Motorrad Probefahrten

Nachdem ich seit August 2016 meine Bandit von 2001 habe, spiele ich immer wieder mit dem Gedanken ein reisetauglicheres Mopped zu kaufen. Die Sitzposition ist auf langen Fahrten einfach nicht ideal und die Halterung am Heck ist leider schon bei der ersten Reise abgerissen. ;)
Ich wollte eine Enduro um aufrecht zu sitzen. Also bin ich in den letzten Wochen ein paar Moppeds Probe gefahren. Zuerst die GS von meinem Nachbarn. Ja, ganz angenehmes Mopped, aber das Schalten ist doch gewöhnungsbedürftig. Der Motor ist etwas ruppig. Ansonsten fühlt man sich halt gleich wie der König der Straße. Einmal auf den Tacho geschaut: „Oh schon 140, fühlt sich an wie 80. ;) “ Aber der Nachteil der GS ist halt auch. Sie ist sehr oft verbreitet. Jeder „Depp“ hat sie und das finde ich schade. Meine Bandit sehe ich zwar auch hin und wieder, aber lang nicht mehr so oft. Gut mein Modell sowieso selten, weil sie auch fast 20 Jahre alt ist. Und sie ist auch sehr teuer. Dafür hat sie einen Kardan Antrieb, was wieder toll ist und man endlich keine Kette mehr fetten muss. Aber naja der Zweizylinder taugt mir irgendwie nicht.

Also bin ich mal nach Stuttgart zum Triumph Händler gefahren und wollte die Tiger 1200 fahren. Leider hatte er damals gerade keine da. Aber dafür die Tiger Sport 1050, welche auch den 3 Zylinder drin hat, aber leider Kette. Was soll ich sagen. Der 3 Zylinder macht Spaß, selbst mit der Kette war es geil und es fährt sich wie ein Fahrrad. ;)

Einige Zeit später konnte ich dann mal die Yamaha MT-09 Tracer GT fahren. Auch ein schöner 3-Zylinder, der auch gut dreht mit 900 ccm, aber leider doch etwas klein für mich ist. Bin in der Probefahrt sehr oft mit dem Fuß an der Straße gestreift. Wäre aber auch eine schöne Alternative gewesen.

Die 1250 GS hab ich bewusst nicht ausprobiert, weil die noch zu neu und zu teuer ist. Soll aber auch deutlich anders als die 1200 GS zu fahren. Aber ist halt auch wieder BMW. Hat jeder und ist nichts besonderes mehr.

Dann bin ich an einem Freitag endlich mal viele andere Moppeds gefahren. Die sind hier auch in der Bildergallerie aufgezählt. Nämlich die Africa Twin 1100 als normaler und später auch als Automatik. Die normale ist ganz OK, aber da war ich schon auf den ersten Metern im Begrenzer drin. Ansonsten ist se recht ordentlich aufgebaut und fährt sich wieder wie ein Fahrrad. Ist halt auch eine Enduro, die Spaß macht und nicht umsonst Africa Twin heißt. Die Automatik Variante ist aber dezent gesagt wirklich gewöhnungsbedürftig und überhaupt nicht mein Fall. Die Automatik schält relativ gut hoch, aber wird man einmal langsamer ist bei 50 km/h immer noch der 5. Gang und die Karre fängt beim Gasgeben an zu stottern. Gut, es war wie gesagt auch nur eine kleine Probefahrt über 20 Kilometer, aber mich hat es da nicht überzeugt.

Zwischendrin bin ich dann die Tiger 1200 mit Kardan, Quickshifter gefahren und ich hab gleich gedacht. Ja geil, so eine will ich haben. Die hat mir gleich Spaß gemacht. Allerdings hab ich erstmal gehadert wegen dem Preis. Am Ende hab ich mich aber für so eine entschieden. Nun aber in der „Gelände“ Version mit Speichenrädern und etwas mehr Schutz, Reifenkontrollsystem und schwarzen Koffern. Wenn ich se habe, gibts einen eigenen Beitrag hier.

Nach der Tiger bin ich dann noch eine Versys 1000 gefahren. Jo die macht auch Spaß. Aber fand ich jetzt nicht spannend. Fährt sich wie meine Bandit. Also gut und solide. Ein guter 4-Zylinder eben, etwas bessere Sitzposition, aber dann doch nicht so spannend für mich. Aber ist auch eine Erfahrung wert. Man muss ja auch wissen, was man nicht haben will. :)

Eigentlich hatte ich dann noch die V-Strom und eine größere GS auf meiner Liste. Aber eine GS wollte man mir irgendwie nicht zum Fahren geben. ;) Und eine Super Tenere wäre noch was gewesen. Aber letzten Endes sind es alles auch wieder 2 Zylinder und die haben eben das Problem mit dem Drehzahl Begrenzer. Also hab ich darauf verzichtet.

