Ein Job geht zu Ende, ein neuer beginnt

Nachdem nun schon in einem Kommentar gefordert wird, dass ich wieder mehr schreiben soll, gibt es also wieder mehr zum Lesen.

Das Leben ist spannend und mit der Zeit verändert sich alles. Man wird älter, einige werden sesshaft, heiraten und bekommen Kinder. Ich bin nun zwar auch älter geworden, aber immer noch Single, kinderlos und somit relativ frei. Wie ich zu meinem neuen Job, der ab Oktober anfangen wird, gekommen bin steht ja hier.
Die letzten Wochen waren relativ intensiv. So war am ersten September Wochenende noch ein Release Wechsel von unserem ERP System. Da hatte es mir schon leicht davor gekraust. Im Nachhinein war es aber insgesamt recht gut vorbereitet und getestet. So ziemlich alles was wir getestet hatten und am Ende auch akribisch dokumentiert und an den Dienstleister mitgeteilt haben, ging dann recht gut los. Mein Kollege hatte dann von Sonntag auf Montag eine Nachtschicht eingelegt um die ersten Kollegen in Asien supportmäßig abzudecken. Es gab tatsächlich etwas Kleineres was nicht ging. Aber da wir das im Testsystem schon mal gesehen hatten, war es kein Beinbruch. Insgesamt war die Woche nach dem Releasewechsel kurz etwas mühsam, aber die Anfragen der Töchterfirmen bezüglich Problemen hielt sich echt in Grenzen und die neuen Probleme wurden auch immer recht kurzfristig wieder gelöst. Am Ende hat mir diese Zeit wieder am meisten Spaß gemacht. :) Es war zwar auch kurzfristig stressig, aber ich war auch wieder gut gefordert und konnte viele Probleme auch recht einfach lösen. Manches wussten wir während der Testphase schlicht und ergreifend nicht, da es Bereiche sind, die wir nicht nutzen und die Töchter vor vielen Jahren mal eingeführt haben. Das war aber auch kein Problem, da wir die Probleme wie gesagt recht schnell lösen konnten. :)

Im alten Job wurde uns ab Ende November 2020 wieder Home Office verordnet. Für Mitte September gab es dann wieder die Anweisung, dass wir wieder mindestens ein Tag in der Woche ins Büro kommen sollten. Am Anfang fand ich das eher nervig. Wieder aufstehen ins Auto hocken und im Büro die gleiche Arbeit machen, die ich die ganze Zeit auch daheim gemacht habe. Vor allem das Hören von Musik nebenher war so ohne Weiteres nicht mehr möglich. Aber ich hab die Zeit im Büro auch wieder genossen. Endlich wieder Kollegen zu sehen und ab und an auch mal eine Runde reden. So etwas ist daheim wirklich sehr schwierig. Oder man telefoniert explizit mit den Kollegen. Aber auch Infos die einfach so mal gesagt werden bekommt man daheim nicht mit. Deshalb war ich dann manchmal doch etwas überrascht als eine Neuigkeit gab. Ich finde daher mittlerweile Home Office ganz nett, aber schätze auch wieder das Büro. Manchmal ist es einfach besser im gleichen Büro zu sitzen. Da geht der Informationsfluss einfacher. Außerdem war die Arbeitsatmosphäre auch wieder anders. Irgendwie mehr Konzentration. Natürlich auch recht nervig, wenn man mit 5 Leuten im Büro hockt und 3 davon telefonieren. Aber ansonsten auch einfach recht gut.

Letzte Woche war nun dann wirklich meine letzte Woche. Von Dienstag bis Donnerstag war ich nochmal im Büro. Für Dienstagabend hab ich mich nochmal mit einem Kollegen aus der Produktion zum Moppedfahren verabredet. Wir haben in den letzten 2 Wochen doch immer mal wieder und teilweise auch recht intensiv miteinander zusammengearbeitet. Diese Feierabendrunde war wirklich gut und hat Spaß gemacht. Aber auch recht eindrücklich: „Schade, dass Du gehst. Aber wenn es Dir im neuen Job doch nicht gefallen sollte kommst halt wieder zurück.“
Am nächsten Tag kamen dann auch noch der kaufmännische Geschäftsführer und der Geschäftsführer im Büro vorbei und haben sich auch nochmal persönlich von mir verabschiedet. Auch wieder: „Schade, dass Sie gehen! Aber sie wissen ja: Wenn es im neuen Job doch nichts werden soll, kommen se halt wieder zurück!“
Mittwochabends habe ich dann noch zu einer Runde im Biergarten eingeladen. Viele sind meiner Einladung gefolgt und es war eine schöne Runde. Auch eine Kollegin, die Ende Januar in den Mutterschutz gegangen ist kam zu unserer Runde dazu. Ich glaube alle haben die Runde wieder genossen um auch die anderen Kollegen wieder zu treffen und nicht nur wegen dem Freibier oder Freigetränk von mir. Aber auch hier war es wieder sehr eindrücklich: „Schade Tobi, dass Du gehst. Es war eine schöne Zeit mit Dir. Aber jetzt schaust es Dir halt mal im neuen Job an und so nach 2, 3 Monaten wenn es dort doch doof ist, kommst halt wieder zurück. :)“
Der Donnerstag war dann mein letzter Arbeitstag im Büro. Der war auch nochmal etwas spannend. Einfach noch letzte Dinge abgeben und von ein paar anderen Kollegen verabschieden. Auch hier war es halt immer einstimmig: „Schade, dass Du gehst! Aber Du weißt ja, wenn es im neuen Job nichts wird, den Weg kennst Du ja und die Türen stehen für Dich offen.“

