Windows 11 und mehrere Windows Partitionen

Neulich war ich mal wieder bei einem Kunden im Rahmen meiner Nebentätigkeit als Aichele IT Consulting unterwegs. Der hatte einen etwas älteren Rechner aus 2014 am Start. Anfangs muss da wohl mal Windows 8.1 drauf gewesen sein. Dann wurde im Laufe der Jahre mal ein Update auf Windows 10 vorgenommen. Irgendwann muss die Kiste auch mal komplett am Ende gewesen sein, weshalb eine neuere SSD eingebaut wurde. Die alte SSD wurde aber drin gelassen, da hier noch Daten drauf waren und der Kunde diese vielleicht irgendwann brauchen konnte.
Nun waren also 2 Windows Partitionen verbaut und das Ganze muss wohl unter Windows 10 immer gut funktioniert haben. Nun kam aber der Oktober und Windows 10 bekommt seitdem offiziell keine Windows Updates mehr. Also hat es sich angeboten auf Windows 11 upzugraden. Das ging mit dem Trick das Windows 11 Setup als Server auszuführen gut. Dabei muss aber wohl die Windows Installation auch die alte Windows 10 Installation noch erkannt haben und hatte somit dann für Probleme gesorgt.

Was hab ich nun getan? Nun erstmal versucht mit mehreren Windows 10 und Windows 11 USB Sticks zu booten. Das ging immer soweit, dass es geladen hat, aber dann nur blau bzw. violett wurde und nicht weiter ging. Der normale Bootvorgang hat mal normal gestartet und der Kreisel hat sich auch nach 15 Minuten noch gedreht. Beim zweiten Mal kamen dann immer ein automatischer Reparaturversuch, der auch nach 30 Minuten nicht weiter ging. Verschiedene Versuche das Legacy BIOS auf UEFI umzustellen halfen auch nicht. Am Ende hab ich einfach einen Ubuntu 24.04 Stick genommen und gebootet. Siehe da, der hat sich nicht von den Windows Probleme beeindrucken lassen und ist einfach durchgestartet. Ich habe damit dann auch die richtige Windows Partition gesehen und hab mal probehalber die Hiberfil.sys (Ruhezustandsdatei) gelöscht. Danach versucht das Windows von der SSD zu booten und siehe da, es ging wieder weiter. Es kamen dann wirklich die normalen Reparaturversuche und lief aber dann durch. Danach sich normal an Windows angemeldet und der Kunde war wieder drin. Dann im Gerätemanager geschaut welche Platten verbaut sind. Die automatische Reparatur hat tatsächlich die Wiederherstellungspartition der alten SSD angemeckert und versucht zu reparieren. Also noch ein letztes Backup der Daten der alten SSD gemacht. Dann alle Partitionen gelöscht und Windows heruntergefahren. Zum Abschluss haben wir die SSD ausgebaut und somit wirklich auch als Fehlerquelle beseitigt. Siehe da, der Rechner fuhr wieder normal hoch. :) Ganz ohne automatischen Reparaturversuche. Die letzten Windows Udpates und Treiberupdates gingen auch gut durch.

Der Rechner ist zwar schon insgesamt etwas träge, aber das liegt einfach auch ein bisschen am Alter. 12 Jahre merkt man einfach irgendwann, trotz SSD, relativ schneller CPU und 32 GB RAM.

Aber was ich nicht nachvollziehen kann: Warum lässt eine IT-Fachwerkstatt eine alte SSD eingebaut? Klar, der Kunde hat darauf bestanden, dass er diese Daten noch haben will. Aber dann hätte ich die Daten eben auf einen USB Stick gezogen und so zur Verfügung gestellt. Wenn die alte SSD nicht mehr verbaut und angeschlossen gewesen wäre, wäre der Fehler nach dem Windows 11 Upgrade gar nicht erst aufgetreten. ;)

Egal, wieder was gelernt!

HP Wolf Security entfernen ist nicht so einfach

Ende 2023 hab ich mir für mein Nebengewerbe auch mal einen HP Laptop zugelegt. Die Teile kannte ich vom Geschäft her und machen eigentlich einen guten Eindruck.
Im Gegensatz zum Geschäft hab ich hier aber die vorinstallierte Windows Version drauf gelassen. Damit war dann auch HP Wolfsecurity drauf. Das ist eigentlich ein sinnvolles Werkzeug, aber ich wollte es nach dem kostenlosen Jahr nicht mehr haben. Das zu deinstallieren ist gar nicht so einfach, da immer die Meldung kam, dass man zuerst die alten Versionen deinstallieren soll.
Aber am Ende muss man nur in der Registry unter diesem Key "Computer\HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Bromium\vSentry\" die alten Versionsnummern mit "old" vorne ergänzen und dann hat die Deinstallation auch schon geklappt.
Echt traurig, dass HP es hier einem wieder so schwer macht. Hier die Lösung zum Nachlesen, wenn es auch mal jemand hat.

