Kroatien 2020

Dieses Jahr ist ja 2020. Das Jahr im Zeichen von Corona und eigentlich dachte ich das Reisen wird dieses Jahr schwierig. Aber es stand mal wieder der Juni an und ein Feiertag war noch in Aussicht. Also hatte ich die Woche 8.6. bis 12.6.2020 Urlaub und weil ich dieses Jahr meinen Geburtstag auch wieder nicht groß feiern konnte, bin ich eben wieder in Urlaub gefahren. War leichter und außerdem ist es auch gut um mal etwas Ablenkung vom Alltag zu bekommen.
Wegen Corona dachte ich: „Hm Bayern ist auch schön. Lass uns doch dort mal ne Runde fahren.“
Aber mein Bruder wollte unbedingt ans Meer und da lag einfach Kroatien wieder auf dem Weg. Also mal erkundigt ob die Grenzen offen sind. Ja sie sind wieder offen. Aber man durfte in Österreich und Slowenien nur durchfahren und nicht übernachten. Das war natürlich etwas schade, da es schon eine lange Strecke ist.
Aber gut dann eben zwei Tagestouren. Einmal Calw – Rosenheim etwa 350 km. Und am nächsten Tag dann von Rosenheim – Rijeka etwa 550 km. Also alles machbar. Aber wenn man mit dem Motorrad fährt ist es eben doch etwas anstrengend. Diesmal hatten wir beide leider auch noch ein Problem mit dem Helm. Michis Helm drückt immer nach etwa einer Stunde (bei normalen Fahrten also OK) und meiner war neu und leider etwas zu klein. Deshalb hat der immer gedrückt. Weil ich noch mein Sena Headset eingebaut hatte, war er auch noch etwas dicker und nach 3 Tagen nicht mehr tragbar. Nachdem es mich dann am 3. Tag in ner Kurven mit Split am Rand auch hingehauen hat, hab ich das Headset endlich ausgebaut. So wurde es endlich ein bisschen bisschen besser. Aber trotzdem hat der Helm noch stark gedrückt nach längerer Fahrt. Einfach ein Zeichen, dass er zu klein ist. Leider war ich da schon lange in Kroatien und damit keine Chance mehr gehabt nach Hause zu fahren um meinen alten Helm zu nehmen. Naja so hat es dann auch gepasst, dass ich kurz vor Zadar an einer Ampel zum zweiten Mal gestürzt bin. Diesmal vor ner Ampel wo ich bremsen musste. Wieder mit der Vorderradbremse ohne ABS und wieder hat es mich gelegt. Diesmal aufs rechte Knie und zwar so stark, dass ich die nächsten Tage nicht mehr fahren konnte. Aber vom Zeitpunkt war es passend. Denn wir waren in Zadar und haben dort sowieso 3 Tage übernachtet. Eigentlich wären wir vielleicht nach Split oder Sibenik weitergefahren. Das haben wir dann eben gelassen. War auch mal schön 2 Tage lang etwas rumzuchillen und zu Fuß zum Essen zu laufen oder die Meeresorgel anzuschauen. Da sind wir natürlich wieder mit dem Motorrad hingefahren. Das rechte Knie tat beim Anwinkeln noch stark weh, aber hey ich musste ja auch noch heimfahren. So war die Erholung von Montagabend bis Donnerstagmorgen ganz gut. Und wir haben es uns richtig gut gehen lassen. Pizza, Grillplatte, Fisch, Pasta und immer gutes Bier. Slivovica hab ich diesmal auch endlich mal gekauft. Gleich ne 1 Liter Flasche, hatte ja Geburtstag!
Die Heimfahrt ging dann auch relativ gut. Wobei dann auch noch mein Hinterreifen zu Ende ging und ich hatte bei Regen einfach megaschieß. :( Aber am Ende bin ich wieder daheim angekommen ohne weiteren Sturz. Ab Deutschland ging es auch wieder leichter, da die Straßen besser wurden.
Slowenien ist auch echt sehenswert und könnte man mal als eigenes Ziel hernehmen. Leider gibt es dort keinen direkten Anschluss ans Meer, aber hey die Landschaft ist hier auch einfach gigantisch. Mir ist nur eines klar geworden. Meine Bandit ist wunderbar, aber für die Reise ist sie einfach fürn Arsch. Deshalb kauf ich mir nächstes Jahr mal eine andere Maschine. Irgendeine Reiseenduro wo ich gerade draufsitzen kann und vielleicht mein Kniewinkel auch besser ist. Irgendwie sträube ich mich noch gegen eine GS (die hat irgendwie jeder!), aber mal schauen und vor allem etwas Geld ansparen.
Hier noch ein paar Impressionen der Reise.

