Du weißt gar nicht, was Du eigentlich machen willst

"Du weißt gar nicht, was Du eigentlich machen willst." - Diesen Satz hab ich tatsächlich neulich noch bei der Übergabe am letzten Arbeitstag gehört.
Wenn ich so die Zeit vom ersten Jobwechsel Anfang 2019 als ehemaliger Generalist (2007 - 2018) hin zu einem Spezialisten (ERP und CRM) rückblickend betrachte, tat ich mich da wirklich sehr schwer. Ich wollte sogar schon nach 2 Monaten beim Probezeit Gespräch hinschmeißen. Das Gefühl plötzlich auf andere angewiesen zu sein, war einfach gigantisch groß. Beispielsweise war die Aufgabe einen E-Mail User einrichten für eine neue Domäne plötzlich auf 3 Leute verteilt. Einer macht den Domänenkram, ein anderer die AD und ich bekomm die Anfrage und soll die neuen Zugangsdaten schicken. Jo und jeder Kollege tickt natürlich anders. Der eine ist recht schnell, weil er gerade Zeit hatte. Ein anderer lässt sich etwas Zeit, weil viel zu tun ist. Könnte ich alles selbst machen, wäre natürlich alles schnell erledigt. :D
Dann war da damals noch die ständige Abhängigkeit vom Dienstleister. Wussten wir etwas intern nicht, schrieb man eben ein Ticket an den Dienstleister. Der antwortete manchmal schnell und gut, manchmal aber auch langsam und dann auch noch dürftig. Besonders schlimm (jedenfalls für mich) empfand ich es, als wir für eine neue Tochter einen Webshop einrichten sollten. Am Anfang der Projektphase wurde alles hoch und heilig versprochen und dass ja alles total einfach sein soll. Dann bekamen wir einen Consultant zugeteilt, den man gelinde gesagt in der Pfeife rauchen kann.
"Ja wissen Sie, bei einem anderen Kunden geht das alles ohne Probleme. Der hat aber schon die neuere ERP Version." Mit der Info bin ich dann zu meinem Chef. Aber ein Update kam zu diesem Zeitpunkt nicht in Frage, weil wir gerade mitten in der Einführung einer Tochter waren. Also haben wir die ERP Einführung letztendlich ohne den Webshop gestartet. Später wurde dann die ERP Version upgedatet. Aber oh welche Überraschung, die versprochenen Features, welche angeblich mit der neuen Version funktionieren sollten, haben trotzdem nicht funktioniert.
Gut, mit dem Webshop sind auch viele politische Absprachen nicht umgesetzt worden. Damit wurde mir nur klar: "Ok, lass uns den Webshop noch einführen und danach bin ich weg."

So hab ich letztes Jahr einige Bewerbungsgespräche hinter mich gebracht. 3 sogar für IT Admin Stellen im öffentlichen Dienst. Ich war damals sogar bereit einen kleinen Teil von meinem Monatsbrutto abzugeben, nur um im öffentlichen Dienst mitarbeiten zu dürfen. Im Nachhinein bin ich auch froh, dass es nicht geklappt hat. Die Nähe zu Calw wäre sicherlich besser gewesen, aber egal wie modern sich die Verwaltung ausgibt am Ende ist es doch immer noch eine Behörde mit eingerosteten Strukturen. Aber ich habe auch viele Bewerbungen an andere örtliche Firmen verschickt. Es gab meistens dann aber doch eine Absage. Entweder hat es fachlich nicht gepasst oder meine Gehaltsforderung war zu hoch. Aber hey ich seh es nicht ein, dass ich mich unter Wert verkaufen muss. Gut irgendwann kam dann mal eine Mail per Xing eine Nachfrage zu einem ERP Job und innerhalb einer Woche hatte ich dann einen neuen Arbeitsvertrag. Dort hab ich es immerhin 5 Monate ausgehalten. ;)

