Aaaaaaaaaaaaarg o_O

Es wird mal wieder Zeit für einen Rant!
Mein Arbeitsleben ist gefühlt seit 2020 ein Riesenkack! Damals hat es angefangen als wir für eine Tochter in Übersee einen Webshop an unser ERP System dran machen sollten. Die Präsentation war eigentlich erstmal ganz schick. Ja geht alles wunderbar und Magento ist hier wirklich super supportet und Kaffee kann die Software wohl auch noch. Achja und für Übersee müssten sie aber besser noch die Steuerberechnung externalisieren. Einer unserer Kunden hat das jedenfalls so gemacht.
Das mit der Steuer war dann organisatorisch kein Problem. Die Kunden haben einfach Bescheinigungen an unsere Tochter geschickt, damit wurde immer 0% Steuer berechnet. Das ist unter Geschäftsleuten dort so üblich. Also kein Problem von dieser Seite aus.
Wir waren also jung und frohen Mutes: "Was soll auch schon schiefgehen?" Also haben wir unseren Website Dienstleister gefragt ob er uns eine Magento Shop Instanz bauen kann. Das war wirklich schnell gemacht. Innerhalb weniger Tage war die Instanz eingerichtet und das Design auch schnell nachgezogen. Die Installation der Schnittstelle zum Shop wurde dann auch recht zeitnah installiert. Aber beim ersten Verbindungstest gab es gleich mal Fehlermeldungen. Es konnten einfach bestimmte Dateien nicht gefunden werden. Die Info, dass man den Verbindungstest immer nur von einem bestimmten Applicationserver aus startet bzw. durchführt stand in der Doku wohl nicht drin. Nach 3 Monaten und einigen Patches ist es aber dann doch tatsächlich gelungen eine Verbindung zum Magento Shop aufzubauen und sogar das erste Mal einen Austausch von Adressen, Artikel und Aufträgen zu machen. Da wir natürlich mit einer Tochter in Übersee zusammenarbeiten mussten natürlich auch erstmal noch die Adressfelder angepasst werden. Außerdem ist es in Übersee üblich, dass der Kunde eigene Kundenkonten bei den Versanddienstleistern hat. So gehen die Kosten für den Versand direkt an den Kunden. Das kann Vorteile bringen wenn der Kunde gut mit dem Versanddienstleister verhandelt hat und damit gute Konditionen hat. Da es sowas in Europa aber natürlich nicht gibt, war das Ganze erstmal wieder mit einer Anpassung der Software verbunden. Ein dreiviertel Jahr später war es dann fertig. Wir hatten auch schon in den Besprechungen mit den Kollegen in Übersee angekündigt, dass wir in Zukunft die Zahlungen per Paypal machen müssen. Das wurde dann erstmal akzeptiert. Kurz vor dem Go-Live wurde dann gesagt, dass Paypal nicht geht. In vielen Firmen ist Paypal von der Firewall gesperrt. Fand ich zuerst etwas verwunderlich, da Paypal doch eigentlich überall verbreitet ist. Jo dann wurde kurzerhand ein alternativer Kreditkarten Zahlungsdienstleister der Hausbank ins Spiel gebracht. Die Schnittstelle vom ERP System hat diesen Zahlungsdienstleister natürlich nicht erkannt. Deshalb war der manuelle Aufwand enorm hoch. Aber egal, am Ende wurde es akzeptiert.
Jetzt hatte der alte Webshop aber noch den Vorteil, dass man sich mit einem Kundenaccount mehrere Unteraccounts erstellen kann. Das kann Magento aber leider nicht und die Schnittstelle erst recht nicht. Am Ende gab es einfach enorm viele Verzögerungen und bis zu meinem Wechsel im September 2021 war der Webshop immer noch nicht eingeführt. Erst als ich dann weg war wurde er plötzlich ganz schnell eingeführt und alle Probleme waren scheinbar vergessen oder wurden akzeptiert.

