Der neue Job und die Erfahrungen

Nachdem ich im Oktober nun den neuen Job angefangen habe, kann ich so langsam mal ein kleines Fazit ziehen. Zumindest ein Kollege aus der Logistik hatte da auch mal was dazu gefordert. :) Wie meine ersten Tage im neuen Job waren hab ich ja hier mal zusammengefasst. Keine Angst, die Firma steht weiterhin und nachdem das elektrische Problem nun gelöst ist, gab es überraschenderweise auch keine weiteren Ausfälle mehr. Irgendwie interessant, dass es genau dann passiert wenn ich als neuer Kollege dort anfange. Da hat wohl der B.O.f.H. (Bastard Operator from Hell) mal wieder sein Unwesen getrieben. ;)

Um mal auch die guten Seiten vom ERP kennenzulernen und nicht immer nur die Problemfälle hab ich mal Dashboards als Aufgaben bekommen. Einfach ein paar SQL Abfragen bauen und daraus mit etwas Javascript Optionen das Ganze auch hübsch machen. Das SQL hab ich mittlerweile (aus meiner Sicht) relativ gut raus. Teilweise auch recht komplexe SELECTs mit gejointen SELECTs. Gestern dann mal noch eine UDF verwendet. Gut einfach eine bestehende Abfrage genommen, alles nicht fürs Chart notwendige rausgeworfen und dann mal abgefragt. Hat sogar relativ gut hingehauen. Mit den Chart Optionen und vor allem diesem JavaScript Geraffel tu ich mich halt noch schwer. Es gibt vom Hersteller so gut wie keine tiefergehende Dokumentation (wer braucht auch schon Dokumentation? ). Dafür hatte ein anderer Kollege in der Vergangenheit schon viele Dashboards gebaut und so kann ich dabei abkupfern und es etwas anpassen. Ist immer ein guter Anfang um es nicht ganz so schwer zu haben.

Außerdem stand mal auf dem Plan die einzelnen Abteilungen kennenzulernen. Ist auch nicht verkehrt, da ich so auch die Kollegen und die Arbeitsweisen ein bisschen kennenlerne. Der Vertrieb war recht spannend. Die Kollegen ticken total unterschiedlich. Ein Kollege könnte vom Denkansatz auch gut in der IT arbeiten. Super strukturiert und straight forward. Andere sind einfach typischer für den Vertrieb: Viel Smalltalk und die zwischenmenschliche Ebene und sind damit super erfolgreich. Sie versprechen nicht nur Dinge, sondern kümmern sich auch bei Problemen darum. Der Webshop ist auch recht gut strukturiert und gut aufgebaut. So sieht man auch als Neuling mal wie das Produkt so aussieht, was man gerade verkauft. Und auch sonst klare Aufgabenverteilung. Der Innendienst macht die typischen ABs und Kundenanlage. Der technische Vertrieb fährt auch mal raus zu den Kunden und berät sie vor Ort. Aber auch die Planung von Dächern mit Solarmodulen wird darüber gemacht. Das Planungstool wurde vor vielen Jahren mal innerhalb der Firma entwickelt und ist mittlerweile richtig modern und gut benutzbar. Der Kunde kann auch selbst damit planen und gleich bestellen oder die Kollegen machen es für den Kunden. Ist relativ gut gemacht, man braucht aber etwas Erfahrung über die Produkte. :) Ansonsten ist es eine coole Truppe. Es gibt klare Vorgaben, aber durch die verschiedenen Charaktere macht doch jeder es ein bisschen individuell innerhalb der Vorgaben. :D

