Aaaaaaaaaaaaarg o_O

Es wird mal wieder Zeit für einen Rant!
Mein Arbeitsleben ist gefühlt seit 2020 ein Riesenkack! Damals hat es angefangen als wir für eine Tochter in Übersee einen Webshop an unser ERP System dran machen sollten. Die Präsentation war eigentlich erstmal ganz schick. Ja geht alles wunderbar und Magento ist hier wirklich super supportet und Kaffee kann die Software wohl auch noch. Achja und für Übersee müssten sie aber besser noch die Steuerberechnung externalisieren. Einer unserer Kunden hat das jedenfalls so gemacht.
Das mit der Steuer war dann organisatorisch kein Problem. Die Kunden haben einfach Bescheinigungen an unsere Tochter geschickt, damit wurde immer 0% Steuer berechnet. Das ist unter Geschäftsleuten dort so üblich. Also kein Problem von dieser Seite aus.
Wir waren also jung und frohen Mutes: "Was soll auch schon schiefgehen?" Also haben wir unseren Website Dienstleister gefragt ob er uns eine Magento Shop Instanz bauen kann. Das war wirklich schnell gemacht. Innerhalb weniger Tage war die Instanz eingerichtet und das Design auch schnell nachgezogen. Die Installation der Schnittstelle zum Shop wurde dann auch recht zeitnah installiert. Aber beim ersten Verbindungstest gab es gleich mal Fehlermeldungen. Es konnten einfach bestimmte Dateien nicht gefunden werden. Die Info, dass man den Verbindungstest immer nur von einem bestimmten Applicationserver aus startet bzw. durchführt stand in der Doku wohl nicht drin. Nach 3 Monaten und einigen Patches ist es aber dann doch tatsächlich gelungen eine Verbindung zum Magento Shop aufzubauen und sogar das erste Mal einen Austausch von Adressen, Artikel und Aufträgen zu machen. Da wir natürlich mit einer Tochter in Übersee zusammenarbeiten mussten natürlich auch erstmal noch die Adressfelder angepasst werden. Außerdem ist es in Übersee üblich, dass der Kunde eigene Kundenkonten bei den Versanddienstleistern hat. So gehen die Kosten für den Versand direkt an den Kunden. Das kann Vorteile bringen wenn der Kunde gut mit dem Versanddienstleister verhandelt hat und damit gute Konditionen hat. Da es sowas in Europa aber natürlich nicht gibt, war das Ganze erstmal wieder mit einer Anpassung der Software verbunden. Ein dreiviertel Jahr später war es dann fertig. Wir hatten auch schon in den Besprechungen mit den Kollegen in Übersee angekündigt, dass wir in Zukunft die Zahlungen per Paypal machen müssen. Das wurde dann erstmal akzeptiert. Kurz vor dem Go-Live wurde dann gesagt, dass Paypal nicht geht. In vielen Firmen ist Paypal von der Firewall gesperrt. Fand ich zuerst etwas verwunderlich, da Paypal doch eigentlich überall verbreitet ist. Jo dann wurde kurzerhand ein alternativer Kreditkarten Zahlungsdienstleister der Hausbank ins Spiel gebracht. Die Schnittstelle vom ERP System hat diesen Zahlungsdienstleister natürlich nicht erkannt. Deshalb war der manuelle Aufwand enorm hoch. Aber egal, am Ende wurde es akzeptiert.
Jetzt hatte der alte Webshop aber noch den Vorteil, dass man sich mit einem Kundenaccount mehrere Unteraccounts erstellen kann. Das kann Magento aber leider nicht und die Schnittstelle erst recht nicht. Am Ende gab es einfach enorm viele Verzögerungen und bis zu meinem Wechsel im September 2021 war der Webshop immer noch nicht eingeführt. Erst als ich dann weg war wurde er plötzlich ganz schnell eingeführt und alle Probleme waren scheinbar vergessen oder wurden akzeptiert.

Zur kleinen Abkühlung noch etwas erfreuliches:
Im Zuge der ERP Einführung gab es noch eine andere Schnittstelle zum Versandprogramm. Das war relativ einfach zu realisieren, da es einfach Textdateien ausgespuckt hat und dann verarbeitet. Die Schwierigkeit war nur, dass das Versandprogramm einen sehr eigenen Pseudo XML Dialekt erwartet hat. Das ERP Programm hat aber schon standardmäßig anderes XML ausgespukt. Also die Quelldateien aus dem ERP mit einem C# und einem XML Transformator umgewandelt. Diese Umwandlung sollte dann auch immer adhoc stattfinden. Das Versandprogramm hat nämlich immer per Barcode den Lieferschein angefordert und dabei eine Requestdatei ausgespukt. Diese Informationen aus der Requestdatei werden dann vom C# Programm gelesen, welches die Lieferschein XML Datei aus einem Ordner sucht und dann innerhalb weniger Sekunden transformiert und dem Versandprogramm bereit legt. Das Programm wurde natürlich von einem anderen Kollegen geschrieben und nicht korrekt getestet. Ich bin aber froh über seine Arbeit, da die XML Transformation eine sehr elegante Lösung ist. Der Kollege, der es damals gemacht hat ist 2020 auch gegangen und so hab ich es geerbt.
"Gibt's dafür auch eine Git Historie?" Ähm also Versionsverwaltung war bis dahin in der IT Abteilung ein Fremdwort. Das erinnert mich stark an meine ersten Zeiten als ich meine ersten Logikprogramme geschrieben habe. Da war Versionsverwaltung auch nicht mein Ding. Aber nachdem irgendwann ein neues größeres Programm anstand hab ich mich mal mit Git beschäftigt und festgestellt, dass ich dass sogar unter Windows gut zum Laufen bekomme und seitdem war es goldwert. Einfach mal nachvollziehen, welche Änderungen irgendwann gemacht wurden. Wenn der Entwickler freundlich und gut drauf war, kann man auch schon nachvollziehen, was geändert wurde.
Aber wir erinnern uns: In dieser IT Abteilung werden Dinge entwickelt aber natürlich ohne Versionsverwaltung. Nein das braucht man nicht...
Als ich das Projekt übernommen habe, hab ich erstmal Git draufgeworfen und so die letzten Änderungen nachvollzogen. Das war 1 Jahr später dann immer noch goldwert. Und natürlich durfte ich im März gleich nochmal dran und es fixen, weil ich oder mein Vorgänger damals es für eine gute Idee hielten das Ergebnis gleich ins Verzeichnis zu schreiben, von welchem das Versandprogramm die Antwort erwartet. Aus irgendwelchen Gründen ging das bis damals einfach gut. Kaum war ich wieder im März in der Firma ging es nicht mehr. Also hab ich es eben korrigiert und die Zieldatei vorab in ein temporäres Verzeichnis geschrieben und nach Abschluss ins Verzeichnis vom Versandprogramm verschoben. Siehe da: Kaum macht man es richtig, funktioniert es auch einfach schon wie es soll.
Die Schnittstelle mit den Daten aus dem Versandprogramm ins ERP haben wir dann programmieren lassen. Aus Gründen haben wir uns damals dann entschieden alle Trackingdaten (Trackingnummer, Gewicht, Anzahl Pakete) als Richtext in den Vorgang einzubinden. Ist nicht unbedingt schlecht, aber deshalb kann man heute leider auch keine Trackingnummer an den Webshop übermitteln. Na gut, haben wir einfach den Leuten so erklärt und sie haben es geschluckt. Benutzerfreundlich fand ich diese Entscheidung damals nicht, aber wenn Ober den Unter sticht kannste nichts machen.
Ich wollte ja zu etwas erfreulichem kommen: Diese Schnittstelle der Daten vom Versandprogramm ins ERP wurde vom ERP Dienstleister programmiert und hat bis auf 2, 3 kleinere Mängel sofort auf Anhieb getan. Das ist schön und vor allem tut dieser Dienst bis heute seine Dienste. Denn das was vom Versandprogramm rauskommt ist immer gleich und hat sich auch mit den letzten Updates nicht geändert. :)