Belgien / Holland Trip

Nachdem ich für dieses Jahr noch ein paar Urlaubstage übrig habe, da sich unsere Motorradtour verschoben hat, hab ich spontan überlegt Ende Oktober / Anfang November mal nach Belgien und Holland zu fahren. Besonders Brügge ist ja durch diesen einen Film sehr bekannt geworden. Da würde sich also die Frage stellen ob man in Brügge überhaupt über diesen Film sprechen sollte. Es stellt sich heraus, dass Brügge selbst sogar einen eigenen Stadtführer mit den Sehenswürdigkeiten aus dem Film entworfen hat.
Es wird sich also lohnen dort ein paar Tage zu verbringen, da die Stadt auch innerhalb des Film sehr schön dargestellt wird. Mal schauen ob ich noch jemanden dazu begeistern kann, ansonsten gehe ich eben alleine dorthin!
In Holland gibt es dann anschließend das Brainstorm Festival mit vielen Metalbands, die mehr oder weniger alle christlich sind. Allerdings die meisten ohne besonders hohen JPM (Jesus per Minute) Faktor, so dass es auch normale Metalheads oftmals gerne hören. Extol, Living Sacrifice waren bzw. sind relativ bekannte Bands und haben auch damals den technischen Spielstil geprägt. Deshalb freu ich mich besonders auf Flesh Killer (quasi die Nachfolgerband von Extol). Wird sicher ein geiles Festival, auch wenn ich noch nie dafür im Ausland war!

Wird sicherlich eine coole Zeit dort. In diesem Flecken Europas war ich noch nie bzw. in Holland das letzte Mal vor 15 Jahren Segeln mit ner Schulgruppe. Falls jemand noch Tipps hat, was auf dem Weg liegt und was man sich anschauen sollte: Kommentare sind immer herzlich willkommen.

Norwegen Tour war schön, aber mangelhaft

Letzte Woche Montag sind wir von unserer Norwegen Tour wieder heimgekommen und ich habe sehr viel erlebt. Zuallererst ist mein Topcase beim zweiten Zeltplatz gerissen. Es hing dann einfach runter. Deshalb mussten wir es abmontieren und nochmals alle unnötigen Dinge dort hinein packen und zurückschicken lassen. Ich hab dann auf meinem Bike glücklicherweise noch zwei Zurrpunkte entdeckt, welche ich vorher noch gar nicht gesehen habe. Zuerst wollten die Leute vom Zeltplatz den Koffer gar nicht wegschicken, da es aber ein Notfall war hatte der Chef dann doch ein Einsehen.
Den Schlüssel zum Koffer habe ich dann später per einfachem Brief aus Norwegen verschickt. Natürlich ging wie zu erwarten war der Schlüssel auf dem Weg nach Deutschland verloren und der offene Brief ist dann ohne Schlüssel angekommen. :(

Micha BikeIn Dänemark hatten wir dann unseren ersten Regentag. Micha hat es abends nach einem Kreisverkehr gelegt. Passiert ist glücklicherweise nicht viel, da seine Maschine vollverkleidet ist. Sein rechter Koffer hat eine deutliche Schramme und seine rechte vordere Fußraste ist abgerissen. Seine Kombi hat nur einen kleinen Riss. Sprich alles noch gut und nichts schlimmes passiert. Wir haben dann den ADAC gerufen und haben mit einem pfiffigen Mechaniker zu tun gehabt. „Hm die hintere Raste ist ja noch dran, vielleicht passt die ja auch vorne hin!“ Und so war es dann auch. Die hintere Raste ist nun vorne und hält immer noch. Wenn ich das mit meiner Maschine gemacht hätte, wäre sicherlich ein größerer Schaden gewesen. Vorne ist bei mir ja alles offen und kein Sturzbügel vorhanden.