Zur kleinen Abkühlung noch etwas erfreuliches:
Im Zuge der ERP Einführung gab es noch eine andere Schnittstelle zum Versandprogramm. Das war relativ einfach zu realisieren, da es einfach Textdateien ausgespuckt hat und dann verarbeitet. Die Schwierigkeit war nur, dass das Versandprogramm einen sehr eigenen Pseudo XML Dialekt erwartet hat. Das ERP Programm hat aber schon standardmäßig anderes XML ausgespukt. Also die Quelldateien aus dem ERP mit einem C# und einem XML Transformator umgewandelt. Diese Umwandlung sollte dann auch immer adhoc stattfinden. Das Versandprogramm hat nämlich immer per Barcode den Lieferschein angefordert und dabei eine Requestdatei ausgespukt. Diese Informationen aus der Requestdatei werden dann vom C# Programm gelesen, welches die Lieferschein XML Datei aus einem Ordner sucht und dann innerhalb weniger Sekunden transformiert und dem Versandprogramm bereit legt. Das Programm wurde natürlich von einem anderen Kollegen geschrieben und nicht korrekt getestet. Ich bin aber froh über seine Arbeit, da die XML Transformation eine sehr elegante Lösung ist. Der Kollege, der es damals gemacht hat ist 2020 auch gegangen und so hab ich es geerbt.
"Gibt's dafür auch eine Git Historie?" Ähm also Versionsverwaltung war bis dahin in der IT Abteilung ein Fremdwort. Das erinnert mich stark an meine ersten Zeiten als ich meine ersten Logikprogramme geschrieben habe. Da war Versionsverwaltung auch nicht mein Ding. Aber nachdem irgendwann ein neues größeres Programm anstand hab ich mich mal mit Git beschäftigt und festgestellt, dass ich dass sogar unter Windows gut zum Laufen bekomme und seitdem war es goldwert. Einfach mal nachvollziehen, welche Änderungen irgendwann gemacht wurden. Wenn der Entwickler freundlich und gut drauf war, kann man auch schon nachvollziehen, was geändert wurde.
Aber wir erinnern uns: In dieser IT Abteilung werden Dinge entwickelt aber natürlich ohne Versionsverwaltung. Nein das braucht man nicht...
Als ich das Projekt übernommen habe, hab ich erstmal Git draufgeworfen und so die letzten Änderungen nachvollzogen. Das war 1 Jahr später dann immer noch goldwert. Und natürlich durfte ich im März gleich nochmal dran und es fixen, weil ich oder mein Vorgänger damals es für eine gute Idee hielten das Ergebnis gleich ins Verzeichnis zu schreiben, von welchem das Versandprogramm die Antwort erwartet. Aus irgendwelchen Gründen ging das bis damals einfach gut. Kaum war ich wieder im März in der Firma ging es nicht mehr. Also hab ich es eben korrigiert und die Zieldatei vorab in ein temporäres Verzeichnis geschrieben und nach Abschluss ins Verzeichnis vom Versandprogramm verschoben. Siehe da: Kaum macht man es richtig, funktioniert es auch einfach schon wie es soll.
Die Schnittstelle mit den Daten aus dem Versandprogramm ins ERP haben wir dann programmieren lassen. Aus Gründen haben wir uns damals dann entschieden alle Trackingdaten (Trackingnummer, Gewicht, Anzahl Pakete) als Richtext in den Vorgang einzubinden. Ist nicht unbedingt schlecht, aber deshalb kann man heute leider auch keine Trackingnummer an den Webshop übermitteln. Na gut, haben wir einfach den Leuten so erklärt und sie haben es geschluckt. Benutzerfreundlich fand ich diese Entscheidung damals nicht, aber wenn Ober den Unter sticht kannste nichts machen.
Ich wollte ja zu etwas erfreulichem kommen: Diese Schnittstelle der Daten vom Versandprogramm ins ERP wurde vom ERP Dienstleister programmiert und hat bis auf 2, 3 kleinere Mängel sofort auf Anhieb getan. Das ist schön und vor allem tut dieser Dienst bis heute seine Dienste. Denn das was vom Versandprogramm rauskommt ist immer gleich und hat sich auch mit den letzten Updates nicht geändert. :)