Danach war ich noch 2 Wochen in der Logistik. Bisher konnte ich mit dem Begriff Logistik so gut wie nichts anfangen. Aber zumindest in dieser Firma ist es so: Es wird geprüft ob die Mengen verfügbar sind, die Vorkasse bezahlt wurde und dann anhand von der Ware und Gewicht entweder per Paketdienstleister oder Spedition fertig gemacht, damit es im Lager verpackt werden kann. Bei einfachen Dingen für Paketdienstleister geht es recht leicht, bei Speditionen ist etwas Erfahrung und Köpfchen gefragt. Das war mir in den 2 Wochen fast etwas zu viel. Spannend finde ich aber auch. In diesem Bereich und beispielsweise bei kleinen Paketen mit dem Paketdienstleister ist das System recht fehlertolerant. Es meckert fast immer, wenn was fehlt und sagt es auch und verhindert, dass der Lieferschein ins Lager geschickt wird. Bei manchen Stellen könnte aber noch eine weitere Prüfung der eingegeben Daten nicht schaden. So kann man kleine Leichtsinnsfehler nochmal abfangen. Aber ansonsten ein ziemlich guter Ablauf. Zu der Zeit als ich dort war, war gerade weniger los. Daher war es nicht ganz so stressig, wie es sonst ist. Für mich war dies aber auch von Vorteil. Da ich so in Ruhe die Abläufe sehen konnte. Außerdem wurde gleich mal die Chance genutzt ein weiteres kleines Dashboard zu bauen. So hatten die Kollegen auch gleich was davon, dass mal ein ITler bei Ihnen mitschafft. ;)
Diese Abteilung ist auch bekannt als die Raucher Abteilung. Jo ich bin weiterhin Nichtraucher, aber ich find es trotzdem interessant. Erstens sind regelmäßige Pausen nicht verkehrt und zweitens schwätzt man beim Rauchen auch mal mit anderen Kollegen.

Jetzt ist die Logistik Phase für mich wieder vorbei und bin nun wieder in der IT. Hm jo, ich hab ein paar neue Aufgaben bekommen und gleich mal in eine relativ anspruchsvolle Stelle reingelangt. Das Coole an diesem ERP ist ja, dass der Source Code auch direkt verfügbar ist. Es basiert auf Java und ASP.NET. Das ist in diesem Fall etwas interessanter gewesen, weil ich so zumindest einigermaßen selbst nachvollziehen konnte, wie der Bereich aufgebaut ist. Die Anforderung hier noch ein Chart hinzubauen erschien mir dann auf den ersten Blick fast unmöglich, weil ich nicht wirklich die Abfrage gefunden habe, die aufgerufen wird. Nach einem Tipp von einem Kollege, dass es dazu eine ganz normale Quickview gibt bin ich schon mal die Abfrage gestoßen. Basierend auf dieser Abfrage konnte ich dann eine neue bauen, die dann ein Chart erstellt hat. Das Einbinden war dann auch nochmal ein Hindernis für mich. Aber mein Kollege hat es dann gesehen und so haben wir es dann ganz gut hinbekommen. Das ist das Gute an einem Team. Andere wissen vielleicht noch etwas mehr zu diesem Thema als man selbst und andere lernen vielleicht auch noch was von einem selbst.

So gesehen ist das ERP System nicht mehr nur ein brennender Haufen, den man schlecht gekühlt bekommt, sondern auch noch an manchen Stellen weniger warm. Es bleibt aber nach wie vor ein brennender Haufen, den man andauernd kühlen muss. Mal schauen wie lange es dauert, bis es endlich soweit abgekühlt ist, dass es nicht mehr brennt, sondern nur noch eine Glut hat. Naja, aber sowas ist in der IT ja nicht unüblich. Solange es nur eine Phase ist, die wieder vorbei geht kann man sich dran gewöhnen. Jedes ERP-System hat so seine Tücken. Aber es ist auch schon ein recht hoher Grad an Automatisierung erreicht, dass hab ich bisher in anderen Systemen weniger gesehen. Manchmal wurden von meinem ehemaligen IT-Chef auch Felder fürs Tracking weg disktutiert und die Trackingnummer zusammen mit anderen Informationen in ein großes Textfeld gespeichert. Man kann sich das Leben auch schwer machen. Aber da die Hierarchie hier klar war, hab ich nach Diskussionen für mich gedacht: „Jo kannste schon so machen, aber dann ist es halt später fürn Webshop kacke!“
Hier ist die Kultur eher offener. Daraus resultieren aber auch vielleicht heutige Probleme.

Und sonst so. Scheinbar fall ich etwas aus dem Raster mit den Stickern aufm Laptop und meinen T-Shirts mit manchen Sprüchen. Aber hey, eigentlich sind doch viele ITler so drauf. Nur Hemd und Krawatte, dass war noch nie mein Ding. Nicht weil ich keinen Krawattenknoten binden kann, sondern weil es nicht so wirklich in die IT passt. Die sollen einfach Dinge richten und machen. Da machen bunte T-Shirts das Leben etwas bunt. Ich mag auch die Chaos Events und interessiere mich für Netzpolitik, aber bin ich deshalb ein Nerd? Ich weiß nicht so recht. Dafür hör ich zu gerne (gut manchmal auch abgedrehte) Musik.

