Wie ich zur Stadt Calw kam

Seitdem ich Ende 2018 den Schritt gewagt und gegangen bin mir einen neuen Job zu suchen, ist gefühlt ziemlich viel Unruhe drin. Zuerst bis Ende September 2021 in Leinfelden gearbeitet, dann mal geschwind Oktober 2021 bis Februar 2022 in Tübingen gearbeitet, um dann wieder seit März wieder in Leinfelden in der gleichen Firma wie damals zu arbeiten.
Dort haben sich die alten Kollegen erstmal wieder gefreut, bis dann ein langjähriger Kollege im Mai gegangen ist. Ein anderer ist krank geworden und fällt länger aus. Eine andere Kollegin ist Mutter geworden und fällt daher auch aus. Die Motivation im Team war irgendwie auch schon mal deutlich besser. Eigentlich alles Dinge, mit denen man sich arrangieren kann. Die IT Abteilung wird langfristig gebraucht und mein Chef ist mit mir zufrieden. Das Gehalt kommt pünktlich und viel Arbeit wird an Dienstleister ausgelagert. Vor der Sommerpause hatten wir auch noch einen Workshop wo man die einzelnen Punkte aufgeschrieben hat, was dringend verbessert werden soll. Eine bessere Struktur und nicht mehr den Chef als Flaschenhals. Das wurde nun auch umgesetzt und kleine Teams gebildet, mit Teamleitern. Aber ja, da war sie wieder, die latente Unzufriedenheit. Einfach, weil vieles an Dienstleister ausgelagert wurde und ich in manchen Dingen auf meine Kollegen angewiesen war. Besonders frustrierend war die Tatsache, dass Kollegen angerufen haben, dass ihr Outlook nicht mehr tut. Ich hatte recht schnell die Firewall im Verdacht (was sie am Ende auch war). Dann aber erstmal abgeblockt. 3 Wochen lang rumprobiert und die Leute vertröstet. Sogar einig Profile gelöscht und neu erstellt. Tja, ging am Ende immer noch nicht. Dann der Anruf: "Hm, jetzt seh ich was in der Firewall."
Irgendwann im Oktober war dann mal wieder eine Stelle bei der Stadt Calw ausgeschrieben und ein Feuerwehrkamerad hat mich drauf hingewiesen. Da ich letztes Jahr schon mal eine Absage bekommen habe, war meine Motivation nicht wirklich da. Vor allem da ich auch vorhatte nächstes Jahr mal kürzer zu treten und als Freelancer durchzustarten. Also eine recht unmotivierte Bewerbung geschrieben und prompt wurde ich nach der Bewerbungsfrist wieder zeitnah eingeladen. Dann mich ein bisschen unmotiviert angestellt und mich als "Feuerwehrmann mit IT-Kenntnissen" vorgestellt. Ich dachte schon, dass muss ja reichen, die werden mich sicher nicht einstellen.
Dann kam an einem Donnerstag der Anruf vom Personalleiter: "Herr Aichele, ich wollte Ihnen gerade eine E-Mail schicken, die kam aber zurück. Wir würden Sie gerne einstellen." Ich musste da erstmal genauer drüber nachdenken. Da ich den IT-Chef schon von früher kenne, hab ich den am Freitag mal angerufen und mich informiert und was ich eigentlich machen soll. Das Gespräch hat dann meine Motivation abzusagen doch stark gezügelt. Ich sollte auch den Feuerwehrbereich IT-mäßig abdecken. Das klang erstmal gut. Gut das angebotene Gehalt war echt ein bisschen herb. Knapp 800 Euro weniger als ich jetzt habe. Aber das ließ sich schnell ändern. Einfach eine Stufe höher (ich hab ja 15 Jahre Berufserfahrung), dann waren noch 350 Euro brutto weniger. Das ist auch nicht wenig, aber dann am Ende doch verschmerzbar. Ich tausche das ein gegen 84 km weniger Fahren und ca. 1,5 Stunden Fahrzeit am Tag. So gesehen war meine Entscheidung bei der Stadt ja zu sagen relativ schnell klar. Ich hab mir dann nochmal konkret aufgeschrieben, was die positiven Punkte sind:
- Tagesverfügbarkeit für die Feuerwehr
- Ich wohne in Calw und arbeite nun für Calw
-> Ich will für Calw arbeiten und sie mitgestalten.
- Feuerwehrbereich IT-mäßig mitbetreuen
- 39 Stundenwoche und mehr Lebensqualität
- Aktuell interessante Projekte durch die Digitalisierung
-> Es gibt einiges zu tun.
- Ein motiviertes Team
- KEIN F***ING ERP-SYSTEM MEHR!

