Freiberufliche Spinnerei

Lass uns mal einfach ein bisschen rumspinnen. Einfach weil ich ja jetzt selbst ein paar Erfahrungen mit meiner Selbstständigkeit gemacht habe. Aktuell bin ich da einfach auf das „Kleingewerbe“ festgelegt zumindest für dieses Jahr. Das heißt ich darf maximal 22.000 Euro Umsatz im Jahr machen und verzichte daher auf die MwSt. Vorteile. Das heißt meine Rechnungen sind brutto wie netto gleich. Es kommt keine Mehrwertsteuer drauf. Im Gegenzug bezahle ich meine Rechnungen an die Lieferanten auch voll und darf keine Mehrwertsteuer davon abziehen. Dadurch erspare ich mir ein bisschen Buchhaltungsaufwand und ja es ist gut soweit. Das Ganze läuft aktuell so nebenher. Durch ein bisschen Mundpropaganda bekomm ich hin und wieder mal ein paar Anfragen. Aber aktuell ist es auch etwas ruhiger. Durch meinen Hauptjob bin ich aber aktuell auch gut ausgelastet. Das macht soweit auch Spaß, auch wenn es ab und an doch wieder Reibepunkte gibt. Naja wie überall halt. Manchmal denke ich: „Hm, war es wirklich so gut damals von dem alten Job wo ich 11 Jahre war weg zu gehen.“ Die Antwort lautet aber immer: JA! Diese Erfahrungen die ich seit Anfang 2019 gesammelt habe, hätte ich sonst nie gemacht und sie haben mich bereichert.
Aber dann gibt es auch noch XING und LinkedIn und man bekommt immer wieder irgendwelche Recruiter Nachrichten. Ist ja immer wieder ein Quell der Freude. Denn egal welche Einstellungen man wählt (aktuell habe ich eingestellt, dass ich kein Interesse an neuen Jobs habe), es wird immer ignoriert. Gut meistens sind die Jobs trotzdem irgendwie passend und einmal hab ich ja sogar meinen letzten Job in Tübingen darüber gefunden.
Jo aber Angebote als Freelancer hab ich dann doch recht selten bekommen. Heute war die erste dabei, nämlich die hier. Da bin ich dann doch erstmal zum Nachdenken gekommen. Wie gesagt kommt ein Wechsel momentan nicht in Frage, da ich eigentlich mit meinem jetzigen Arbeitgeber soweit zufrieden bin.

Aber trotzdem mal ein Spiel mit den Zahlen: Mal angenommen ich würde mit 100 Euro Stundensatz netto reingehen und den Auftrag bekommen und mal angenommen ich würde auch nach diesem Auftrag weitere Folgeaufträge bekommen wäre das am Ende des Jahres ein großer Batzen Geld.
Mal sehr konservativ gerechnet haben wir 20 Tage im Monat. Also 20 Tage x 8 Stunden x 100 € = 16.000 Euro / Monat.
Gehen wir weiter konservativ vor und rechnen wir mal mit 10 Monaten im Jahr, die ich tatsächlich arbeite. Urlaub und Krankheit kommt ja auch immer mal wieder dazu und dann verdient man ja kein Geld. Trotzdem bleiben dann 160.000 Euro Umsatz im Jahr übrig. Gehen wir mal von Gesamtkosten (Sozialversicherungen wie Krankenversicherung, Rente und Pflege, Einkommenssteuer, sonstige Investitionen) von gut der Hälfte aus bleiben halt immernoch 80.000 Euro übrig. Gut eventuell muss man diese 80.000 Euro als Gewinn nochmal versteuern, da bin ich mir noch etwas unschlüssig. Aber trotzdem wäre das immer noch ein großer Batzen.

