Der ganz normale IT-Wahnsinn

Zur Zeit geht auf der Arbeit IT-mäßig alles drunter und drüber. Nicht, dass letzte Woche eines morgens sogar einmal das komplette System still stand, erst nach langwieriger Datenprüfungen wieder lief und danach ziemlich viel Stress angesagt war. Nein, es kommen auch manchmal Fehler zutage, die ich nicht richtig nachvollziehen kann. Beispielsweise macht man ein Update von Office 2003 auf Office 2010 und übernimmt einfach mal einen IMAP Account. Natürlich möchte man nun auch seine gesendeten Mails im Gesendete Objekte Ordner nach dem Senden abgelegt haben. Also stellt man dies in den Kontoeinstellungen ein und sendet zum Test mal eine Mail. Was passiert? Nichts. Die Mail kommt zwar beim Empfänger an, aber wo ist die Kopie abgeblieben? Richtig, sie ist nicht mehr da…
Man ist ja nicht von gestern und löscht einfach mal das Konto, schließt Outlook, startet es wieder und richtet ein neues Konto ein.
Doch egal, was man einstellt und an welcher Schraube man dreht: Es ändert sich nichts an der Tatsache, dass keine Kopie einer versendeten Mail im Gesendeten Ordner abgelegt ist. Schließlich werden andere Clients, wie Thunderbird oder sogar auf einem anderen Rechner ausprobiert. Überall tut es und sogar mit Outlook 2010 auf einem anderen Rechner. *harhar*
Da der Rechner sowieso immer wieder einfriert, trotz neuer Hardware (i5 750 mit ordentlichem RAM und recht schneller Festplatte) wird eben ein neuer Rechner für den User eingerichtet. Sofort mal das IMAP Konto mit Outlook eingerichtet und getestet. Tut alles… ;) Solche Probleme nerven auf Dauer dann doch echt. Aber nun ist es ja gelöst, zumindest im Geschäft. Beim User daheim gibt es wahrscheinlich noch die gleichen Probleme. :)

Schon seit längerer Zeit beschweren sich die Nutzer, dass das Netzwerk manchmal extrem hängt. Man wundert sich schon seit Jahren darüber. Über die Jahre hinweg, hab ich einiges ausprobiert. Hintergrunddienste ausgemistet und zuletzt überall die Windowssearch aus dem Autostart ausgesteckt bzw. beim Server deaktiviert. Weiter dann noch alle Clients auf 100Mbit/s gedrosselt. Da wir dann einen neuen Mailserver bekommen haben, habe ich mal mal spaßeshalber die Geschwindigkeit des Server-RAIDs gemessen. *harhar* Von 130 Mbit/s Spitze mal abgesehen, war während des Tests die Geschwindigkeit meistens zwischen 1,2 Mbit/s und 15 Mbit/s. Und dann wundert sich noch einer, warum die User immer jammern, weil alles einfriert?!? :)
Die Ursache war dann aber recht schnell ausgedoktert. Schon seit jeher wurden aus Backup-Gründen die PST-Dateien von den Usern immer auf dem Netzlaufwerk ausgelagert. Wenn die User nicht immer E-Mails aufbewahren würden, wäre das auch nie ein großes Problem geworden. Nun ist es aber so, dass damals 10 Mitarbeiter mit Outlook gearbeitet haben und heute 20 Mitarbeiter am Schaffen sind und kaum einer seine E-Mails aussortiert. Kann man ja alles irgendwann noch gebrauchen! Mach ich privat ja auch so, da Googlemail ja ewig Speicher hat.
Doch dummerweise hat Microsoft die PST-Dateien nicht für Netzlaufwerke ausgelegt. Denn sobald eine neue Mail kommt, wird diese in die Datei geschrieben. Und sobald eine E-Mail gelöscht wird, bleibt diese aber weiterhin als Leiche in der PST-Datei. Außer man komprimiert die Datei hin und wieder mal. :)
Bei ein paar Clients, die gleichzeitig mit Outlook arbeiten kommen damit viele Lese und Schreibanforderungen auf den Server zu. Gleichzeitig läuft da drauf noch ein WaWi. Kein Wunder also, dass alles langsam ist. Der Server ist ansonsten nicht von schlechten Eltern. 2 XEON Prozessoren mit 2,8 GHz. 4 GB RAM mit ECC. Leider aber noch den langsamen mit 400 MHz oder sogar 333 MHz. Doch an und für sich reicht das noch locker aus, man muss nur mal die Mailgeschichte in den Griff bekommen.