Die negativen Punkte waren erstaunlich wenig:
- 350 Euro brutto weniger im Monat
- Ich wollte doch eigentlich Freelancer werden

Jo und was macht man am besten nach so einem Lebenslauf wie bei mir. Richtig: Man zweifelt erstmal an der Entscheidung und fragt den himmlischen Chef um Rat. Also hab ich drüber gebetet und am Samstagmorgen hat sich das "Ja" schon recht deutlich angefühlt. Aber ich war doch noch leicht unsicher. Am Sonntag war das "Ja" immer noch da und am Montag auch. Also hab ich am Montag dann erstmal meinem künftigen IT-Chef das so gesagt und gleich danach dem Personalleiter die Zusage gegeben. Dann kam erstmal über eine Woche lang nichts, aber letzten Mittwoch kam die Ansage, dass ich den Vertrag unterschreiben kann. Das hab ich letzten Freitag dann gemacht und mich so mal kurz im neuen Team vorgestellt. Mir wurde auch gleich die große Küche gezeigt "Und hier kannst Du übrigens auch Waffeln backen. "
Ja gut, die Kündigung meinem aktuellen Chef zu sagen war dann nicht so einfach. Er war natürlich nicht amused und die Frage, ob ich früher gehen kann, wurde klar verneint. Kann ich auch verstehen, jetzt hab ich mich gerade wieder in neue Projekte eingearbeitet und die aktuell ausgeschriebenen Stellen können seit Monaten nicht besetzt werden mangels passender Bewerber! Kein Wunder, dass er sauer ist. Ein Tag später hat er in der Abteilungssitzung dann den neuen Plan mit den Teams vorgestellt. Und ich war dann auch rausgestrichen. Ist echt nicht toll, aber am Ende hat er es halt akzeptiert und so fange ich dann ab Februar bei der Stadt Calw an.

Ich seh es diesmal auch nicht als nur meine eigene Entscheidung, sondern irgendwie auch eine Führung vom Chef (also der himmlische). Warum sonst sollte ich sonst einfach völlig unmotiviert eine Bewerbung schreiben, dabei sogar einen Tippfehler in der E-Mail-Adresse hinterlassen (vermutlich unabsichtlich) und am Ende den Job bekommen. Klar, ich hab es auch fachlich drauf und kann auch mit Menschen einigermaßen reden. Aber dass ich am Ende wirklich dort lande und mich schon auf die Stelle freue, ist schon mehr als eine 180 Grad Wende.
Der Spruch passt halt immer und hier besonders gut:

Der Mensch denkt, Gott lenkt.
Der Mensch dachte, Gott lachte.

Der himmlische Chef ist zwar manchmal zornig und hat durchaus auch schlechte Seiten, aber auch einen sehr guten Sinn für Humor und meint es in der Regel gut mit uns Menschen.

Ja und falls ihr mein Kollege (m/w/d) werden wollt. Es ist aktuell auch noch eine weitere Stelle ausgeschrieben.

