand nicht gut geht ist es vielleicht an der Zeit mal mit jemanden darüber zu reden oder Hilfe zu holen.

    Aus meiner Sicht ist ein Amoklauf auch immer die Folge von unzureichender Anerkennung, Respekt und Liebe.

    Schlimm ist sowas aber allemal. Bleibt zu hoffen, dass es nicht so schnell wieder passiert.

  3. Ja, wir haben heute in der Schule auch viel darüber diskutiert.
    Raus kam: zu wenig Anerkennung, Respekt und Liebe von seinen Eltern – wie du schon geschrieben hast.
    Aber es kam auch die Theorie auf, dass Tim K. in diesen zwei Stunden des Amoklaufs in seiner Fantasiewelt war (vll. auf Grund von Ego-Shootern?) und erst danach gemerkt hätte, was er getan hat. Und ich find das auch irgendwie realistisch, weil er evtl. in dem Augenblick, in dem ihm von der Polizei ins Bein geschossen wurde, blitzschnell gehandelt hat: Er hat sich die Knarre an seinen Kopf gehalten und sich selber auch noch umgenietet.
    Ballerspiele sind durchaus akzeptabel, wie ich finde – solange man nicht psychsich angeknackst ist und so in eine Fantasiewelt flüchten will.
    Das war auch ein Punkt heute morgen in der Diskussionsrunde in meiner Klasse.
    Unser (Favorite-)Geschichtslehrer hat das gestern in den Medien auch mitverfolgt: Eltern wurden befragt: „Wir sind sehr betroffen.“ Schüler wurden gefragt: „Wir sind sehr betroffen.“ Merkel in ihrer Rede: „Deutschland ist sehr bestürzt über das, was passiert ist.“ Öttinger (sich schwäbisch schwetzend sehnend aber Probleme mit hochdeutscher Aussprache habend): „Baden-Württemberg, nein … ganz Deutschland ist sehr betroffen.“
    Mein Geschichtslehrer hat gemeint, dass das alles schön und gut ist, er ist ja nun auch schon seeehr betroffen, ist ja die normale sozial-menschliche Handlung darauf, aber dadurch werden die Leute auch nicht mehr lebendig. Wichtig ist, das man solche Fälle in Zukunft vermeiden kann.
    Ich hab dann gesagt, dass es einfach wichtig ist, dass wir als Schüler unser Umfeld besser wahrnehmen und vor allem auch akzeptieren müssen.
    Das wurde dann auch von ihm bestätigt.

  4. Mir fällt dazu gerade ein Text von den Ärzten ein:

    Mit dem Schwert nach Polen (Warum René)

    ((Deutschland, Februar ’92: der arbeitslose schustergeselle
    rené geht bewaffnet und im schwarzen kampfanzug über
    die polnische grenze…))

    du bist 20 und dir wächste kein bart
    deine eltern sind bei der post
    wohnst in marzahn, das ist ziemlich hart
    hast dein leben lang gelosed
    keine freunde, keine mädchen(keinen job)
    du wärst gern bei der poilzei

    schon mit zehn bist du asthmakrank
    einsames röcheln auf einem baum
    skinheads verprügeln dich, denken du wärst ein punk
    und kanada ist dein traum
    wieviel kannst du noch ertragen(wieviel mehr?)
    selbst dein moped haben sie dir geklaut

    du besorgst dir zwei gaspistolen
    ninja-wurfstern von ’nem freund
    du machst kampfsport wie jean-claude van damme
    keine angst mehr vor dem feind
    einen ninjadress aus dem kaufhaus(100 mark)
    von ’nem freund leihst du dir ein schwert

    mit dem schwert nach polen
    (sag warum, rené)

    deine familie sieht dich nochmal im vollen ninjadress
    du schaust in den spiegel und denkstmorgen ist mein großer tag
    handschellen, seil, munition(funkgerät)
    schwert, pistolen und kompassuhr-

    mit dem schwert nach polen
    (sag warum rené)
    deine mutter ist ahnungslos…

    ((schon 200 meter hinter der grenze wird rené von einer
    streife aufgegriffen. ein schöffengericht verurteilt ihn zu
    einer strafe von 15.000 zloty(ca. 35 dm). er bekommt
    seine waffen zurück und will nach tokio, um vom
    ninjameister eine lektion zu erhalten.
    in gebrochenem deutsch grüßt er seine eltern:
    „macht euch keine sorgen…“))