Rückblickend betrachtet habe ich mich schon damals beim Bewerbungsgespräch für den Job Anfang 2019 auf einen Kompromiss eingelassen. Damals waren nämlich mehrere Jobs ausgeschrieben. Ich hab mich in der Bewerbung prompt mal auf 2 Jobs beworben. Einmal als "Software Entwickler für den Embedded Bereich in C#" und einmal als "ERP / CRM Anwendungsbetreuer". Mir war damals auch schon klar, dass ich für den Job als "Software Entwickler" vermutlich zu wenig Erfahrung mitbringen werde. Ich hab zwar damals recht intensiv im Rahmen von der elektronischen Baumhaus Code Schloss Schaltung mit Arduino und C beschäftigt. Aber dabei natürlich nur fertige Bibliotheken verwendet und hauptsächlich die Logik geschrieben. Mit C# war ich tatsächlich tiefer drin, auch wenn ich meistens nur irgendwelche Logik Programme geschrieben haben. Aber Datei Handling und Auslesen aus Datenbanken, Umwandlung nach XML und eine Weiterverarbeitung über ein DataSet war schon dabei.
Ratet mal zu welchem Job ich dann damals eingeladen wurde. Natürlich für den Job als Anwendungsbetreuer für ERP und CRM. Gut, ich wollte zum damaligen Zeitpunkt einfach mal in einem Team arbeiten und so war dies tatsächlich eine gute Anlaufstelle. Zumal das Gehalt und die Zusatzleistungen bis heute dort nicht wirklich schlecht sind. Das Gehalt ist gleich geblieben, aber zwecks Tarifvertrag sind durch die ganzen Zusatzzahlungen am Jahresende gute 2 Monatsgehälter dazu gekommen. Die Freude war dann kurz groß. Als ich damals mit meinem Kollegen bei h.team gesprochen habe meinte er nur: "Hm, du schwärmst die ganze Zeit vom Programmieren und dass dir das eigentlich am meisten Spaß macht. Und jetzt gehst Du zu einem Job wo Du als ERP Betreuer arbeiten sollst?" Jo er hatte damals schon recht, das war nicht wirklich logisch.
Ich hab den Job natürlich trotzdem angetreten und nach den ersten Äußerungen, dass ich mich im Job etwas eingeschränkt fühle, hab ich dann tatsächlich mehr Aufgabenbereiche bekommen. Mal Office 365 (Exchange Online) für die Töchter einführen. Später auch die AD für die Töchter Mitbegründer und einfach insgesamt mehr Admin Kram. Mitte 2019 ist dann der Kollege weggegangen, welcher bisher die Eigenprogrammierungen für das ERP gemacht hatte. Also so einfache Dinge wie Artikel Import von SAP in unser ERP. Oder eine Schnittstelle, welche XML Dateien in ein anderes Pseudo XML Format transformiert. Da ich ja schon Programmier Erfahrung hatte, war dies endlich meine Chance wieder Programmierluft zu schnuppern. Natürlich war meine erste Tat Git zu installieren. Trotz viele Eigenprogrammierungen in dieser IT Abteilung war für die C# Programme scheinbar keine Versionsverwaltung vorhanden. Da ich Git schon von meiner alten Firma kannte, war dies die beste Wahl für mich. Denn das Programm was ich übernommen habe, war ein typisches "erstes Programm". Einfach alle Methoden runtergeschrieben und alles natürlich in einer Datei. So kann man sich schön einen Wolf suchen, wenn man eine Referenz von Zeil 120 auf Zeile 935 findet. Nach der Übernahme hab ich die Gelegenheit wahrgenommen, das Programm auch ein bisschen besser zu organisieren. Bestimmte Methoden die logisch zusammengehören in eigene Dateien auszulagern und neue Methoden zu schreiben, die für die neue Tochter notwendig waren.
Das war damals richtig erfrischend für mich. Vor allem weil das Programm, welches ich vom Kollegen übernommen habe und wir damals getestet haben im Live Betrieb ständig auf die Füße fiel. Zum Hintergrund. Ein Versandprogramm schreibt immer eine bestimmte Datei in einen Pfad. Das vom Kollegen geschriebene Programm wartet per "File.Changed" Event ob diese Datei im Ordner vorhanden ist und wenn es diese erkennt, soll eine Logik starten, welche dann eine andere Datei generiert, damit das Versandprogramm dieses Einlesen kann.
Doch leider hat dieses Programm öfter mal die Datei vom Versandprogramm nicht mitbekommen und so war das Versandprogramm dann immer blockiert.
Die Idee mit dem "File.Changed" Event war eigentlich sehr elegant, aber in der Praxis (warum auch immer!) nicht praktikabel, weil es einfach nicht funktionierte. Am Ende hab ich einfach eine kleine Schleife eingebaut, welche jede Sekunde prüft ob die Datei vorhanden ist. Ist die Datei nicht vorhanden, schläft das Programm kurz eine Sekunde und prüft dann nochmal. Nach diesem einfach Hack war das Problem gelöst und das Programm funktioniert seitdem tadellos. Jetzt kommen nur noch Fehler vor, wenn die Lieferschein Datei nicht gefunden wurde.
