Der neue Job und die Erfahrungen

Nachdem ich im Oktober nun den neuen Job angefangen habe, kann ich so langsam mal ein kleines Fazit ziehen. Zumindest ein Kollege aus der Logistik hatte da auch mal was dazu gefordert. :) Wie meine ersten Tage im neuen Job waren hab ich ja hier mal zusammengefasst. Keine Angst, die Firma steht weiterhin und nachdem das elektrische Problem nun gelöst ist, gab es überraschenderweise auch keine weiteren Ausfälle mehr. Irgendwie interessant, dass es genau dann passiert wenn ich als neuer Kollege dort anfange. Da hat wohl der B.O.f.H. (Bastard Operator from Hell) mal wieder sein Unwesen getrieben. ;)

Um mal auch die guten Seiten vom ERP kennenzulernen und nicht immer nur die Problemfälle hab ich mal Dashboards als Aufgaben bekommen. Einfach ein paar SQL Abfragen bauen und daraus mit etwas Javascript Optionen das Ganze auch hübsch machen. Das SQL hab ich mittlerweile (aus meiner Sicht) relativ gut raus. Teilweise auch recht komplexe SELECTs mit gejointen SELECTs. Gestern dann mal noch eine UDF verwendet. Gut einfach eine bestehende Abfrage genommen, alles nicht fürs Chart notwendige rausgeworfen und dann mal abgefragt. Hat sogar relativ gut hingehauen. Mit den Chart Optionen und vor allem diesem JavaScript Geraffel tu ich mich halt noch schwer. Es gibt vom Hersteller so gut wie keine tiefergehende Dokumentation (wer braucht auch schon Dokumentation? ). Dafür hatte ein anderer Kollege in der Vergangenheit schon viele Dashboards gebaut und so kann ich dabei abkupfern und es etwas anpassen. Ist immer ein guter Anfang um es nicht ganz so schwer zu haben.

Außerdem stand mal auf dem Plan die einzelnen Abteilungen kennenzulernen. Ist auch nicht verkehrt, da ich so auch die Kollegen und die Arbeitsweisen ein bisschen kennenlerne. Der Vertrieb war recht spannend. Die Kollegen ticken total unterschiedlich. Ein Kollege könnte vom Denkansatz auch gut in der IT arbeiten. Super strukturiert und straight forward. Andere sind einfach typischer für den Vertrieb: Viel Smalltalk und die zwischenmenschliche Ebene und sind damit super erfolgreich. Sie versprechen nicht nur Dinge, sondern kümmern sich auch bei Problemen darum. Der Webshop ist auch recht gut strukturiert und gut aufgebaut. So sieht man auch als Neuling mal wie das Produkt so aussieht, was man gerade verkauft. Und auch sonst klare Aufgabenverteilung. Der Innendienst macht die typischen ABs und Kundenanlage. Der technische Vertrieb fährt auch mal raus zu den Kunden und berät sie vor Ort. Aber auch die Planung von Dächern mit Solarmodulen wird darüber gemacht. Das Planungstool wurde vor vielen Jahren mal innerhalb der Firma entwickelt und ist mittlerweile richtig modern und gut benutzbar. Der Kunde kann auch selbst damit planen und gleich bestellen oder die Kollegen machen es für den Kunden. Ist relativ gut gemacht, man braucht aber etwas Erfahrung über die Produkte. :) Ansonsten ist es eine coole Truppe. Es gibt klare Vorgaben, aber durch die verschiedenen Charaktere macht doch jeder es ein bisschen individuell innerhalb der Vorgaben. :D

Danach war ich noch 2 Wochen in der Logistik. Bisher konnte ich mit dem Begriff Logistik so gut wie nichts anfangen. Aber zumindest in dieser Firma ist es so: Es wird geprüft ob die Mengen verfügbar sind, die Vorkasse bezahlt wurde und dann anhand von der Ware und Gewicht entweder per Paketdienstleister oder Spedition fertig gemacht, damit es im Lager verpackt werden kann. Bei einfachen Dingen für Paketdienstleister geht es recht leicht, bei Speditionen ist etwas Erfahrung und Köpfchen gefragt. Das war mir in den 2 Wochen fast etwas zu viel. Spannend finde ich aber auch. In diesem Bereich und beispielsweise bei kleinen Paketen mit dem Paketdienstleister ist das System recht fehlertolerant. Es meckert fast immer, wenn was fehlt und sagt es auch und verhindert, dass der Lieferschein ins Lager geschickt wird. Bei manchen Stellen könnte aber noch eine weitere Prüfung der eingegeben Daten nicht schaden. So kann man kleine Leichtsinnsfehler nochmal abfangen. Aber ansonsten ein ziemlich guter Ablauf. Zu der Zeit als ich dort war, war gerade weniger los. Daher war es nicht ganz so stressig, wie es sonst ist. Für mich war dies aber auch von Vorteil. Da ich so in Ruhe die Abläufe sehen konnte. Außerdem wurde gleich mal die Chance genutzt ein weiteres kleines Dashboard zu bauen. So hatten die Kollegen auch gleich was davon, dass mal ein ITler bei Ihnen mitschafft. ;)
Diese Abteilung ist auch bekannt als die Raucher Abteilung. Jo ich bin weiterhin Nichtraucher, aber ich find es trotzdem interessant. Erstens sind regelmäßige Pausen nicht verkehrt und zweitens schwätzt man beim Rauchen auch mal mit anderen Kollegen.

