Vogesentour 2020 gefahren

Nachdem ich letzte Woche noch die Tour in die Vogesen angekündigt habe, gibt es hier einen kleinen Bericht. Erstens die Vogesen sind wirklich ein sehr geiles Gebiet wenn man Kurven fahren will und zumindest die Teile die wir gefahren sind, sind auch fast alles gute Straßen mit gutem Grip und wenig Split auf den Straßen. Ein kleiner Teil (wenige Kilometer) war mit Split gesäumt.
Am Freitag hab ich tagsüber noch gearbeitet, aber das war auch nicht so schlimm da es tagsüber auch gut geregnet hat. Diesmal bin ich bewusst ohne große Gepäckrolle gefahren, sondern hab einfach alles in meinen Tankrucksack gepackt. Regenkombi habe ich mir auch gespart, da es zumindest Samstag nicht regnen sollte. Am Freitag bin ich dann tatsächlich doch ein bisschen nass geworden, aber das war OK.

Für Freitag hat mir unser Tourguide eine schöne Strecke nach Badenweiler (die ich hier bis Fischbach gekürzt habe) rausgesucht. Um 14:45 Uhr bin ich dann von der Tankstelle auch endlich losgekommen. Ein etwas längeres Stück auf der Autobahn, aber dann die schönen Strecken im Südschwarzwald ab Schluchsee. Das war wirklich genial. Ich hatte diese Strecke mit Google Maps auf meinem iPhone gemacht und mir die Route per Headset im Helm ansagen lassen. Das ging soweit eigentlich auch ganz gut, aber leider hat Google Maps die blöde Angewohnheit, dass man an jedem Punkt anhalten muss und neu starten muss. Das hab ich bis zum Schluchsee durchgehalten, danach hat es doch erstmal krass geregnet, weshalb ich dort ein paar Minuten untergestanden bin. Als ich weiterfahren wollte, war das Netz an diesem Standort wirklich am Arsch. Ein Balken 4G, aber irgendwie keine Verbindung. Bin dann einfach mal weitergefahren und beim nächsten Halt (ca. 1 km weiter) bin ich nochmal angehalten und habe mit Calimoto weiternavigiert. Herausgekommen ist auch eine schöne kurvige Strecke. Minimal anders als die geplante Strecke von Google, aber doch recht schön. Und so war ich dann auf 18:45 Uhr am Hotel in Badenweiler. Die anderen waren schon um 9 Uhr morgens unterwegs und auch gerade mal 20 Minute vor mir dagewesen. Gut, sie haben auch einige Pausen gemacht und sind gemütlich durch den Schwarzwald gefahren. Ich hab mir von den 230 km, die ich abends auf dem Tacho hatte, auch einige Kilometer auf der Autobahn verbracht. So konnte ich mal testen, dass meine Bandit immer noch 240 km/h läuft. Die kleine Wartung neulich (neue Zündkerzen, neuer Luftfilter, neuer Ölfilter und neues Öl) hat es also gebracht. Schneller hab ich mich nicht getraut, da dann schon wieder das nächste Auto in Sichtweite kam. ;)
Nach kurzem Bierle am Hotel und Duschem im Zimmer sind wir noch ins Städtle und haben in einer Winzerstube gespeist. Dort gab es kein Bier und keine Cola, aber dafür gutes Schnitzel mit Bratkartoffeln und einen guten Chardonnay. Zumindest hat es für Wein Baunausen wie mich relativ gut geschmeckt. Danach sind wir aber noch in den Ratskeller um ein Bier und einen Willy zu trinken. Der Willy war nach den ganzen Slivovice mal wieder eine angenehme milde Überraschung. Kein Brennen. ;)