Einmal habe ich mein Bike aber doch mal im Stehen umgeschmissen. Der Seitenständer war nicht richtig unten und beim Absteigen ist se umgekippt. Naja außer einem kleinen Kratzer am Motor / Vergaser ist nichts passiert.
Nerviger war dann eher die Tatsache dass meine Kette zweimal locker war. Das erste Mal hab ich sie nach ca. 2000 km nachspannen lassen. Dafür fing dann später mein Bugspoiler an der hinteren Schraube an locker zu werden. Ohne Werkzeug konnte ich es dann nicht mehr reparieren und so war das Kurvenfahren auch endgültig vorbei. Erstens war es an diesem Tag wieder regnerisch und zweitens hat der Spoiler am Ende so stark gegen den Krümmer gestreift, dass man immer noch die Verfärbungen sieht. In Dänemark hab ich dann immerhin wieder einen verständnisvollen Hotelbesitzer angetroffen, der mich in seiner Werkzeugskiste das nötige Werkzeug benutzen ließ. Dann einmal den Krümmer komplett abgeschraubt und die hintere Schraube mit der Sicherheitsmutter endlich mal auch von oben durch die Halterung verschraubt. Vorher war die Sicherheitsmutter auf der Schraube und nur von unten durch die Halterung gesteckt. Da war es ganz klar, dass das auf Dauer nicht halten kann.
Kommen wir wieder zur Kette. nach weiteren 1700 km hab ich die Kette erneut gespannt und es waren nur noch ca. 1600 zum Nachhauseweg. Diesmal musste ich sie schon fast bis zum Ende spannen und man hat deutliche Rostspuren. Und so kam es wie es kommen musste. Wir fuhren nach Dänemark rein und am letzten Tag die 960 km über die Autobahn und kurz vor Heilbronn ist mir die Kette vollends runtergesprungen. So durfte ich die letzten 100 km auf den ADAC warten mich abschleppen lassen und mit einem Leihwagen nach Hause fahren. Die Heimfahrt war dann auch abenteuerlich. Die ganze Zeit mit dem Motorrad war das Fahren nie ein Problem, das Autofahren war dann doch wieder eine kleine Umstellung. Plötzlich musste ich wieder sauber die Spur halten und nicht zu schnell fahren. Am Ende bin ich trotzdem gesund nach Hause gekommen. Am nächsten Tag wurde mein Bike nach Stuttgart zum Händler geschleppt. „Hallo die Kette muss noch Gewährleistung sein. Ich hab das Bike erst vor 1 Monat geholt!“ – „Jo aber sie sind immerhin schon 6000 km damit gefahren, da kann eine Kette schon mal durch sein! Ich kann ihnen draußen ein aktuelles Beispiel von einem anderen Kunden zeigen!“
Na gut, dann gab es eben einen neuen Kettensatz für 280 Euro Festpreis inklusive Montage. Das war auch nervig, aber es hätte nochmal deutlich teurer sein können.

Was lernen wir daraus: Wenn du ein Bike kaufst und vor allem beim großen L&L, dann solltest du immer erst alle Schrauben kontrollieren, die Flüssigkeiten wechseln und der Kette nicht mehr allzu viele Kilometer zutrauen.

Ansonsten war Norwegen echt schön. Hübsche Landschaft, tolle Kurven und gemütliche Hütten. Gezeltet haben wir dort nicht mehr allzu oft. Besonders zum Ende hin haben wir eben immer eine Hütte gesucht. Die teuerste hat mal 560 NOK (60 Euro) gekostet. Geteilt durch 2 ist es immer noch günstiger als jedes Hotel. Nur in Dänemark haben wir uns auch mal den Luxus eines Doppelzimmers geleistet, was dann 50 Euro pro Nase gekostet hat. Insgesamt sind wir aber mit den Kosten relativ klein gewesen. Ca. 400 Euro für Sprit. Und vielleicht nochmal 600 Euro für Essen und Übernachtungen. Für 10 Tage also ganz ok. Vom Fahren her fand ich Dänemark und Norwegen sowieso viel angenehmer. Manchmal sind die Straßen zwar sehr zweifelhaft und viele Spurrinnen aber die Leute fahren irgendwie entspannter und scheinen weniger gestresst zu sein. Und ich glaube das lag nicht nur daran, dass wir auf Touristen Straßen unterwegs waren, es waren auch viele Einheimische zu sehen.
In Deutschland angekommen (gut wir waren auf der Autobahn) waren sofort wieder Raser da. Obwohl wir auch schon meistens unsere 150 kmh auf der linken Spur gefahren sind. Was wir leider falsch gemacht haben: Wir sind eigentlich nur die ganze Zeit gefahren und konnten abends nie mal die Stadt anschauen. Das war etwas schade. Gerade Bergen wäre schön gewesen oder vielleicht auch Oslo. Wir hatten auch aber auch einen straffen Zeitplan. 4688 km (+ die 100 km) in 10 Tagen ist auch eine sportliche Leistung, da bleibt nicht viel Zeit. Außerdem haben wir morgens oft rumgetrödelt beim Frühstück und Packen. ;)

