Freunde besuchen in HD

Nachdem am 17.9.2021 nun mein letzter offizieller Arbeitstag im alten Job war, hatte ich noch ein paar Tage frei. Die freien Tage sind aber auch immer schnell verplant, wenn man nicht wegfährt. Da mal auf ner Baustelle helfen, dann noch ein Feuerwehr Einsatz. Das war besonders toll. Ich war am Montag auf der Baustelle und hab beim Gerüstabbau und dem Tragen der Gipssäcke geholfen. Dann ging mein Melder los: „Brandmeldeanlage aufm Wimberg“. Also schnell runtergerannt und schon gewundert wo denn alle sind. Also mal das Alarmfax geholt und die Straße aufgeschrieben, mich gemütlich umgezogen und das Auto bereit gemacht. Dann mich reingesetzt und dann losgefahren. Es hat zum Schluss nur noch ein Gruppenführer gefehlt. Also schnell hochgefahren, aber recht schnell festgestellt, dass mal wieder nur jemand seine Kochkünste ausprobieren wollte und dabei den Rauchmelder ausgelöst hat. ;) Also nichts passiert. So kam ich nach längerer Zeit mal wieder zu einer Alarmfahrt. Ja gut, man hat schon gemerkt, dass ich nicht so oft LKW fahre. Bei der Rückfahrt musste ich dann doch mal stärker bremsen weil die Kurve etwas schneller kam als erhofft. Aber es ist nichts passiert. Alle Kameraden und die Kameradin sind unverletzt geblieben und das Auto auch ganz geblieben.

Der Rest der Woche war dann auch voll. Dienstags das Motorrad zur Werkstatt bringen um noch allerletzte Mängel (Berganfahrhilfe aktivieren, Sturzbügel und Blinker) zu beseitigen.

Dann kam endlich wieder der Freitag. Ich bin dann morgens losgefahren und war gegen Mittag in Heidelberg. Ich hatte mich mit Manu verabredet um zur Demo (die für das Klima) zu gehen und halt dort mal mitzulaufen. Die Fahrt dorthin war recht schön, aber da es überland war auch relativ nervig, da immer viele Dörfer waren die auf der Strecke lagen und man langsam fahren musste. Die Alternative mit der Autobahn wäre fürs Motorrad aber auch sehr nervig gewesen. Trotzdem war die Strecke nicht schlecht und auch relativ kurvenreich. Es hat auf jeden Fall Spaß gemacht.

Die Demo war relativ voll und es gab auch einige tolle Schilder zu sehen (siehe unten in der Gallerie). Ein Schild fand ich bemerkenswert „It’s really bad, even the introverts are on the streets“. Ich hab leider kein Bild davon gemacht, aber das zeichnet für mich die ganze Situation aus. Wenn wir jetzt nicht eine Umkehr zu einer klimafreundlicheren Politik machen geht die Welt zugrunde. Der Welt ist es egal, da sie sich irgendwann nach dem Aussterben der Menschheit erholen wird, aber wir brauchen eben auch eine Lebensgrundlage.
Das Mitlaufen der Demo fand ich sinnvoll, aber die ständigen Parolen fand ich etwas anstrengend. Na gut, aber wenn man nichts sagt ist es ja auch sinnfrei. So irgendwann nach 2 oder 3 Stunden waren wir wieder am Startplatz und sind dann doch recht schnell wieder nach Hause, weil wir Durst hatten. Es wäre sicher noch spannend gewesen eine Band zu sehen, aber die hätten auch erst gegen 18 Uhr gespielt und ich war schon auf 19 Uhr mit Tonessi verabredet. Wäre also ziemlich knapp geworden.
Daheim bei Manu hab ich noch meine Dinge ausgepackt und wieder gepackt und umgezogen. Später noch einen gemütlichen Schwarztee getrunken und über sell und jenes gesprochen. Auch total spannend, wie die Wohnung wirkt, wenn plötzlich kein weiterer Mitbewohner drin ist.