Die Sache ist halt eben auch wieder die: Ich muss erstmal die richtigen Aufträge finden. Gleichzeitig muss der Auftraggeber bereit sein den Stundensatz von 100 Euro netto zu bezahlen. Ich denke dieser Stundensatz ist durchaus realistisch. Wenn ich sehe, was unsere Dienstleister pro Stunde aufrufen (120 bis 169 Euro netto im Raum Stuttgart) sind 100 Euro fast geschenkt.
Gleichzeitig kommt dann auch wieder der Zweifel: Kann ich das wirklich was gefordert wird? Werden die Auftraggeber auch die Rechnungen bezahlen?
Andererseits sehe ich dann unsere Dienstleister. Das sind auch nur Menschen. Es klappt nicht immer alles. Aber wir als Firma sind trotzdem bereit die Dienstleister in Anspruch zu nehmen. Die haben Erfahrung und machen diese Dienstleistungen (egal ob eine spezielle Installation, Support oder Beratung) eben täglich und haben einen großen Wissensvorteil. Das kann man sich zwar auch alles selbst aneignen. Aber manchmal kann dies auch gut nach hinten losgehen.
Zum Beispiel wenn man eine Teams Instanz so verbiegt, dass im Besprechungsraum kein Kalender auf dem Terminal angezeigt werden kann. Ich war es ja nicht. So gesehen: Wenn ich solche Kunden bekommen würde wäre das auch sehr nervenaufreibend.

Aber es ist trotzdem ein schöner Traum. Schauen wir mal, wie dieses Jahr so läuft. Vielleicht lohnt sich dann der Wechsel auf die volle Selbstständigkeit (mit Umsatzsteuer-ID und Mehrwertsteuervorteil). Irgendwie hab ich eben auch ein bisschen Blut geleckt.

Falls ihr Erfahrungen habt: Sind meine Zahlen einigermaßen realistisch oder hab ich doch kompletten Unsinn geschrieben?