Du weißt gar nicht, was Du eigentlich machen willst

"Du weißt gar nicht, was Du eigentlich machen willst." - Diesen Satz hab ich tatsächlich neulich noch bei der Übergabe am letzten Arbeitstag gehört.
Wenn ich so die Zeit vom ersten Jobwechsel Anfang 2019 als ehemaliger Generalist (2007 - 2018) hin zu einem Spezialisten (ERP und CRM) rückblickend betrachte, tat ich mich da wirklich sehr schwer. Ich wollte sogar schon nach 2 Monaten beim Probezeit Gespräch hinschmeißen. Das Gefühl plötzlich auf andere angewiesen zu sein, war einfach gigantisch groß. Beispielsweise war die Aufgabe einen E-Mail User einrichten für eine neue Domäne plötzlich auf 3 Leute verteilt. Einer macht den Domänenkram, ein anderer die AD und ich bekomm die Anfrage und soll die neuen Zugangsdaten schicken. Jo und jeder Kollege tickt natürlich anders. Der eine ist recht schnell, weil er gerade Zeit hatte. Ein anderer lässt sich etwas Zeit, weil viel zu tun ist. Könnte ich alles selbst machen, wäre natürlich alles schnell erledigt. :D
Dann war da damals noch die ständige Abhängigkeit vom Dienstleister. Wussten wir etwas intern nicht, schrieb man eben ein Ticket an den Dienstleister. Der antwortete manchmal schnell und gut, manchmal aber auch langsam und dann auch noch dürftig. Besonders schlimm (jedenfalls für mich) empfand ich es, als wir für eine neue Tochter einen Webshop einrichten sollten. Am Anfang der Projektphase wurde alles hoch und heilig versprochen und dass ja alles total einfach sein soll. Dann bekamen wir einen Consultant zugeteilt, den man gelinde gesagt in der Pfeife rauchen kann.
"Ja wissen Sie, bei einem anderen Kunden geht das alles ohne Probleme. Der hat aber schon die neuere ERP Version." Mit der Info bin ich dann zu meinem Chef. Aber ein Update kam zu diesem Zeitpunkt nicht in Frage, weil wir gerade mitten in der Einführung einer Tochter waren. Also haben wir die ERP Einführung letztendlich ohne den Webshop gestartet. Später wurde dann die ERP Version upgedatet. Aber oh welche Überraschung, die versprochenen Features, welche angeblich mit der neuen Version funktionieren sollten, haben trotzdem nicht funktioniert.
Gut, mit dem Webshop sind auch viele politische Absprachen nicht umgesetzt worden. Damit wurde mir nur klar: "Ok, lass uns den Webshop noch einführen und danach bin ich weg."

So hab ich letztes Jahr einige Bewerbungsgespräche hinter mich gebracht. 3 sogar für IT Admin Stellen im öffentlichen Dienst. Ich war damals sogar bereit einen kleinen Teil von meinem Monatsbrutto abzugeben, nur um im öffentlichen Dienst mitarbeiten zu dürfen. Im Nachhinein bin ich auch froh, dass es nicht geklappt hat. Die Nähe zu Calw wäre sicherlich besser gewesen, aber egal wie modern sich die Verwaltung ausgibt am Ende ist es doch immer noch eine Behörde mit eingerosteten Strukturen. Aber ich habe auch viele Bewerbungen an andere örtliche Firmen verschickt. Es gab meistens dann aber doch eine Absage. Entweder hat es fachlich nicht gepasst oder meine Gehaltsforderung war zu hoch. Aber hey ich seh es nicht ein, dass ich mich unter Wert verkaufen muss. Gut irgendwann kam dann mal eine Mail per Xing eine Nachfrage zu einem ERP Job und innerhalb einer Woche hatte ich dann einen neuen Arbeitsvertrag. Dort hab ich es immerhin 5 Monate ausgehalten. ;)