Später bin ich dann direkt zu Tonessi gefahren und hab dort mein Mopped geparkt und mich kurz eingerichtet und wieder umgezogen. Die beiden haben echt Glück mit ihrer Wohnung gehabt. Relativ groß und für Heidelberger Verhältnisse recht günstig. Das ist für Gastfreundschaft echt ein Luxus ein Gästezimmer zu haben. Wir sind dann auch recht schnell wieder ins Städtle um noch was zu Abend zu essen. Dafür habe ich noch ein Fahrrad von Toni bekommen. Hat sich im Nachhinein auch recht gut gelohnt. Die Wege sind zu Fuß doch relativ lange, aber mit dem Fahrrad recht schnell zu meistern.
Wir hatten uns „Judas and the black Messiah“ im Kino angesehen. Wirklich sehenswert wer den Film noch nicht gesehen hat. Da nach dem Film auch schon knapp 0 Uhr war, sind wir auch wieder heim. Hui, da war die Straße zum Spaghetti Monster Platz mit vielen besoffenen Leuten nicht so leicht mit dem Fahrrad zu fahren. Aber es ging dann doch auch noch.

Am Samstag haben wir nach einem guten Frühstück noch den Zuckerladen und Alex Schnapsladen aufgesucht und uns damit eingedeckt. Der Zuckerladen ist echt schöne Institution für sich. Man kauft dort ein, aber an der Kasse spielt man noch Würfelspiele. Und dann gibt es noch was extra dazu. Nach einer Essenspause beim Falafel Laden ist Manu auch wieder zu uns gestoßen und wir sind die Tingstätte hochgewandert. War ein imposanter Ausblick und ich finde man könnte dort auch gute Konzerte veranstalten. Aber aktuell ist ja auch Corona, also gibt es eh keine Konzerte. Die Wanderung ist schon auch etwas mühsam, weil es doch ein gutes Stück bergauf geht. Dafür ist die Aussicht dort imposant und auch das Kloster schön und gut erhalten und immer auch gut für neue Ausblicke über Heidelberg.
Aber irgendwann wurde es uns dann auch zu bunt und wir sind wieder runtergelaufen und haben dabei noch eine Raupe entdeckt, die von Nessi heldenhaft von der Straße in den Weg neben der Straße gerettet wurde.

Abends gab es ein paar Wraps zu essen und neben Bier auch einige kleine Schnäpse und Liköre. Das hat einer Runde von einem Spiel (andere Variante von Mensch ärgerere dich nicht, dass man als Team spielt) und zwei Runden „Monopoly“ in Kartenform aber auch nicht geschadet. So ging der Abend auch wieder recht schnell vorbei und es war eine schöne Zeit. Die Nacht war dann auch ganz gut.

Der Sonntag war dann auch nochmal gut. Wir hatten uns am Samstag schon unterhalten ob und in welchen Gottesdienst wir gehen wollen. Es waren zwei zur Auswahl. Einer von einer FeG und einer charismatischen Gemeinde. Ich hab dann recht schnell für die Charismatiker gestimmt, weil dort auch zwei Leute hingehen, die ich auch so schon kannte. Also nach einem guten Frühstück mit Kaffee wieder auf die Fahrräder und losgefahren. Es war eigentlich ein ganz normaler Gottesdienst. Nur wurde bei manchen Liedern eben auch das Horn geblasen, was etwas befremdlich war. Die Predigt war über Masken und andere Bereiche, die wir auch gerne für uns behalten (auch vor Gott) und so eben auch nicht wirklich wachsen können. Gut, es war dann recht frei und ohne Bezug zu Bibelstellen. Aber mich hat es doch irgendwie angesprochen. Später gab es noch eine Zungenrede (was ich etwas befremdlich fand), aber auch eine Auslegung dazu (sogar 3 Leute, die es ausgelegt haben).
Später haben wir uns wieder von Manu verabschiedet und noch gemütlich was zu Mittag gegessen.

Später bin ich dann heim gefahren. Es sah schon nach Regen aus, aber ich wollte es eigentlich nicht wahr haben. Da es dann aber recht bald anfing, bin ich dann doch über die Autobahn heimgefahren und je näher ich wieder in Richtung Calw kam, desto mehr kam die Sonne wieder heraus.

Kurz um: Es war eine schöne Zeit mit Freunden in Heidelberg. Tonessi hab ich immer mal wieder auf der Baustelle oder in der Gemeinde gesehen, aber da ist oft auch nicht so die Zeit zum Schwätzen. Manu hatte ich seit dem Lockdown dann gar nicht mehr wirklich gesehen. Da war es auch mal wieder schön mal wieder im echten Leben zu schwätzen.
Auch wenn ich als Mensch eher schüchtern und introvertiert bin: Begegnungen mit Menschen außerhalb des Bildschirms sind wichtig und haben immer noch eine ganz andere Qualität. Deshalb ist es gut hin und wieder mal wieder Freunde zu besuchen.

