Motorradfahren in Gruppen

Wenn ich Motorrad fahre, dann gerne mal in Gruppen. Deshalb hab ich mich immer wieder mit verschiedenen Gruppen verabredet. Einerseits um Strecken kennenzulernen, andererseits weil sich meine Bekanntschaftskreise nicht immer überschnitten haben. Die einen waren in der Feuerwehr, die anderen auf der Arbeit. Und dann hat sich noch eine Gruppe gegründet, die sogar einen monatlichen Stammtisch hatte und nach der Corona Pause auch sicher wieder hat. Hier haben sich dann ein paar Fahrer und Fahrerinnen herausgebildet, die regelmäßig fahren und sich auch gut verstehen.
Das Spannende ist halt auch: Jede Gruppe fährt irgendwie doch wieder anders. Die einen fahren schnell, andere nehmen wieder mehr Rücksicht und fahren daher langsamer. Einmal hab ich zusammen mit jemand anderem eine Ausfahrt organisiert und das war dann am Ende doch etwas doof. Einfach auch weil die Leute, die ich mitgebracht habe spät dazu kamen und der Kollege nochmal jemand mitgebracht hatte, von dem ich nichts wusste. Danach hab ich die Gruppe in der Mitte überholt und naja es war einfach sehr chaotisch. :( Aber gut, Fehler passieren und wenn man sie anspricht kann man daraus lernen. Das hab ich mit dem Guide danach auch getan.

Ein paar dieser Punkte kann man auch hier sehen. Playing Well With Others: 18 Group Riding Tips
Falls ihr also in Gruppen fahrt, respektiert den Guide und haltet euch an seine Regeln. Und respektiert generell die anderen Menschen um euch herum. Wir Motorradfahrer sollten positiv auffallen!

Motorrad – Eine Hommage

DER TRAUM, DEN MANCHE NICHT VERSTEHEN:
Ich habe ein Motorrad für einen persönlichen Traum gekauft. Eines Tages, wenn ich sehr alt bin und nicht mehr laufen kann, wird sie in meiner Garage sein wie eine Trophäe meiner Erinnerungen.
Ich habe Leute getroffen, die mir etwas beigebracht haben und den gleichen Geist teilen.
Ich bin nass geworden,
Mir war kalt,
Und mir wurde heiß,
Ich hatte Angst,
Ich bin ihr am Boden entkommen,
Und ich habe sie hochgehoben,
Manchmal habe ich im Helm laut gelacht.
Ich habe tausendmal mit mir selbst gesprochen.
Ich habe gesungen und vor Freude geschrien wie verrückt
Ja… und manchmal habe ich geweint.
Ich habe wunderbare Orte gesehen und unvergessliche Erfahrungen gemacht.
Ich habe oft Kurven gemacht, auf die ich stolz war, manchmal habe ich etwas gruselige Kurven gemacht.
Ich habe tausend Mal angehalten, um eine Landschaft zu sehen.
Ich habe mit perfekten Fremden gesprochen und die Leute vergessen, die ich jeden Tag sehe.
Ich bin mit meinen Dämonen drinnen ausgegangen und bin mit absoluter Frieden in meinem Herzen nach Hause gegangen.
Ich habe immer darüber nachgedacht, wie gefährlich das ist, weil ich weiß, dass der Sinn für Mut darin besteht, voranzukommen, selbst wenn ich Angst fühle.
Jedes Mal wenn ich auf meine Maschine steige, denke ich wie wunderbar das ist.
Ich habe aufgehört, mit denen zu reden, die es nicht verstehen (sie verstehen einfach nicht) und habe durch Gesten gelernt, mit anderen Motorradliebhaber zu kommunizieren.
Ich habe Geld ausgegeben, das ich nicht hatte und viel aufgegeben habe, aber all diese Dinge sind nicht einmal einen Moment ohne mein Motorrad wert.
Es ist kein Transportmittel oder ein eisernes Stück mit Rädern, es gehört zu meiner Seele, meinem Verstand. Das ist meine DNA. Falls ich jemals an dieser Leidenschaft sterbe, ich wäre bis zur letzten Sekunde am glücklichsten gewesen…
Auf dem Motorrad fahren….. Nur die Menschen, die sie lieben, verstehen es.
Ich liebe meine Freunde und ihre wunderbare Lebensfreude!
Und das Abenteuer geht weiter…

Vogesentour 2020 gefahren

Nachdem ich letzte Woche noch die Tour in die Vogesen angekündigt habe, gibt es hier einen kleinen Bericht. Erstens die Vogesen sind wirklich ein sehr geiles Gebiet wenn man Kurven fahren will und zumindest die Teile die wir gefahren sind, sind auch fast alles gute Straßen mit gutem Grip und wenig Split auf den Straßen. Ein kleiner Teil (wenige Kilometer) war mit Split gesäumt.
Am Freitag hab ich tagsüber noch gearbeitet, aber das war auch nicht so schlimm da es tagsüber auch gut geregnet hat. Diesmal bin ich bewusst ohne große Gepäckrolle gefahren, sondern hab einfach alles in meinen Tankrucksack gepackt. Regenkombi habe ich mir auch gespart, da es zumindest Samstag nicht regnen sollte. Am Freitag bin ich dann tatsächlich doch ein bisschen nass geworden, aber das war OK.