Rückblickend betrachtet habe ich mich schon damals beim Bewerbungsgespräch für den Job Anfang 2019 auf einen Kompromiss eingelassen. Damals waren nämlich mehrere Jobs ausgeschrieben. Ich hab mich in der Bewerbung prompt mal auf 2 Jobs beworben. Einmal als "Software Entwickler für den Embedded Bereich in C#" und einmal als "ERP / CRM Anwendungsbetreuer". Mir war damals auch schon klar, dass ich für den Job als "Software Entwickler" vermutlich zu wenig Erfahrung mitbringen werde. Ich hab zwar damals recht intensiv im Rahmen von der elektronischen Baumhaus Code Schloss Schaltung mit Arduino und C beschäftigt. Aber dabei natürlich nur fertige Bibliotheken verwendet und hauptsächlich die Logik geschrieben. Mit C# war ich tatsächlich tiefer drin, auch wenn ich meistens nur irgendwelche Logik Programme geschrieben haben. Aber Datei Handling und Auslesen aus Datenbanken, Umwandlung nach XML und eine Weiterverarbeitung über ein DataSet war schon dabei.
Ratet mal zu welchem Job ich dann damals eingeladen wurde. Natürlich für den Job als Anwendungsbetreuer für ERP und CRM. Gut, ich wollte zum damaligen Zeitpunkt einfach mal in einem Team arbeiten und so war dies tatsächlich eine gute Anlaufstelle. Zumal das Gehalt und die Zusatzleistungen bis heute dort nicht wirklich schlecht sind. Das Gehalt ist gleich geblieben, aber zwecks Tarifvertrag sind durch die ganzen Zusatzzahlungen am Jahresende gute 2 Monatsgehälter dazu gekommen. Die Freude war dann kurz groß. Als ich damals mit meinem Kollegen bei h.team gesprochen habe meinte er nur: "Hm, du schwärmst die ganze Zeit vom Programmieren und dass dir das eigentlich am meisten Spaß macht. Und jetzt gehst Du zu einem Job wo Du als ERP Betreuer arbeiten sollst?" Jo er hatte damals schon recht, das war nicht wirklich logisch.
Ich hab den Job natürlich trotzdem angetreten und nach den ersten Äußerungen, dass ich mich im Job etwas eingeschränkt fühle, hab ich dann tatsächlich mehr Aufgabenbereiche bekommen. Mal Office 365 (Exchange Online) für die Töchter einführen. Später auch die AD für die Töchter Mitbegründer und einfach insgesamt mehr Admin Kram. Mitte 2019 ist dann der Kollege weggegangen, welcher bisher die Eigenprogrammierungen für das ERP gemacht hatte. Also so einfache Dinge wie Artikel Import von SAP in unser ERP. Oder eine Schnittstelle, welche XML Dateien in ein anderes Pseudo XML Format transformiert. Da ich ja schon Programmier Erfahrung hatte, war dies endlich meine Chance wieder Programmierluft zu schnuppern. Natürlich war meine erste Tat Git zu installieren. Trotz viele Eigenprogrammierungen in dieser IT Abteilung war für die C# Programme scheinbar keine Versionsverwaltung vorhanden. Da ich Git schon von meiner alten Firma kannte, war dies die beste Wahl für mich. Denn das Programm was ich übernommen habe, war ein typisches "erstes Programm". Einfach alle Methoden runtergeschrieben und alles natürlich in einer Datei. So kann man sich schön einen Wolf suchen, wenn man eine Referenz von Zeil 120 auf Zeile 935 findet. Nach der Übernahme hab ich die Gelegenheit wahrgenommen, das Programm auch ein bisschen besser zu organisieren. Bestimmte Methoden die logisch zusammengehören in eigene Dateien auszulagern und neue Methoden zu schreiben, die für die neue Tochter notwendig waren.
Das war damals richtig erfrischend für mich. Vor allem weil das Programm, welches ich vom Kollegen übernommen habe und wir damals getestet haben im Live Betrieb ständig auf die Füße fiel. Zum Hintergrund. Ein Versandprogramm schreibt immer eine bestimmte Datei in einen Pfad. Das vom Kollegen geschriebene Programm wartet per "File.Changed" Event ob diese Datei im Ordner vorhanden ist und wenn es diese erkennt, soll eine Logik starten, welche dann eine andere Datei generiert, damit das Versandprogramm dieses Einlesen kann.
Doch leider hat dieses Programm öfter mal die Datei vom Versandprogramm nicht mitbekommen und so war das Versandprogramm dann immer blockiert.
Die Idee mit dem "File.Changed" Event war eigentlich sehr elegant, aber in der Praxis (warum auch immer!) nicht praktikabel, weil es einfach nicht funktionierte. Am Ende hab ich einfach eine kleine Schleife eingebaut, welche jede Sekunde prüft ob die Datei vorhanden ist. Ist die Datei nicht vorhanden, schläft das Programm kurz eine Sekunde und prüft dann nochmal. Nach diesem einfach Hack war das Problem gelöst und das Programm funktioniert seitdem tadellos. Jetzt kommen nur noch Fehler vor, wenn die Lieferschein Datei nicht gefunden wurde.