Nobody knows but Jesus

Diese Überschrift beschreibt mein Leben irgendwie ganz gut. Ich weiß nicht was der Morgen bringt, die Arbeit, das Leben, die Mopped Ausfahrt, die Feuerwehr oder was auch immer außer Jesus eben!
Nachdem ich vom Oktober bis Februar kurz mal bei einem Arbeitgeber war, der die Energiewende vorantreibt, bin ich nun wieder zurück bei meinem alten Arbeitgeber. Um es nochmal klarzustellen. Der Arbeitgeber in Tübingen ist ein guter Laden, nicht unbedingt klein und die DU Kultur ist definitiv gut. Am Ende war das ERP System aber für mich einfach zu frustrierend und wirklich andere Alternativen hab ich auch nicht gesehen.
Deshalb bin ich nach ein paar Versuchen, woanders unterzukommen, wieder zu meinem alten Arbeitgeber in Leinfelden gegangen. Die meinten ja damals bei meinem Weggang: „Jetzt probieren se es halt mal woanders und wenn nicht, kommen se eben wieder! :) “ Das hab ich gemacht und mich dann im Januar / Februar wieder gemeldet, ob ich doch zurück kommen darf. Der alte Chef hat sich dann erstmal entschuldigt, dass er sich so spät gemeldet hat. Genau zum Zeitpunkt meiner Mail ist er krank geworden. Aber dann hat er sich gefreut und wir haben erstmal telefoniert. „Jo in der Entwicklung könnten wir dich tatsächlich gebrauchen.“ Die sind in der Tat unterbesetzt.
Ziemlich spannend war auch die Einladung zum „Vorstellungsgespräch“ per Teams. Die Firma nutzt halt schon immer Lotus Notes und hat darin alles mögliche verbastelt. Unter anderem auch eine Art Wiki mit Hilfeartikeln, Bedarfsanforderung oder Zeitrückmeldungen. Naja so wie man sich eben eine Software aus den 90ern / 2000ern vorstellt. Die Maildatenbank ist dagegen wirklich schnell und nicht so ätzend langsam wie Outlook. Bei einem maximalen Mailspeicher von 1 GB pro User aber auch irgendwie verständlich! :)
Bei meinem Weggang im September war Teams einfach noch der Teufel für die Firma und Webex das Beste. Dann haben se aber doch mal die Preise verglichen und von Oktober bis Dezember musste dann plötzlich für die ganze Firma Teams eingerichtet werden. Die Integration in den Notes Kalender ist tatsächlich relativ einfach geworden. Man muss nur einmal mit einem Plugin eine Teams Einladung erstellen. Diese wird dann verschickt. Allerdings muss man diese Teams Einladung auch direkt über den Notes Kalender aufrufen. Dann öffnet sich ein Browser und Teams geht auf… Jo voll bequem und einfach überhaupt und sowieso!
Aber immerhin haben sie nun Teams im Einsatz. Natürlich wurde erstmal alles komplett deaktiviert was geht oder auch nicht geht. Dabei wurden wohl nun auch die Option wegkonfiguriert, welche dafür sorgt, dass der Teamsclient im Besprechungsraum keine Besprechungen mehr vom Kalender anzeigen kann. Da kommt einfach nur noch die Meldung „Kalender kann nicht abgerufen werden.“ Der Dienstleister welcher den Besprechungsraum mit den Kameras, Monitoren, der Mikrofonierung (sogar an der Decke) und dem Teamsclient aufgebaut hat, kommt mit seinem eigenen Teams User rein. Damit funktioniert auch die ganze Funktionalität. Das Lustige ist: Irgendwann hat dies auch mal mit dem internen User von uns getan, aber dann wurde wieder viel umgestellt und es tat nicht. Da ich dies nicht angefangen habe mach ich es auch nicht weiter und bin nun vielleicht ein bisschen gehässig. Aber das hat sich mein lieber Kollege selbst eingebrockt. So verbogen wie dieses Teams ist, war zuletzt nur das ERP System vom letzten Arbeitgeber in Tübingen. Jetzt sind se eh grad dran und machen vieles. Ab und zu kommt der Kollege mal wieder vorbei und ich soll mich per Powershell verbinden und Dinge checken. Jo, geht dann natürlich auch erstmal sehr schwierig. Weil einfach immer ALLES geblockt ist. Microsoft ist natürlich böhse!!1! Irgendwann geht es dann natürlich doch, wenn ich lieb darum bitte. Aber bisher hat es noch keinen wirklichen Durchbruch gebracht. Aber Microsoft ist schon involviert. Ich hoffe, die finden irgendwo eine Lösung. Da bin ich tatsächlich recht optimistisch, weil der Microsoft Support hier tatsächlich immer mal wieder gute Support Agents am Start hat.
Aber fangen wir nochmal von vorne an. Ich wurde als DevOps eingestellt. Also um die Entwicklung zu unterstützen und Cognos BI zu übernehmen und mich in Jira einzuarbeiten. Aber da ich natürlich vorher im ERP Bereich, der Netzwerktechnik und Office 365 Umfeld der Töchter aktiv war, sollte ich erstmal dort wieder helfen.
Nach meinem Weggang im September letzten Jahres sollten nämlich zwei neue Kollegen kommen. Einer für das ERP / CRM System und einer für den Office 365 / MDM Bereich. Der ERP Kollege ist seit Dezember da und immer noch hier. Der Office 365 / MDM Kollege hat es nur von Januar bis Ende Februar dort ausgehalten. Gut vielleicht war die Sprache auch ein bisschen problematisch. Er hat nur Englisch gesprochen und fand vielleicht die Struktur dann doch zu seltsam! Also war natürlich gleich am ersten Tag klar: „Hey Tobi schön dass Du wieder da bist. Kannst Du uns bitte nochmal im ERP Bereich aufschlauen und im Töchterbereich aushelfen.“
Jo hab ich dann gemacht. Dann so unter Hand von manchen Kollegen erfahren: „Wie Du schaffst echt wieder 40 Stunden? Ich hab ja reduziert, eigentlich wollte ich ja wechseln. Aber da verdien ich halt deutlich weniger.“ Ein anderer Kollege mit dem ich zukünftig mehr zusammen arbeiten sollte meinte dann: „Du Tobi ich muss Dir mal was beichten: Ich kündige hier und geh dann bald mal auf Reisen.“ Das hat mich dann doch etwas nachdenklich gemacht. Der erste Kollege kam vor 5 Jahren zur Firma dazu. Der zweite der auch Entwickler ist, ist über 10 Jahre dort und hat auch seine Ausbildung dort gemacht. Wenn 2 so Urgesteine solche Gedanken haben ist es schon irgendwie bemerkenswert. Jo die Zusammenarbeit mit der Führungskraft ist auch nicht immer einfach. Aber zumindest mit mir hat es dann irgendwann besser geklappt. Vielleicht weil ich schon damals immer wieder ein Wackelkandidat war und es auch einfach recht offen kommuniziert habe und manchmal auch manche Entscheidungen widersprochen habe. Andere haben sich irgendwann scheinbar angepasst oder resigniert. Es ist eben eine konservative Firma. Aber sie werden so langsam auch modern und lassen immerhin ein paar Cloudfirmen zu. Dafür gibt’s halt einen Tarifvertrag mit vielen Vorteilen und recht guter Bezahlung.
Einerseits wollte ich wieder zurück weil es eben doch manche sinnvolle Strukturen gibt und vor allem das Gehalt wirklich sehr gut ist. Andererseits denk ich jetzt nach dem ersten Monat wieder. Jo gut, ist Arbeit und bringt die Kohle auf den Tisch. Aber irgendwie macht mein Nebengewerbe echt auch richtig viel Spaß. Mal schauen wie lange ich brauche um mit meiner Selbstständigkeit mal die 1000 Euro oder 5000 Euro Umsatzmarke zu knacken. Aber bisher ist das eben wirklich richtig abwechslungsreich und spannend. Es ist tatsächlich ein Bedarf da, da sich irgendwie einige Angestellte auf die alten Tage doch noch selbstständig machen. Sie sind gut in dem Bereich was sie machen wollen, aber mit der IT wird es eben doch schwierig. Office 365 ist da vielen ein Begriff, aber wenn man mal ein privates Konto hatte und dann auf ein Geschäftskonto wechselt, wird einem erstmal wirr im Kopf. Da haben dann so kleine Hansel wie ich relativ einfache Hand. Den Leuten zuhören was sie wollen: Ein einheitliches Konto mit eigener Domain auf mehreren Geräten. Einmal kurz einrichten und erklären. Solche Leute sind auch bereit Geld dafür zu investieren, weil sie es auch wertschätzen. Das schwierige ist aktuell eher: Mich kennt noch kaum jemand! Aber gut, dass ist am Anfang oft so. Deshalb ist Mund zu Mund Propaganda sehr viel wert. Und dafür bin ich meinen Kunden auch dankbar. So baut sich auch für mich immer mal wieder ein kleines Netzwerk auf. Ich kenne jemand, der was kann und höre vielleicht jemand, der etwas braucht. Andere sprechen mit anderen und erzählen sich ihre Probleme und dann meint der eine: „Hm, dafür kenn ich jemand. Ruf den halt mal an!“ 