Weil aber viele Leute immer von KTM schwärmen hab ich noch die KTM 1290 Super Adventure ausprobiert. Die stand ganz neu beim Händler mit 140 km. Aber das war vielleicht auch der Fehler. Die Kiste war nicht eingefahren und beim Gas geben musste ich immer erst 1 Sekunde warten bis man ein Feedback kam und es vorwärts ging. Joa, sie macht Spaß und definitiv Power. Aber gemerkt hab ich davon nicht so richtig viel. Bei 160 hat vorne alles geflattert und der Begrenzer war richtig schnell erreicht. Der endgültige Beweis, dass ich einfach keine 2-Zylinder brauche.

Letzten Freitag bin ich dann nochmal abschließend zum Triumph Händler gefahren um die Tiger 1200 nochmal in hoher Sitzposition zu fahren. Das hat meinen Eindruck nochmal bestätigt. Selbst bei Regen fühle ich mich auf dieser Kiste recht sicher. Gut, vielleicht nicht mehr die allerhöchster Schräglage, aber es rutscht kein Reifen weg und der Regenmodus macht den Rest dazu. Und hey es ist ein 3-Zylinder. Gut von unten heraus und nach oben hin wieder mehr Reserve zum Drehzahlbegrenzer hin. Und einfach viel Platz um Koffer dran zu machen und bei Bedarf auch ein Zelt. Im Tiger Forum hab ich auch mal reingelesen und sogar viele GS Fahrer sind mittlerweile auf die Tiger umgestiegen. Das spricht auch für sich, weil BMW ja nicht unbedingt schlechte Motorräder baut. Nur eben gibt es sie mittlerweile zu oft und damit wird’s langweilig.
Und hey mit dem Auspuff ist die Tiger sogar Tirol fahrfähig. Nur 92 dB.

Soviel mal zu meiner kleine Odisey mit den Probefahrten. Und jetzt freu ich mich auf nächsten April wenn ich dann endlich meine Tiger richtig ausfahren kann. Meine Bandit macht auch noch Spaß, aber für Reisen ist sie einfach nicht geeignet. Dafür nächstes Jahr mal auf die Rennstrecke damit. Darauf freu ich mich auch schon…

Vogesentour 2020 gefahren

Nachdem ich letzte Woche noch die Tour in die Vogesen angekündigt habe, gibt es hier einen kleinen Bericht. Erstens die Vogesen sind wirklich ein sehr geiles Gebiet wenn man Kurven fahren will und zumindest die Teile die wir gefahren sind, sind auch fast alles gute Straßen mit gutem Grip und wenig Split auf den Straßen. Ein kleiner Teil (wenige Kilometer) war mit Split gesäumt.
Am Freitag hab ich tagsüber noch gearbeitet, aber das war auch nicht so schlimm da es tagsüber auch gut geregnet hat. Diesmal bin ich bewusst ohne große Gepäckrolle gefahren, sondern hab einfach alles in meinen Tankrucksack gepackt. Regenkombi habe ich mir auch gespart, da es zumindest Samstag nicht regnen sollte. Am Freitag bin ich dann tatsächlich doch ein bisschen nass geworden, aber das war OK.

Für Freitag hat mir unser Tourguide eine schöne Strecke nach Badenweiler (die ich hier bis Fischbach gekürzt habe) rausgesucht. Um 14:45 Uhr bin ich dann von der Tankstelle auch endlich losgekommen. Ein etwas längeres Stück auf der Autobahn, aber dann die schönen Strecken im Südschwarzwald ab Schluchsee. Das war wirklich genial. Ich hatte diese Strecke mit Google Maps auf meinem iPhone gemacht und mir die Route per Headset im Helm ansagen lassen. Das ging soweit eigentlich auch ganz gut, aber leider hat Google Maps die blöde Angewohnheit, dass man an jedem Punkt anhalten muss und neu starten muss. Das hab ich bis zum Schluchsee durchgehalten, danach hat es doch erstmal krass geregnet, weshalb ich dort ein paar Minuten untergestanden bin. Als ich weiterfahren wollte, war das Netz an diesem Standort wirklich am Arsch. Ein Balken 4G, aber irgendwie keine Verbindung. Bin dann einfach mal weitergefahren und beim nächsten Halt (ca. 1 km weiter) bin ich nochmal angehalten und habe mit Calimoto weiternavigiert. Herausgekommen ist auch eine schöne kurvige Strecke. Minimal anders als die geplante Strecke von Google, aber doch recht schön. Und so war ich dann auf 18:45 Uhr am Hotel in Badenweiler. Die anderen waren schon um 9 Uhr morgens unterwegs und auch gerade mal 20 Minute vor mir dagewesen. Gut, sie haben auch einige Pausen gemacht und sind gemütlich durch den Schwarzwald gefahren. Ich hab mir von den 230 km, die ich abends auf dem Tacho hatte, auch einige Kilometer auf der Autobahn verbracht. So konnte ich mal testen, dass meine Bandit immer noch 240 km/h läuft. Die kleine Wartung neulich (neue Zündkerzen, neuer Luftfilter, neuer Ölfilter und neues Öl) hat es also gebracht. Schneller hab ich mich nicht getraut, da dann schon wieder das nächste Auto in Sichtweite kam. ;)
Nach kurzem Bierle am Hotel und Duschem im Zimmer sind wir noch ins Städtle und haben in einer Winzerstube gespeist. Dort gab es kein Bier und keine Cola, aber dafür gutes Schnitzel mit Bratkartoffeln und einen guten Chardonnay. Zumindest hat es für Wein Baunausen wie mich relativ gut geschmeckt. Danach sind wir aber noch in den Ratskeller um ein Bier und einen Willy zu trinken. Der Willy war nach den ganzen Slivovice mal wieder eine angenehme milde Überraschung. Kein Brennen. ;)