  5. Wenn die 1000 Mann eintreffen, dann ist doch schon alles zu spät. Soweit dürfte es garnicht erst kommen. Die Frage ist nur, wie man so etwas verhindern soll. Wenn ich einen Wachschutz und Detektoren an Schulen hab, dann sucht sich der Täter ein anderes Ziel aus. Viel wichtiger ist es, daß man erst gar nicht an Schußwaffen kommt

  6. Prinzipiell richtig Karsten, aber dann dürfte es nirgendwo auf der Welt mehr Waffen geben, und das wäre utopisch. Der Kabarettist Hagen Reuter hat einmal bei einem Auftritt richtig bemerkt, wenn er den Auftrittsraum sprengen wöllte, würde er auch an den benötigten Sprengstoff kommen.
    Wenn ich also dieses Ziel habe, dann komme ich auch an die benötigten Waffen, egal wie streng die Waffengesetze sind.

    Was die Menschheit angeht, muss ich Tobi zustimmen, jetzt wird wieder eine Weile auf Egoshootern – gut, ehrlich gesagt sind sie auch sinnlos, aber ich glaube, diese Spiele produzieren keine Amokläufer, vielmehr sucht sich der psychisch Kranke solche Spiele, ich meine ich dreh auch nicht durch und bau lauter Häuser, nur weil ich Siedler spiele… – und den Waffengesetzen rumgehauen, dann gibt’s bald die nächste Sensation (mal ehrlich, oftmals geht es Medien nur darum die Sensationsgeilheit ihrer Leser zu befriedigen) und die Debatte wird begraben, damit beim nächsten Mal wieder alle ganz überrascht sein können.

    Was wir uns fragen müssen ist, wie gehen wir mit unserer Umwelt – sowohl mit unseren Mitmenschen, als auch der unbelebten Natur (aber das ist wieder ein anderes Thema) – um, nicht jeder Einzelgänger ist ein potentieller Massenmörder, aber trotzdem, „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ heißt es nicht umsonst, statt „Liebe dich selbst, dein Nächster soll sich gefälligst um sich selbst kümmern!“.

  7. @Karsten: Das mit den 1000 Mann ist wie bei der Feuerwehr: Zeitkritisch und auch für jede einzelne Einsatzkraft gefährlich.

    Was besonders auffallend ist, dass die Täter alle noch so jung waren. Bei Terroristen, ab 20 Jahren kann man es vielleicht noch „nachvollziehen“, warum die das machen. Erwachsene ticken auch ein bisschen anders als Jugendliche und denken vielleicht ein bisschen mehr nach und erschießen nicht unbedingt willkürlich Leute.

    (Getreu dem Werbesatz auf einem Bus: „Science flies you to the moon, Religion flies you into buildings“) Religion im Sinne des „schwarzen“ Islams.

    Schlimm ist beides: Amokläufer oder Terroristen.

    Die Wurzel allen Übels ist die Schlange: Siehe Schöpfungsgeschichte der Bibel (Rauswurf aus dem Paradies). Daher müssen wir erstmal alle Schlangen töten, dann gibt es auch keine Bosheit mehr. *muhahah* (Jetzt planen wohl schon alle Tierschützer und Schlangenliebhaber Anschläge gegen mich).

    Ich finde, man kann dieses Thema auch tot diskutieren. Passiert ist passiert und trotzdem wird es irgendwann wieder vorkommen, egal wie viele Vorbeugemaßnahmen durchgeführt wurden.
    Das gehört nämlich zu diese Welt. Sonst dürfte es ja auch keine Kriege mehr geben, wenn die Menschen aus allen Fehlern lernen würden.

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