Aber das fand ich dann doch auch bemerkenswert. Es kommt einfach darauf an, die eigene Anwendung realitätsnah zu testen. Das "File.Changed" Event hat auf lokalen Laufwerken immer wunderbar funktioniert. Aber sobald es auf einem Netzlaufwerk lief gab es regelmäßig Probleme. Auf die Idee mit dem stumpfen Prüfen bin ich hauptsächlich dadurch gekommen, weil ich sowas ähnlich schon mal für den Arduino gemacht habe. Da prüfe ich auch regelmäßig eine Eingabe und wenn nichts kommt, wird es eben zurückgesetzt. Das war einfach eine super schöne Zeit. So konnte ich wieder etwas machen und zwar mit eigenen Händen. Ganz ohne Blackbox und fremde Dienstleister.
Die Reaktion bei der damaligen Übergabe der Programmierungen an die Kollegen und das Git im September 2021 war auch ernüchternd. "Hm jo das Git ist ja eigentlich voll toll. Aber das brauchen wir trotzdem nicht. Fragen wir lieber unsere Hardware Entwicklung ob wir deren SVN haben können." Gut... sie haben immerhin die Versionsverwaltung nicht grundsätzlich ausgeschlossen.
Der Grund für meinen Wechsel Ende September 2021 war dann, dass einfach einfach sehr vieles über Dienstleister lief. Das ist bequem, aber oftmals weiß man dann als "Admin" gar nicht mehr wirklich, was das Stück Software eigentlich macht. Das fand ich befremdlich. Grundsätzlich sind Dienstleister nach wie vor nicht verkehrt. Beispielsweise beim Betreiben der Website und des Webshops war dies goldwert. Ein Magento oder mehrere WordPress Instanzen muss man nicht unbedingt selbst hosten. Dafür ist ein spezialisierter Dienstleister sehr sinnvoll. Vor allem wenn dieser auch noch das Design macht. ;)
Anfang Oktober ging es dann nach Tübingen. Natürlich wieder als ERP Admin. Hier war es etwas spannender, weil dann doch wieder mehr normaler Helpdesk auch bei uns landete. Aber das ERP war leider teilweise so verbogen, dass es keinen Spaß mehr machte. Und natürlich musste man auch einiges direkt in der Datenbank "reparieren". Am Ende des Tages hat das System scheinbar trotzdem gut genug funktioniert. Schließlich wird damit ein 3 stelliger Millionenumsatz generiert. Die Zeit war definitiv auch sehr hilfreich. Schließlich hab ich damit recht schnell SQL gelernt. Gar nicht unbedingt mal die "update" oder "delete" Befehle, sondern auch recht viel im "select" Bereich. Das war besonders spannend, wenn mal wieder ein paar neue Dashboards anstanden. Besonders abstrus fand ich, dass die Tabellen wohl alle keine Primärschlüssel und keine Fremdschlüssel haben. So konnte man eben alle Felder miteinander joinen. Jo hat meistens gut funktioniert. Als ich dann auch bei anderen Kollegen im Vertrieb, in der Logistik oder im Lager war, war es irgendwie intuitiver. So hab ich schnell die Anwendungen gesehen und nicht nur die Fehler.
Aber am Ende war dieses ERP System dann doch noch der Tropfen was das Fass zum Überlauf gebracht hat. Ich will einfach nicht mehr weiter im ERP Admin Bereich arbeiten.
So hab ich in den letzten Wochen wieder mit meinem alten Chef gesprochen und gefragt ob meine Rückfahrkarte noch gilt. Die waren tatsächlich alle recht begeistert, weil ich ja kein schlechter Mitarbeiter bin oder war. Menschlich komm ich in den allermeisten Fällen gut mit den Kollegen und Kolleginnen aus. Nur steh ich mir oft selbst im Weg, wenn mich etwas stört. Statt es klar zu benennen, meckere ich darüber hab aber dann doch keine klare Vorstellung was ich richtig will.
Mir war nur klar, dass ich nicht mehr ins ERP Team zurück will. Als mir dann angeboten wurde zu den beiden Entwicklern (die eigentlich schon immer DevOps waren, auch wenn man es nicht so ganz klar benannt hat) ins Team zu kommen war ich begeistert. Programmieren und nebenbei auch die notwendige Infrastruktur zu hosten, war eigentlich schon immer mein Ding. Das hab ich schon damals bei h.team am liebsten gemacht. Gut, da kam auch noch vieles anderes dazu, weshalb dafür dann leider doch nicht allzu viel Zeit übrig war.
Letztes Jahr hab ich natürlich auch noch mein Nebengewerbe gegründet, wo ich noch etwas Office 365 Kram und allgemeine Computer Hilfe anbiete. Alles in allem ergänzt sich das mit der neuen DevOps Engineer Rolle und ich freu mich nun darauf.
Das alte Team war schon damals nett und wird es hoffentlich auch weiterhin sein. Zumindest haben denen die Waffeln auch geschmeckt und haben meine normalen T-Shirts oftmals gefeiert.
Die letzten 5 Monate beim Arbeitgeber in Tübingen waren trotzdem eine gute Zeit. Einfach um mal festzustellen, wie andere Firmen arbeiten und welche ERP Systeme es noch gibt. Außerdem hat es mir nun ganz klar aufgezeigt: ERP ist ein schönes Feld, aber nicht mehr mein Feld. Außerdem sollte ich in Zukunft mehr mit meinen Chefs sprechen, wenn mir irgendwo der Schuh drückt und nicht gleich wieder den Job wechseln. Es war trotz allem eine relativ angenehme Zeit dort und hat Spaß gemacht.