Jo und dann war letztes Jahr die Entscheidung: Ich hab kein Bock mehr auf irgendwelche Dienstleister und will mal woanders was machen. Eigentlich wieder was mehr mit Programmieren und so. Natürlich liegt es damit auf der Hand, dass ich unbedingt gleich wieder einen neunen Job als ERP Admin annehme. Wie es dort am Anfang war hab ich ja hier mal geschrieben. Und am Ende wusste ich eben nicht mehr was ich eigentlich machen will. Alles in allem waren die 5 Monate dort in Tübingen gar nicht schlecht. Ich hab ein bisschen SQL gelernt und mit diesem dort eingesetzten ERP entdeckt, dass es immer noch schlimmer geht. Das war dann auch recht schnell der Grund, warum ich dort aufgegeben habe. Gut ein paar Personalthemen wie unterschiedliche Bezahlung (ich hab viel bekommen, andere die länger da sind aber das Gleiche machen bekommen weniger) waren auch ein Grund. Die Erneuerbare Energie Branche war jedenfalls sehr spannend und die Prozesse die ich mir angeschaut habe, wären sicherlich noch spannend gewesen sie umzusetzen. Aber am Ende war ich zu frustriert vom ERP. Jeden Tag irgendwelche Lieferaufträge per SQL zu fixen ist auf Dauer kein guter Stil.

Da mein alter Arbeitgeber in Leinfelden letztes Jahr im September meinte, dass ich jederzeit zurück kommen kann und ich anderweitig nichts sinnvolles gefunden habe bin ich seit März wieder da. Jo im Arbeitsvertrag steht großkotzig "DevOps Engineer". Aber praktisch bedeutet dies auch nur, dass ich ein Cognos Update (die BI Lösung von IBM) betreue und dort reinwachse. Ein bisschen mit Talend arbeite um verschiedene Datenquellen gemäß ETL (Extract Transform Load) in die Datentöpfe zu laden. Jo dann bin ich noch einen alten Reportserver zu uns umgezogen und per Visual Studio die Reports auf unseren Report Server deployed. Das war mal kurz spannend, bis es fertig war. Und schon seit meinem "Wiedereinstellungsgespräch" soll ein Jira / Confluence System für die Töchtergesellschaften bauen. Da gab es 2 Anläufe. Aber nun hab ich mir mal verschiedene Jira / Confluence Webcasts angehört und hab eine ungefähre Ahnung davon, wie es aussehen könnte. Das könnte dann wieder ein bisschen an DevOps erinnern. Wobei der Operating Teil hier größer ist. Dafür hab ich die ganzen SQL Server vom Kollegen, der im Mai dann gegangen ist geerbt. Das ist gar nicht mal so wenig. Ein bisschen profitiere ich noch von ihm, da er ein sehr akribischer Kollege war und ziemlich viel und detailliert dokumentiert hat. Außerdem eine PRTG Sensoren für SQL gebastelt. Beispielsweise ob die Backups gelaufen sind oder das Transaktionslog noch klein genug ist und die Platte nicht schon wieder voll läuft.