Ganz ehrlich: Vor meinem Beginn im März hatte ich voller Überzeugung für mich gesagt. „Gut bei dieser Firma bleibst dann nochmal 10 Jahre und dann siehst weiter.“ Aber nachdem ein paar für mich auch recht wichtige und gute Kollegen gemeint haben, dass sie kündigen wollen oder nun auch machen, bin ich nicht mehr so ganz sicher.

Und dann war heute ja noch der 1. April. Also gleich ins Büro gefahren, den Rechner hochgefahren und ich wollte mich anmelden. Dann kam die Meldung: „Ihr Benutzerkonto ist abgelaufen.“
Na gut, dann ist wohl meine Probezeit nicht gut abgelaufen. Aber am Ende war es wohl doch nur ein Problem, dass dieser Haken aus Versehen gesetzt wurde. Bei einem anderen Kollegen übrigens auch, aber der war heute krank.
Kurz hab ich dann gedacht: „Na gut, dann geh ich halt wieder und probier doch intensiver meine Selbstständigkeit.“
Aber dann wurde ich wieder entsperrt und ich hab doch weitergearbeitet!

Also macht das Beste daraus. Wer vor der Entscheidung steht eine Ausbildung zu machen: Quantenmechaniker steht hoch im Kurs.

In diesem Sinne: Keiner weiß was die Zukunft bringt, außer Jesus. Und der ist die meiste Zeit doch relativ wortkarg. Aber im Nachhinein sind viele Lebenswege doch wie immer passend zu meinem Lieblingsspruch:

Der Mensch denkt, Gott lenkt.
Der Mensche dachte, Gott lachte.

ALLES wird gut!