Davon abgesehen ist Heidelberg auch recht schön.

Citizen Four – Die Snowden Verfilmung

Letztes Wochenende war ich nach längerer Zeit wieder in Heidelberg um mal wieder ins Kino zu gehen. Dieses Mal lief „Citizen Four“ im Karlstor Kino. Der Film ist eigentlich eine reine Dokumentation über die Enthüllungen von Edward Snowden, wie es dazu gekommen ist, was er damit beabsichtigt hat und was vielleicht ein anderer Whistleblower noch zu sagen hat.

Schön fand, dass er von einem internen Wiki erzählt hat, in dem es auch Dokumente fürs Troubleshooting der Überwachungsprogramme gibt. Scheinbar haben diese Programme auch ihre bekannten Bugs. ;) Tja mit Arch Linux wäre das nicht passiert, das System wäre vorher schon gestorben!

Schockierend fand ich dann eher die Tatsache, wie der Chef der NSA einfach so das Gericht angelogen hat. Klar es ist nichts neues und gehört irgendwie auch zum Geschäft. Aber wenn selbst die Gerichte nicht mehr die Geheimdienste kontrollieren kann, kann man die Demokratie gleich in der Pfeife rauchen.

Ansonsten gab es nicht wirklich viel überraschendes, da man die Hintergründe als informierter Bürger über die letzten Monate oft mitbekommen hat und immer noch neue Dinge veröffentlicht werden. Trotzdem hat mir der Film diese Sache doch nochmal tiefer ins Bewusstsein gebrannt! Und zumindest mit einer Person schreibe ich nun verschlüsselte E-Mails. Den anderen könnte ich bei Gelegenheit auch nochmal die Dinge beibringen!

Besuch in Heidelberg

Nachdem der letzte etwas längere Urlaub Anfang des Jahres war, wurde es nach dem Umzug in der Firma endlich auch mal Zeit um mal wieder Abstand vom Geschäft zu bekommen. Die Zeit habe ich gut genutzt um einen Tag nach meinem Geburtstag zusammen mit monkel den Film „Die Zeit der Kannibalen“ im Karlstorkino anzuschauen. Sehr netter und zynischer Film. Spoiler Alert: Es ist sehr schön kurz nach der Insolvenz der Firma als Partner einsteigen zu dürfen. :)
Jo nach dem Kino war dann nicht mehr los. Wieder durch die Nacht geschlendert und bei monkel übernachtet. Am nächsten Morgen musste monkel in eine Vorlesung und ich fuhr dann wieder heim.

Am Donnerstag ging es dann mit Toni und Nessi nochmal nach Heidelberg. Diesmal hab ich dann endlich mal das Schloss gesehen und ein paar interessante Stellen von der Stadt. Zum Beispiel die alte Brücke mit dem Affen und den Liebesschlössern. Es hat schon ein bisschen gewurmt, dass ich mein Lockpickingset nicht dabei hatte. Wäre sicherlich interessant gewesen die Schlösser neu anzuordnen (vorausgesetzt ich hätte überhaupt ein Schloss aufbekommen. :) ).
Nachdem wir auf dem Schloss waren, ging es dann noch auf die Neckarwiese ein bisschen die Sonne genießen und mit Leuten zu reden. Abends haben wir noch das Spiel (Brasilien : Kroatien) angeschaut. Als Troll musste ich natürlich 3:1 für Kroatien tippen. Aber die Brasilianer waren dann doch leicht besser und spätestens nach dem Elfmeter haben sie richtig losgelegt und das Ergebnis (3:1) für sich entschieden.

Freitagmorgen ging es dann leider schon wieder nach Calw zurück, weil ein Mitglied der Gemeinde am Sonntagmorgen verstorben ist. Das ist nicht unbedingt ein schönes Ereignis. Aber als gläubiger Christ haben wir ja die Gewissheit, was nach dem Tod auf uns zu kommt. Nämlich die Herrlichkeit bei Gott zu sein. Und ich meine, dass seine Frau dies als Trost annehmen konnte.

Joa, nach vielen Besuchen in Heidelberg bei monkel hat es mir nun auch endlich mal gereicht für eine kleine Kulturführung aufs Schloss und den Freunden von Toni und Nessi. Es hat eben doch seine Vorteile, wenn man mal tagsüber durch Heidelberg läuft und nicht nur zum Übernachten dort ist. :) Schönes Wetter war ja auch.

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