Und was man auch wissen sollte: Fahre als Nakedbike Fahrer nie hinter einem Reise Enduro Fahrer hinterher. Der merkt den Seitenwind und Vorderwind nämlich nicht, während du jeden Wind merkst. Das kann dazu führen, dass dein Vordermann weg ist und du nicht mehr hinter kommst. Besonders wenn du als Anfänger/Wiedereinsteiger gerade erst deine ersten 4000 km fährst. ;)

Ein paar Impressionen:

Auf gehts nach Norwegen

Karte-NorwegenNachdem mich mein Bruder dazu überredet hatte mir endlich mal ein Motorrad zu kaufen haben wir nun auch unsere Route geplant.
Innerhalb 13 Tage vom Nordschwarzwald aus über Ulm (Verwandte kurz besuchen), Würzburg, Hamburg (immer schön dort), Kolping in Richtung Frederikshavn zur ersten Fähre in Richtung Oslo. Von Oslo geht es dann weiter in Richtung Norden über Jordet, Engerdal, Roros, Buvika, Trondheim und wieder runter über Sunndalsora, Andalsnes, Dalsnibba. Über die Auerlandsvegen nach Geilo (geiler Name! :) ) über Miland, Treungen nach Kristiansand zur Fähre zurück nach Hirtshals in Dänemark. Dann nach Flensburg (mal unseren Punktestand abfragen ;) ) und über Göttingen / Hannover wieder zurück.
Laut Google Maps sind es wohl so 4573 km und auf den meisten Strecken die Option Autobahn vermeiden aktiviert.

Wir nehmen mal unser Zelt mit und hoffen einfach auf gutes Wetter und sind mal gespannt wie die Landschaft und auch die Leute dort so ticken. So beim Erzählen schwärmen ja viele von Norwegen. Wir packen auf jeden Fall mal die Badehose ein, falls wir ein paar schöne Stellen finden. :)

Besuch in Heidelberg

Nachdem der letzte etwas längere Urlaub Anfang des Jahres war, wurde es nach dem Umzug in der Firma endlich auch mal Zeit um mal wieder Abstand vom Geschäft zu bekommen. Die Zeit habe ich gut genutzt um einen Tag nach meinem Geburtstag zusammen mit monkel den Film „Die Zeit der Kannibalen“ im Karlstorkino anzuschauen. Sehr netter und zynischer Film. Spoiler Alert: Es ist sehr schön kurz nach der Insolvenz der Firma als Partner einsteigen zu dürfen. :)
Jo nach dem Kino war dann nicht mehr los. Wieder durch die Nacht geschlendert und bei monkel übernachtet. Am nächsten Morgen musste monkel in eine Vorlesung und ich fuhr dann wieder heim.

Am Donnerstag ging es dann mit Toni und Nessi nochmal nach Heidelberg. Diesmal hab ich dann endlich mal das Schloss gesehen und ein paar interessante Stellen von der Stadt. Zum Beispiel die alte Brücke mit dem Affen und den Liebesschlössern. Es hat schon ein bisschen gewurmt, dass ich mein Lockpickingset nicht dabei hatte. Wäre sicherlich interessant gewesen die Schlösser neu anzuordnen (vorausgesetzt ich hätte überhaupt ein Schloss aufbekommen. :) ).
Nachdem wir auf dem Schloss waren, ging es dann noch auf die Neckarwiese ein bisschen die Sonne genießen und mit Leuten zu reden. Abends haben wir noch das Spiel (Brasilien : Kroatien) angeschaut. Als Troll musste ich natürlich 3:1 für Kroatien tippen. Aber die Brasilianer waren dann doch leicht besser und spätestens nach dem Elfmeter haben sie richtig losgelegt und das Ergebnis (3:1) für sich entschieden.

Freitagmorgen ging es dann leider schon wieder nach Calw zurück, weil ein Mitglied der Gemeinde am Sonntagmorgen verstorben ist. Das ist nicht unbedingt ein schönes Ereignis. Aber als gläubiger Christ haben wir ja die Gewissheit, was nach dem Tod auf uns zu kommt. Nämlich die Herrlichkeit bei Gott zu sein. Und ich meine, dass seine Frau dies als Trost annehmen konnte.

Joa, nach vielen Besuchen in Heidelberg bei monkel hat es mir nun auch endlich mal gereicht für eine kleine Kulturführung aufs Schloss und den Freunden von Toni und Nessi. Es hat eben doch seine Vorteile, wenn man mal tagsüber durch Heidelberg läuft und nicht nur zum Übernachten dort ist. :) Schönes Wetter war ja auch.

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