Der neue Job und die Erfahrungen

Nachdem ich im Oktober nun den neuen Job angefangen habe, kann ich so langsam mal ein kleines Fazit ziehen. Zumindest ein Kollege aus der Logistik hatte da auch mal was dazu gefordert. :) Wie meine ersten Tage im neuen Job waren hab ich ja hier mal zusammengefasst. Keine Angst, die Firma steht weiterhin und nachdem das elektrische Problem nun gelöst ist, gab es überraschenderweise auch keine weiteren Ausfälle mehr. Irgendwie interessant, dass es genau dann passiert wenn ich als neuer Kollege dort anfange. Da hat wohl der B.O.f.H. (Bastard Operator from Hell) mal wieder sein Unwesen getrieben. ;)

Um mal auch die guten Seiten vom ERP kennenzulernen und nicht immer nur die Problemfälle hab ich mal Dashboards als Aufgaben bekommen. Einfach ein paar SQL Abfragen bauen und daraus mit etwas Javascript Optionen das Ganze auch hübsch machen. Das SQL hab ich mittlerweile (aus meiner Sicht) relativ gut raus. Teilweise auch recht komplexe SELECTs mit gejointen SELECTs. Gestern dann mal noch eine UDF verwendet. Gut einfach eine bestehende Abfrage genommen, alles nicht fürs Chart notwendige rausgeworfen und dann mal abgefragt. Hat sogar relativ gut hingehauen. Mit den Chart Optionen und vor allem diesem JavaScript Geraffel tu ich mich halt noch schwer. Es gibt vom Hersteller so gut wie keine tiefergehende Dokumentation (wer braucht auch schon Dokumentation? ). Dafür hatte ein anderer Kollege in der Vergangenheit schon viele Dashboards gebaut und so kann ich dabei abkupfern und es etwas anpassen. Ist immer ein guter Anfang um es nicht ganz so schwer zu haben.

Außerdem stand mal auf dem Plan die einzelnen Abteilungen kennenzulernen. Ist auch nicht verkehrt, da ich so auch die Kollegen und die Arbeitsweisen ein bisschen kennenlerne. Der Vertrieb war recht spannend. Die Kollegen ticken total unterschiedlich. Ein Kollege könnte vom Denkansatz auch gut in der IT arbeiten. Super strukturiert und straight forward. Andere sind einfach typischer für den Vertrieb: Viel Smalltalk und die zwischenmenschliche Ebene und sind damit super erfolgreich. Sie versprechen nicht nur Dinge, sondern kümmern sich auch bei Problemen darum. Der Webshop ist auch recht gut strukturiert und gut aufgebaut. So sieht man auch als Neuling mal wie das Produkt so aussieht, was man gerade verkauft. Und auch sonst klare Aufgabenverteilung. Der Innendienst macht die typischen ABs und Kundenanlage. Der technische Vertrieb fährt auch mal raus zu den Kunden und berät sie vor Ort. Aber auch die Planung von Dächern mit Solarmodulen wird darüber gemacht. Das Planungstool wurde vor vielen Jahren mal innerhalb der Firma entwickelt und ist mittlerweile richtig modern und gut benutzbar. Der Kunde kann auch selbst damit planen und gleich bestellen oder die Kollegen machen es für den Kunden. Ist relativ gut gemacht, man braucht aber etwas Erfahrung über die Produkte. :) Ansonsten ist es eine coole Truppe. Es gibt klare Vorgaben, aber durch die verschiedenen Charaktere macht doch jeder es ein bisschen individuell innerhalb der Vorgaben. :D