Aber das fand ich dann doch auch bemerkenswert. Es kommt einfach darauf an, die eigene Anwendung realitätsnah zu testen. Das "File.Changed" Event hat auf lokalen Laufwerken immer wunderbar funktioniert. Aber sobald es auf einem Netzlaufwerk lief gab es regelmäßig Probleme. Auf die Idee mit dem stumpfen Prüfen bin ich hauptsächlich dadurch gekommen, weil ich sowas ähnlich schon mal für den Arduino gemacht habe. Da prüfe ich auch regelmäßig eine Eingabe und wenn nichts kommt, wird es eben zurückgesetzt. Das war einfach eine super schöne Zeit. So konnte ich wieder etwas machen und zwar mit eigenen Händen. Ganz ohne Blackbox und fremde Dienstleister.
Die Reaktion bei der damaligen Übergabe der Programmierungen an die Kollegen und das Git im September 2021 war auch ernüchternd. "Hm jo das Git ist ja eigentlich voll toll. Aber das brauchen wir trotzdem nicht. Fragen wir lieber unsere Hardware Entwicklung ob wir deren SVN haben können." Gut... sie haben immerhin die Versionsverwaltung nicht grundsätzlich ausgeschlossen.
Der Grund für meinen Wechsel Ende September 2021 war dann, dass einfach einfach sehr vieles über Dienstleister lief. Das ist bequem, aber oftmals weiß man dann als "Admin" gar nicht mehr wirklich, was das Stück Software eigentlich macht. Das fand ich befremdlich. Grundsätzlich sind Dienstleister nach wie vor nicht verkehrt. Beispielsweise beim Betreiben der Website und des Webshops war dies goldwert. Ein Magento oder mehrere WordPress Instanzen muss man nicht unbedingt selbst hosten. Dafür ist ein spezialisierter Dienstleister sehr sinnvoll. Vor allem wenn dieser auch noch das Design macht. ;)
Anfang Oktober ging es dann nach Tübingen. Natürlich wieder als ERP Admin. Hier war es etwas spannender, weil dann doch wieder mehr normaler Helpdesk auch bei uns landete. Aber das ERP war leider teilweise so verbogen, dass es keinen Spaß mehr machte. Und natürlich musste man auch einiges direkt in der Datenbank "reparieren". Am Ende des Tages hat das System scheinbar trotzdem gut genug funktioniert. Schließlich wird damit ein 3 stelliger Millionenumsatz generiert. Die Zeit war definitiv auch sehr hilfreich. Schließlich hab ich damit recht schnell SQL gelernt. Gar nicht unbedingt mal die "update" oder "delete" Befehle, sondern auch recht viel im "select" Bereich. Das war besonders spannend, wenn mal wieder ein paar neue Dashboards anstanden. Besonders abstrus fand ich, dass die Tabellen wohl alle keine Primärschlüssel und keine Fremdschlüssel haben. So konnte man eben alle Felder miteinander joinen. Jo hat meistens gut funktioniert. Als ich dann auch bei anderen Kollegen im Vertrieb, in der Logistik oder im Lager war, war es irgendwie intuitiver. So hab ich schnell die Anwendungen gesehen und nicht nur die Fehler.
Aber am Ende war dieses ERP System dann doch noch der Tropfen was das Fass zum Überlauf gebracht hat. Ich will einfach nicht mehr weiter im ERP Admin Bereich arbeiten.
So hab ich in den letzten Wochen wieder mit meinem alten Chef gesprochen und gefragt ob meine Rückfahrkarte noch gilt. Die waren tatsächlich alle recht begeistert, weil ich ja kein schlechter Mitarbeiter bin oder war. Menschlich komm ich in den allermeisten Fällen gut mit den Kollegen und Kolleginnen aus. Nur steh ich mir oft selbst im Weg, wenn mich etwas stört. Statt es klar zu benennen, meckere ich darüber hab aber dann doch keine klare Vorstellung was ich richtig will.
Mir war nur klar, dass ich nicht mehr ins ERP Team zurück will. Als mir dann angeboten wurde zu den beiden Entwicklern (die eigentlich schon immer DevOps waren, auch wenn man es nicht so ganz klar benannt hat) ins Team zu kommen war ich begeistert. Programmieren und nebenbei auch die notwendige Infrastruktur zu hosten, war eigentlich schon immer mein Ding. Das hab ich schon damals bei h.team am liebsten gemacht. Gut, da kam auch noch vieles anderes dazu, weshalb dafür dann leider doch nicht allzu viel Zeit übrig war.
Letztes Jahr hab ich natürlich auch noch mein Nebengewerbe gegründet, wo ich noch etwas Office 365 Kram und allgemeine Computer Hilfe anbiete. Alles in allem ergänzt sich das mit der neuen DevOps Engineer Rolle und ich freu mich nun darauf.
Das alte Team war schon damals nett und wird es hoffentlich auch weiterhin sein. Zumindest haben denen die Waffeln auch geschmeckt und haben meine normalen T-Shirts oftmals gefeiert.
Die letzten 5 Monate beim Arbeitgeber in Tübingen waren trotzdem eine gute Zeit. Einfach um mal festzustellen, wie andere Firmen arbeiten und welche ERP Systeme es noch gibt. Außerdem hat es mir nun ganz klar aufgezeigt: ERP ist ein schönes Feld, aber nicht mehr mein Feld. Außerdem sollte ich in Zukunft mehr mit meinen Chefs sprechen, wenn mir irgendwo der Schuh drückt und nicht gleich wieder den Job wechseln. Es war trotz allem eine relativ angenehme Zeit dort und hat Spaß gemacht.