Aber leider hat er mir auch sein Lieblingsprojekt übergeben. Ein System welches unser digitales Archiv ist, soll noch den Rechnungseingangsworkflow mitmachen. Im Prinzip hört es sich nicht ganz schlimm an. Rechnungen kommen per E-Mail oder als Scan in den Belegleser. Dort werden sie in der ersten Zeit noch ziemlich manuell ausgelesen und die wichtigen Daten (Kunde, Beträge, Zahlungsfristen) extrahiert und vom Mitarbeiter zugeordnet. Mit der Zeit lernt das System aber dazu und kann zunehmend mehr die Rechnungen selbstständig erkennen. Hier ist noch kein großes Problem zu sehen. Das hat einfach funktioniert (also solange man es nicht anfässt).
Der Rechnungseingangsworkflow ist allerdings ein Ding aus der UI Hölle. Nicht wirklich intuitiv zu bedienen, die Knöpfe sehen immer unterschiedlich aus. Aber das Schlimmste ist im Hintergrund. Es gibt viele verschiedene unterschiedliche Programme und Schnittstellen, die irgendwie ineinander greifen.
Klar irgendwoher müssen die Informationen auch aus SAP kommen. Außerdem soll ja auch vorbelegte Rechnung angelegt werden um das zu vereinfachen. Dann gibt es noch einen Workflow und ein Testsystem. Jetzt hat man natürlich schon 5 Anläufe hinter sich um den Workflow einzuführen. Vorher alles sinnvoll getestet und dann bei der Einführung merkt man, dass es einfach nicht tut. Das schlimmste ist hier eben auch: Die Dienstleister greifen auf unser System per Teamviewer zu und machen die Anpassungen direkt auf unserem Server. Macht ja auch alles irgendwie Sinn. Da auch viele Skripte in .js verwendet werden wird VS Code verwendet. Ist kein schlechter Editor und für diese Sache sicher praktisch.

Nun kommt das Schöne daran: Wir haben letzten Montag endlich alle Anpassungen vom TEST System aufs PROD übernommen. Da wir auf Sicherheit stehen, haben wir auch mal kurzerhand das Passwort vom Redakteur geändert. Das ist sowas wie ein Service User, der in vielen Programmen und Schnittstellen verwendet wird. Wir meinten alle Stellen erwischt zu haben. Also hab ich mal fröhlich getestet und meine erste Rechnung freigegeben. Am Freitag erhielt ich dann die Nachricht, dass die ganzen Rechnungen der Woche nicht in SAP angelegt waren. Also den Dienstleister angerufen und scheinbar muss das Problem rießig gewesen sein. Denn Freitag, Montag und Dienstag hat er sich das angeschaut und erst am Dienstagnachmittag alles reparieren können.
Ja es mag wichtige User geben, die überall verwendet werden. Aber warum muss es gerade ein Redakteur sein, mit dem man sich auch im normalen System anmelden kann?

Und das Allerschönste: Das ganze System ist wieder so komplex, dass wir für viele Bereiche unterschiedliche Ansprechpartner haben. Das führt dann dazu, dass man erstmal rausfinden muss, welcher Bereich betroffen ist und dann geht die Schieberei mit dem schwarzen Peter los. Leute ich sags euch: Sowas ist richtig fucking nervig. Ich glaub das ist auch der Grund, warum ich seit 2019 noch weniger Haare als ohnehin habe.

All das hat meinen Entschluss genährt, dass ich 2023 mal versuchen möchte nur noch 4 Tage als Angestellter zu arbeiten und nebenher ein paar Freelancer Aufträge zu machen. Irgendwie finde ich es attraktiv mal viele einzelne Firmen zu sehen und nebenbei noch gutes Geld zu verdienen. Ob dass dann tatsächlich was wird, sehe ich Ende des Jahres.

Fakt ist: Ich bin aktuell als Angestellter eher ein "IT-Mitarbeiter + Waffelbäcker". Aber leider kein DevOps Engineer. Hier gibts keine Versionsverwaltung, kein Kubernetes, kein Docker, kein nichts. Och ja Teams haben wir. Sehr eingeschränkt und nervig, weil wir ja noch Lotus Notes haben. Die Implementierung des Teamslinks in die Notes Kalendereinladung hat ein anderer Entwickler aber wenigstens selbst hinbekommen. Das war wohl auch eine recht spannende Aufgabe, wie er meinte. Wenn dass dann mal aktiv ist, kann man den tollen neuen Besprechungsraum auch per Teams einladen.