Danach war ich noch 2 Wochen in der Logistik. Bisher konnte ich mit dem Begriff Logistik so gut wie nichts anfangen. Aber zumindest in dieser Firma ist es so: Es wird geprüft ob die Mengen verfügbar sind, die Vorkasse bezahlt wurde und dann anhand von der Ware und Gewicht entweder per Paketdienstleister oder Spedition fertig gemacht, damit es im Lager verpackt werden kann. Bei einfachen Dingen für Paketdienstleister geht es recht leicht, bei Speditionen ist etwas Erfahrung und Köpfchen gefragt. Das war mir in den 2 Wochen fast etwas zu viel. Spannend finde ich aber auch. In diesem Bereich und beispielsweise bei kleinen Paketen mit dem Paketdienstleister ist das System recht fehlertolerant. Es meckert fast immer, wenn was fehlt und sagt es auch und verhindert, dass der Lieferschein ins Lager geschickt wird. Bei manchen Stellen könnte aber noch eine weitere Prüfung der eingegeben Daten nicht schaden. So kann man kleine Leichtsinnsfehler nochmal abfangen. Aber ansonsten ein ziemlich guter Ablauf. Zu der Zeit als ich dort war, war gerade weniger los. Daher war es nicht ganz so stressig, wie es sonst ist. Für mich war dies aber auch von Vorteil. Da ich so in Ruhe die Abläufe sehen konnte. Außerdem wurde gleich mal die Chance genutzt ein weiteres kleines Dashboard zu bauen. So hatten die Kollegen auch gleich was davon, dass mal ein ITler bei Ihnen mitschafft. ;)
Diese Abteilung ist auch bekannt als die Raucher Abteilung. Jo ich bin weiterhin Nichtraucher, aber ich find es trotzdem interessant. Erstens sind regelmäßige Pausen nicht verkehrt und zweitens schwätzt man beim Rauchen auch mal mit anderen Kollegen.

Jetzt ist die Logistik Phase für mich wieder vorbei und bin nun wieder in der IT. Hm jo, ich hab ein paar neue Aufgaben bekommen und gleich mal in eine relativ anspruchsvolle Stelle reingelangt. Das Coole an diesem ERP ist ja, dass der Source Code auch direkt verfügbar ist. Es basiert auf Java und ASP.NET. Das ist in diesem Fall etwas interessanter gewesen, weil ich so zumindest einigermaßen selbst nachvollziehen konnte, wie der Bereich aufgebaut ist. Die Anforderung hier noch ein Chart hinzubauen erschien mir dann auf den ersten Blick fast unmöglich, weil ich nicht wirklich die Abfrage gefunden habe, die aufgerufen wird. Nach einem Tipp von einem Kollege, dass es dazu eine ganz normale Quickview gibt bin ich schon mal die Abfrage gestoßen. Basierend auf dieser Abfrage konnte ich dann eine neue bauen, die dann ein Chart erstellt hat. Das Einbinden war dann auch nochmal ein Hindernis für mich. Aber mein Kollege hat es dann gesehen und so haben wir es dann ganz gut hinbekommen. Das ist das Gute an einem Team. Andere wissen vielleicht noch etwas mehr zu diesem Thema als man selbst und andere lernen vielleicht auch noch was von einem selbst.

So gesehen ist das ERP System nicht mehr nur ein brennender Haufen, den man schlecht gekühlt bekommt, sondern auch noch an manchen Stellen weniger warm. Es bleibt aber nach wie vor ein brennender Haufen, den man andauernd kühlen muss. Mal schauen wie lange es dauert, bis es endlich soweit abgekühlt ist, dass es nicht mehr brennt, sondern nur noch eine Glut hat. Naja, aber sowas ist in der IT ja nicht unüblich. Solange es nur eine Phase ist, die wieder vorbei geht kann man sich dran gewöhnen. Jedes ERP-System hat so seine Tücken. Aber es ist auch schon ein recht hoher Grad an Automatisierung erreicht, dass hab ich bisher in anderen Systemen weniger gesehen. Manchmal wurden von meinem ehemaligen IT-Chef auch Felder fürs Tracking weg disktutiert und die Trackingnummer zusammen mit anderen Informationen in ein großes Textfeld gespeichert. Man kann sich das Leben auch schwer machen. Aber da die Hierarchie hier klar war, hab ich nach Diskussionen für mich gedacht: „Jo kannste schon so machen, aber dann ist es halt später fürn Webshop kacke!“
Hier ist die Kultur eher offener. Daraus resultieren aber auch vielleicht heutige Probleme.

Und sonst so. Scheinbar fall ich etwas aus dem Raster mit den Stickern aufm Laptop und meinen T-Shirts mit manchen Sprüchen. Aber hey, eigentlich sind doch viele ITler so drauf. Nur Hemd und Krawatte, dass war noch nie mein Ding. Nicht weil ich keinen Krawattenknoten binden kann, sondern weil es nicht so wirklich in die IT passt. Die sollen einfach Dinge richten und machen. Da machen bunte T-Shirts das Leben etwas bunt. Ich mag auch die Chaos Events und interessiere mich für Netzpolitik, aber bin ich deshalb ein Nerd? Ich weiß nicht so recht. Dafür hör ich zu gerne (gut manchmal auch abgedrehte) Musik.