Unsere Lösung ist nun IMAP. Damit ist zwar auch alles auf dem Server, aber jede E-Mail als einzelne Datei und vor allem auf einem anderen Server. Das hat natürlich auch für die iPhone User immense Vorteile. Man kann von unterwegs aus mal eben seine Mails checken oder auch schreiben. :)

So ziemlich parallel habe ich auch mal die ehrenwerte Aufgabe bekommen eine Lösung zur Synchronisation mit der COM-Schnittstelle zu programmieren. Über die COM-Schnittstelle habe ich mich ja schon Anfang des Jahres ausgekotzt und damals das durch fremde Hilfe und externe Programmaufrufe lösen können. Nun musste ich das aber selbst lösen. Durch ein paar Tipps in die richtige Richtung und mal genauerem Lesen der Dokumentation ist es mir dann doch leichter gefallen. Das war fast sogar schon leichter, als die ewige Fehlersuche bei dem Performanceproblem und dem blöden Outlook-Problem. Nebenbei bemerkt mag ich VB.NET nun richtig gerne. Klar sieht C# eleganter aus, doch wenn man mal keine ; schreiben muss, ist das doch auch toll. Performancetechnisch macht das heute ja eh kein Unterschied mehr. Mit den ganzen Sicherheitsroutinen und der großen Rechenleistung geht ja alles flott. Nur bei den COM-Aufrufen muss man sinnvoll programmieren, sonst dauert alles ewig. ;)

Genug gekotzt. Jetzt kommt endlich auch mal ein WLAN in unser Netz (natürlich Fremdnetz), damit unsere Besucher auch noch arbeiten können. Manche Kollegen freuen sich darüber auch. Denn WLAN ist doch um einiges schneller als das Handy-Internet.
Nebenbei habe ich endlich auch wieder Zeit gefunden um meine persönlichen Dokumentationen für die Aufgaben, die wiederkehren (Rechner installieren, Netzwerkkonfig, Excelformeln) zu pflegen. Irgendwie war das Ganze also auch sinnvoll. :) Meistens macht man sich ja nicht die Mühe die Doku zu pflegen und in ein paar Wochen, Monaten oder gar Jahren kommt dann große Erwachen und die ewige Sucherei: Wie ging das nochmal?

Computer und das Leben

Vom Geschäftsalltag her bin ich ja nun gezwungermaßen immer vom Computer umgeben, doch manchmal nervt es auch an. Neulich war eine „Räumen Sie das Zimmer aus und fahren Sie den Schrott zum Schrottplatz“ – Aktion. Klar, dass dabei auch immer ein paar alte Computer, Kabel und sonstiges Mist dabei herauskommt.
Um genau zu sein, es kam ein kleiner Laptop heraus (1,7 Ghz aufgemotzt auf 768MB RAM, 20 GB HDD) und noch ein uraltes Netbook (also die ganz kleinen Laptops welche schon damals nur 10″ hatten) mit Windows 98 und 192 MB RAM. Den ersten Laptop hab ich nochmal hergerichtet mit Windows XP und ein bisschen mehr Speicher. Als der fertig war, hat eine andere Kollegin noch nach einem anderen PC gefragt. Der andere PC hatte schon XP drauf, war aber leider so komisch verkonfiguriert, dass das BIOS das CD-ROM Laufwerk nicht mehr erkannt hat. Ich konnte also leider kein XP SP3 drüberbügeln. Na gut, also hab ich eben notdürftig die nicht gebrauchten Programme deinstalliert und so den Rechner abgegeben. Nicht die feine und vor allem saubere Art, aber aus Zeitgründen (morgen ist ja schon Weihnachten und die gute Frau hatte auch Feierabend) eben eine Quick & Dirty Lösung.
Dann war noch ein neuer Rechner für meinen Cheffe fällig (der hat schon gejammert, dass sein Rechner immer langsam ist. Was ja auch stimmt). Ein tolles Gigabyte Board mit Intel i5 2,66 GHz und hohem FSB (1366 wenn ich mich nicht irre) und einer GTX (oder GTS?) 250 mit 1GB RAM, dazu noch schneller 4GB RAM und leisen Lüftern. Es gab ein Angebot mit schlechteren Bauteilen (AsRock und Standardlüftern) und Win 7 für 777 Euro. Meiner hat mit besseren Lüftern und stabilieren Komponenten (ok auch ohne Betriebssystem) für 765 Euro. Das ist doch mal ein Deal oder? Installationen kann ich ja selber. Gut, bei der XP Installationen gabs Probleme (Bluescreen bevor die Auswahl kam), aber dann hab ich den Rechner dem Hardwaredealer nochmal vorbei gebracht. Er hat was eingestellt und eine Stunde später lief alles und XP war schon drauf. Das ist Kundenservice und auch Vorteil von örtlichen Händlern.
Joa, den Rechner hab ich am Montag angefangen und heute schlüsselfertig (also alle wichtigen Programme installiert und eingerichtet) abgegeben. Jetzt kann er nichts mehr sagen. Ich hab mein Soll erfüllt, er ist hoffentlich irgendwann wieder schneller mit seinen Aufgaben fertig und ich hab wieder meine Ruhe.
Nun hab ich endlich Urlaub und kann in Ruhe ausschlafen. Eigentlich könnte ich ja nun endlich mal selbst Windows 7 auf meinen Rechner klatschen. Doch das bedeutet wieder Arbeit (Treiber zusammensuchen und Programme neu einrichten) und darauf hab ich schon allein wegen meiner täglichen Urlaub momentan keine Lust drauf. Denn Freizeit ist zu kostbar, da geht alleine schon fürs Bloggen eine Menge Zeit drauf, dann noch manchmal Feuerwehr (gut seit gut einer Woche ist da auch frei). Also endlich Entspannung angesagt.

Ich wünsche jetzt allen Lesern, Freunden und sonstigen Menschen frohe Weihnachten und wenn ich es nicht mehr schaffen sollte: Ein frohes neues Jahr.