Ich bin gespannt, wie die DevOps Rolle am Ende wird. Aber ich hoffe, dass ich dort so glücklich werde um mindestens die 10 Jahres Prämie abzustauben. Zu diesem Zeitpunkt bin ich dann auch immerhin Mitte Vierzig und sollte endlich meinen Wunschjob gefunden haben.

Trotz allem: Hier noch ein Lesetipp zum Thema Recruiter.

Der neue Job und die Erfahrungen

Nachdem ich im Oktober nun den neuen Job angefangen habe, kann ich so langsam mal ein kleines Fazit ziehen. Zumindest ein Kollege aus der Logistik hatte da auch mal was dazu gefordert. :) Wie meine ersten Tage im neuen Job waren hab ich ja hier mal zusammengefasst. Keine Angst, die Firma steht weiterhin und nachdem das elektrische Problem nun gelöst ist, gab es überraschenderweise auch keine weiteren Ausfälle mehr. Irgendwie interessant, dass es genau dann passiert wenn ich als neuer Kollege dort anfange. Da hat wohl der B.O.f.H. (Bastard Operator from Hell) mal wieder sein Unwesen getrieben. ;)

Um mal auch die guten Seiten vom ERP kennenzulernen und nicht immer nur die Problemfälle hab ich mal Dashboards als Aufgaben bekommen. Einfach ein paar SQL Abfragen bauen und daraus mit etwas Javascript Optionen das Ganze auch hübsch machen. Das SQL hab ich mittlerweile (aus meiner Sicht) relativ gut raus. Teilweise auch recht komplexe SELECTs mit gejointen SELECTs. Gestern dann mal noch eine UDF verwendet. Gut einfach eine bestehende Abfrage genommen, alles nicht fürs Chart notwendige rausgeworfen und dann mal abgefragt. Hat sogar relativ gut hingehauen. Mit den Chart Optionen und vor allem diesem JavaScript Geraffel tu ich mich halt noch schwer. Es gibt vom Hersteller so gut wie keine tiefergehende Dokumentation (wer braucht auch schon Dokumentation? ). Dafür hatte ein anderer Kollege in der Vergangenheit schon viele Dashboards gebaut und so kann ich dabei abkupfern und es etwas anpassen. Ist immer ein guter Anfang um es nicht ganz so schwer zu haben.