Ich bin gespannt, wie die DevOps Rolle am Ende wird. Aber ich hoffe, dass ich dort so glücklich werde um mindestens die 10 Jahres Prämie abzustauben. Zu diesem Zeitpunkt bin ich dann auch immerhin Mitte Vierzig und sollte endlich meinen Wunschjob gefunden haben.

Trotz allem: Hier noch ein Lesetipp zum Thema Recruiter.

Neuer Job ist lustig. ;)

Letzten Freitag war mein erster Tag im neuen Job. Als neuer Mitarbeiter muss man natürlich die Kollegen gleich mal wachrütteln, weshalb zum Einstand gleich mal beide Sicherungen für den Serverraum heraus geflogen sind. Da war mal gleich etwas Action am Start. Die eine USV hat es dann auch nicht überlebt und das auch mit einem kleinen Funkenflug und einem lauten Schlag zum Ausdruck gebracht. Am Ende haben wir die Sicherungen dann nochmal reinbekommen und hatten übers Wochenende Ruhe.
Am Montag war es dann noch relativ lange ruhig. Am Vormittag sind die Sicherungen aber nochmal geflogen. Da haben wir dann schon mal angefangen eine genauere Fehlersuche zu machen und etwas um zu verkabeln. Nach dem Mittagessen ging es dann weiter mit dem Sicherung fliegen. Diesmal haben wir aber festgestellt, dass auch im Lager ein Arbeitsplatz ausgegangen ist. Die Ursache war also recht eindeutig: Die eine Sicherung im Serverraum muss noch mit einer Sicherung im Lager zusammen hängen. Und beide hängen auch noch am gleichen FI Schalter. Das ist natürlich sehr ungeschickt, wenn im Lager gerade das Dach undicht ist und es immer wieder rein regnet.
Nachdem wir das mal grob abgeklärt haben, konnten wir die Verkabelung mal etwas sinnvoller umverkabeln. Eine Ersatz USV hatten wir auch schon am Freitagnachmittag bestellt und diese kam heute dann an. Diese ist nun wieder in Betrieb und macht nun erstmal keinen Ärger mehr. Der Elektriker hat heute auch noch bestätigt, dass tatsächlich eine Sicherung im Lager mit der Sicherung im Serverraum zusammen hängt. Das wird morgen dann nochmal getauscht.
Tja, so ist das eben mit neuen Mitarbeitern. Man braucht sie, aber am Anfang machen diese halt erstmal Ärger. Das Gute ist aber ja: Meistens nur die ersten 3 Tage. Da heute schon der 4. Tag war gab es auch keine Ausfälle mehr. :)
Natürlich hab ich die Ausfälle nicht verursacht, aber so hab ich immerhin schon einen kleinen Spitznamen "Destroyer" bekommen.

Alles in allem ist es eine lustige Truppe. Es wird gelacht oder ich finde immer wieder nette Stellen im Intranet. An manchen Stellen ist etwas Chaos sichtbar. Aber hey: Wer bis vor Corona immer wieder auf Chaos Veranstaltungen war wie das Camp oder diverse Congresse war ist ein gewisses Chaos gewöhnt. Solang das Chaos noch eine gewisse Struktur hat und sich am Ende auch noch lösen lässt ist alles in Ordnung. Danach sieht es bisher aus.
Das es ein gutes Team ist merkt man auch schnell, wenn man abends noch was trinken geht und auch da noch Dinge zu erzählen hat. Kleine Frotzeleien gehören da auch mal dazu. :)

Deshalb hier noch ein Lied dazu (Fettes Brot geht immer):

Ein Job geht zu Ende, ein neuer beginnt

Nachdem nun schon in einem Kommentar gefordert wird, dass ich wieder mehr schreiben soll, gibt es also wieder mehr zum Lesen.

