Teach ‚Em All

Ich habe mir mal wieder ein Buch gekauft. Da ich gerne Metal höre, fand ich es spannend was Frau B. zu erzählen hat. Und was soll ich sagen. Ich musste mehr als einmal laut lachen. Einfach weil es teilweise so lustig ist. Gut, man braucht vielleicht auch etwas schwarzen Humor. Doch in alles in allem sind auch viel Einblicke in die moderne Lehrerwelt gegeben. Gut an die Sprache muss man sich vielleicht etwas gewöhnen, wenn man sehr spießig ist. Für Metaller oder sonstige normale Menschen ist es aber recht normal. Genauso wie die Haltung gegenüber Nazis und anderem Pack.
Mal ein Zitat von Seite 144.

„Fakt ist nämlich auch: Müsste ich heute mein sechzehnjähriges Ich unterrichten – ich wäre so was von gefickt!“

Dazu hat Frau B. zu jedem Kapitel einen eigenen Song dazu gepackt, weshalb es eine Playlist gibt. Ich hab sie mal auf Spotify zusammengefasst:

Kurzum das Buch macht Spaß und gibt es unter anderem auch hier. Und wer auf Twitter unterwegs ist, kann Frau B. auch dort folgen.

Unter der Fassade ist es braun

Letztes Wochenende habe ich einem Freund wieder bei der Hausrenovierung geholfen. Diesmal haben wir zumindest teilweise die alten weißen Schindeln entfernt. Darunter kamen die Holzlatten zum Vorschein. Aber irgendwie ist das auch ein gutes Bild für unsere aktuelle Gesellschaft. Eigentlich sind alle normal und friedvoll. Aber kaum gibt es mal Probleme werden doch oft auch immer wieder unsere ausländischen Mitbürger zum Feindbild erhoben. Eine gewisse Rassismus- bzw. Nazikultur gab es schon immer. Aber spätestens seit die „Affen für Deutschland“ (kurz: AfD) das erste Mal zum Wahlkampf antraten und die Pegida Demos stattfanden ist es leider wieder sichtbarer geworden.
Aber so wie man beim Hausbau faulige Balken durch neue Balken ersetzt um den Schimmel zu verhindern, kann man in der Politik den brauen Dreck auch wieder entfernen. Bei der nächsten Wahl einfach wieder normale Parteien wählen, die trotzdem alle gesellschaftlichen Probleme anpacken!

KSK wird teilweise aufgelöst

Ich wohne ja in Calw (gut genauer in Stammheim) und seit ich denken kann, gibt es dort in Richtung in Heumaden einen Militärstützpunkt. Das sogenannte Kommanda Spezialkräfte (KSK), welches für spezielle Einsätze ausgebildet wird und wohl auch eingesetzt wird. Als Zivilist bekomme ich da eher wenig mit. Manchmal hörte man immer mal wieder ein paar Hubschrauber umherkreisen, aber sonst war es sehr ruhig um die KSK. Es gehört sich ja auch nicht für eine Militäreinheit ständig in der Presse zu landen.
Doch in den letzten Jahren kamen immer wieder Vorwürfe zu Tage, dass vereinzelte Soldaten innerhalb der KSK rechtsextreme Tendenzen offen zeigen und auch ausleben. Na gut, aber in Deutschland ist man ja allgemein auf dem rechten Auge blind. Zumindest hat man oft diesen Eindruck. Zahlreiche NSU Morde, wenig Widerstand bei rechten Demos.
Umso überraschender finde ich nun, dass ausgerechnet die aktuelle Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer die KSK in Calw besucht und zu dem Entschluss kommt, dass man tatsächlich mal durchgreifen muss. Zweite Quelle hier.

Ich möchte hier ausdrücklich betonen, dass ich kein Soldat bin. Trotzdem respektiere ich erstmal jeden Menschen, der den Dienst an der Waffe tut. Irgendjemand muss es ja machen. Genauso wie ich als Feuerwehrmann mein Leben im Einsatzfall riskiere, riskieren die Soldaten im Einsatzfall auch ihr Leben. Beides dient grundsätzlich dem gleichen Zweck: Das Leben von anderen Menschen zu retten. Die Feuerwehr hilft im Gefahrenfall durch Feuer oder Hilfe bei Unfällen, das Militär eben im Kriegsfall. Beides ist respektabel und notwendig, da wir Menschen es einfach nicht schaffen dauerhaft im Frieden zu leben. Die Zeit des Friedens seit 1945 sind geschichtlich betrachtet eher eine große Ausnahme. Deshalb brauchen wir leider auch heute noch als Deutschland eine eigene Armee. Feuerwehrmann sein und gleichzeitig Soldat zu sein scheint auch eine gute Kombination zu sein. Wir hatten in den letzten Jahren einige Soldaten, die auch zur Feuerwehr gekommen sind. Von diesen Soldaten kann ich nur Gutes berichten!