Negativer und einfacher Test von der FeuerwehrJo schau mer mal, was die Zukunft noch bringt. Gerade wenn jetzt wieder Corona anzieht. Immerhin gibt es wieder die Möglichkeit im Home Office zu arbeiten. So kann man sich die lumpigen Tests sparen. Die Feuerwehr wo städtisch ist und bekanntlich kein Geld hat, gibt einfach die ganz normalen Tests aus Plastik aber auch weniger Verpackungsmüll raus. Die funktionieren einfach wunderbar, so wie das Bild daneben zeigt. Die aus Papier und eigearbeitetem Plastik sind dagegen deutlich komplizierter und fehleranfälliger. Vielleicht bin i au oifach zblöd um des Glump zum teschda. ;) Naja wenn se es halt so wollen. Oder des isch ein weiterer Gogenwitz.

Neuer Job ist lustig. ;)

Letzten Freitag war mein erster Tag im neuen Job. Als neuer Mitarbeiter muss man natürlich die Kollegen gleich mal wachrütteln, weshalb zum Einstand gleich mal beide Sicherungen für den Serverraum heraus geflogen sind. Da war mal gleich etwas Action am Start. Die eine USV hat es dann auch nicht überlebt und das auch mit einem kleinen Funkenflug und einem lauten Schlag zum Ausdruck gebracht. Am Ende haben wir die Sicherungen dann nochmal reinbekommen und hatten übers Wochenende Ruhe.
Am Montag war es dann noch relativ lange ruhig. Am Vormittag sind die Sicherungen aber nochmal geflogen. Da haben wir dann schon mal angefangen eine genauere Fehlersuche zu machen und etwas um zu verkabeln. Nach dem Mittagessen ging es dann weiter mit dem Sicherung fliegen. Diesmal haben wir aber festgestellt, dass auch im Lager ein Arbeitsplatz ausgegangen ist. Die Ursache war also recht eindeutig: Die eine Sicherung im Serverraum muss noch mit einer Sicherung im Lager zusammen hängen. Und beide hängen auch noch am gleichen FI Schalter. Das ist natürlich sehr ungeschickt, wenn im Lager gerade das Dach undicht ist und es immer wieder rein regnet.
Nachdem wir das mal grob abgeklärt haben, konnten wir die Verkabelung mal etwas sinnvoller umverkabeln. Eine Ersatz USV hatten wir auch schon am Freitagnachmittag bestellt und diese kam heute dann an. Diese ist nun wieder in Betrieb und macht nun erstmal keinen Ärger mehr. Der Elektriker hat heute auch noch bestätigt, dass tatsächlich eine Sicherung im Lager mit der Sicherung im Serverraum zusammen hängt. Das wird morgen dann nochmal getauscht.
Tja, so ist das eben mit neuen Mitarbeitern. Man braucht sie, aber am Anfang machen diese halt erstmal Ärger. Das Gute ist aber ja: Meistens nur die ersten 3 Tage. Da heute schon der 4. Tag war gab es auch keine Ausfälle mehr. :)
Natürlich hab ich die Ausfälle nicht verursacht, aber so hab ich immerhin schon einen kleinen Spitznamen „Destroyer“ bekommen.

Alles in allem ist es eine lustige Truppe. Es wird gelacht oder ich finde immer wieder nette Stellen im Intranet. An manchen Stellen ist etwas Chaos sichtbar. Aber hey: Wer bis vor Corona immer wieder auf Chaos Veranstaltungen war wie das Camp oder diverse Congresse war ist ein gewisses Chaos gewöhnt. Solang das Chaos noch eine gewisse Struktur hat und sich am Ende auch noch lösen lässt ist alles in Ordnung. Danach sieht es bisher aus.
Das es ein gutes Team ist merkt man auch schnell, wenn man abends noch was trinken geht und auch da noch Dinge zu erzählen hat. Kleine Frotzeleien gehören da auch mal dazu. :)

Deshalb hier noch ein Lied dazu (Fettes Brot geht immer):

Ein Job geht zu Ende, ein neuer beginnt

Nachdem nun schon in einem Kommentar gefordert wird, dass ich wieder mehr schreiben soll, gibt es also wieder mehr zum Lesen.