Das Leben ist spannend und mit der Zeit verändert sich alles. Man wird älter, einige werden sesshaft, heiraten und bekommen Kinder. Ich bin nun zwar auch älter geworden, aber immer noch Single, kinderlos und somit relativ frei. Wie ich zu meinem neuen Job, der ab Oktober anfangen wird, gekommen bin steht ja hier.
Die letzten Wochen waren relativ intensiv. So war am ersten September Wochenende noch ein Release Wechsel von unserem ERP System. Da hatte es mir schon leicht davor gekraust. Im Nachhinein war es aber insgesamt recht gut vorbereitet und getestet. So ziemlich alles was wir getestet hatten und am Ende auch akribisch dokumentiert und an den Dienstleister mitgeteilt haben, ging dann recht gut los. Mein Kollege hatte dann von Sonntag auf Montag eine Nachtschicht eingelegt um die ersten Kollegen in Asien supportmäßig abzudecken. Es gab tatsächlich etwas Kleineres was nicht ging. Aber da wir das im Testsystem schon mal gesehen hatten, war es kein Beinbruch. Insgesamt war die Woche nach dem Releasewechsel kurz etwas mühsam, aber die Anfragen der Töchterfirmen bezüglich Problemen hielt sich echt in Grenzen und die neuen Probleme wurden auch immer recht kurzfristig wieder gelöst. Am Ende hat mir diese Zeit wieder am meisten Spaß gemacht. :) Es war zwar auch kurzfristig stressig, aber ich war auch wieder gut gefordert und konnte viele Probleme auch recht einfach lösen. Manches wussten wir während der Testphase schlicht und ergreifend nicht, da es Bereiche sind, die wir nicht nutzen und die Töchter vor vielen Jahren mal eingeführt haben. Das war aber auch kein Problem, da wir die Probleme wie gesagt recht schnell lösen konnten. :)

Im alten Job wurde uns ab Ende November 2020 wieder Home Office verordnet. Für Mitte September gab es dann wieder die Anweisung, dass wir wieder mindestens ein Tag in der Woche ins Büro kommen sollten. Am Anfang fand ich das eher nervig. Wieder aufstehen ins Auto hocken und im Büro die gleiche Arbeit machen, die ich die ganze Zeit auch daheim gemacht habe. Vor allem das Hören von Musik nebenher war so ohne Weiteres nicht mehr möglich. Aber ich hab die Zeit im Büro auch wieder genossen. Endlich wieder Kollegen zu sehen und ab und an auch mal eine Runde reden. So etwas ist daheim wirklich sehr schwierig. Oder man telefoniert explizit mit den Kollegen. Aber auch Infos die einfach so mal gesagt werden bekommt man daheim nicht mit. Deshalb war ich dann manchmal doch etwas überrascht als eine Neuigkeit gab. Ich finde daher mittlerweile Home Office ganz nett, aber schätze auch wieder das Büro. Manchmal ist es einfach besser im gleichen Büro zu sitzen. Da geht der Informationsfluss einfacher. Außerdem war die Arbeitsatmosphäre auch wieder anders. Irgendwie mehr Konzentration. Natürlich auch recht nervig, wenn man mit 5 Leuten im Büro hockt und 3 davon telefonieren. Aber ansonsten auch einfach recht gut.

Letzte Woche war nun dann wirklich meine letzte Woche. Von Dienstag bis Donnerstag war ich nochmal im Büro. Für Dienstagabend hab ich mich nochmal mit einem Kollegen aus der Produktion zum Moppedfahren verabredet. Wir haben in den letzten 2 Wochen doch immer mal wieder und teilweise auch recht intensiv miteinander zusammengearbeitet. Diese Feierabendrunde war wirklich gut und hat Spaß gemacht. Aber auch recht eindrücklich: "Schade, dass Du gehst. Aber wenn es Dir im neuen Job doch nicht gefallen sollte kommst halt wieder zurück."
Am nächsten Tag kamen dann auch noch der kaufmännische Geschäftsführer und der Geschäftsführer im Büro vorbei und haben sich auch nochmal persönlich von mir verabschiedet. Auch wieder: "Schade, dass Sie gehen! Aber sie wissen ja: Wenn es im neuen Job doch nichts werden soll, kommen se halt wieder zurück!"
Mittwochabends habe ich dann noch zu einer Runde im Biergarten eingeladen. Viele sind meiner Einladung gefolgt und es war eine schöne Runde. Auch eine Kollegin, die Ende Januar in den Mutterschutz gegangen ist kam zu unserer Runde dazu. Ich glaube alle haben die Runde wieder genossen um auch die anderen Kollegen wieder zu treffen und nicht nur wegen dem Freibier oder Freigetränk von mir. Aber auch hier war es wieder sehr eindrücklich: "Schade Tobi, dass Du gehst. Es war eine schöne Zeit mit Dir. Aber jetzt schaust es Dir halt mal im neuen Job an und so nach 2, 3 Monaten wenn es dort doch doof ist, kommst halt wieder zurück. :)"
Der Donnerstag war dann mein letzter Arbeitstag im Büro. Der war auch nochmal etwas spannend. Einfach noch letzte Dinge abgeben und von ein paar anderen Kollegen verabschieden. Auch hier war es halt immer einstimmig: "Schade, dass Du gehst! Aber Du weißt ja, wenn es im neuen Job nichts wird, den Weg kennst Du ja und die Türen stehen für Dich offen."