Jetzt ist die Logistik Phase für mich wieder vorbei und bin nun wieder in der IT. Hm jo, ich hab ein paar neue Aufgaben bekommen und gleich mal in eine relativ anspruchsvolle Stelle reingelangt. Das Coole an diesem ERP ist ja, dass der Source Code auch direkt verfügbar ist. Es basiert auf Java und ASP.NET. Das ist in diesem Fall etwas interessanter gewesen, weil ich so zumindest einigermaßen selbst nachvollziehen konnte, wie der Bereich aufgebaut ist. Die Anforderung hier noch ein Chart hinzubauen erschien mir dann auf den ersten Blick fast unmöglich, weil ich nicht wirklich die Abfrage gefunden habe, die aufgerufen wird. Nach einem Tipp von einem Kollege, dass es dazu eine ganz normale Quickview gibt bin ich schon mal die Abfrage gestoßen. Basierend auf dieser Abfrage konnte ich dann eine neue bauen, die dann ein Chart erstellt hat. Das Einbinden war dann auch nochmal ein Hindernis für mich. Aber mein Kollege hat es dann gesehen und so haben wir es dann ganz gut hinbekommen. Das ist das Gute an einem Team. Andere wissen vielleicht noch etwas mehr zu diesem Thema als man selbst und andere lernen vielleicht auch noch was von einem selbst.

So gesehen ist das ERP System nicht mehr nur ein brennender Haufen, den man schlecht gekühlt bekommt, sondern auch noch an manchen Stellen weniger warm. Es bleibt aber nach wie vor ein brennender Haufen, den man andauernd kühlen muss. Mal schauen wie lange es dauert, bis es endlich soweit abgekühlt ist, dass es nicht mehr brennt, sondern nur noch eine Glut hat. Naja, aber sowas ist in der IT ja nicht unüblich. Solange es nur eine Phase ist, die wieder vorbei geht kann man sich dran gewöhnen. Jedes ERP-System hat so seine Tücken. Aber es ist auch schon ein recht hoher Grad an Automatisierung erreicht, dass hab ich bisher in anderen Systemen weniger gesehen. Manchmal wurden von meinem ehemaligen IT-Chef auch Felder fürs Tracking weg disktutiert und die Trackingnummer zusammen mit anderen Informationen in ein großes Textfeld gespeichert. Man kann sich das Leben auch schwer machen. Aber da die Hierarchie hier klar war, hab ich nach Diskussionen für mich gedacht: „Jo kannste schon so machen, aber dann ist es halt später fürn Webshop kacke!“
Hier ist die Kultur eher offener. Daraus resultieren aber auch vielleicht heutige Probleme.

Und sonst so. Scheinbar fall ich etwas aus dem Raster mit den Stickern aufm Laptop und meinen T-Shirts mit manchen Sprüchen. Aber hey, eigentlich sind doch viele ITler so drauf. Nur Hemd und Krawatte, dass war noch nie mein Ding. Nicht weil ich keinen Krawattenknoten binden kann, sondern weil es nicht so wirklich in die IT passt. Die sollen einfach Dinge richten und machen. Da machen bunte T-Shirts das Leben etwas bunt. Ich mag auch die Chaos Events und interessiere mich für Netzpolitik, aber bin ich deshalb ein Nerd? Ich weiß nicht so recht. Dafür hör ich zu gerne (gut manchmal auch abgedrehte) Musik.

Negativer und einfacher Test von der FeuerwehrJo schau mer mal, was die Zukunft noch bringt. Gerade wenn jetzt wieder Corona anzieht. Immerhin gibt es wieder die Möglichkeit im Home Office zu arbeiten. So kann man sich die lumpigen Tests sparen. Die Feuerwehr wo städtisch ist und bekanntlich kein Geld hat, gibt einfach die ganz normalen Tests aus Plastik aber auch weniger Verpackungsmüll raus. Die funktionieren einfach wunderbar, so wie das Bild daneben zeigt. Die aus Papier und eigearbeitetem Plastik sind dagegen deutlich komplizierter und fehleranfälliger. Vielleicht bin i au oifach zblöd um des Glump zum teschda. ;) Naja wenn se es halt so wollen. Oder des isch ein weiterer Gogenwitz.