Vielleicht bin ich auch deshalb frustriert, weil mir aktuell die spannenden Aufträge im Nebengewerbe fehlen und ich irgendwie mehr und mehr das Gefühl bekommen: Angestelltsein ist einerseits toll, aber ich sollte mal die Selbstständigkeit mehr ausprobieren. Mal aktiver nach Aufträgen suchen und mich bekannter machen. Mal irgendwelche kleinen Projekte, welche die Auftraggeber voran bringen. Ich kann ja Dinge.

Laptop in Bad Bergzabern abholen und über Hagenau zurück

Bei der Tourguide Schulung bin ich darauf aufmerksam geworden, dass ich mir vielleicht mal einen kleinen Laptop holen sollte. Mein aktueller 17 Zoll ist von 2013, läuft soweit aber aktuell ist es nur noch ein reiner Desktop Ersatz. Der Akku ist am Ende und für unterwegs viel zu schwer. Neben mir saß die Tage über immer ein Computerladen Inhaber, der das schon seit 30 Jahren macht und sich dementsprechend auskennt. Er hat auch mal so nebenbei das örtliche WLAN repariert. Kaum zieht man mal ein vernünftiges Patchkabel statt Powerline wird es plötzlich gut. Jo so ist man in Kontakt gekommen und ein paar Tage später hab ich dann gedacht, dass ein gebrauchtes Laptop nicht schaden kann. Knapp 400 Euro aber guter Zustand.
Letzten Freitagabends ruft er mich dann an: "Hey ich hab dein Laptop und bin gerade in Bad Bergzabern auf ner Freizeit! Willst die Tage kurz vorbei kommen? Sind nur 90 km von Dir." Jo gut, dann hab ich abends noch kurz die Route gecheckt und etwas über 100 km waren es dann doch. Aber so auf 13 Uhr war ich dann in Bad Bergzabern und hab das Laptop entgegen genommen. Und ich muss ehrlich sagen, die Fahrt dorthin war wunderbar. Theoretisch hätte ich nachmittags noch ein Kaffeedate gehabt, aber das hat sich dann kurzfristig zerschlagen. Aber kein Problem: Wieder mehr Zeit zum Mopped fahren.
Und so bin ich dann einfach wieder los und hab nen kurzen Abstecher über Hagenau gemacht. Theoretisch wollte ich auch noch ein bisschen weiter in die Vogesen und darüber heim. Aber hier hab ich auch wieder meine Grenzen vom Handy und Onlinenavigation gemerkt. Wenn Du im Wald bist ist die Netzabdeckung einfach nicht so gut und dazwischen war mein Tank auch recht leer. So hab ich dann mal kurz die nächste Tankstelle eingeplant aber die Navigation ging dann eine Weile gar nicht mehr. Bin einfach erstmal weiter gefahren bis ich wieder aus dem Wald draußen war und auf dem freien Feld wieder gutes Netz hatte. Das Traurige an der Tankstelle. Die haben ernsthaft für einen Liter Super 95 immer noch 2,16 Euro verlangt während wir in Deutschland wieder bei 1,90 Euro waren. Na gut, hat nichts geholfen der Tank war leer und ich musste tanken. Die nächsten Tankstellen waren dann auch nur minimal günstiger (2,14 Euro / 2,13 Euro) und bis nach Deutschland hat es nicht mehr gereicht. Aber da ich eh nicht so gut drauf war an dem Tag wollte ich einfach heim. Die Strecke bis zur Grenze war dann teilweise echt langweilig und ziemlich gerade. Aber als ich dann wieder in Deutschland war ging es wieder gut kurvig zur Sache.
Zuhause bin ich dann gut angekommen. Erstmal meine Koffer ausgeladen und dann noch zum Aldi was zum Futtern besorgen. Zu der Zeit war ich schon etwas leichter bekleidet. Keine Jacke mehr, nur noch die Hose. Und dann kam es, wie es irgendwann mal passieren musste: Ich muss vor der Garage parken (geht davor minimal schräg runter) und kippe mit dem Mopped nach rechts. Der Seitenständer ist natürlich links. Die Sturzbügel am Motor haben volle Arbeit geleistet und da ist nur ein Kratzer vorhanden. Aber der Bremshebel ist leider abgebrochen.
Das "Lustige" ist ja: Am Nachmittag hat mich ein Passant noch auf das Gewicht der Tiger angesprochen: "Wenn die mal liegt, die bekommen se ja nicht mehr aufgehoben." Ja was soll ich sagen: Wenn se einmal liegt hat man meistens selbst ein bisschen Ärger in sich und mit dem richtigen Lenkeinschlag bekommt das Mopped wieder gut auf die Beine.
Jetzt ist se halt nochmal umgefallen. Diesmal zum Glück nicht so krass wie beim ersten Sturz. Aber manchmal denk ich dann auch: Hm eigentlich ein schönes Motorrad, aber vielleicht sollte ich doch aufhören. Die Umfallerei und die vielen kaputten Dinger nerven. Egal: Ich merk halt einfach, dass ich nur dann fahren sollte, wenn ich auch fit bin und am Ende der Tour hat scheinbar ein bisschen die Kraft gefehlt. Es waren immerhin auch 112 km nach Bad Bergzabern und 221 km über Hagenau zurück. Ist zwar nicht so ultraviel, aber wenn man wie ich leider zu selten anhält und mal nen Kaffee trinkt oder was kleines isst, fehlt am Ende scheint aber doch die Konzentration und die Kraft.
Ich genieß das Mopped fahren trotzdem sehr und für eine spontane Idee war es doch mal wieder sehr schön. :)