Ich finde, dass zeigt am Ende auch nochmal ein besonderes Lob. Die Kollegen waren wohl mit meiner Arbeit im allgemeinen zufrieden und schätzen mich wohl auch als Kollegen. Von einem Kollegen hab ich zum Abschied auch noch ein Päckle Mehl bekommen. Sogar ein hochwertiges 550er. Normal verwende ich eher Standard 405er. Die Waffeln haben soweit auch geschmeckt.

Zu den Waffeln noch eine lustige Anekdote. Am Mittwoch als die Geschäftsführer dann noch durch unser Büro liefen haben sie noch meine Waffeln entdeckt. Also erstmal die Packung mitgenommen um auch der Sekräterin was zu geben. Der Geschäftsführer dann zu den Kollegen: "Gell, wenn es das nächste Mal wieder so leckere Waffeln gibt, bitte Bescheid geben. Die waren echt lecker!"
Achja. Da ist man jahrelang im gleichen Stock, aber auf die Idee mal Waffeln ins Büro der Geschäftsführer zu bringen kam bisher niemand. Na gut, dann wären ja auch weniger für die Kollegen da gewesen. Wobei meine Mengen schon immer ein paar Tage reichen. Achso übrigens hier noch die Rezepte dazu.

Und nun hab ich seit gestern endlich frei und vermisse schon leicht die Kollegen. Aber andererseits freu ich mich auf die kleine Auszeit bis Ende September. Ab 1. Oktober geht es dann schon wieder im neuen Job los. Das heißt am 30. September muss ich noch ein paar Waffeln backen. Rein jobmäßig war die Entscheidung im alten Job aufzuhören richtig (Die Stelle ist zu stark mit externen und teilweise nervigen Dienstleistern verwachsen), aber dass mir am Ende die Kollegen doch recht nah ans Herz gewachsen sind hab ich dann doch unterschätzt.

Jetzt bin ich mal auf die neue Stelle gespannt. Bisher machen die Kollegen einen netten Eindruck auf mich. Mal schauen wie es sich im Alltag heraus stellt und wie nervig die Pendlerei am Ende doch wieder werden wird. Die Arbeitsaufgaben werden vermutlich wieder spannender und herausfordernder. Andererseits gebe ich auch einiges auf. Finanziell bedeutet das zum Beispiel, dass das Monatsgehalt gleich bleibt bzw. nach der Probezeit minimal höher ist. Aber die ganzen Extra Zahlungen wie Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld, Sonderprämien oder sonstiges komplett wegfällt. Na gut, vermutlich gibt es in guten Jahren am Ende auch mal eine kleine Erfolgsprämie. Die ist ja auch variabel. :)
Dafür gibt es wieder Geschäftssmartphone. Was ich davon halten soll, weiß ich noch nicht. Aber kann auch ganz schick sein. Selbst moderne Smartphones sollen noch eine Ausschaltfunktion besitzen. ;) Die spannendsten Klauseln finde ich 3 Monate Kündigungsfrist und 17 Überstunden, die mit dem Gehalt abgegolten sind. Bei allen Arbeitgebern hab ich bisher immer recht ähnlich verdient. Beim ersten auch schon ähnlich, beim aktuellen gab es halt noch umgerechnet 2 Monatsgehälter in Form von Sonderzahlungen übers Jahr verteilt dazu. Beim neuen fallen diese wieder weg, dafür gibt es ein Geschäftshandy mit Privatnutzung Erlaubnis (auch ein Vorteil) aber bisher die härtesten Bedingungen im Arbeitsvertrag.
Na gut, ich hab ja nicht ohne Grund unterschrieben! Einfach weil ich mir neue Herausforderungen im Job erhoffe (darüber haben wir ja auch schon im Vorstellungsgespräch gesprochen) und ich den Eindruck habe, dass die Du-Kultur, die Öko Kultur (Solar ist eben ökologisch) und die Kollegen auch zu mir passen. Ich pass hoffentlich auch zu Ihnen und nicht nur wegen den Waffeln, sondern auch so. :)

Alles in allem: Es waren nun interessante 2,75 Jahre im alten Job und ab Oktober beginnt eine neue Zeit. Auch wenn der alte Job oft auch nervige Phasen hatte, hab ich am Ende auch wieder vieles gelernt. Fachlich und auch menschlich. Daher: DANKE an den alten Job und HALLO an den neuen Job!

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