ePA - Widerspruch zum 15. Januar 2025 erforderlich

Grundsätzlich bin ich eigentlich offen dafür Prozesse zu digitalisieren und die Idee einer elektronische Patientenakte (ePA) finde ich auch weiterhin charmant.
Aber ich würde hier immer eine Abstufung machen.
1. Wird beispielsweise das lokale Rathaus aufgemacht, sind halt meine persönlichen Adressdaten, mein Familienstatus und vielleicht meine Gewerbeanmeldung oder auch mein Bußgeldstatus öffentlich. Na gut, das muss zwar nicht jeder wissen, aber das sind Daten die nicht ultrageheim sind.
2. Wird dagegen das Finanzamt um ihre Daten erleichtert wird es schon spannender. Dannn weiß man schon mehr über mich: Wem spende ich Geld, welche Immobilien besitze ich eventuell, was verdiene ich und welchen Beruf übe ich aus. Durchaus schon Daten, die man eher im engeren Kreis teilt und nicht an die große Glocke hängt.
3. Verliert dagegen die Krankenkasse mal meine Daten wird es schon deutlich blöder. Unter Umständen wissen sie oberflächlich meinen Krankenverlauf oder zumindest bei welchen Ärzten ich war. Da die am Ende ja die Behandlungen bezahlen. Schon mal deutlich kritischer, da man vielleicht auch im engeren Freundeskreis nicht alles miteinander teilt.
4. Wird allerdings nun eine elektronische Patientenakte von mir und allen anderen Bürgern in Deutschland erstellt und zentral gespeichert wird es nochmal deutlich gefährlicher. Wenn hier auch ein Arztbrief oder Behandlungsverläufe drinstehen ist das für meinen behandelnden Arzt durchaus sinnvoll, aber für die breite Öffentlichkeit definitiv nicht vorgesehen. Bestimmte Krankheitsbilder bespricht man vielleicht noch nicht mal mit der eigenen Familie (zumindest nicht sofort). Das wäre für mich also der Supergau.

Nun wird die ePA leider von der Gematik vorangetrieben und leider so stümperhaft, dass jede Firma sofort Insolvenz anmelden könnte wegen der ganzen Schadensersatzforderungen. Aber hier geht es um unser Gesundheitssystem. Das basiert auf Vertrauen und das Vertrauen sollte auch soweit gegeben sein, dass wirklich nur die berechtigten Personen (Patient, Behandler und von mir aus Krankenkasse) Zugriff auf die Patientendaten haben. Jetzt bin ich ja aktuell selbst in der Situation, dass ich mich mit dem Thema "Depression" herumschlagen muss. Grundsätzlich hätte ich die Idee der ePA cool gefunden. Einmal erzählen was ich habe und dann wird es aufgeschrieben. Dann kann der nächste es erstmal durchlesen und noch ergänzende Fragen stellen. So wird sich dann mit der Zeit eine umfangfreiche Akte bilden von mehreren Personen und ich als Patient muss nicht ständig wieder doch manche unangenehmen Dinge benennen. Gleichzeitig bin ich nun seit 20 Jahren Informatiker und habe schon einige Dinge gesehen, die kaputt gehen können. Da sind Viren und Trojaner das kleinere Übel. Wenn Daten abfließen wird es aber richtig kacke. Hier geht es nicht um Geschäftsdaten, welche die Konkurrenz nutzen kann, sondern um Gesundheitsdaten. Auch wenn ich aktuell mit dem Thema Depression relativ offen umgehe, wird es nicht jeder tun wollen. Im Zweifel wird es immer auch irgendwann mal negative Konsequenzen nach sich ziehen. Deshalb muss sowas Sensibles wie eine elektronische Patientenakte (ePA) unbedingt sicher betrieben werden können.
Aus diesem Grund hab ich mich dann die letzten Tage auch dafür entschlossen einen Widerspruch gegen die ePA bei meiner Krankenkasse zu beantragen. Als digitaler Nomade habe ich vor längerer Zeit mal ein Konto bei der AOK beantragt und neulich wieder aktiviert. Der Zugang ist immer noch sehr holprig, aber darüber hab ich dann meinen Widerspruch eingereicht. Das Widerspruch geht aber vermutlich auch auf anderem Wege (Fax, Brief, Besuch in der örtlichen Geschäftsstelle). Ihr solltet vermutlich einen Brief von der Krankenkasse bekommen haben.
Ich finde es ein Unding so etwas aufzuzwingen, in dem man bewusst widersprechen muss. Wenn es weniger kritisch wäre und weniger Sicherheitslücken hätte, wäre ein automatischer Opt-In sinnvoll. Aber bei den aktuellen Lücken ist es zu gefährlich.

Auf dem 38C3 gab es dazu natürlich auch einen Vortrag darüber. Ist recht spannend gemacht.