Trotzdem finde ich es wichtig, dass auch das Militär unter Beobachtung steht! Wenn dort Extremisten erkannt werden und sogar 48.000 Munition und 68 Kilogramm Sprengstoff „zufälligerweise“ abhanden kommen, ist das kein Zufall mehr, sondern ein Zeichen, dass in dieser Einheit etwas gewaltig schief läuft. Ich würde hier nicht mal alle Soldaten unter Generelverdacht stellen. Vermutlich sind es ein paar Einzelne, die aber leider in Führungspositionen sind, welche die gesamte Truppe mit ihrer extremistischen Ideologie vergiften. Deshalb ist es wichtig die „Vergifter“ aus der Truppe zu entfernen, dann kann der Rest der Truppe wieder reingewaschen werden.

Genau deshalb freut mich, dass Kramp-Karrenbauer ihrem Kürzel AKK alle Ehre macht und auch mal durchgreift und die KSK auf den Prüfstand stellt. Wenn es nicht mehr tragbar ist, muss gehandelt werden. Nicht, dass wir demnächst den nächsten NSU Mord haben und dieser am Ende von Calw ausgeht. Das wäre nicht nur ein Imageschaden für Calw, sondern noch vielmehr der größte Bundeswehr Skandal der letzten Jahre. Und natürlich auch wieder viele unschuldige Tote! Brauchen wir alles nicht. Und es freut mich, dass unser aktueller OB Kling auch hinter dem Vorhaben von AKK steht und es unterstützt. Engagiertes Handeln erfordert Mut und wenn es gegen Extremisten geht nochmal doppelt so viel. Deshalb freue ich mich, dass da aktuell etwas passiert.

Black Lives Matter

Seit vor ein paar Tagen George Floyd durch brutale Polizeigewalt gestorben ist, gab es sehr starke Proteste der schwarzen Amerikaner in Amerika und überall auf der Welt. Fakt ist, dass schwarze Menschen tendenziell eher als kriminell eingestuft werden so öfter mal von Polizisten durchsucht werden oder rassistisch angegangen werden. Ich kann das als weißer und vor allem deutscher Schwabe eher weniger nachvollziehen. Wir Deutschen haben sowieso einen relativ guten Ruf in den meisten Ländern dieser Welt. Trotzdem leben in den letzten Jahren auch in Deutschland immer mehr schwarze Menschen bei uns. Sei es weil sie als Flüchtlinge gekommen sind oder weil sie Migranten sind. Eigentlich sollte jeder Mensch egal welche Hautfarbe er hat, immer eine gewisse Würde und Respekt bekommen. Wenn er sich später als Dieb oder Arschloch herausstellt, kann man ihn immer noch anders behandeln. Das sollte aber erstmal nichts mit der Hautfarbe zu tun haben. Ein weißer kann genauso ein Arschloch sein, wie ein Schwarzer. Ein Schwarzer kann auch ein studierter Arzt sein, wie ein Weißer. Trotzdem ist es natürlich erstmal fremd und was fremd ist, macht dem Menschen Angst und ich nehme mich da gar nicht aus. Aber ich habe gelernt, dass die Farbe rein gar nichts über den Charakter des Menschen aussagt.
Zurück zu den Afro Amerikanern: Fakt ist, dass diese seit Jahren tendenziell öfter von der Polizei erschossen oder durchsucht werden. Klar, hier sind sicher auch mal kriminelle Menschen dabei, aber eben nicht immer! Deshalb hat der Tod von George Floyd das Fass zum Überlaufen gebracht.
Der schwarze / weiße Rassismus wurde in einer Rede von Muhammad Ali gut auf den Punkt gebracht.
Was die Black Lives Matter Bewegung ist kann man gut bei Wikipedia nachlesen.

Besonders freut es mich, dass mittlerweile auch die sogenannten Karens (weiße Hausfrauen) sich mit der BLM Bewegung sympathisieren. Die haben am Anfang der Bewegung immer noch gesagt: All Lives Matter. Damit haben sie ja grundsätzlich recht. Jedes Leben zählt, aber der Punkt ist eben. Als weiße Person hat man grundsätzlich erstmal weniger Probleme im Leben. Daher ist es wichtig sich nun explizit für die Black Lives Matter Bewegung zu sympathisieren.
Oder ein Beitrag einer Mutter.
Was man natürlich auch immer machen kann, ist die Polizei zu trollen. Was mich erfreut ist, dass die Soldaten sich dann der Protestbewegung anschließen.

Die Menschen sind erstmal schlecht und machen immer viel Unsinn, aber wenn das System kaputt ist, muss das System geändert werden und nicht die Menschen sich gegegnseitig bekämpfen. Leider hat der Rassismus Tradition. In Deutschland ist er genauso spürbar, wie in allen anderen Ländern auch. Wird Zeit, dass wir uns solidarisieren. Und wenn in der eigenen Umgebung jemand rassistische Tendenzen aufzeigt, sollte man nicht schweigen sondern klar darauf hinweisen. Der andere meint es ja vielleicht nicht mal böse, aber es muss aufhören.