Jo und dann war letztes Jahr die Entscheidung: Ich hab kein Bock mehr auf irgendwelche Dienstleister und will mal woanders was machen. Eigentlich wieder was mehr mit Programmieren und so. Natürlich liegt es damit auf der Hand, dass ich unbedingt gleich wieder einen neunen Job als ERP Admin annehme. Wie es dort am Anfang war hab ich ja hier mal geschrieben. Und am Ende wusste ich eben nicht mehr was ich eigentlich machen will. Alles in allem waren die 5 Monate dort in Tübingen gar nicht schlecht. Ich hab ein bisschen SQL gelernt und mit diesem dort eingesetzten ERP entdeckt, dass es immer noch schlimmer geht. Das war dann auch recht schnell der Grund, warum ich dort aufgegeben habe. Gut ein paar Personalthemen wie unterschiedliche Bezahlung (ich hab viel bekommen, andere die länger da sind aber das Gleiche machen bekommen weniger) waren auch ein Grund. Die Erneuerbare Energie Branche war jedenfalls sehr spannend und die Prozesse die ich mir angeschaut habe, wären sicherlich noch spannend gewesen sie umzusetzen. Aber am Ende war ich zu frustriert vom ERP. Jeden Tag irgendwelche Lieferaufträge per SQL zu fixen ist auf Dauer kein guter Stil.

Da mein alter Arbeitgeber in Leinfelden letztes Jahr im September meinte, dass ich jederzeit zurück kommen kann und ich anderweitig nichts sinnvolles gefunden habe bin ich seit März wieder da. Jo im Arbeitsvertrag steht großkotzig "DevOps Engineer". Aber praktisch bedeutet dies auch nur, dass ich ein Cognos Update (die BI Lösung von IBM) betreue und dort reinwachse. Ein bisschen mit Talend arbeite um verschiedene Datenquellen gemäß ETL (Extract Transform Load) in die Datentöpfe zu laden. Jo dann bin ich noch einen alten Reportserver zu uns umgezogen und per Visual Studio die Reports auf unseren Report Server deployed. Das war mal kurz spannend, bis es fertig war. Und schon seit meinem "Wiedereinstellungsgespräch" soll ein Jira / Confluence System für die Töchtergesellschaften bauen. Da gab es 2 Anläufe. Aber nun hab ich mir mal verschiedene Jira / Confluence Webcasts angehört und hab eine ungefähre Ahnung davon, wie es aussehen könnte. Das könnte dann wieder ein bisschen an DevOps erinnern. Wobei der Operating Teil hier größer ist. Dafür hab ich die ganzen SQL Server vom Kollegen, der im Mai dann gegangen ist geerbt. Das ist gar nicht mal so wenig. Ein bisschen profitiere ich noch von ihm, da er ein sehr akribischer Kollege war und ziemlich viel und detailliert dokumentiert hat. Außerdem eine PRTG Sensoren für SQL gebastelt. Beispielsweise ob die Backups gelaufen sind oder das Transaktionslog noch klein genug ist und die Platte nicht schon wieder voll läuft.

Aber leider hat er mir auch sein Lieblingsprojekt übergeben. Ein System welches unser digitales Archiv ist, soll noch den Rechnungseingangsworkflow mitmachen. Im Prinzip hört es sich nicht ganz schlimm an. Rechnungen kommen per E-Mail oder als Scan in den Belegleser. Dort werden sie in der ersten Zeit noch ziemlich manuell ausgelesen und die wichtigen Daten (Kunde, Beträge, Zahlungsfristen) extrahiert und vom Mitarbeiter zugeordnet. Mit der Zeit lernt das System aber dazu und kann zunehmend mehr die Rechnungen selbstständig erkennen. Hier ist noch kein großes Problem zu sehen. Das hat einfach funktioniert (also solange man es nicht anfässt).
Der Rechnungseingangsworkflow ist allerdings ein Ding aus der UI Hölle. Nicht wirklich intuitiv zu bedienen, die Knöpfe sehen immer unterschiedlich aus. Aber das Schlimmste ist im Hintergrund. Es gibt viele verschiedene unterschiedliche Programme und Schnittstellen, die irgendwie ineinander greifen.
Klar irgendwoher müssen die Informationen auch aus SAP kommen. Außerdem soll ja auch vorbelegte Rechnung angelegt werden um das zu vereinfachen. Dann gibt es noch einen Workflow und ein Testsystem. Jetzt hat man natürlich schon 5 Anläufe hinter sich um den Workflow einzuführen. Vorher alles sinnvoll getestet und dann bei der Einführung merkt man, dass es einfach nicht tut. Das schlimmste ist hier eben auch: Die Dienstleister greifen auf unser System per Teamviewer zu und machen die Anpassungen direkt auf unserem Server. Macht ja auch alles irgendwie Sinn. Da auch viele Skripte in .js verwendet werden wird VS Code verwendet. Ist kein schlechter Editor und für diese Sache sicher praktisch.