Außerdem stand mal auf dem Plan die einzelnen Abteilungen kennenzulernen. Ist auch nicht verkehrt, da ich so auch die Kollegen und die Arbeitsweisen ein bisschen kennenlerne. Der Vertrieb war recht spannend. Die Kollegen ticken total unterschiedlich. Ein Kollege könnte vom Denkansatz auch gut in der IT arbeiten. Super strukturiert und straight forward. Andere sind einfach typischer für den Vertrieb: Viel Smalltalk und die zwischenmenschliche Ebene und sind damit super erfolgreich. Sie versprechen nicht nur Dinge, sondern kümmern sich auch bei Problemen darum. Der Webshop ist auch recht gut strukturiert und gut aufgebaut. So sieht man auch als Neuling mal wie das Produkt so aussieht, was man gerade verkauft. Und auch sonst klare Aufgabenverteilung. Der Innendienst macht die typischen ABs und Kundenanlage. Der technische Vertrieb fährt auch mal raus zu den Kunden und berät sie vor Ort. Aber auch die Planung von Dächern mit Solarmodulen wird darüber gemacht. Das Planungstool wurde vor vielen Jahren mal innerhalb der Firma entwickelt und ist mittlerweile richtig modern und gut benutzbar. Der Kunde kann auch selbst damit planen und gleich bestellen oder die Kollegen machen es für den Kunden. Ist relativ gut gemacht, man braucht aber etwas Erfahrung über die Produkte. :) Ansonsten ist es eine coole Truppe. Es gibt klare Vorgaben, aber durch die verschiedenen Charaktere macht doch jeder es ein bisschen individuell innerhalb der Vorgaben. :D

Danach war ich noch 2 Wochen in der Logistik. Bisher konnte ich mit dem Begriff Logistik so gut wie nichts anfangen. Aber zumindest in dieser Firma ist es so: Es wird geprüft ob die Mengen verfügbar sind, die Vorkasse bezahlt wurde und dann anhand von der Ware und Gewicht entweder per Paketdienstleister oder Spedition fertig gemacht, damit es im Lager verpackt werden kann. Bei einfachen Dingen für Paketdienstleister geht es recht leicht, bei Speditionen ist etwas Erfahrung und Köpfchen gefragt. Das war mir in den 2 Wochen fast etwas zu viel. Spannend finde ich aber auch. In diesem Bereich und beispielsweise bei kleinen Paketen mit dem Paketdienstleister ist das System recht fehlertolerant. Es meckert fast immer, wenn was fehlt und sagt es auch und verhindert, dass der Lieferschein ins Lager geschickt wird. Bei manchen Stellen könnte aber noch eine weitere Prüfung der eingegeben Daten nicht schaden. So kann man kleine Leichtsinnsfehler nochmal abfangen. Aber ansonsten ein ziemlich guter Ablauf. Zu der Zeit als ich dort war, war gerade weniger los. Daher war es nicht ganz so stressig, wie es sonst ist. Für mich war dies aber auch von Vorteil. Da ich so in Ruhe die Abläufe sehen konnte. Außerdem wurde gleich mal die Chance genutzt ein weiteres kleines Dashboard zu bauen. So hatten die Kollegen auch gleich was davon, dass mal ein ITler bei Ihnen mitschafft. ;)
Diese Abteilung ist auch bekannt als die Raucher Abteilung. Jo ich bin weiterhin Nichtraucher, aber ich find es trotzdem interessant. Erstens sind regelmäßige Pausen nicht verkehrt und zweitens schwätzt man beim Rauchen auch mal mit anderen Kollegen.

Jetzt ist die Logistik Phase für mich wieder vorbei und bin nun wieder in der IT. Hm jo, ich hab ein paar neue Aufgaben bekommen und gleich mal in eine relativ anspruchsvolle Stelle reingelangt. Das Coole an diesem ERP ist ja, dass der Source Code auch direkt verfügbar ist. Es basiert auf Java und ASP.NET. Das ist in diesem Fall etwas interessanter gewesen, weil ich so zumindest einigermaßen selbst nachvollziehen konnte, wie der Bereich aufgebaut ist. Die Anforderung hier noch ein Chart hinzubauen erschien mir dann auf den ersten Blick fast unmöglich, weil ich nicht wirklich die Abfrage gefunden habe, die aufgerufen wird. Nach einem Tipp von einem Kollege, dass es dazu eine ganz normale Quickview gibt bin ich schon mal die Abfrage gestoßen. Basierend auf dieser Abfrage konnte ich dann eine neue bauen, die dann ein Chart erstellt hat. Das Einbinden war dann auch nochmal ein Hindernis für mich. Aber mein Kollege hat es dann gesehen und so haben wir es dann ganz gut hinbekommen. Das ist das Gute an einem Team. Andere wissen vielleicht noch etwas mehr zu diesem Thema als man selbst und andere lernen vielleicht auch noch was von einem selbst.