Das Leben ist spannend und mit der Zeit verändert sich alles. Man wird älter, einige werden sesshaft, heiraten und bekommen Kinder. Ich bin nun zwar auch älter geworden, aber immer noch Single, kinderlos und somit relativ frei. Wie ich zu meinem neuen Job, der ab Oktober anfangen wird, gekommen bin steht ja hier.
Die letzten Wochen waren relativ intensiv. So war am ersten September Wochenende noch ein Release Wechsel von unserem ERP System. Da hatte es mir schon leicht davor gekraust. Im Nachhinein war es aber insgesamt recht gut vorbereitet und getestet. So ziemlich alles was wir getestet hatten und am Ende auch akribisch dokumentiert und an den Dienstleister mitgeteilt haben, ging dann recht gut los. Mein Kollege hatte dann von Sonntag auf Montag eine Nachtschicht eingelegt um die ersten Kollegen in Asien supportmäßig abzudecken. Es gab tatsächlich etwas Kleineres was nicht ging. Aber da wir das im Testsystem schon mal gesehen hatten, war es kein Beinbruch. Insgesamt war die Woche nach dem Releasewechsel kurz etwas mühsam, aber die Anfragen der Töchterfirmen bezüglich Problemen hielt sich echt in Grenzen und die neuen Probleme wurden auch immer recht kurzfristig wieder gelöst. Am Ende hat mir diese Zeit wieder am meisten Spaß gemacht. :) Es war zwar auch kurzfristig stressig, aber ich war auch wieder gut gefordert und konnte viele Probleme auch recht einfach lösen. Manches wussten wir während der Testphase schlicht und ergreifend nicht, da es Bereiche sind, die wir nicht nutzen und die Töchter vor vielen Jahren mal eingeführt haben. Das war aber auch kein Problem, da wir die Probleme wie gesagt recht schnell lösen konnten. :)

Im alten Job wurde uns ab Ende November 2020 wieder Home Office verordnet. Für Mitte September gab es dann wieder die Anweisung, dass wir wieder mindestens ein Tag in der Woche ins Büro kommen sollten. Am Anfang fand ich das eher nervig. Wieder aufstehen ins Auto hocken und im Büro die gleiche Arbeit machen, die ich die ganze Zeit auch daheim gemacht habe. Vor allem das Hören von Musik nebenher war so ohne Weiteres nicht mehr möglich. Aber ich hab die Zeit im Büro auch wieder genossen. Endlich wieder Kollegen zu sehen und ab und an auch mal eine Runde reden. So etwas ist daheim wirklich sehr schwierig. Oder man telefoniert explizit mit den Kollegen. Aber auch Infos die einfach so mal gesagt werden bekommt man daheim nicht mit. Deshalb war ich dann manchmal doch etwas überrascht als eine Neuigkeit gab. Ich finde daher mittlerweile Home Office ganz nett, aber schätze auch wieder das Büro. Manchmal ist es einfach besser im gleichen Büro zu sitzen. Da geht der Informationsfluss einfacher. Außerdem war die Arbeitsatmosphäre auch wieder anders. Irgendwie mehr Konzentration. Natürlich auch recht nervig, wenn man mit 5 Leuten im Büro hockt und 3 davon telefonieren. Aber ansonsten auch einfach recht gut.