Manchmal fehlt dann der Spiegel

Nachdem ich im April beim Sicherheitstraining und Ende Mai nochmal beim Tourguide Training war, hab ich nun eigentlich mal wieder eine gewisse Übung war die "Linie" angeht. Möglichst rechts bleiben und nur kurz beim Rechtskurven links ausholen und relativ schnell wieder zum "Schulterschlag" nach außen fahren. Jo und manchmal fährt dann man richtig entspannt von Dornham heim macht noch einen Abstecher über Altbulach und fährt dann doch zuweit rechts am Leitpfosten vorbei. Dann kommt es eben auch mal vor, dass der Spiegel sich kurz einklappt und das Glas rausfliegt.
Das ist richtig ärgerlich und man merkt recht schnell: Ohne Spiegel zu fahren ist Käse, da man einfach nichts mehr sieht. Aber kein Problem. Man schaut halt mal kurz im Internet was so ein rechter Spiegel kostet und am nächsten Tag in der Werkstatt vorbei. Die haben den Spiegel dann sogar noch für 7 Euro günstiger abgegeben. Am Mittwoch war der Spiegel dann sogar wieder dran. Dem Leitpfosten hat es übrigens nichts gemacht. Ich hab nur für mich gedacht: Gut ab und zu in engen Kurven doch etwas das Gas weg und mehr aufpassen und vielleicht zum Ende hin keine Strecken mehr fahren, wo man extrem konzentriert sein muss. ;)

Trotzdem: Lieber mal einen Spiegel kaputt kaputt fahren als irgendwann von einem LKW, Auto oder sogar Mopped mitgenommen werden. Mein Leben ist deutlich mehr wert als so ein Ersatzspiegel. Und ich hab zumindest in der Hauptsaison (April bis Oktober) immer die Erfahrung gemacht, dass rechts kaum Dreck rumliegt. Diese Gefahr ist also kaum vorhanden. Aber dass mir irgendwelche Fahrzeuge in Rechtskurven (oder vom Gegenverkehr Linkskurven) auf meiner Spur entgegen kommen hab ich mittlerweile bei fast jeder Ausfahrt mindestens 2-3 Mal erlebt. Und da ich dann meistens schon auf der rechten Seite bin, kann in 99% nichts mehr passieren. Einfach weil ich genügend Abstand habe.
Was natürlich manchmal trotzdem passieren kann:
- Leute überholen mich relativ dicht links auf meiner Fahrbahn, weil ich ja Platz lasse.
- Mein Angststreifen ist etwas mehr vorhanden, weil ich weniger Schräglage brauche.
-> Ist aber auch nur begrenzt war: Wenn man sich das Drücken angewöhnt in Rechtskurven kommt man auch sehr stark runter.