Nun kommt das Schöne daran: Wir haben letzten Montag endlich alle Anpassungen vom TEST System aufs PROD übernommen. Da wir auf Sicherheit stehen, haben wir auch mal kurzerhand das Passwort vom Redakteur geändert. Das ist sowas wie ein Service User, der in vielen Programmen und Schnittstellen verwendet wird. Wir meinten alle Stellen erwischt zu haben. Also hab ich mal fröhlich getestet und meine erste Rechnung freigegeben. Am Freitag erhielt ich dann die Nachricht, dass die ganzen Rechnungen der Woche nicht in SAP angelegt waren. Also den Dienstleister angerufen und scheinbar muss das Problem rießig gewesen sein. Denn Freitag, Montag und Dienstag hat er sich das angeschaut und erst am Dienstagnachmittag alles reparieren können.
Ja es mag wichtige User geben, die überall verwendet werden. Aber warum muss es gerade ein Redakteur sein, mit dem man sich auch im normalen System anmelden kann?

Und das Allerschönste: Das ganze System ist wieder so komplex, dass wir für viele Bereiche unterschiedliche Ansprechpartner haben. Das führt dann dazu, dass man erstmal rausfinden muss, welcher Bereich betroffen ist und dann geht die Schieberei mit dem schwarzen Peter los. Leute ich sags euch: Sowas ist richtig fucking nervig. Ich glaub das ist auch der Grund, warum ich seit 2019 noch weniger Haare als ohnehin habe.

All das hat meinen Entschluss genährt, dass ich 2023 mal versuchen möchte nur noch 4 Tage als Angestellter zu arbeiten und nebenher ein paar Freelancer Aufträge zu machen. Irgendwie finde ich es attraktiv mal viele einzelne Firmen zu sehen und nebenbei noch gutes Geld zu verdienen. Ob dass dann tatsächlich was wird, sehe ich Ende des Jahres.

Fakt ist: Ich bin aktuell als Angestellter eher ein "IT-Mitarbeiter + Waffelbäcker". Aber leider kein DevOps Engineer. Hier gibts keine Versionsverwaltung, kein Kubernetes, kein Docker, kein nichts. Och ja Teams haben wir. Sehr eingeschränkt und nervig, weil wir ja noch Lotus Notes haben. Die Implementierung des Teamslinks in die Notes Kalendereinladung hat ein anderer Entwickler aber wenigstens selbst hinbekommen. Das war wohl auch eine recht spannende Aufgabe, wie er meinte. Wenn dass dann mal aktiv ist, kann man den tollen neuen Besprechungsraum auch per Teams einladen.

Vielleicht bin ich auch deshalb frustriert, weil mir aktuell die spannenden Aufträge im Nebengewerbe fehlen und ich irgendwie mehr und mehr das Gefühl bekommen: Angestelltsein ist einerseits toll, aber ich sollte mal die Selbstständigkeit mehr ausprobieren. Mal aktiver nach Aufträgen suchen und mich bekannter machen. Mal irgendwelche kleinen Projekte, welche die Auftraggeber voran bringen. Ich kann ja Dinge.

Freiberufliche Spinnerei

Lass uns mal einfach ein bisschen rumspinnen. Einfach weil ich ja jetzt selbst ein paar Erfahrungen mit meiner Selbstständigkeit gemacht habe. Aktuell bin ich da einfach auf das "Kleingewerbe" festgelegt zumindest für dieses Jahr. Das heißt ich darf maximal 22.000 Euro Umsatz im Jahr machen und verzichte daher auf die MwSt. Vorteile. Das heißt meine Rechnungen sind brutto wie netto gleich. Es kommt keine Mehrwertsteuer drauf. Im Gegenzug bezahle ich meine Rechnungen an die Lieferanten auch voll und darf keine Mehrwertsteuer davon abziehen. Dadurch erspare ich mir ein bisschen Buchhaltungsaufwand und ja es ist gut soweit. Das Ganze läuft aktuell so nebenher. Durch ein bisschen Mundpropaganda bekomm ich hin und wieder mal ein paar Anfragen. Aber aktuell ist es auch etwas ruhiger. Durch meinen Hauptjob bin ich aber aktuell auch gut ausgelastet. Das macht soweit auch Spaß, auch wenn es ab und an doch wieder Reibepunkte gibt. Naja wie überall halt. Manchmal denke ich: "Hm, war es wirklich so gut damals von dem alten Job wo ich 11 Jahre war weg zu gehen." Die Antwort lautet aber immer: JA! Diese Erfahrungen die ich seit Anfang 2019 gesammelt habe, hätte ich sonst nie gemacht und sie haben mich bereichert.
Aber dann gibt es auch noch XING und LinkedIn und man bekommt immer wieder irgendwelche Recruiter Nachrichten. Ist ja immer wieder ein Quell der Freude. Denn egal welche Einstellungen man wählt (aktuell habe ich eingestellt, dass ich kein Interesse an neuen Jobs habe), es wird immer ignoriert. Gut meistens sind die Jobs trotzdem irgendwie passend und einmal hab ich ja sogar meinen letzten Job in Tübingen darüber gefunden.
Jo aber Angebote als Freelancer hab ich dann doch recht selten bekommen. Heute war die erste dabei, nämlich die hier. Da bin ich dann doch erstmal zum Nachdenken gekommen. Wie gesagt kommt ein Wechsel momentan nicht in Frage, da ich eigentlich mit meinem jetzigen Arbeitgeber soweit zufrieden bin.