Letzte Woche war nun dann wirklich meine letzte Woche. Von Dienstag bis Donnerstag war ich nochmal im Büro. Für Dienstagabend hab ich mich nochmal mit einem Kollegen aus der Produktion zum Moppedfahren verabredet. Wir haben in den letzten 2 Wochen doch immer mal wieder und teilweise auch recht intensiv miteinander zusammengearbeitet. Diese Feierabendrunde war wirklich gut und hat Spaß gemacht. Aber auch recht eindrücklich: „Schade, dass Du gehst. Aber wenn es Dir im neuen Job doch nicht gefallen sollte kommst halt wieder zurück.“
Am nächsten Tag kamen dann auch noch der kaufmännische Geschäftsführer und der Geschäftsführer im Büro vorbei und haben sich auch nochmal persönlich von mir verabschiedet. Auch wieder: „Schade, dass Sie gehen! Aber sie wissen ja: Wenn es im neuen Job doch nichts werden soll, kommen se halt wieder zurück!“
Mittwochabends habe ich dann noch zu einer Runde im Biergarten eingeladen. Viele sind meiner Einladung gefolgt und es war eine schöne Runde. Auch eine Kollegin, die Ende Januar in den Mutterschutz gegangen ist kam zu unserer Runde dazu. Ich glaube alle haben die Runde wieder genossen um auch die anderen Kollegen wieder zu treffen und nicht nur wegen dem Freibier oder Freigetränk von mir. Aber auch hier war es wieder sehr eindrücklich: „Schade Tobi, dass Du gehst. Es war eine schöne Zeit mit Dir. Aber jetzt schaust es Dir halt mal im neuen Job an und so nach 2, 3 Monaten wenn es dort doch doof ist, kommst halt wieder zurück. :)“
Der Donnerstag war dann mein letzter Arbeitstag im Büro. Der war auch nochmal etwas spannend. Einfach noch letzte Dinge abgeben und von ein paar anderen Kollegen verabschieden. Auch hier war es halt immer einstimmig: „Schade, dass Du gehst! Aber Du weißt ja, wenn es im neuen Job nichts wird, den Weg kennst Du ja und die Türen stehen für Dich offen.“

Ich finde, dass zeigt am Ende auch nochmal ein besonderes Lob. Die Kollegen waren wohl mit meiner Arbeit im allgemeinen zufrieden und schätzen mich wohl auch als Kollegen. Von einem Kollegen hab ich zum Abschied auch noch ein Päckle Mehl bekommen. Sogar ein hochwertiges 550er. Normal verwende ich eher Standard 405er. Die Waffeln haben soweit auch geschmeckt.

Zu den Waffeln noch eine lustige Anekdote. Am Mittwoch als die Geschäftsführer dann noch durch unser Büro liefen haben sie noch meine Waffeln entdeckt. Also erstmal die Packung mitgenommen um auch der Sekräterin was zu geben. Der Geschäftsführer dann zu den Kollegen: „Gell, wenn es das nächste Mal wieder so leckere Waffeln gibt, bitte Bescheid geben. Die waren echt lecker!“
Achja. Da ist man jahrelang im gleichen Stock, aber auf die Idee mal Waffeln ins Büro der Geschäftsführer zu bringen kam bisher niemand. Na gut, dann wären ja auch weniger für die Kollegen da gewesen. Wobei meine Mengen schon immer ein paar Tage reichen. Achso übrigens hier noch die Rezepte dazu.

Und nun hab ich seit gestern endlich frei und vermisse schon leicht die Kollegen. Aber andererseits freu ich mich auf die kleine Auszeit bis Ende September. Ab 1. Oktober geht es dann schon wieder im neuen Job los. Das heißt am 30. September muss ich noch ein paar Waffeln backen. Rein jobmäßig war die Entscheidung im alten Job aufzuhören richtig (Die Stelle ist zu stark mit externen und teilweise nervigen Dienstleistern verwachsen), aber dass mir am Ende die Kollegen doch recht nah ans Herz gewachsen sind hab ich dann doch unterschätzt.