Ich finde, dass zeigt am Ende auch nochmal ein besonderes Lob. Die Kollegen waren wohl mit meiner Arbeit im allgemeinen zufrieden und schätzen mich wohl auch als Kollegen. Von einem Kollegen hab ich zum Abschied auch noch ein Päckle Mehl bekommen. Sogar ein hochwertiges 550er. Normal verwende ich eher Standard 405er. Die Waffeln haben soweit auch geschmeckt.

Zu den Waffeln noch eine lustige Anekdote. Am Mittwoch als die Geschäftsführer dann noch durch unser Büro liefen haben sie noch meine Waffeln entdeckt. Also erstmal die Packung mitgenommen um auch der Sekräterin was zu geben. Der Geschäftsführer dann zu den Kollegen: „Gell, wenn es das nächste Mal wieder so leckere Waffeln gibt, bitte Bescheid geben. Die waren echt lecker!“
Achja. Da ist man jahrelang im gleichen Stock, aber auf die Idee mal Waffeln ins Büro der Geschäftsführer zu bringen kam bisher niemand. Na gut, dann wären ja auch weniger für die Kollegen da gewesen. Wobei meine Mengen schon immer ein paar Tage reichen. Achso übrigens hier noch die Rezepte dazu.

Und nun hab ich seit gestern endlich frei und vermisse schon leicht die Kollegen. Aber andererseits freu ich mich auf die kleine Auszeit bis Ende September. Ab 1. Oktober geht es dann schon wieder im neuen Job los. Das heißt am 30. September muss ich noch ein paar Waffeln backen. Rein jobmäßig war die Entscheidung im alten Job aufzuhören richtig (Die Stelle ist zu stark mit externen und teilweise nervigen Dienstleistern verwachsen), aber dass mir am Ende die Kollegen doch recht nah ans Herz gewachsen sind hab ich dann doch unterschätzt.

Jetzt bin ich mal auf die neue Stelle gespannt. Bisher machen die Kollegen einen netten Eindruck auf mich. Mal schauen wie es sich im Alltag heraus stellt und wie nervig die Pendlerei am Ende doch wieder werden wird. Die Arbeitsaufgaben werden vermutlich wieder spannender und herausfordernder. Andererseits gebe ich auch einiges auf. Finanziell bedeutet das zum Beispiel, dass das Monatsgehalt gleich bleibt bzw. nach der Probezeit minimal höher ist. Aber die ganzen Extra Zahlungen wie Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld, Sonderprämien oder sonstiges komplett wegfällt. Na gut, vermutlich gibt es in guten Jahren am Ende auch mal eine kleine Erfolgsprämie. Die ist ja auch variabel. :)
Dafür gibt es wieder Geschäftssmartphone. Was ich davon halten soll, weiß ich noch nicht. Aber kann auch ganz schick sein. Selbst moderne Smartphones sollen noch eine Ausschaltfunktion besitzen. ;) Die spannendsten Klauseln finde ich 3 Monate Kündigungsfrist und 17 Überstunden, die mit dem Gehalt abgegolten sind. Bei allen Arbeitgebern hab ich bisher immer recht ähnlich verdient. Beim ersten auch schon ähnlich, beim aktuellen gab es halt noch umgerechnet 2 Monatsgehälter in Form von Sonderzahlungen übers Jahr verteilt dazu. Beim neuen fallen diese wieder weg, dafür gibt es ein Geschäftshandy mit Privatnutzung Erlaubnis (auch ein Vorteil) aber bisher die härtesten Bedingungen im Arbeitsvertrag.
Na gut, ich hab ja nicht ohne Grund unterschrieben! Einfach weil ich mir neue Herausforderungen im Job erhoffe (darüber haben wir ja auch schon im Vorstellungsgespräch gesprochen) und ich den Eindruck habe, dass die Du-Kultur, die Öko Kultur (Solar ist eben ökologisch) und die Kollegen auch zu mir passen. Ich pass hoffentlich auch zu Ihnen und nicht nur wegen den Waffeln, sondern auch so. :)

Alles in allem: Es waren nun interessante 2,75 Jahre im alten Job und ab Oktober beginnt eine neue Zeit. Auch wenn der alte Job oft auch nervige Phasen hatte, hab ich am Ende auch wieder vieles gelernt. Fachlich und auch menschlich. Daher: DANKE an den alten Job und HALLO an den neuen Job!