Aber trotzdem mal ein Spiel mit den Zahlen: Mal angenommen ich würde mit 100 Euro Stundensatz netto reingehen und den Auftrag bekommen und mal angenommen ich würde auch nach diesem Auftrag weitere Folgeaufträge bekommen wäre das am Ende des Jahres ein großer Batzen Geld.
Mal sehr konservativ gerechnet haben wir 20 Tage im Monat. Also 20 Tage x 8 Stunden x 100 € = 16.000 Euro / Monat.
Gehen wir weiter konservativ vor und rechnen wir mal mit 10 Monaten im Jahr, die ich tatsächlich arbeite. Urlaub und Krankheit kommt ja auch immer mal wieder dazu und dann verdient man ja kein Geld. Trotzdem bleiben dann 160.000 Euro Umsatz im Jahr übrig. Gehen wir mal von Gesamtkosten (Sozialversicherungen wie Krankenversicherung, Rente und Pflege, Einkommenssteuer, sonstige Investitionen) von gut der Hälfte aus bleiben halt immernoch 80.000 Euro übrig. Gut eventuell muss man diese 80.000 Euro als Gewinn nochmal versteuern, da bin ich mir noch etwas unschlüssig. Aber trotzdem wäre das immer noch ein großer Batzen.

Die Sache ist halt eben auch wieder die: Ich muss erstmal die richtigen Aufträge finden. Gleichzeitig muss der Auftraggeber bereit sein den Stundensatz von 100 Euro netto zu bezahlen. Ich denke dieser Stundensatz ist durchaus realistisch. Wenn ich sehe, was unsere Dienstleister pro Stunde aufrufen (120 bis 169 Euro netto im Raum Stuttgart) sind 100 Euro fast geschenkt.
Gleichzeitig kommt dann auch wieder der Zweifel: Kann ich das wirklich was gefordert wird? Werden die Auftraggeber auch die Rechnungen bezahlen?
Andererseits sehe ich dann unsere Dienstleister. Das sind auch nur Menschen. Es klappt nicht immer alles. Aber wir als Firma sind trotzdem bereit die Dienstleister in Anspruch zu nehmen. Die haben Erfahrung und machen diese Dienstleistungen (egal ob eine spezielle Installation, Support oder Beratung) eben täglich und haben einen großen Wissensvorteil. Das kann man sich zwar auch alles selbst aneignen. Aber manchmal kann dies auch gut nach hinten losgehen.
Zum Beispiel wenn man eine Teams Instanz so verbiegt, dass im Besprechungsraum kein Kalender auf dem Terminal angezeigt werden kann. Ich war es ja nicht. So gesehen: Wenn ich solche Kunden bekommen würde wäre das auch sehr nervenaufreibend.

Aber es ist trotzdem ein schöner Traum. Schauen wir mal, wie dieses Jahr so läuft. Vielleicht lohnt sich dann der Wechsel auf die volle Selbstständigkeit (mit Umsatzsteuer-ID und Mehrwertsteuervorteil). Irgendwie hab ich eben auch ein bisschen Blut geleckt.

Falls ihr Erfahrungen habt: Sind meine Zahlen einigermaßen realistisch oder hab ich doch kompletten Unsinn geschrieben?