Jetzt bin ich mal auf die neue Stelle gespannt. Bisher machen die Kollegen einen netten Eindruck auf mich. Mal schauen wie es sich im Alltag heraus stellt und wie nervig die Pendlerei am Ende doch wieder werden wird. Die Arbeitsaufgaben werden vermutlich wieder spannender und herausfordernder. Andererseits gebe ich auch einiges auf. Finanziell bedeutet das zum Beispiel, dass das Monatsgehalt gleich bleibt bzw. nach der Probezeit minimal höher ist. Aber die ganzen Extra Zahlungen wie Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld, Sonderprämien oder sonstiges komplett wegfällt. Na gut, vermutlich gibt es in guten Jahren am Ende auch mal eine kleine Erfolgsprämie. Die ist ja auch variabel. :)
Dafür gibt es wieder Geschäftssmartphone. Was ich davon halten soll, weiß ich noch nicht. Aber kann auch ganz schick sein. Selbst moderne Smartphones sollen noch eine Ausschaltfunktion besitzen. ;) Die spannendsten Klauseln finde ich 3 Monate Kündigungsfrist und 17 Überstunden, die mit dem Gehalt abgegolten sind. Bei allen Arbeitgebern hab ich bisher immer recht ähnlich verdient. Beim ersten auch schon ähnlich, beim aktuellen gab es halt noch umgerechnet 2 Monatsgehälter in Form von Sonderzahlungen übers Jahr verteilt dazu. Beim neuen fallen diese wieder weg, dafür gibt es ein Geschäftshandy mit Privatnutzung Erlaubnis (auch ein Vorteil) aber bisher die härtesten Bedingungen im Arbeitsvertrag.
Na gut, ich hab ja nicht ohne Grund unterschrieben! Einfach weil ich mir neue Herausforderungen im Job erhoffe (darüber haben wir ja auch schon im Vorstellungsgespräch gesprochen) und ich den Eindruck habe, dass die Du-Kultur, die Öko Kultur (Solar ist eben ökologisch) und die Kollegen auch zu mir passen. Ich pass hoffentlich auch zu Ihnen und nicht nur wegen den Waffeln, sondern auch so. :)

Alles in allem: Es waren nun interessante 2,75 Jahre im alten Job und ab Oktober beginnt eine neue Zeit. Auch wenn der alte Job oft auch nervige Phasen hatte, hab ich am Ende auch wieder vieles gelernt. Fachlich und auch menschlich. Daher: DANKE an den alten Job und HALLO an den neuen Job!

Die Kurve stagniert

Der letzte Monat war eigentlich dazu gedacht, dass ich mal wieder aktiv abnehme. Aber wie es halt immer ist, war es wieder nichts. Wenigstens hab ich das Gewicht fast gehalten. Wirklich nur minimal zugenommen. Naja, diesen Monat war auch die zweite Impfung was mich auch kurz aus der Bahn geworfen hat. Dafür war das Ende umso schöner. Ich suche seit Februar wieder aktiv nach einem neuen Job und nachdem nun sehr viele Absagen dabei waren, kam eine Anfrage via Xing von einem Vermittler. Eigentlich war ich schon sehr skeptisch bei diesem Angebot, weil die letzten Erfahrungen mit den Jobvermittlern fürn Arsch waren. Zumal ich vor nem Monat auch mal ein Gespräch mit einem Jobvermittler hatte. Zuerst ganz interessiert und nach 2 Wochen mal nachgehakt was denn daraus geworden ist. „Jo nö, die Firma will jemand anderen!“ Aber mal selbstständig Rückmeldung geben ist halt doch zuviel verlangt. Das Gleiche bei einer anderen Firma neulich wieder. Zuerst ein relativ interessantes Gespräch. Dann mal nach Wochen nachgehakt, was der Stand ist. „Jo die Personalabteilung sollte eigentlich schon eine Absage rausgeschickt haben.“ Hat se halt verpennt. Na gut, was willst halt machen?
Hier noch ein Bild zum Einzelgewicht von diesem Monat.
Und jetzt das aktuelle Gespräch ging wirklich schnell. An einem Mittwoch haben wir gesprochen und hat sich wirklich gut angehört. Am nächsten Tag dann die Anfrage wann ich Zeit habe. Jo nächsten Dienstag klingt gut. Ich war da etwas voreilig, da ich die Anfahrt nach Tübingen unterschätzt habe. Hat aber sogar noch für 5 Minuten vor der Zeit gereicht. Mit dem Motorrad bin ich trotzdem nicht hingefahren, dafür war es zu wolkig und auf der Rückfahrt war auch glaub ich noch Regen dabei.
Ich hab mir ja schon länger einen Witz daraus gemacht das „Backen von Waffeln für die lieben Kollegen“ zu erwähnen. Zumindest vor Corona war dies auch öfter ein Thema. Und sie haben es tatsächlich auch am Ende noch aufgenommen. Nur meinem neuen Chef ist das aufgefallen. Dafür war dem Chefchef der Satz „Besuchen von Konzerten von Gitarre, Schlagzeug, Bass und Gesang“ aufgefallen um mal kurz zu fragen was das letzte Konzert war. Fand ich sehr genial und auflockernd und jeder hat was erzählen können. Neben Ramones, Metallica (was auch nicht so gut war), Linkin Park und Tool war schnell klar, dass auch gerne Punk, Rock und Metal gehört wird. Das Gespräch allgemein war übrigens sehr locker. Gleich am Anfang die Frage ob wir aufs Du wechseln. Fand ich die ersten beiden Minuten befremdlich, danach aber vollkommen OK und macht bei dieser Firma auch Sinn. Die stellen PV Module her und leben auch Nachhaltigkeit.
Am Tag darauf hab ich eine Mail mit meiner Einschätzung geschrieben und dass ich gerne dabei wäre. Als Antwort kam das „JA gerne!“ und so hab ich nun ab 1. Oktober 2021 einen neuen Job. Ich freu mich drauf. Endlich wieder mit Kollegen vor Ort zusammenarbeiten und konkret daran arbeiten mithilfe dem ERP System beizutragen, dass die Firma einfach wachsen kann und so die Energiewende befeuern kann. Es gibt auch 2 Home Office Tage, was die Fahrerei nach Tübingen ein bisschen ausgleichen. Trotzdem freue ich mich heute schon alle Kollegen kennenzulernen.