So gesehen ist das ERP System nicht mehr nur ein brennender Haufen, den man schlecht gekühlt bekommt, sondern auch noch an manchen Stellen weniger warm. Es bleibt aber nach wie vor ein brennender Haufen, den man andauernd kühlen muss. Mal schauen wie lange es dauert, bis es endlich soweit abgekühlt ist, dass es nicht mehr brennt, sondern nur noch eine Glut hat. Naja, aber sowas ist in der IT ja nicht unüblich. Solange es nur eine Phase ist, die wieder vorbei geht kann man sich dran gewöhnen. Jedes ERP-System hat so seine Tücken. Aber es ist auch schon ein recht hoher Grad an Automatisierung erreicht, dass hab ich bisher in anderen Systemen weniger gesehen. Manchmal wurden von meinem ehemaligen IT-Chef auch Felder fürs Tracking weg disktutiert und die Trackingnummer zusammen mit anderen Informationen in ein großes Textfeld gespeichert. Man kann sich das Leben auch schwer machen. Aber da die Hierarchie hier klar war, hab ich nach Diskussionen für mich gedacht: "Jo kannste schon so machen, aber dann ist es halt später fürn Webshop kacke!"
Hier ist die Kultur eher offener. Daraus resultieren aber auch vielleicht heutige Probleme.

Und sonst so. Scheinbar fall ich etwas aus dem Raster mit den Stickern aufm Laptop und meinen T-Shirts mit manchen Sprüchen. Aber hey, eigentlich sind doch viele ITler so drauf. Nur Hemd und Krawatte, dass war noch nie mein Ding. Nicht weil ich keinen Krawattenknoten binden kann, sondern weil es nicht so wirklich in die IT passt. Die sollen einfach Dinge richten und machen. Da machen bunte T-Shirts das Leben etwas bunt. Ich mag auch die Chaos Events und interessiere mich für Netzpolitik, aber bin ich deshalb ein Nerd? Ich weiß nicht so recht. Dafür hör ich zu gerne (gut manchmal auch abgedrehte) Musik.

Negativer und einfacher Test von der FeuerwehrJo schau mer mal, was die Zukunft noch bringt. Gerade wenn jetzt wieder Corona anzieht. Immerhin gibt es wieder die Möglichkeit im Home Office zu arbeiten. So kann man sich die lumpigen Tests sparen. Die Feuerwehr wo städtisch ist und bekanntlich kein Geld hat, gibt einfach die ganz normalen Tests aus Plastik aber auch weniger Verpackungsmüll raus. Die funktionieren einfach wunderbar, so wie das Bild daneben zeigt. Die aus Papier und eigearbeitetem Plastik sind dagegen deutlich komplizierter und fehleranfälliger. Vielleicht bin i au oifach zblöd um des Glump zum teschda. ;) Naja wenn se es halt so wollen. Oder des isch ein weiterer Gogenwitz.