Alles in allem: Jo der Spiegel war weg, ist aber wieder dran. Das Fahren macht weiterhin Spaß.

SRS Tourguide Training

Vom 25.5. bis 29.5.2022 war in Dornhan mal wieder ein SRS Tourguide Training. Nachdem ich Ende April schon auf einem Sicherheitstraining war, hat sich das noch irgendwie angeboten. Es war Himmelfahrt und damit ein Brückentag dazwischen. Und irgendwie wollte ich mal für mich herausfinden ob das "Vorne draus" Fahren taugt. Letztes Jahr hab ich ja zum ersten Mal eine Gruppe angeführt und in die Vogesen geführt. Eigentlich lief es soweit gut. Das Wetter hat gepasst, es zwischendurch keiner gestürzt und die Moppeds kamen auch wieder heile heim. Aber einer der immer hinten fahren will, hat mich nach der Mitte dann kurz zusammengeschissen, weil wir doch zu schnell gefahren sind. Gut, hatte sich dann am Ende auch wieder geklärt. Er ist gut nach Hause gekommen und man schwätzt wieder miteinander.
Es war wie schon beim Sicherheitstraining eine gute Zeit. Theorie, Geistlicher Impuls und vor allem Motorrad fahren. So haben wir die Donnerstagstour schon vorab via Kurviger bekommen. Die erste Aufgabe war es, diese Tour aufs eigene Navi zu bekommen. Da ich nur ein Handy habe, hab ich es in Calimoto importiert. Ging am PC relativ einfach. Da ich meinen alten 17" Laptop nicht mitnehmen wollte, hab ich das Tablet von meinem Bruder mitgenommen. Aber wie ich dann auf der Schulung herausgefunden habe: Die Planung geht damit echt beschissen. Da lässt es sich leichter auf dem iPhone planen oder alternativ am Rechner mit der Maus.
Die anderen hatten dann meistens Garmin Navis und auch vieles im BaseCamp geplant. Das dies auch deutlich praktischer als Calimoto ist, hab ich dann bei der Planung der eigenen Routen gemerkt, als wir zum Lochenpass und einer bestimmten Eisdiele vorbei sollten. Mit meinem Calimoto hab ich das dann eher nicht mehr gesehen. Vor allem hat Calimoto einen entscheidenden Nachteil. Wenn man auf eine Streckensperrung stoßt wird man umgeleitet. Das ist generell nicht schlecht, aber als Motorradfahrer will man gerne auch Kurven fahren und manchmal ist die Sperrung nicht geringfügig groß und man kommt über einen kurzen Umweg wieder auf die ursprüngliche Route.
Mit dem Garmin könnte man die ursprüngliche Route so lassen und dann einfach manuell die Umleitung fahren und wäre dann wieder auf die ursprüngliche Route gekommen. Außerdem mag Calimoto scheinbar keine kurzen Feldwege als Abkürzung (die sind manchmal trotzdem als offizielle Straße ausgewiesen). Solche Feldwege mag zwar nicht jeder Moppedfahrer, aber mit ner Tiger machen die ja dann doch auch Spaß und solang es kein grober Schotter ist auch gut fahrbar.
Was das Basecamp auch noch richtig gut kann: Man kann sich Zwischenziele eintragen und dort mal Pausen einplanen. Dann sieht man ungefähr wann man wo ankommt. Gut diese Zeiten können stark nach Fahrweise variieren, sie geben aber schon mal einen groben Plan. Wenn man morgens um 9 Uhr losfährt und mit Pausen dann abends auf 20 Uhr in der Planung landet ist entweder die Strecke zu lang oder die Pausen zu lang. Dann sollte man vielleicht ein bisschen abkürzen. Und das Ganze vollkommen Offline. Man muss sich nur einmal die Karten herunterladen und installieren und dann braucht man nur noch den Rechner. :) Aber auch die spontane Umplanerei ist mit einem richtigen Navi deutlich entspannter als auf einem kleinen Handydisplay. Allerdings ist BaseCamp für den Anfang auch ziemlich mächtig und ich muss mich erstmal noch reinfuchsen.
Aus Erfahrung kann ich aber sagen: Ich werde mir ein Garmin XT kaufen. Das ist zwar teuer, hat aber eine saugute Helligkeit und läuft wunderbar. Dann das Ganze noch fest über dem Cockpit montieren und ich seh in Zukunft besser auch die Straße. Denn das ständige "nach unten auf den Lenker schauen" ist halt auch gefährlich. Und ich will endlich mal die tollen Routen haben und nicht immer zwangsläufig auf den normalen Straßen fahren.