Am nächsten Morgen ging es dann weiter in die Vogesen. Ich bin dem Guide hinterhergefahren, aber habe die Strecke mit Calimoto (inklusive ein paar falschen Abzweigungen) aufgezeichnet. Hier muss ich sagen: Die Vogesen sind richtig schön zu fahren und es waren zumindest an diesem Samstag wenige Raser unterwegs. Ein paar Sportwagen waren unterwegs, die wir aber auch elegant überholt haben. Die Spitzkehren kamen am Anfang etwas überraschend, weil sie nicht so gut einsehbar sind. Aber nach der ersten hab ich mich schon dran gewöhnt und erwartet, dass da gleich wieder eine Kehre kommt.
Laut Calimoto hab ich zumindest an einer Stelle eine rechte Schräglage von 39,3° erreicht. Wie genau das ist, kann ich nicht beurteilen. Mein Handy war immer im Tankrucksack seitlich verstaut. Der Tankrucksack war relativ fest am Tank befestigt. Warum gerade rechts meine Lieblingsseite ist, weiß ich auch nicht so genau. Vielleicht ein kleiner Reflex und eventuelle Nazis auf der Fahrbahn zu klatschen!
Die Route de Grete bis Straßbourg sind wir gefahren und dann wieder auf schnellem Weg nach Hause. Die Zuflucht haben wir auch mal wieder mitgenommen und ich habe mich schon gewundert, dass die Straßen so gut ist. Keine Schlaglöcher mehr. Irgendwie schon fast langweilig.
Dafür haben wir dann an der Kniebishütte noch was zu Abend gegessen. Das war nach einem langen Tag ohne große Zwischenstopps (nur was Trinken und Rauchen) aber auch irgendwie notwendig.

Die Tour hat mit meiner Bandit zumindest hochzus auch immer viel Spaß bereitet. Runterwärts war es dagegen oft eine Qual, weil hier der 4 Zylinder einfach gut schiebt und die Bremsen nicht so geil sind. Und manchmal muss man eben bremsen. Habe mindestens eine Kurve erlebt, wo ich ganz am Rand der Fahrbahn gefahren bin und schon meinte „Oh, gleich liegste wieder!“. Ist aber glücklicherweise nochmal gut gegangen. Keine Stürze. Eine Überholaktion war etwas krass. Die vor mir haben alle Autos überholt, dann wollte ich auch und ein Moppedfahrer kam entgegen und hat schon die Hand gehoben. Meine Mitfahrerin hinten dran hat auch schon gemeint: „Oh Tobi, das machste nicht nochmal. Ich hab euch schon zusammencraschen sehen!“ Aber auch hier gnädigerweise nichts passiert. Es war auch noch genug Platz für den anderen um ihn nicht an den Rand zu drängen.

Wie immer halt: Ich fahre sehr gerne, aber Bilder sind leider oft rar. Ein paar Gruppenbilder sind da, aber die poste ich hier nicht, weil ich die Leute drauf nicht gefragt habe. Trotzdem: In die Vogesen fahre ich definitiv nochmal. Ursprünglich war am Donnerstag noch kurz der Gedanke einen Tag dranzuhängen und am Sonntag noch weiterzufahren. Für mich war es am Samstag aber dann einfach auch anstrengend, weshalb ich mit den anderen nach Hause gefahren bin. Bis ich dahein war, waren es immerhin auch wieder 435 km und davon auch viele schöne Kurvenstrecken.

Texaspass Tour (Kaiserstuhl)

Am Samstag den 1. August war es saumäßig warm, trotzdem hatten wir eine schöne Ausfahrt zum Texaspass am Kaiserstuhl gemacht. Das war ein schöner Tag und wir hatten auch viel Spaß dabei. Aber an der letzten Tankstelle bin ich fast gestorben, weil alles warm war.
Die Tour gibts hier.