Nobody knows but Jesus

Diese Überschrift beschreibt mein Leben irgendwie ganz gut. Ich weiß nicht was der Morgen bringt, die Arbeit, das Leben, die Mopped Ausfahrt, die Feuerwehr oder was auch immer außer Jesus eben!
Nachdem ich vom Oktober bis Februar kurz mal bei einem Arbeitgeber war, der die Energiewende vorantreibt, bin ich nun wieder zurück bei meinem alten Arbeitgeber. Um es nochmal klarzustellen. Der Arbeitgeber in Tübingen ist ein guter Laden, nicht unbedingt klein und die DU Kultur ist definitiv gut. Am Ende war das ERP System aber für mich einfach zu frustrierend und wirklich andere Alternativen hab ich auch nicht gesehen.
Deshalb bin ich nach ein paar Versuchen, woanders unterzukommen, wieder zu meinem alten Arbeitgeber in Leinfelden gegangen. Die meinten ja damals bei meinem Weggang: "Jetzt probieren se es halt mal woanders und wenn nicht, kommen se eben wieder! :) " Das hab ich gemacht und mich dann im Januar / Februar wieder gemeldet, ob ich doch zurück kommen darf. Der alte Chef hat sich dann erstmal entschuldigt, dass er sich so spät gemeldet hat. Genau zum Zeitpunkt meiner Mail ist er krank geworden. Aber dann hat er sich gefreut und wir haben erstmal telefoniert. "Jo in der Entwicklung könnten wir dich tatsächlich gebrauchen." Die sind in der Tat unterbesetzt.
Ziemlich spannend war auch die Einladung zum "Vorstellungsgespräch" per Teams. Die Firma nutzt halt schon immer Lotus Notes und hat darin alles mögliche verbastelt. Unter anderem auch eine Art Wiki mit Hilfeartikeln, Bedarfsanforderung oder Zeitrückmeldungen. Naja so wie man sich eben eine Software aus den 90ern / 2000ern vorstellt. Die Maildatenbank ist dagegen wirklich schnell und nicht so ätzend langsam wie Outlook. Bei einem maximalen Mailspeicher von 1 GB pro User aber auch irgendwie verständlich! :)
Bei meinem Weggang im September war Teams einfach noch der Teufel für die Firma und Webex das Beste. Dann haben se aber doch mal die Preise verglichen und von Oktober bis Dezember musste dann plötzlich für die ganze Firma Teams eingerichtet werden. Die Integration in den Notes Kalender ist tatsächlich relativ einfach geworden. Man muss nur einmal mit einem Plugin eine Teams Einladung erstellen. Diese wird dann verschickt. Allerdings muss man diese Teams Einladung auch direkt über den Notes Kalender aufrufen. Dann öffnet sich ein Browser und Teams geht auf... Jo voll bequem und einfach überhaupt und sowieso!
Aber immerhin haben sie nun Teams im Einsatz. Natürlich wurde erstmal alles komplett deaktiviert was geht oder auch nicht geht. Dabei wurden wohl nun auch die Option wegkonfiguriert, welche dafür sorgt, dass der Teamsclient im Besprechungsraum keine Besprechungen mehr vom Kalender anzeigen kann. Da kommt einfach nur noch die Meldung "Kalender kann nicht abgerufen werden." Der Dienstleister welcher den Besprechungsraum mit den Kameras, Monitoren, der Mikrofonierung (sogar an der Decke) und dem Teamsclient aufgebaut hat, kommt mit seinem eigenen Teams User rein. Damit funktioniert auch die ganze Funktionalität. Das Lustige ist: Irgendwann hat dies auch mal mit dem internen User von uns getan, aber dann wurde wieder viel umgestellt und es tat nicht. Da ich dies nicht angefangen habe mach ich es auch nicht weiter und bin nun vielleicht ein bisschen gehässig. Aber das hat sich mein lieber Kollege selbst eingebrockt. So verbogen wie dieses Teams ist, war zuletzt nur das ERP System vom letzten Arbeitgeber in Tübingen. Jetzt sind se eh grad dran und machen vieles. Ab und zu kommt der Kollege mal wieder vorbei und ich soll mich per Powershell verbinden und Dinge checken. Jo, geht dann natürlich auch erstmal sehr schwierig. Weil einfach immer ALLES geblockt ist. Microsoft ist natürlich böhse!!1! Irgendwann geht es dann natürlich doch, wenn ich lieb darum bitte. Aber bisher hat es noch keinen wirklichen Durchbruch gebracht. Aber Microsoft ist schon involviert. Ich hoffe, die finden irgendwo eine Lösung. Da bin ich tatsächlich recht optimistisch, weil der Microsoft Support hier tatsächlich immer mal wieder gute Support Agents am Start hat.
Aber fangen wir nochmal von vorne an. Ich wurde als DevOps eingestellt. Also um die Entwicklung zu unterstützen und Cognos BI zu übernehmen und mich in Jira einzuarbeiten. Aber da ich natürlich vorher im ERP Bereich, der Netzwerktechnik und Office 365 Umfeld der Töchter aktiv war, sollte ich erstmal dort wieder helfen.
Nach meinem Weggang im September letzten Jahres sollten nämlich zwei neue Kollegen kommen. Einer für das ERP / CRM System und einer für den Office 365 / MDM Bereich. Der ERP Kollege ist seit Dezember da und immer noch hier. Der Office 365 / MDM Kollege hat es nur von Januar bis Ende Februar dort ausgehalten. Gut vielleicht war die Sprache auch ein bisschen problematisch. Er hat nur Englisch gesprochen und fand vielleicht die Struktur dann doch zu seltsam! Also war natürlich gleich am ersten Tag klar: "Hey Tobi schön dass Du wieder da bist. Kannst Du uns bitte nochmal im ERP Bereich aufschlauen und im Töchterbereich aushelfen."
Jo hab ich dann gemacht. Dann so unter Hand von manchen Kollegen erfahren: "Wie Du schaffst echt wieder 40 Stunden? Ich hab ja reduziert, eigentlich wollte ich ja wechseln. Aber da verdien ich halt deutlich weniger." Ein anderer Kollege mit dem ich zukünftig mehr zusammen arbeiten sollte meinte dann: "Du Tobi ich muss Dir mal was beichten: Ich kündige hier und geh dann bald mal auf Reisen." Das hat mich dann doch etwas nachdenklich gemacht. Der erste Kollege kam vor 5 Jahren zur Firma dazu. Der zweite der auch Entwickler ist, ist über 10 Jahre dort und hat auch seine Ausbildung dort gemacht. Wenn 2 so Urgesteine solche Gedanken haben ist es schon irgendwie bemerkenswert. Jo die Zusammenarbeit mit der Führungskraft ist auch nicht immer einfach. Aber zumindest mit mir hat es dann irgendwann besser geklappt. Vielleicht weil ich schon damals immer wieder ein Wackelkandidat war und es auch einfach recht offen kommuniziert habe und manchmal auch manche Entscheidungen widersprochen habe. Andere haben sich irgendwann scheinbar angepasst oder resigniert. Es ist eben eine konservative Firma. Aber sie werden so langsam auch modern und lassen immerhin ein paar Cloudfirmen zu. Dafür gibt's halt einen Tarifvertrag mit vielen Vorteilen und recht guter Bezahlung.
Einerseits wollte ich wieder zurück weil es eben doch manche sinnvolle Strukturen gibt und vor allem das Gehalt wirklich sehr gut ist. Andererseits denk ich jetzt nach dem ersten Monat wieder. Jo gut, ist Arbeit und bringt die Kohle auf den Tisch. Aber irgendwie macht mein Nebengewerbe echt auch richtig viel Spaß. Mal schauen wie lange ich brauche um mit meiner Selbstständigkeit mal die 1000 Euro oder 5000 Euro Umsatzmarke zu knacken. Aber bisher ist das eben wirklich richtig abwechslungsreich und spannend. Es ist tatsächlich ein Bedarf da, da sich irgendwie einige Angestellte auf die alten Tage doch noch selbstständig machen. Sie sind gut in dem Bereich was sie machen wollen, aber mit der IT wird es eben doch schwierig. Office 365 ist da vielen ein Begriff, aber wenn man mal ein privates Konto hatte und dann auf ein Geschäftskonto wechselt, wird einem erstmal wirr im Kopf. Da haben dann so kleine Hansel wie ich relativ einfache Hand. Den Leuten zuhören was sie wollen: Ein einheitliches Konto mit eigener Domain auf mehreren Geräten. Einmal kurz einrichten und erklären. Solche Leute sind auch bereit Geld dafür zu investieren, weil sie es auch wertschätzen. Das schwierige ist aktuell eher: Mich kennt noch kaum jemand! Aber gut, dass ist am Anfang oft so. Deshalb ist Mund zu Mund Propaganda sehr viel wert. Und dafür bin ich meinen Kunden auch dankbar. So baut sich auch für mich immer mal wieder ein kleines Netzwerk auf. Ich kenne jemand, der was kann und höre vielleicht jemand, der etwas braucht. Andere sprechen mit anderen und erzählen sich ihre Probleme und dann meint der eine: "Hm, dafür kenn ich jemand. Ruf den halt mal an!" 

Ganz ehrlich: Vor meinem Beginn im März hatte ich voller Überzeugung für mich gesagt. "Gut bei dieser Firma bleibst dann nochmal 10 Jahre und dann siehst weiter." Aber nachdem ein paar für mich auch recht wichtige und gute Kollegen gemeint haben, dass sie kündigen wollen oder nun auch machen, bin ich nicht mehr so ganz sicher.