Für Freitag hat mir unser Tourguide eine schöne Strecke nach Badenweiler (die ich hier bis Fischbach gekürzt habe) rausgesucht. Um 14:45 Uhr bin ich dann von der Tankstelle auch endlich losgekommen. Ein etwas längeres Stück auf der Autobahn, aber dann die schönen Strecken im Südschwarzwald ab Schluchsee. Das war wirklich genial. Ich hatte diese Strecke mit Google Maps auf meinem iPhone gemacht und mir die Route per Headset im Helm ansagen lassen. Das ging soweit eigentlich auch ganz gut, aber leider hat Google Maps die blöde Angewohnheit, dass man an jedem Punkt anhalten muss und neu starten muss. Das hab ich bis zum Schluchsee durchgehalten, danach hat es doch erstmal krass geregnet, weshalb ich dort ein paar Minuten untergestanden bin. Als ich weiterfahren wollte, war das Netz an diesem Standort wirklich am Arsch. Ein Balken 4G, aber irgendwie keine Verbindung. Bin dann einfach mal weitergefahren und beim nächsten Halt (ca. 1 km weiter) bin ich nochmal angehalten und habe mit Calimoto weiternavigiert. Herausgekommen ist auch eine schöne kurvige Strecke. Minimal anders als die geplante Strecke von Google, aber doch recht schön. Und so war ich dann auf 18:45 Uhr am Hotel in Badenweiler. Die anderen waren schon um 9 Uhr morgens unterwegs und auch gerade mal 20 Minute vor mir dagewesen. Gut, sie haben auch einige Pausen gemacht und sind gemütlich durch den Schwarzwald gefahren. Ich hab mir von den 230 km, die ich abends auf dem Tacho hatte, auch einige Kilometer auf der Autobahn verbracht. So konnte ich mal testen, dass meine Bandit immer noch 240 km/h läuft. Die kleine Wartung neulich (neue Zündkerzen, neuer Luftfilter, neuer Ölfilter und neues Öl) hat es also gebracht. Schneller hab ich mich nicht getraut, da dann schon wieder das nächste Auto in Sichtweite kam. ;)
Nach kurzem Bierle am Hotel und Duschem im Zimmer sind wir noch ins Städtle und haben in einer Winzerstube gespeist. Dort gab es kein Bier und keine Cola, aber dafür gutes Schnitzel mit Bratkartoffeln und einen guten Chardonnay. Zumindest hat es für Wein Baunausen wie mich relativ gut geschmeckt. Danach sind wir aber noch in den Ratskeller um ein Bier und einen Willy zu trinken. Der Willy war nach den ganzen Slivovice mal wieder eine angenehme milde Überraschung. Kein Brennen. ;)

Am nächsten Morgen ging es dann weiter in die Vogesen. Ich bin dem Guide hinterhergefahren, aber habe die Strecke mit Calimoto (inklusive ein paar falschen Abzweigungen) aufgezeichnet. Hier muss ich sagen: Die Vogesen sind richtig schön zu fahren und es waren zumindest an diesem Samstag wenige Raser unterwegs. Ein paar Sportwagen waren unterwegs, die wir aber auch elegant überholt haben. Die Spitzkehren kamen am Anfang etwas überraschend, weil sie nicht so gut einsehbar sind. Aber nach der ersten hab ich mich schon dran gewöhnt und erwartet, dass da gleich wieder eine Kehre kommt.
Laut Calimoto hab ich zumindest an einer Stelle eine rechte Schräglage von 39,3° erreicht. Wie genau das ist, kann ich nicht beurteilen. Mein Handy war immer im Tankrucksack seitlich verstaut. Der Tankrucksack war relativ fest am Tank befestigt. Warum gerade rechts meine Lieblingsseite ist, weiß ich auch nicht so genau. Vielleicht ein kleiner Reflex und eventuelle Nazis auf der Fahrbahn zu klatschen!
Die Route de Grete bis Straßbourg sind wir gefahren und dann wieder auf schnellem Weg nach Hause. Die Zuflucht haben wir auch mal wieder mitgenommen und ich habe mich schon gewundert, dass die Straßen so gut ist. Keine Schlaglöcher mehr. Irgendwie schon fast langweilig.
Dafür haben wir dann an der Kniebishütte noch was zu Abend gegessen. Das war nach einem langen Tag ohne große Zwischenstopps (nur was Trinken und Rauchen) aber auch irgendwie notwendig.

Die Tour hat mit meiner Bandit zumindest hochzus auch immer viel Spaß bereitet. Runterwärts war es dagegen oft eine Qual, weil hier der 4 Zylinder einfach gut schiebt und die Bremsen nicht so geil sind. Und manchmal muss man eben bremsen. Habe mindestens eine Kurve erlebt, wo ich ganz am Rand der Fahrbahn gefahren bin und schon meinte „Oh, gleich liegste wieder!“. Ist aber glücklicherweise nochmal gut gegangen. Keine Stürze. Eine Überholaktion war etwas krass. Die vor mir haben alle Autos überholt, dann wollte ich auch und ein Moppedfahrer kam entgegen und hat schon die Hand gehoben. Meine Mitfahrerin hinten dran hat auch schon gemeint: „Oh Tobi, das machste nicht nochmal. Ich hab euch schon zusammencraschen sehen!“ Aber auch hier gnädigerweise nichts passiert. Es war auch noch genug Platz für den anderen um ihn nicht an den Rand zu drängen.

Wie immer halt: Ich fahre sehr gerne, aber Bilder sind leider oft rar. Ein paar Gruppenbilder sind da, aber die poste ich hier nicht, weil ich die Leute drauf nicht gefragt habe. Trotzdem: In die Vogesen fahre ich definitiv nochmal. Ursprünglich war am Donnerstag noch kurz der Gedanke einen Tag dranzuhängen und am Sonntag noch weiterzufahren. Für mich war es am Samstag aber dann einfach auch anstrengend, weshalb ich mit den anderen nach Hause gefahren bin. Bis ich dahein war, waren es immerhin auch wieder 435 km und davon auch viele schöne Kurvenstrecken.