Am nächsten Morgen ging es dann weiter in die Vogesen. Ich bin dem Guide hinterhergefahren, aber habe die Strecke mit Calimoto (inklusive ein paar falschen Abzweigungen) aufgezeichnet. Hier muss ich sagen: Die Vogesen sind richtig schön zu fahren und es waren zumindest an diesem Samstag wenige Raser unterwegs. Ein paar Sportwagen waren unterwegs, die wir aber auch elegant überholt haben. Die Spitzkehren kamen am Anfang etwas überraschend, weil sie nicht so gut einsehbar sind. Aber nach der ersten hab ich mich schon dran gewöhnt und erwartet, dass da gleich wieder eine Kehre kommt.
Laut Calimoto hab ich zumindest an einer Stelle eine rechte Schräglage von 39,3° erreicht. Wie genau das ist, kann ich nicht beurteilen. Mein Handy war immer im Tankrucksack seitlich verstaut. Der Tankrucksack war relativ fest am Tank befestigt. Warum gerade rechts meine Lieblingsseite ist, weiß ich auch nicht so genau. Vielleicht ein kleiner Reflex und eventuelle Nazis auf der Fahrbahn zu klatschen!
Die Route de Grete bis Straßbourg sind wir gefahren und dann wieder auf schnellem Weg nach Hause. Die Zuflucht haben wir auch mal wieder mitgenommen und ich habe mich schon gewundert, dass die Straßen so gut ist. Keine Schlaglöcher mehr. Irgendwie schon fast langweilig.
Dafür haben wir dann an der Kniebishütte noch was zu Abend gegessen. Das war nach einem langen Tag ohne große Zwischenstopps (nur was Trinken und Rauchen) aber auch irgendwie notwendig.

Die Tour hat mit meiner Bandit zumindest hochzus auch immer viel Spaß bereitet. Runterwärts war es dagegen oft eine Qual, weil hier der 4 Zylinder einfach gut schiebt und die Bremsen nicht so geil sind. Und manchmal muss man eben bremsen. Habe mindestens eine Kurve erlebt, wo ich ganz am Rand der Fahrbahn gefahren bin und schon meinte „Oh, gleich liegste wieder!“. Ist aber glücklicherweise nochmal gut gegangen. Keine Stürze. Eine Überholaktion war etwas krass. Die vor mir haben alle Autos überholt, dann wollte ich auch und ein Moppedfahrer kam entgegen und hat schon die Hand gehoben. Meine Mitfahrerin hinten dran hat auch schon gemeint: „Oh Tobi, das machste nicht nochmal. Ich hab euch schon zusammencraschen sehen!“ Aber auch hier gnädigerweise nichts passiert. Es war auch noch genug Platz für den anderen um ihn nicht an den Rand zu drängen.

Wie immer halt: Ich fahre sehr gerne, aber Bilder sind leider oft rar. Ein paar Gruppenbilder sind da, aber die poste ich hier nicht, weil ich die Leute drauf nicht gefragt habe. Trotzdem: In die Vogesen fahre ich definitiv nochmal. Ursprünglich war am Donnerstag noch kurz der Gedanke einen Tag dranzuhängen und am Sonntag noch weiterzufahren. Für mich war es am Samstag aber dann einfach auch anstrengend, weshalb ich mit den anderen nach Hause gefahren bin. Bis ich dahein war, waren es immerhin auch wieder 435 km und davon auch viele schöne Kurvenstrecken.