Und dann war heute ja noch der 1. April. Also gleich ins Büro gefahren, den Rechner hochgefahren und ich wollte mich anmelden. Dann kam die Meldung: "Ihr Benutzerkonto ist abgelaufen."
Na gut, dann ist wohl meine Probezeit nicht gut abgelaufen. Aber am Ende war es wohl doch nur ein Problem, dass dieser Haken aus Versehen gesetzt wurde. Bei einem anderen Kollegen übrigens auch, aber der war heute krank.
Kurz hab ich dann gedacht: "Na gut, dann geh ich halt wieder und probier doch intensiver meine Selbstständigkeit."
Aber dann wurde ich wieder entsperrt und ich hab doch weitergearbeitet!

Also macht das Beste daraus. Wer vor der Entscheidung steht eine Ausbildung zu machen: Quantenmechaniker steht hoch im Kurs.

In diesem Sinne: Keiner weiß was die Zukunft bringt, außer Jesus. Und der ist die meiste Zeit doch relativ wortkarg. Aber im Nachhinein sind viele Lebenswege doch wie immer passend zu meinem Lieblingsspruch:

Der Mensch denkt, Gott lenkt.
Der Mensche dachte, Gott lachte.

ALLES wird gut!

Blog war down

Gestern morgen schau ich auf meinen Blog und der ist nicht erreichbar. Da es aber auch mein erster Arbeitstag wieder war, musste ich natürlich zur Arbeit. Im Laufe des Tages hab ich immer wieder drauf geschaut und mich gewundert, warum es nicht erreichbar war. Dann hab ich gestern abend noch danach geschaut und ins DNS reingeschaut, weil ich blog.tobis-bu.de auch überhaupt nicht mehr pingen konnte. Andere Subdomains und tobis-bu.de ging aber wunderbar.
Dabei ist mir dann noch eingefallen, dass ich vor ein paar Tagen (wann genau weiß ich nicht mehr) einen TXT Eintrag für die Google Search Konsole gemacht habe. Nachdem ich diesen Eintrag rausgenommen hatte und gleichzeitig noch die wp_debugmode = true angemacht habe, ging es dann wieder. Es lief dann auch gleich die automatische Aktualisierung an und der Maintance Mode ging an. Da ich dann aber zu schnell wieder die wp_config.php per FTP geändert hatte, hat sich die Updaterei verhakt. So waren dann noch weitere Daten im upgrade Ordner drin. Die musste ich dann noch kurz rauslöschen.
Aber am Ende hab ich das eine Plugin (Jetpack), dass sich verhakt hatte, komplett entfernt und neu installiert und es ging wieder alles. Das war alles total strange. Vor allem weil meiner Erinnerung nach der Aufruf nach dem DNS Update (als ich den TXT Eintrag für Google hinzugefügt hatte) noch ging. Aber scheinbar war dies wohl nicht mehr so.
Trotzdem fand ich es lustig, weil es mich an den ersten Arbeitstag im Oktober erinnerte. Da ging rein zufällig auch gleich der Serverraum aus, weil die Strom Sicherung rausgeflogen ist. ;)
Aber nun ist der Blog wieder wunderbar erreichbar. Getreu dem Motto "Du kannst alles kaputt machen!" hab ich das mal kurz mit meinem Blog gemacht, aber auch wieder relativ zeitnah repariert. Beabsichtigt war es jedenfalls nicht meinen Blog auszuknipsen. ;)

Im neuen Job (wo ich schon mal von 2019 bis September 2021 war) geht es auch schon wieder rund. Ein neuer Kollege, der ein Teil von meinen Aufgaben übernehmen sollte, hat leider nach 2 Monaten schon wieder aufgegeben. Also hieß es: "Tobi schön dass Du wieder da bist. Hier ist übrigens noch eine brennende Pfanne, übernimm doch mal bitte!" Aber es war ein schöner Arbeitstag. Man merkt, dass sie mich vermisst haben und sich freuen, dass ich wieder da bin. Und das nicht nur wegen den Waffeln!

Du weißt gar nicht, was Du eigentlich machen willst

"Du weißt gar nicht, was Du eigentlich machen willst." - Diesen Satz hab ich tatsächlich neulich noch bei der Übergabe am letzten Arbeitstag gehört.
Wenn ich so die Zeit vom ersten Jobwechsel Anfang 2019 als ehemaliger Generalist (2007 - 2018) hin zu einem Spezialisten (ERP und CRM) rückblickend betrachte, tat ich mich da wirklich sehr schwer. Ich wollte sogar schon nach 2 Monaten beim Probezeit Gespräch hinschmeißen. Das Gefühl plötzlich auf andere angewiesen zu sein, war einfach gigantisch groß. Beispielsweise war die Aufgabe einen E-Mail User einrichten für eine neue Domäne plötzlich auf 3 Leute verteilt. Einer macht den Domänenkram, ein anderer die AD und ich bekomm die Anfrage und soll die neuen Zugangsdaten schicken. Jo und jeder Kollege tickt natürlich anders. Der eine ist recht schnell, weil er gerade Zeit hatte. Ein anderer lässt sich etwas Zeit, weil viel zu tun ist. Könnte ich alles selbst machen, wäre natürlich alles schnell erledigt. :D
Dann war da damals noch die ständige Abhängigkeit vom Dienstleister. Wussten wir etwas intern nicht, schrieb man eben ein Ticket an den Dienstleister. Der antwortete manchmal schnell und gut, manchmal aber auch langsam und dann auch noch dürftig. Besonders schlimm (jedenfalls für mich) empfand ich es, als wir für eine neue Tochter einen Webshop einrichten sollten. Am Anfang der Projektphase wurde alles hoch und heilig versprochen und dass ja alles total einfach sein soll. Dann bekamen wir einen Consultant zugeteilt, den man gelinde gesagt in der Pfeife rauchen kann.
"Ja wissen Sie, bei einem anderen Kunden geht das alles ohne Probleme. Der hat aber schon die neuere ERP Version." Mit der Info bin ich dann zu meinem Chef. Aber ein Update kam zu diesem Zeitpunkt nicht in Frage, weil wir gerade mitten in der Einführung einer Tochter waren. Also haben wir die ERP Einführung letztendlich ohne den Webshop gestartet. Später wurde dann die ERP Version upgedatet. Aber oh welche Überraschung, die versprochenen Features, welche angeblich mit der neuen Version funktionieren sollten, haben trotzdem nicht funktioniert.
Gut, mit dem Webshop sind auch viele politische Absprachen nicht umgesetzt worden. Damit wurde mir nur klar: "Ok, lass uns den Webshop noch einführen und danach bin ich weg."