Nach den letzten 2,5 Jahren von Phasen, wo ich doch recht oft unzufrieden war nun wieder einen Job zu finden, der einfach passt ist absolut genial. Im Übrigen gibt es im neuen Job etwas weniger Geld, was aber auch nur bedeutet, dass einfach 2 Monatsgehälter wegfallen. Das Monatsgehalt wird nach der Probezeit sogar etwas mehr als jetzt.

Und weil es gerade wieder wichtig ist und weil im September Bundestagswahl ist noch ein Lied:

Jobvermittler Erfahrungen

Ich habe mich in den letzten Monaten ein bisschen nach Jobs umgesehen und mich auch mal aktiv beworben. Die Erfahrungen mit den Jobvermittlern wie Robert Half sind aber doch erschreckend doof. Die Anfrage kam per Xing. Da es mal eine interessante Entwicklerstelle war hab ich mal direkt angerufen. Also direkt ins System aufgenommen worden. Die arbeiten übrigens alle mit Salesforce, ich komm mit dem System nicht wirklich klar und finde es eher ätzend.
Später wurde ich von jemandem angerufen und zu einem Gespräch eingeladen. Dann war da direkt eine freie Stelle als Entwickler frei. Also am nächsten Tag gleich hingefahren und ein gutes Gespräch gehabt. Die Stelle war zwar recht schnell nicht mehr im Gespräch aber sie hätten noch eine andere Stelle gehabt, die sie gar nicht mit dem Vermittler geklärt hatten. Nämlich so ein Systemadmin mit Programmiertätigkeiten. Wäre vielleicht spannend gewesen, ist aber dann nichts geworden, auch weil ich ein recht hohes Gehalt habe und dort auch gefordert habe.
Einige Tage später wurde ich dann zu einem Gespräch bei einem großen Baumarkt im Onlineshop eingeladen. Auch da war recht schnell klar, dass es nichts wird, weil ich die Skills nicht mitbringe. Dafür gab es unerwartet Bewerbungstipps vom Chef höchstpersönlich, die doch auch ein Gewinn für mich waren. Außerdem ein paar Infos bezüglich der Provision die so ein Jobvermittler verlangt: Nämlich stolze 30% vom Jahresgehalt. Da kann ich mir durchaus vorstellen, warum manche Arbeitgeber da etwas vorsichtig sind.
Vor allem ist es interessant: Bei meinem letzten Arbeitgeber hatten wir auch mal kurzfristig zwei neue Kollegen die über Jobvermittler kamen. Ironischerweise waren dies auch die Kandidaten die gleich wieder in der Probezeit gekündigt haben, da tut die Provision dann besonders weh.

Daher: Jobvermittler haben in manchen Bereichen sicherlich ihren Sinn. Aber in der IT braucht man das normalerweise nicht. ITler können Computer und das Internet bedienen und finden sicher die eine oder andere gute Stelle. Außerdem helfen oft auch Connections und Freunde die Leute kennen. Und zu guter Letzt gibt mehr als genug Jobseiten im Internet, da ist sicher die eine oder andere Stelle dabei.