Kroatien 2020

Dieses Jahr ist ja 2020. Das Jahr im Zeichen von Corona und eigentlich dachte ich das Reisen wird dieses Jahr schwierig. Aber es stand mal wieder der Juni an und ein Feiertag war noch in Aussicht. Also hatte ich die Woche 8.6. bis 12.6.2020 Urlaub und weil ich dieses Jahr meinen Geburtstag auch wieder nicht groß feiern konnte, bin ich eben wieder in Urlaub gefahren. War leichter und außerdem ist es auch gut um mal etwas Ablenkung vom Alltag zu bekommen.
Wegen Corona dachte ich: „Hm Bayern ist auch schön. Lass uns doch dort mal ne Runde fahren.“
Aber mein Bruder wollte unbedingt ans Meer und da lag einfach Kroatien wieder auf dem Weg. Also mal erkundigt ob die Grenzen offen sind. Ja sie sind wieder offen. Aber man durfte in Österreich und Slowenien nur durchfahren und nicht übernachten. Das war natürlich etwas schade, da es schon eine lange Strecke ist.
Aber gut dann eben zwei Tagestouren. Einmal Calw – Rosenheim etwa 350 km. Und am nächsten Tag dann von Rosenheim – Rijeka etwa 550 km. Also alles machbar. Aber wenn man mit dem Motorrad fährt ist es eben doch etwas anstrengend. Diesmal hatten wir beide leider auch noch ein Problem mit dem Helm. Michis Helm drückt immer nach etwa einer Stunde (bei normalen Fahrten also OK) und meiner war neu und leider etwas zu klein. Deshalb hat der immer gedrückt. Weil ich noch mein Sena Headset eingebaut hatte, war er auch noch etwas dicker und nach 3 Tagen nicht mehr tragbar. Nachdem es mich dann am 3. Tag in ner Kurven mit Split am Rand auch hingehauen hat, hab ich das Headset endlich ausgebaut. So wurde es endlich ein bisschen bisschen besser. Aber trotzdem hat der Helm noch stark gedrückt nach längerer Fahrt. Einfach ein Zeichen, dass er zu klein ist. Leider war ich da schon lange in Kroatien und damit keine Chance mehr gehabt nach Hause zu fahren um meinen alten Helm zu nehmen. Naja so hat es dann auch gepasst, dass ich kurz vor Zadar an einer Ampel zum zweiten Mal gestürzt bin. Diesmal vor ner Ampel wo ich bremsen musste. Wieder mit der Vorderradbremse ohne ABS und wieder hat es mich gelegt. Diesmal aufs rechte Knie und zwar so stark, dass ich die nächsten Tage nicht mehr fahren konnte. Aber vom Zeitpunkt war es passend. Denn wir waren in Zadar und haben dort sowieso 3 Tage übernachtet. Eigentlich wären wir vielleicht nach Split oder Sibenik weitergefahren. Das haben wir dann eben gelassen. War auch mal schön 2 Tage lang etwas rumzuchillen und zu Fuß zum Essen zu laufen oder die Meeresorgel anzuschauen. Da sind wir natürlich wieder mit dem Motorrad hingefahren. Das rechte Knie tat beim Anwinkeln noch stark weh, aber hey ich musste ja auch noch heimfahren. So war die Erholung von Montagabend bis Donnerstagmorgen ganz gut. Und wir haben es uns richtig gut gehen lassen. Pizza, Grillplatte, Fisch, Pasta und immer gutes Bier. Slivovica hab ich diesmal auch endlich mal gekauft. Gleich ne 1 Liter Flasche, hatte ja Geburtstag!
Die Heimfahrt ging dann auch relativ gut. Wobei dann auch noch mein Hinterreifen zu Ende ging und ich hatte bei Regen einfach megaschieß. :( Aber am Ende bin ich wieder daheim angekommen ohne weiteren Sturz. Ab Deutschland ging es auch wieder leichter, da die Straßen besser wurden.
Slowenien ist auch echt sehenswert und könnte man mal als eigenes Ziel hernehmen. Leider gibt es dort keinen direkten Anschluss ans Meer, aber hey die Landschaft ist hier auch einfach gigantisch. Mir ist nur eines klar geworden. Meine Bandit ist wunderbar, aber für die Reise ist sie einfach fürn Arsch. Deshalb kauf ich mir nächstes Jahr mal eine andere Maschine. Irgendeine Reiseenduro wo ich gerade draufsitzen kann und vielleicht mein Kniewinkel auch besser ist. Irgendwie sträube ich mich noch gegen eine GS (die hat irgendwie jeder!), aber mal schauen und vor allem etwas Geld ansparen.
Hier noch ein paar Impressionen der Reise.