So hab ich letztes Jahr einige Bewerbungsgespräche hinter mich gebracht. 3 sogar für IT Admin Stellen im öffentlichen Dienst. Ich war damals sogar bereit einen kleinen Teil von meinem Monatsbrutto abzugeben, nur um im öffentlichen Dienst mitarbeiten zu dürfen. Im Nachhinein bin ich auch froh, dass es nicht geklappt hat. Die Nähe zu Calw wäre sicherlich besser gewesen, aber egal wie modern sich die Verwaltung ausgibt am Ende ist es doch immer noch eine Behörde mit eingerosteten Strukturen. Aber ich habe auch viele Bewerbungen an andere örtliche Firmen verschickt. Es gab meistens dann aber doch eine Absage. Entweder hat es fachlich nicht gepasst oder meine Gehaltsforderung war zu hoch. Aber hey ich seh es nicht ein, dass ich mich unter Wert verkaufen muss. Gut irgendwann kam dann mal eine Mail per Xing eine Nachfrage zu einem ERP Job und innerhalb einer Woche hatte ich dann einen neuen Arbeitsvertrag. Dort hab ich es immerhin 5 Monate ausgehalten. ;)

Rückblickend betrachtet habe ich mich schon damals beim Bewerbungsgespräch für den Job Anfang 2019 auf einen Kompromiss eingelassen. Damals waren nämlich mehrere Jobs ausgeschrieben. Ich hab mich in der Bewerbung prompt mal auf 2 Jobs beworben. Einmal als "Software Entwickler für den Embedded Bereich in C#" und einmal als "ERP / CRM Anwendungsbetreuer". Mir war damals auch schon klar, dass ich für den Job als "Software Entwickler" vermutlich zu wenig Erfahrung mitbringen werde. Ich hab zwar damals recht intensiv im Rahmen von der elektronischen Baumhaus Code Schloss Schaltung mit Arduino und C beschäftigt. Aber dabei natürlich nur fertige Bibliotheken verwendet und hauptsächlich die Logik geschrieben. Mit C# war ich tatsächlich tiefer drin, auch wenn ich meistens nur irgendwelche Logik Programme geschrieben haben. Aber Datei Handling und Auslesen aus Datenbanken, Umwandlung nach XML und eine Weiterverarbeitung über ein DataSet war schon dabei.
Ratet mal zu welchem Job ich dann damals eingeladen wurde. Natürlich für den Job als Anwendungsbetreuer für ERP und CRM. Gut, ich wollte zum damaligen Zeitpunkt einfach mal in einem Team arbeiten und so war dies tatsächlich eine gute Anlaufstelle. Zumal das Gehalt und die Zusatzleistungen bis heute dort nicht wirklich schlecht sind. Das Gehalt ist gleich geblieben, aber zwecks Tarifvertrag sind durch die ganzen Zusatzzahlungen am Jahresende gute 2 Monatsgehälter dazu gekommen. Die Freude war dann kurz groß. Als ich damals mit meinem Kollegen bei h.team gesprochen habe meinte er nur: "Hm, du schwärmst die ganze Zeit vom Programmieren und dass dir das eigentlich am meisten Spaß macht. Und jetzt gehst Du zu einem Job wo Du als ERP Betreuer arbeiten sollst?" Jo er hatte damals schon recht, das war nicht wirklich logisch.
Ich hab den Job natürlich trotzdem angetreten und nach den ersten Äußerungen, dass ich mich im Job etwas eingeschränkt fühle, hab ich dann tatsächlich mehr Aufgabenbereiche bekommen. Mal Office 365 (Exchange Online) für die Töchter einführen. Später auch die AD für die Töchter Mitbegründer und einfach insgesamt mehr Admin Kram. Mitte 2019 ist dann der Kollege weggegangen, welcher bisher die Eigenprogrammierungen für das ERP gemacht hatte. Also so einfache Dinge wie Artikel Import von SAP in unser ERP. Oder eine Schnittstelle, welche XML Dateien in ein anderes Pseudo XML Format transformiert. Da ich ja schon Programmier Erfahrung hatte, war dies endlich meine Chance wieder Programmierluft zu schnuppern. Natürlich war meine erste Tat Git zu installieren. Trotz viele Eigenprogrammierungen in dieser IT Abteilung war für die C# Programme scheinbar keine Versionsverwaltung vorhanden. Da ich Git schon von meiner alten Firma kannte, war dies die beste Wahl für mich. Denn das Programm was ich übernommen habe, war ein typisches "erstes Programm". Einfach alle Methoden runtergeschrieben und alles natürlich in einer Datei. So kann man sich schön einen Wolf suchen, wenn man eine Referenz von Zeil 120 auf Zeile 935 findet. Nach der Übernahme hab ich die Gelegenheit wahrgenommen, das Programm auch ein bisschen besser zu organisieren. Bestimmte Methoden die logisch zusammengehören in eigene Dateien auszulagern und neue Methoden zu schreiben, die für die neue Tochter notwendig waren.
Das war damals richtig erfrischend für mich. Vor allem weil das Programm, welches ich vom Kollegen übernommen habe und wir damals getestet haben im Live Betrieb ständig auf die Füße fiel. Zum Hintergrund. Ein Versandprogramm schreibt immer eine bestimmte Datei in einen Pfad. Das vom Kollegen geschriebene Programm wartet per "File.Changed" Event ob diese Datei im Ordner vorhanden ist und wenn es diese erkennt, soll eine Logik starten, welche dann eine andere Datei generiert, damit das Versandprogramm dieses Einlesen kann.
Doch leider hat dieses Programm öfter mal die Datei vom Versandprogramm nicht mitbekommen und so war das Versandprogramm dann immer blockiert.
Die Idee mit dem "File.Changed" Event war eigentlich sehr elegant, aber in der Praxis (warum auch immer!) nicht praktikabel, weil es einfach nicht funktionierte. Am Ende hab ich einfach eine kleine Schleife eingebaut, welche jede Sekunde prüft ob die Datei vorhanden ist. Ist die Datei nicht vorhanden, schläft das Programm kurz eine Sekunde und prüft dann nochmal. Nach diesem einfach Hack war das Problem gelöst und das Programm funktioniert seitdem tadellos. Jetzt kommen nur noch Fehler vor, wenn die Lieferschein Datei nicht gefunden wurde.