Negativer und einfacher Test von der FeuerwehrJo schau mer mal, was die Zukunft noch bringt. Gerade wenn jetzt wieder Corona anzieht. Immerhin gibt es wieder die Möglichkeit im Home Office zu arbeiten. So kann man sich die lumpigen Tests sparen. Die Feuerwehr wo städtisch ist und bekanntlich kein Geld hat, gibt einfach die ganz normalen Tests aus Plastik aber auch weniger Verpackungsmüll raus. Die funktionieren einfach wunderbar, so wie das Bild daneben zeigt. Die aus Papier und eigearbeitetem Plastik sind dagegen deutlich komplizierter und fehleranfälliger. Vielleicht bin i au oifach zblöd um des Glump zum teschda. ;) Naja wenn se es halt so wollen. Oder des isch ein weiterer Gogenwitz.

Neuer Job ist lustig. ;)

Letzten Freitag war mein erster Tag im neuen Job. Als neuer Mitarbeiter muss man natürlich die Kollegen gleich mal wachrütteln, weshalb zum Einstand gleich mal beide Sicherungen für den Serverraum heraus geflogen sind. Da war mal gleich etwas Action am Start. Die eine USV hat es dann auch nicht überlebt und das auch mit einem kleinen Funkenflug und einem lauten Schlag zum Ausdruck gebracht. Am Ende haben wir die Sicherungen dann nochmal reinbekommen und hatten übers Wochenende Ruhe.
Am Montag war es dann noch relativ lange ruhig. Am Vormittag sind die Sicherungen aber nochmal geflogen. Da haben wir dann schon mal angefangen eine genauere Fehlersuche zu machen und etwas um zu verkabeln. Nach dem Mittagessen ging es dann weiter mit dem Sicherung fliegen. Diesmal haben wir aber festgestellt, dass auch im Lager ein Arbeitsplatz ausgegangen ist. Die Ursache war also recht eindeutig: Die eine Sicherung im Serverraum muss noch mit einer Sicherung im Lager zusammen hängen. Und beide hängen auch noch am gleichen FI Schalter. Das ist natürlich sehr ungeschickt, wenn im Lager gerade das Dach undicht ist und es immer wieder rein regnet.
Nachdem wir das mal grob abgeklärt haben, konnten wir die Verkabelung mal etwas sinnvoller umverkabeln. Eine Ersatz USV hatten wir auch schon am Freitagnachmittag bestellt und diese kam heute dann an. Diese ist nun wieder in Betrieb und macht nun erstmal keinen Ärger mehr. Der Elektriker hat heute auch noch bestätigt, dass tatsächlich eine Sicherung im Lager mit der Sicherung im Serverraum zusammen hängt. Das wird morgen dann nochmal getauscht.
Tja, so ist das eben mit neuen Mitarbeitern. Man braucht sie, aber am Anfang machen diese halt erstmal Ärger. Das Gute ist aber ja: Meistens nur die ersten 3 Tage. Da heute schon der 4. Tag war gab es auch keine Ausfälle mehr. :)
Natürlich hab ich die Ausfälle nicht verursacht, aber so hab ich immerhin schon einen kleinen Spitznamen „Destroyer“ bekommen.

Alles in allem ist es eine lustige Truppe. Es wird gelacht oder ich finde immer wieder nette Stellen im Intranet. An manchen Stellen ist etwas Chaos sichtbar. Aber hey: Wer bis vor Corona immer wieder auf Chaos Veranstaltungen war wie das Camp oder diverse Congresse war ist ein gewisses Chaos gewöhnt. Solang das Chaos noch eine gewisse Struktur hat und sich am Ende auch noch lösen lässt ist alles in Ordnung. Danach sieht es bisher aus.
Das es ein gutes Team ist merkt man auch schnell, wenn man abends noch was trinken geht und auch da noch Dinge zu erzählen hat. Kleine Frotzeleien gehören da auch mal dazu. :)

Deshalb hier noch ein Lied dazu (Fettes Brot geht immer):

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