Ansonsten hab ich auch folgende Punkte gelernt oder bestätigt bekommen:
- Vor der Tour klare Ansagen machen:
-> kein Überholen in der Gruppe
-> der Langsamste fährt hinter mir
-> wenn freie Fahrt dann den genauen Punkt erklären
-> Wenn jemand seinen Hintermann verliert, anhalten und hupen.
-> Nach Möglichkeit alle hintereinander fahren (dann fährt jeder auf der sicheren Linie und keiner hängt zwangsläufig im Gegenverkehr).
-> Vor den Kurven hält man an und schaut, dass wieder alle da sind.
-> Ab und zu mal Rückfragen ob es OK ist.
- Keine großen Gruppen (maximal Tourguide + 4-5 Mitfahrer)
-> sonst kann man es nicht mehr überblicken und es gibt zwangsläufig Knatsch.
- Tanksstopps abklären.
- Grobe Route mit den Leuten teilen.
- Die Tour vorher in Kurviger planen und das als Master nehmen. Dann ins Basecamp oder Navi übernehmen und vorher mal mit Google Maps oder Earth abfahren um bekannte Sperrungen zu sehen.

Mal schauen wann ich das Navi dann tatsächlich mal habe und wann die erste eigen geplante Tour gibt. Bock hab ich ja schon, aber Zeit und Motivation fehlt halt manchmal.

Man merkt dass die Freizeit bzw. Tourguide Training gut war, wenn zum Schluss bei der Feedbackrunde folgender Satz kommt und alle herzhaft lachen: "Linkskurven machen Probleme, Rechtskurven sind auch schwierig. Geradeaus gehts aber auch ganz gut!" Und dann noch für seine Frau vorweg gegriffen: "Hier ist es schön, da sind keine Arschlöcher dabei." Der ganze Saal war erstmal minutenlang am Lachen vor Freude. Aber so war es eben auch: Eine recht harmonische Gruppe sowohl beim Planen als auch beim Fahren.
Und die Feedback Kultur beim Fahren ist auch immer wunderbar. Man bekommt immer recht zeitnah eine kleine Rückmeldung und kann das Ganze dann recht schnell umsetzen. So hatte jeder über die Tage die Chance bekommen sich zu verbessern und zumindest in unserer kleinen 3er oder 4er Gruppe haben wir das auch intensiv genutzt. Das ist das Tolle vom SRS. Das Training ist auf sehr hohem Niveau, es ist meistens eine gute Gemeinschaft (zumindest kann ich das für die letzten beiden Schulungen sagen) und das Ganze für ein relativ schmales Geld. Das meiste Geld geht vermutlich für die Unterkunft und Verpflegung drauf. Die meisten Mitarbeiter sind ehrenamtlich unterwegs.

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