Was ich für 2021 brauche

Da hab ich neulich auf Twitter einen Tweet gesehen. Und irgendwie passt es bei mir gerade recht gut. Meine letzten beiden Ziffern sind 8 und 7. Also Liebe und Heilung. Liebe schadet nie. :) Anfang des Jahres hatte ich wieder Probleme mit dem Knie. Mittlerweile ist es wieder besser. Jo und dann war da seit dem Frühjahr der Drang unbedingt aus dem alten Job rauszukommen und woanders neu anzufangen. Jetzt hab ich den neuen Job, bin aber trotzdem noch irgendwie innerlich gehetzt. Irgendwie alles ein bisschen vertrackt.
Ich wechsel zwar das Umfeld, nehme mich aber immer selbst mit. Vielleicht muss ich daran etwas mehr arbeiten. Ein Waldspaziergang nach der Arbeit ist zwar etwas feines um zumindest Bewegung zu haben, aber irgendwie bekomm ich den Kopf trotzdem nicht frei genug. Gefühlt geht so vieles schief und kaputt. Und der neue Job trägt auch noch sein Teil dazu bei...
Samstags oft auf der Baustelle von Dani. Die Joggerei morgens um 6 Uhr ist seit der neuen Stelle praktisch weggefallen, weil ich früher losfahren will oder muss um nicht allzu spät im Geschäft zu sein. Nebenbei will ein guter Freund noch eine eigene Firma gründen um etwas Kohle zu verdienen. Damit ist natürlich auch ein hoher bürokratischer Aufwand verbunden. Ich habe auch vor ein Nebengewerbe zu gründen, aber irgendwie fehlt mir aktuell auch die Kraft und die Motivation dazu.
Auch wenn ich dieses Jahr doch immer wieder im Urlaub war, könnte ich aktuell schon wieder ein paar Urlaubstage gebrauchen. Einfach irgendwo weg. Die Idee im September nach Irland zu fliegen hatte sich ja leider in Luft aufgelöst, als Anfang September die Corona Warnung noch aktiv war.
Nun ist wieder Herbst und es wird wieder früher dunkel. Deshalb hab ich letzten Samstag schon mein Motorrad gewaschen und in die Garage gestellt. Vom alten Mopped hab ich Bilder gemacht und könnte es langsam mal einstellen um es los zu werden. Aber irgendwie fehlt mir die Motivation dazu.
Darum passt dieses Bild doch ganz gut. Liebe und Heilung. Heilung fürs Knie und Heilung für die Herbstdepression!

Kommt gut durch die dunkle Zeit. Nächstes Jahr kommt wieder die helle Zeit! :)

Die Kurve stagniert

Der letzte Monat war eigentlich dazu gedacht, dass ich mal wieder aktiv abnehme. Aber wie es halt immer ist, war es wieder nichts. Wenigstens hab ich das Gewicht fast gehalten. Wirklich nur minimal zugenommen. Naja, diesen Monat war auch die zweite Impfung was mich auch kurz aus der Bahn geworfen hat. Dafür war das Ende umso schöner. Ich suche seit Februar wieder aktiv nach einem neuen Job und nachdem nun sehr viele Absagen dabei waren, kam eine Anfrage via Xing von einem Vermittler. Eigentlich war ich schon sehr skeptisch bei diesem Angebot, weil die letzten Erfahrungen mit den Jobvermittlern fürn Arsch waren. Zumal ich vor nem Monat auch mal ein Gespräch mit einem Jobvermittler hatte. Zuerst ganz interessiert und nach 2 Wochen mal nachgehakt was denn daraus geworden ist. "Jo nö, die Firma will jemand anderen!" Aber mal selbstständig Rückmeldung geben ist halt doch zuviel verlangt. Das Gleiche bei einer anderen Firma neulich wieder. Zuerst ein relativ interessantes Gespräch. Dann mal nach Wochen nachgehakt, was der Stand ist. "Jo die Personalabteilung sollte eigentlich schon eine Absage rausgeschickt haben." Hat se halt verpennt. Na gut, was willst halt machen?
Hier noch ein Bild zum Einzelgewicht von diesem Monat.
Und jetzt das aktuelle Gespräch ging wirklich schnell. An einem Mittwoch haben wir gesprochen und hat sich wirklich gut angehört. Am nächsten Tag dann die Anfrage wann ich Zeit habe. Jo nächsten Dienstag klingt gut. Ich war da etwas voreilig, da ich die Anfahrt nach Tübingen unterschätzt habe. Hat aber sogar noch für 5 Minuten vor der Zeit gereicht. Mit dem Motorrad bin ich trotzdem nicht hingefahren, dafür war es zu wolkig und auf der Rückfahrt war auch glaub ich noch Regen dabei.
Ich hab mir ja schon länger einen Witz daraus gemacht das "Backen von Waffeln für die lieben Kollegen" zu erwähnen. Zumindest vor Corona war dies auch öfter ein Thema. Und sie haben es tatsächlich auch am Ende noch aufgenommen. Nur meinem neuen Chef ist das aufgefallen. Dafür war dem Chefchef der Satz "Besuchen von Konzerten von Gitarre, Schlagzeug, Bass und Gesang" aufgefallen um mal kurz zu fragen was das letzte Konzert war. Fand ich sehr genial und auflockernd und jeder hat was erzählen können. Neben Ramones, Metallica (was auch nicht so gut war), Linkin Park und Tool war schnell klar, dass auch gerne Punk, Rock und Metal gehört wird. Das Gespräch allgemein war übrigens sehr locker. Gleich am Anfang die Frage ob wir aufs Du wechseln. Fand ich die ersten beiden Minuten befremdlich, danach aber vollkommen OK und macht bei dieser Firma auch Sinn. Die stellen PV Module her und leben auch Nachhaltigkeit.
Am Tag darauf hab ich eine Mail mit meiner Einschätzung geschrieben und dass ich gerne dabei wäre. Als Antwort kam das "JA gerne!" und so hab ich nun ab 1. Oktober 2021 einen neuen Job. Ich freu mich drauf. Endlich wieder mit Kollegen vor Ort zusammenarbeiten und konkret daran arbeiten mithilfe dem ERP System beizutragen, dass die Firma einfach wachsen kann und so die Energiewende befeuern kann. Es gibt auch 2 Home Office Tage, was die Fahrerei nach Tübingen ein bisschen ausgleichen. Trotzdem freue ich mich heute schon alle Kollegen kennenzulernen.