Aber das fand ich dann doch auch bemerkenswert. Es kommt einfach darauf an, die eigene Anwendung realitätsnah zu testen. Das "File.Changed" Event hat auf lokalen Laufwerken immer wunderbar funktioniert. Aber sobald es auf einem Netzlaufwerk lief gab es regelmäßig Probleme. Auf die Idee mit dem stumpfen Prüfen bin ich hauptsächlich dadurch gekommen, weil ich sowas ähnlich schon mal für den Arduino gemacht habe. Da prüfe ich auch regelmäßig eine Eingabe und wenn nichts kommt, wird es eben zurückgesetzt. Das war einfach eine super schöne Zeit. So konnte ich wieder etwas machen und zwar mit eigenen Händen. Ganz ohne Blackbox und fremde Dienstleister.
Die Reaktion bei der damaligen Übergabe der Programmierungen an die Kollegen und das Git im September 2021 war auch ernüchternd. "Hm jo das Git ist ja eigentlich voll toll. Aber das brauchen wir trotzdem nicht. Fragen wir lieber unsere Hardware Entwicklung ob wir deren SVN haben können." Gut... sie haben immerhin die Versionsverwaltung nicht grundsätzlich ausgeschlossen.
Der Grund für meinen Wechsel Ende September 2021 war dann, dass einfach einfach sehr vieles über Dienstleister lief. Das ist bequem, aber oftmals weiß man dann als "Admin" gar nicht mehr wirklich, was das Stück Software eigentlich macht. Das fand ich befremdlich. Grundsätzlich sind Dienstleister nach wie vor nicht verkehrt. Beispielsweise beim Betreiben der Website und des Webshops war dies goldwert. Ein Magento oder mehrere WordPress Instanzen muss man nicht unbedingt selbst hosten. Dafür ist ein spezialisierter Dienstleister sehr sinnvoll. Vor allem wenn dieser auch noch das Design macht. ;)
Anfang Oktober ging es dann nach Tübingen. Natürlich wieder als ERP Admin. Hier war es etwas spannender, weil dann doch wieder mehr normaler Helpdesk auch bei uns landete. Aber das ERP war leider teilweise so verbogen, dass es keinen Spaß mehr machte. Und natürlich musste man auch einiges direkt in der Datenbank "reparieren". Am Ende des Tages hat das System scheinbar trotzdem gut genug funktioniert. Schließlich wird damit ein 3 stelliger Millionenumsatz generiert. Die Zeit war definitiv auch sehr hilfreich. Schließlich hab ich damit recht schnell SQL gelernt. Gar nicht unbedingt mal die "update" oder "delete" Befehle, sondern auch recht viel im "select" Bereich. Das war besonders spannend, wenn mal wieder ein paar neue Dashboards anstanden. Besonders abstrus fand ich, dass die Tabellen wohl alle keine Primärschlüssel und keine Fremdschlüssel haben. So konnte man eben alle Felder miteinander joinen. Jo hat meistens gut funktioniert. Als ich dann auch bei anderen Kollegen im Vertrieb, in der Logistik oder im Lager war, war es irgendwie intuitiver. So hab ich schnell die Anwendungen gesehen und nicht nur die Fehler.
Aber am Ende war dieses ERP System dann doch noch der Tropfen was das Fass zum Überlauf gebracht hat. Ich will einfach nicht mehr weiter im ERP Admin Bereich arbeiten.
So hab ich in den letzten Wochen wieder mit meinem alten Chef gesprochen und gefragt ob meine Rückfahrkarte noch gilt. Die waren tatsächlich alle recht begeistert, weil ich ja kein schlechter Mitarbeiter bin oder war. Menschlich komm ich in den allermeisten Fällen gut mit den Kollegen und Kolleginnen aus. Nur steh ich mir oft selbst im Weg, wenn mich etwas stört. Statt es klar zu benennen, meckere ich darüber hab aber dann doch keine klare Vorstellung was ich richtig will.
Mir war nur klar, dass ich nicht mehr ins ERP Team zurück will. Als mir dann angeboten wurde zu den beiden Entwicklern (die eigentlich schon immer DevOps waren, auch wenn man es nicht so ganz klar benannt hat) ins Team zu kommen war ich begeistert. Programmieren und nebenbei auch die notwendige Infrastruktur zu hosten, war eigentlich schon immer mein Ding. Das hab ich schon damals bei h.team am liebsten gemacht. Gut, da kam auch noch vieles anderes dazu, weshalb dafür dann leider doch nicht allzu viel Zeit übrig war.
Letztes Jahr hab ich natürlich auch noch mein Nebengewerbe gegründet, wo ich noch etwas Office 365 Kram und allgemeine Computer Hilfe anbiete. Alles in allem ergänzt sich das mit der neuen DevOps Engineer Rolle und ich freu mich nun darauf.
Das alte Team war schon damals nett und wird es hoffentlich auch weiterhin sein. Zumindest haben denen die Waffeln auch geschmeckt und haben meine normalen T-Shirts oftmals gefeiert.
Die letzten 5 Monate beim Arbeitgeber in Tübingen waren trotzdem eine gute Zeit. Einfach um mal festzustellen, wie andere Firmen arbeiten und welche ERP Systeme es noch gibt. Außerdem hat es mir nun ganz klar aufgezeigt: ERP ist ein schönes Feld, aber nicht mehr mein Feld. Außerdem sollte ich in Zukunft mehr mit meinen Chefs sprechen, wenn mir irgendwo der Schuh drückt und nicht gleich wieder den Job wechseln. Es war trotz allem eine relativ angenehme Zeit dort und hat Spaß gemacht.

Ich bin gespannt, wie die DevOps Rolle am Ende wird. Aber ich hoffe, dass ich dort so glücklich werde um mindestens die 10 Jahres Prämie abzustauben. Zu diesem Zeitpunkt bin ich dann auch immerhin Mitte Vierzig und sollte endlich meinen Wunschjob gefunden haben.

Trotz allem: Hier noch ein Lesetipp zum Thema Recruiter.

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