Nach den letzten 2,5 Jahren von Phasen, wo ich doch recht oft unzufrieden war nun wieder einen Job zu finden, der einfach passt ist absolut genial. Im Übrigen gibt es im neuen Job etwas weniger Geld, was aber auch nur bedeutet, dass einfach 2 Monatsgehälter wegfallen. Das Monatsgehalt wird nach der Probezeit sogar etwas mehr als jetzt.

Und weil es gerade wieder wichtig ist und weil im September Bundestagswahl ist noch ein Lied:

Jobvermittler Erfahrungen

Ich habe mich in den letzten Monaten ein bisschen nach Jobs umgesehen und mich auch mal aktiv beworben. Die Erfahrungen mit den Jobvermittlern wie Robert Half sind aber doch erschreckend doof. Die Anfrage kam per Xing. Da es mal eine interessante Entwicklerstelle war hab ich mal direkt angerufen. Also direkt ins System aufgenommen worden. Die arbeiten übrigens alle mit Salesforce, ich komm mit dem System nicht wirklich klar und finde es eher ätzend.
Später wurde ich von jemandem angerufen und zu einem Gespräch eingeladen. Dann war da direkt eine freie Stelle als Entwickler frei. Also am nächsten Tag gleich hingefahren und ein gutes Gespräch gehabt. Die Stelle war zwar recht schnell nicht mehr im Gespräch aber sie hätten noch eine andere Stelle gehabt, die sie gar nicht mit dem Vermittler geklärt hatten. Nämlich so ein Systemadmin mit Programmiertätigkeiten. Wäre vielleicht spannend gewesen, ist aber dann nichts geworden, auch weil ich ein recht hohes Gehalt habe und dort auch gefordert habe.
Einige Tage später wurde ich dann zu einem Gespräch bei einem großen Baumarkt im Onlineshop eingeladen. Auch da war recht schnell klar, dass es nichts wird, weil ich die Skills nicht mitbringe. Dafür gab es unerwartet Bewerbungstipps vom Chef höchstpersönlich, die doch auch ein Gewinn für mich waren. Außerdem ein paar Infos bezüglich der Provision die so ein Jobvermittler verlangt: Nämlich stolze 30% vom Jahresgehalt. Da kann ich mir durchaus vorstellen, warum manche Arbeitgeber da etwas vorsichtig sind.
Vor allem ist es interessant: Bei meinem letzten Arbeitgeber hatten wir auch mal kurzfristig zwei neue Kollegen die über Jobvermittler kamen. Ironischerweise waren dies auch die Kandidaten die gleich wieder in der Probezeit gekündigt haben, da tut die Provision dann besonders weh.

Daher: Jobvermittler haben in manchen Bereichen sicherlich ihren Sinn. Aber in der IT braucht man das normalerweise nicht. ITler können Computer und das Internet bedienen und finden sicher die eine oder andere gute Stelle. Außerdem helfen oft auch Connections und Freunde die Leute kennen. Und zu guter Letzt gibt mehr als genug Jobseiten im Internet, da ist sicher die eine oder andere Stelle dabei.

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